Glaubst du, dass die Weihnachtsgeschichte Wahrheit ist? Oder doch nur ein Märchen? Ein Einblick in die Sterndeuter-Geschichte und die Ermutigung, Liebe und Hoffnung weiterzugeben.
Von Hanna Wilhelm
In der Weihnachtszeit poste ich in den sozialen Medien manchmal etwas zur Bedeutung des Weihnachtsfestes. Dabei frage ich mich, was meine nicht religiösen Freunde über meine Posts denken. Hört sich vieles für sie einfach nur schräg an, weil es sehr weit weg liegt von ihrer Lebenswelt? Wenn ich über diese Frage nachdenke, komme ich mir selbst ein bisschen seltsam vor. Bin ich denn eine Exotin, die an etwas glaubt, was andere längst ins Reich der Märchen verbannt haben?
Gemeinsam auf der Reise
In solchen Momenten sucht man sich Verbündete – und ich habe mich gefreut, als ich einige in der Weihnachtsgeschichte gefunden habe: die Sterndeuter, von denen Matthäus schreibt. Sie werden aufmerksam, als sie am Himmel eine Beobachtung machen, die auf ein besonderes Ereignis hinweist: Der Königsstern Jupiter nähert sich Saturn. Für die Männer war das Ganze allerdings mehr als ein besonderes himmlisches Spektakel. Sie haben darin einen kosmischen Hinweis für die Geburt eines neuen, eines besonderen Königs gesehen.
Es ist für uns heute nicht konkret nachvollziehbar, was genau unsere Sterndeuter am Himmel beobachtet haben und warum diese Beobachtung sie schlussfolgern ließ, dass ein neuer jüdischer Herrscher geboren sein muss. Aber was es auch war, es hat sie auf die Beine gebracht oder vielmehr auf die Kamele. Ich finde ihr Verhalten ungewöhnlich.
Rein menschlich betrachtet ist es unsinnig, sich wegen ein paar alter Schriften und eines seltsamen Sterns auf eine lange und beschwerliche Reise zu machen. Am Ziel ihrer Reise sieht es dann erst einmal so aus, als ob alles ein Reinfall war. Der gesuchte König lebt nicht in einem Palast, sondern unter ärmlichen Verhältnissen.
Das Erstaunliche ist, dass sich die gelehrten Männer durch diese äußeren Begebenheiten nicht davon abhalten lassen, dem kleinen Jesus voller Respekt zu begegnen. Sie knien vor ihm nieder. Auch ihre Geschenke drücken höchste Wertschätzung aus.
All das bringt mich zu der Frage, warum die Sterndeuter so überzeugt davon sind, dass dieses Kind wirklich der König ist, den sie gesucht haben? Der Bibeltext liefert uns dafür eigentlich nur eine mögliche Antwort: Sie haben Gottes Botschaft in dem Stern gesehen und verstanden.
Ein bisschen verrückt und radikal
An diesem Punkt finde ich mich in den Weisen aus dem Morgenland wieder. Wirkt mein Glaube an die Weihnachtsgeschichte nicht auch ein bisschen verrückt? Ich sehe in der Geburt von Jesus so vieles, was Hoffnung macht und letztlich alles radikal verändert. Ist das nicht zu hoch gegriffen? Ist die Geschichte nicht einfach nur ein schönes Symbol dafür, was Liebe alles bewirken kann? Wie ich es auch drehe und wende, die Weihnachtsgeschichte wird in meinen Augen ihrem hohen Anspruch nur dann gerecht, wenn Gott selbst ein bisschen verrückt ist. Wenn er selbst alles auf eine Karte setzt und Mensch wird.
Es gibt nicht viele Möglichkeiten, das einzuordnen. Entweder die Geschichte ist tatsächlich so geschehen, sie ist ein schönes, religiöses Märchen oder völliger Blödsinn. Ich glaube, wer Weihnachten neu entdecken möchte, der muss für sich klären, was Weihnachten bedeutet, muss ein wenig verrückt und wagemutig werden und sich auf den Gedanken einlassen, dass Jesus Gott ist. Denn wenn das wahr ist, dann ändert sich alles. Dann gibt es tatsächlich eine Liebe, die alles gibt, um mich zu erreichen. Dann gibt es eine Hoffnung, die an den schlimmsten Umständen nicht zerbricht. Dann steht Gott an unserer Seite.
Wenn ich an Weihnachten Posts schreibe oder Weihnachtskarten verschicke, dann wünsche ich mir sehr, dass andere von dieser radikalen Botschaft berührt werden. Und dass sie verrückt genug sind, sich darauf einzulassen.
Hanna Wilhelm ist Theologin und Redakteurin bei ERF Medien.
Dieser Artikel ist ein bearbeiteter Auszug aus dem Adventskalenderbuch Auf der Suche nach der Weihnachtsfreude von Hanna Wilhelm. Das Buch ist bei Gerth Medien erschienen. Gerth Medien gehört wie Jesus.de zur SCM Verlagsgruppe.


Eigentlich ist es verrückt nicht an Jesus zu glauben,
Die Schöpfung verlangt einen Schöpfer, eine Menschheit auf Abwegen, verloren in Gewalt, menschenfeindlichen Ideologien, gescheiterten Lebensentwürfen, verstrickt in Perversionen, abgestürzt in menschliche Abgründe, oder auch nur Selbstgerechtigkeit, schreit nach einem Erlöser und Retter. Der kam als Kind in der Krippe, die Juden mochten es nicht glauben und der moderne Mensch wehrt sich ebenso dagegen.
Wie damals, es sind nur wenige die den Heilsplan Gottes verstehen und für sich persönlich annehmen.
Das Kreuz , eine Torheit für die die verloren gehen!
Ich fürchte, die Menschheit lässt sich nicht retten, verfehlt das Ziel wie so oft in ihrer Geschichte, aber Gott wird keinen anderen Weg anbieten, außer den Einen der von sich sagt “ ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben“ !
„Warum wollt ihr sterben“ wo der doch der Herr spricht “ ich habe keinen Gefallen am Tod des Gottlosen“ (der Prophet Hesekiel)
Die Geschichte der Menschen ein Drama ohnegleichen, eine permante Wiederholung falscher weitreichender Entscheidungen, immer verbunden mit der Abwendung vom lebendigen Gott, Mißachtung seines Wortes und Verächtlichmachung seiner Boten.
Das tut richtig weh und man möchte verzweifeln, auch an der eigenen Unfähigkeit das Evangelium überzeugend zu verkünden und zu leben.
Möge uns der Allmächtige Gnade schenken !!!
Gott ist das absolute Gute und vollkommene Gerechtigkeit
Lieber Stammtischbruder: Dem Kommentar kann ich mich vollinhaltlich anschließen. Allerdings hoffe ich (und eigentlich müssten wir alle davon ausgehen) dass es eine für Ewigkeiten geltende Verdammung von Menschen, die diese Erlösung Jesu nicht auf Erden beantworten und sich nicht dort mit Gott versöhnen, nicht besteht: Am Ende aller Zeiten (im Ewigen Leben) werden sich dann alle Menschen mit Gott nur freiwillig versöhnen. Dem entspricht, dass Jesus nicht als Richter kommt, sondern als Erlöser und dass sich nach der Bibel alle Knie vor Jesus beugen. Gewissermaßen kann dies nur eine sehr innere Logik auch des Neuen Testamentes sein, denn die Alternative wäre, dass das Erlösungswerk Gottes niemals gelingt und der Himmel (fast) leer bleibt, Gott mit seinen Absichten scheitern und zwar definitiv auch nur an uns Menschen. Dies alles würde aber Gottes Allmacht völlig ad absurdum führen, das unendliche Universum und unsere kleine Welt nur mit der Macht der Liebe zu regieren. Gott vermag aber nicht zu irren, sonst wäre er nicht Gott. Und er wäre es auch nicht, wenn er nicht allmächtig wäre und seine Absichten misslingen. Das Kind in der Krippe und der Mann am Kreuz sind das totale Gegenteil von Gewalt, Gott übt keine Gewalt, er ist nur der Gute. Was ich hier aber einfüge, glauben ganz viele ernsthafte Christinnen und Christen, fast alle Theologen eher stillschweigend: Aber dies ist und bleibt immer auch die Hoffnung, weil die Lehre auch unseres christlichen Glaubens keine widerspruchsfreie Erklärung von allem ist. Gott als der allerbeste Vater und die liebste Mutter kann doch nicht ethisch von irdischen Eltern überholt werden, die fast nie ihre missratenen Kinder zu Tode kommen lassen. Es ist ja am Ende nicht Gott, der wirklich einen Kompromiss eingeht zwischen Sünde und Erlösung, sondern er hat die Erlösung vollendet mit diesem Kreuz auf Golgatha. Jesus trug hier die Sünde der ganzen Welt, auch für alle Menschen. Wir glauben alle, dass Gott in jeder Weise vollkommene Gerechtigkeit praktiziert und diese volle Gerechtigkeit besteht in der Versöhnung zwischen Gott und seinen Geschöpfen und wird beantwortet auch von uns, in dem wir uns möglichst hier auf Erden erlösen lassen. Die Erlösung ist selbstredend Gottes Werk, niemals unser Tun und diese ist ein unverdienbarer Freispruch.
Es ist nicht ratsam den Menschen ein Weihnachten der Gefühle zu bringen,denn Gefühle irren sich so schnell. Das Gott sich auf die Erde begab um Mensch jedoch ohne Sünde zu sein ,ist schon von daher ein Akt seiner Liebe und Treue zu uns Menschen. GOTT kam zu uns und wurde das Kind in der Krippe.Sein Name ist Jesus. JESUS kam zu uns um für uns zu sterben
Ja genau,für Dich und mich zu sterben. Anders könnten wir vor dem heiligen und gerechten Gott jemals bestehen,eben weil wir Sünder sind.Jesus der ohne Sünde war,konnte somit für uns in den Tod gehen damit wir ewiges Leben bekommen.Wieso das ? Weil Jesus am 3. Tage an Ostern auferstanden ist und von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt. Wer sich auf Ihn Jesus einlässt wird zwar hier sterben, dies aber zum ewigen Leben mit ihm bei Gott.
nicht vor Gott bestehen
Die Wirklichkeit von Weihnachten als universelle Wahrheit
Man muss (NICHT) ein bisschen verrückt sein, um an Weihnachten zu glauben. Allerdings ist Gott nicht erklärbar, seine Gedanken ebenfalls höher als unsere Gedanken. Der christliche Glaube ist im Normalfall zutiefst eine Beziehungsgeschichte mit Gott, Glaube muss nicht immer wörtlich bzw. buchstäblich verstanden werden, da Glaubensinhalte öfters sinnbildlich deutlicher werden. Glaube ist niemals Metaphysik als widerspruchsfreie Erklärung des Universums. Glaube andererseits großes Vertrauen in Denjenigen, der alles und auch uns ins Leben setzte. Dabei ist wesentlich, dass unsere Existenz hier in dieser Welt, auch wenn wir die Wunder der Natur(gesetze) betrachten, bereits einen ersten indirekten Gottesbeweis liefert. Selbstoffenbarung von Gott geschieht sodann in allen Geschichten mit seinem Volk Israel. Sowie für alles letztlich im Kind in der Krippe und dem als Gottessohn am Kreuz gestorbenen Menschensohn, der am Dritten Tage auferstanden ist. Die Bibel ist dort so neben anderer Glaubens-Literatur die Überlieferung von Glaubenserfahrungen und Gottesbegegnung von Menschen aus mehr als 3000 Jahren. Die Heilige Schrift darf und sie muss man auslegen, an Person und Werk Jesu und damit am Neuen Testament. Ich glaube und vertraue fest darauf, dass Jesus Christus am Kreuz die ganze Sünde der Welt auf sich nahm: Für alle Menschen die je gelebt haben, nun leben. oder leben werden. Ich hoffe, dass sich in Zeit und Ewigkeit daher alle Menschen mit Gott freiwillig versöhnen. Von sich aus hatte hier Gott längst (oder schon immer auch durch das Kreuz) mit uns Menschen Frieden geschlossen. Am Ende aller Zeiten und unseres Universums steht ein Neuer Himmel und eine Neue Erde. Jesus hat den ganzen Glauben zusammengefasst: Gott hier zu lieben, den Nächsten und zudem sich selbst. Nicht jeder Menschen macht aber Glaubenserfahrung. Der Glaube als großes Vertrauen und den Willen Jesu auch zu tun, geschieht sodann im Gehorsam gegen Gott, der gebotenen Liebe und beispielsweise durch die Annäherung an die 10 Gebote und alle Ideale der Bergpredigt. Wer glaubt (also vertraut), also sinnbildlich eben nicht sieht, wird hier selig genannt.
Es scheint mir hier wichtig zu sein: Erstens kann Jesus mit dem Erlösungswerk niemals Schiffbruch erleiden. Zweitens liebt Gott jeden einzelnen Menschen, der je lebte, als ob er der Einzige ist. Drittens werden wir nicht erlöst durch Gottes Bezahlung guter Werke und gutem Leben. Erlösung ist immer unverdientes Geschenk, weil echte Liebe Gottes (wie jede Liebe) nur jenes ist was sie sein soll, „bedingungslos“. Unsere Antwort darauf, dass ich im schlimmsten Falle nur in die guten Hände Gottes fallen kann und nicht ins Verderben oder Nichts: Ist immer nur Liebe und Dankbarkeit
Insoweit schließt sich der Kreis und dies bedeutet in Summe, dass die Wirklichkeit Gottes mich unbedingt angeht. Er ist neben der wirklich vollen
Wahrheit über alles (aber nicht erklärbar) die geistige Wirklichkeit des Guten und in ihm ist nichts böses. Eine dunkle Seite der Macht Gottes (wie im Weltraummärchen) gibt es niemals. Ich glaube nicht dass Gott uns Krankheiten, Versuchungen, Kriege, Böses schickt, Feuer vom Himmel wirft. Jesus als Baby in der Futterkrippe in einem unbedachten Innenhof (ist schutzbedürftig) und der sich am Kreuz nicht wehrt (regiert nur mit Liebe). Golgatha beschreibt die Notwendigkeit unbedingter Gewaltfreiheit. Also Autorität zu haben eher im Dienen und Dienst, scheint mir sehr wichtig,
Die Ausführungen von Herrn Hehner enthalten Aussagen, die nicht mit dem biblischen Zeugnis vereinbar sind und dadurch das Evangelium verwässern.
1. Glaube ist nicht primär sinnbildlich, sondern geschichtlich und wahr
Die Heilige Schrift stellt den christlichen Glauben ausdrücklich auf konkrete geschichtliche Tatsachen. Paulus schreibt unmissverständlich:
„Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unser Glaube vergeblich.“ (1. Korinther 15,14)
Die Geburt Jesu, sein sündloses Leben, sein stellvertretender Tod und seine leibliche Auferstehung sind keine bloßen Sinnbilder, sondern reale Heilshandlungen Gottes. Wer den Glauben überwiegend symbolisch deutet, untergräbt seine rettende Kraft.
2. Die Bibel ist nicht nur Glaubensliteratur, sondern Gottes inspiriertes Wort
Die Schrift bezeugt von sich selbst:
„Alle Schrift ist von Gott eingegeben.“ (2. Timotheus 3,16)
Sie ist nicht lediglich eine Sammlung menschlicher Gotteserfahrungen, sondern maßgebliche Offenbarung Gottes, verbindlich für Lehre, Glauben und Leben. Ihre Auslegung hat sich dem Wort Gottes zu unterstellen – nicht umgekehrt.
3. Nicht alle Menschen werden automatisch versöhnt
Die Hoffnung, dass sich letztlich „alle Menschen freiwillig mit Gott versöhnen“, widerspricht klaren Aussagen Jesu selbst:
„Geht ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der ins Verderben führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen.“ (Matthäus 7,13)
Erlösung ist zwar allen angeboten, aber nur wirksam für die, die Buße tun und an Jesus Christus glauben (Johannes 3,18; Apostelgeschichte 4,12).
4. Gottes Liebe schließt sein Gericht nicht aus
Die Bibel bezeugt gleichermaßen:
„Gott ist Liebe“ (1. Johannes 4,8)
und
„Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.“ (Hebräer 12,29)
Gott ist nicht nur „geistige Wirklichkeit des Guten“, sondern auch heilig, gerecht und richtend. Die Leugnung göttlichen Zorns macht das Kreuz letztlich überflüssig. Gerade weil Gott richtet, musste Christus für Sünder sterben (Römer 3,25–26).
5. Anbetung geschieht nach Gottes Offenbarung, nicht nach menschlicher Vorstellung
Jesus sagt klar:
„Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ (Johannes 4,24)
Wahrheit ist dabei nicht subjektiv, sondern in Christus und seinem Wort gegeben (Johannes 14,6). Gott hat präzise offenbart, wen, wie und warum wir ihn anbeten – nämlich durch Jesus Christus allein.
6. Gewaltfreiheit ersetzt nicht Gottes Gericht
Dass Jesus sich am Kreuz nicht wehrte, bedeutet nicht die Aufhebung göttlicher Gerechtigkeit, sondern ihre Erfüllung:
„Er wurde durchbohrt wegen unserer Übertretungen.“ (Jesaja 53,5)
Das Kreuz ist kein politisches oder ethisches Symbol, sondern Sühneopfer für die Sünde.
Zusammenfassend:
Das biblische Evangelium verkündet keinen offenen, unbestimmten Vertrauensglauben, sondern eine klare Heilsbotschaft:
Der Mensch ist Sünder, Gott ist heilig, Christus ist der einzige Retter, und nur durch Glauben an ihn gibt es Vergebung und ewiges Leben.
„Denn es ist in keinem andern das Heil.“ (Apostelgeschichte 4,12)
Alles andere mag tröstlich klingen, führt aber nicht zur rettenden Wahrheit, wie sie uns in der Heiligen Schrift gegeben ist.
7. Die Gefahr eines „goldenen Kalbes“ – ein selbstgemachtes Gottesbild
Was in den Ausführungen von Herrn Hehner deutlich wird, ist die Gefahr, dass ein Gottesbild entworfen wird, das den Maßstäben menschlicher Vernunft, Moralvorstellungen und Wunschvorstellungen entspricht, nicht aber der Selbstoffenbarung Gottes in der Schrift. Genau davor warnt die Bibel eindringlich.
Das goldene Kalb (2. Mose 32) war kein offener Abfall zu einem fremden Gott, sondern der Versuch Israels, den wahren Gott in einer selbst gewählten, angenehmen und kontrollierbaren Form darzustellen. Aaron sagte ausdrücklich:
„Morgen ist ein Fest für den HERRN!“ (2. Mose 32,5)
Gerade darin liegt die Schwere der Sünde: Gott wurde nicht verleugnet, sondern verfälscht.
Ein Gott, der nur Liebe kennt, aber kein Gericht;
ein Gott, der niemanden verloren gehen lässt, unabhängig von Buße und Glauben;
ein Gott, dessen Wort nicht verbindlich, sondern auslegbar nach persönlichem Empfinden ist
ist letztlich ein goldenes Kalb.
Die Schrift verbietet ausdrücklich, Gott nach eigenen Vorstellungen zu formen:
„Du sollst dir kein Bildnis machen.“ (2. Mose 20,4)
Dies gilt nicht nur für sichtbare Bilder, sondern ebenso für gedankliche und theologische Konstruktionen.
Der lebendige Gott entzieht sich menschlicher Kontrolle. Er offenbart sich, wie er ist – nicht wie wir ihn gern hätten. Wahre Anbetung unterwirft sich dieser Offenbarung demütig, auch dort, wo sie dem menschlichen Denken widerspricht.
Darum ist es keine Liebe, Gott seiner Heiligkeit, seinem Zorn über die Sünde und seiner klaren Heilsordnung zu berauben. Es ist vielmehr ein Rückfall in das alte Muster:
„Jeder tat, was recht war in seinen Augen.“ (Richter 21,25)
Das biblische Evangelium ruft nicht zur Gestaltung Gottes, sondern zur Umkehr zum offenbarten Gott auf – zu dem Gott, der zugleich liebt und richtet, der rettet und fordert, und der allein bestimmt, wie er erkannt und angebetet werden will.
Gott ist Liebe und nicht ihr Gegenteil
Lieber Herr Adrian, offensichtlich wollen sie alles was ich schreibe in Bausch und Bogen missverstehen und umdeuten. Nichts von dem was ich schreibe, habe ich gemeint. Und sicherlich muss man die Bibel auch sinnbildlich verstehen, was hier überhaupt nicht ausschließt dass auch in der Sinnbildlichkeit von Texten genauso Wahrheit liegt wie auch in menschlicher Geschichte als Heilsgeschichte. Ich habe nicht die Heilsgeschichte verneint, nicht Jesus Christus und nicht die Heilstatsachen.. Auch ich forme nicht Glauben nach eigenem Gutdünken, aber ich habe Meinungen, denn Meinungen haben viele Christinnen und Christen und unser Denken ist jedem erlaubt. Mein Gott ist der absolut liebende Gott, ihrer ein strafender und wenn er nur strafender Gott ist, dann wäre es völliges Aus der Erlösung von Jesus, die allen versprochen wurde. Da kommen Sie in große Widersprüche. In allen meinen Kommentaren habe ich immer wieder ausdrücklich geschrieben, dass man eben Gott nicht begreifen kann, sonst wäre er nicht Gott. Aber dies scheinen Sie zu ignorieren. Ihre obige Kommentierung drückt allerdings Intoleranz aus und nicht wenig.
Zudem müssten Sie viele Bücher aus dem Regal nehmen und verbrennen, die durchaus sehr fromme und rechtgläubige Leuten geschrieben haben. Mit jener grundsätzlichen Strenge war überhaupt erst möglich, dass es in der 2000jährigen Geschichte nach Jesus es Ketzer auf dem Scheiterhaufen gab, weil sie nicht in ein enges Weltbild passten. Heute gibt es ein anderes Weltbild und hierdurch wurde Gott nicht kleiner definiert, sondern unendlicher. Jedenfalls beschreibt die Tendenz Ihres jetzigen Kommentars nicht meine durchgängige Glaubenserfahrung dass Gott Liebe ist, aber nicht nur für mich nach meinem Gusto, sondern für alle. Außerdem lässt Gott als guter Vater und gute Mutter jedem auch die Freiheit, die eigene Form seiner Anbetung zu finden, die ist nämlich mannigfaltig, wie Kirchen und Glaubenstraditionen unterschiedlich sind. Wenn ich Ihren Kommentar lese habe ich den Eindruck, dass er Angst erzeugt, Gedankenfreiheit verdammt und sich nicht anfühlt und Lust macht, sich seinem liebenden Gott in einer Not auch in die Arme zu werfen. Da bleibt sehr wenig einer Ahnung von Liebe, sondern nur Strenge. Aber die eine Luft zum (geistlichen) Atmen zumindest schwer macht. Hier in jesus.de bin ich schon langjährig dem einen zu fromm, dann anderen zu viel fromm, zu unfromm und in jeder anderen Kategorie in einer Denkschublade. Denkschubladen töten auch freies Denken. Dass Gott ein buntes Völkchen hat auch als eine Einheit in der Vielfalt, werden Sie sicherlich völlig ablehnen. Dies ist gesetzlich.
Lieber Herr Hehner,
mir ist wichtig zu betonen, dass ich nichts gegen Sie als Person habe. Im Gegenteil: Eigentlich würde ich dieses Thema viel lieber in einem persönlichen Gespräch bei Kaffee und Kuchen vertiefen, in brüderlicher Atmosphäre und mit gegenseitigem Zuhören.
Dennoch halte ich Ihre theologische Haltung, die Sie mit großer Intensität vertreten, aus meiner Glaubensüberzeugung heraus für problematisch und in ihren Auswirkungen sogar für gefährlich. Nicht, weil ich Ihnen böse Absichten unterstelle, sondern weil ich überzeugt bin, dass Theologie immer konkrete Folgen für den Glauben und das Leben von Menschen hat.
Die Schrift erinnert uns:
„Prüft alles, das Gute behaltet.“ (1. Thessalonicher 5,21)
In diesem Geist verstehe ich meine Worte nicht als Angriff, sondern als Einladung zum ehrlichen, respektvollen Austausch über Wahrheit, Verantwortung und das Evangelium. Daher mag ich mich in meiner Argumentation nicht zurückhalten, bin aber überzeugt, dass wir uns trotz aller Differenzen umarmen würden.
Antwort an Adrian zum 25. Dezember
Lieber Herr Adrian, ich habe nichts gegen Sie, auch nicht gegen jemand anderes, der etwa eine andere Meinung besitzt. Aber gerade die Schrift zu prüfen und das Gute zu behalten, heißt doch auch eigene Überzeugungen zu behalten. Die sind aber nicht so abweichend von einer üblichen Frömmigkeitsrichtung, dass ich Probleme habe diese auch zu vertreten. Das Evangelium und damit die Bibel ist ja kein Gesetzbuch, sondern Überlieferung von Glauben über Jahrtausende, und zwar über Gottesbegegnung und Glaubenserfahrung. Beide sind aber nach meiner Meinung und festen Überzeugung immer individuell, sonst gäbe es ja auch nur EINE Kirche, eine einzige
Frömmigkeitstradition und man müsste meinen, nicht Menschen hätten Glauben überliefert, sondern er wäre mit einem Engel vom Himmel gekommen, wie bei Koran oder dem Buch Mormon. Nichts für ungut, bleiben Sie so wie Sie sind und ich bleibe wie ich bin. Jedenfalls Gott distanziert sich von mir wegen meiner eigenen Sünden (die jede/r hat), aber nicht wegen meinem Denken. Jedenfalls Gott und Jesus bleiben was sie sind, nicht erklärbar und Gott ist Gott. Sonst könnte es schlechterdings keine (christlichen) Philosophen geben und andere Christen, die versuchen modernes Weltbild und den christlichen Glauben miteinander zu verbinden (damit meine ich aber nicht mit einer perfektionistischen Begründung). Die Wahrheit über alles und über den Glauben und Gott sehen wir immer absolut wie in einem Dunklen Spiegel. Es wäre überheblich von mir, es anders zu sehen und absolute Wahrheit zu behaupten. Diese Bemühungen sind meinen Kommentaren auch nicht immanent.
Prima, @Adrian,
ich lese nur Ihre Antworten (nicht, was Hr. Hehner schreibt), denn daraus ist Gottes Kraft und Klarheit fuer mich erkennbar. Ein Gewinn fuer die Leser – weiter so!
LG Joerg
Tatsachen wären es, wenn es beweisbar wäre.
Das ist aber Glaube nicht, sonst würde man es ja auch Wissen nennen.
Glaube ist eine seelische Beziehung mit Gott
Richtig Chey: Glauben ist nie beweisbar und es ist wirklich biblisch, dass Glaube ein sehr großes Vertrauen in einen Gott ist, den man (öfter auch nicht innerlich) sieht. Was Joerg schreibt ist einfach deshalb falsch, weil der Glaube nicht eine Art Überzeugung von Biologie, Physik oder anderer Wissenschaften ist, sondern nur unser Vertrauen als die fast Blinden. So leider kann man aber nicht ignorieren, dass die Bibel auch immer Gotteswort durch Menschenwort ist und auch beste Überlieferungen immer etwas fehlerhaft sein müssen, logische Fehler haben, Widersprüche und einfach auch Meinung der Bibelautoren sind. Christen glauben nicht so an Gott wie an ihre Bibel. Die Bibel ist Überlieferung hier sehr guter Glaubenserfahrung, der Glaube aber innere seelische Beziehung mit Gott selbst. Aber dieser Glaube funktioniert hier in den irdenen Gefäßen unseres Körpers bzw. in einer Gehirnregion, in der unsere Gefühle auch des Glaubens entstehen. Es ist also alles menschlich was wir glauben und Gottes Wesen und Absichten sind daher sehr viel höher als unser Denken. Aber weshalb sollte Gott nicht in unserem Großhirn dies Nervenzellen der Evolution anheim geben, damit wir glauben.