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Methodisten heben Verbot für Ordination Homosexueller auf

Die Generalkonferenz der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche hat das bisher geltende Ordinationsverbot für sogenannte „bekennende Homosexuelle“ aufgehoben.

Die Generalkonferenzdelegierten stimmten während der Plenarsitzung in Charlotte/Ohio einer entsprechenden Änderung im Rahmen des sogenannten „Konsenskalenders“ zusammen mit einem Paket von 22 weiteren Regelungen zu, heißt es auf der Homepage der Evangelisch methodistischen Kirche in Deutschland. Dieses Verfahren ermöglicht es, mehrere Vorlagen und Beschlussanträge gemeinsam zu verabschieden, ohne dass darüber diskutiert wird. Voraussetzung dafür sei, dass solche Konsensvorlagen vom entsprechenden Ausschuss eine überwältigende Zustimmung erhalten hätten. Die Zustimmung habe bei 93 Prozent gelegen.

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Das Ergebnis sei mit Beifall, aber „nicht mit überbordendem Jubel“ aufgenommen worden, heißt es. Beeindruckend sei die Atmosphäre der Dankbarkeit und Freude gewesen, keinesfalls aber überheblicher Gewinnerjubel. Der Beschluss bewahrt ausdrücklich das Recht von Pastorinnen und Pastoren sowie von Gemeinden, gleichgeschlechtliche Trauungen nicht zu leiten oder auszurichten.

Der Beschluss tritt für die USA mit Ablauf der Generalkonferenz-Tagung in Kraft, für die Zentralkonferenzen außerhalb der USA nach 12 Monaten oder nach der nächsten Tagung der jeweiligen Zentralkonferenz. Für Deutschland hat die Entscheidung keine unmittelbaren Auswirkungen, da die deutsche Zentralkonferenz von ihrem Adaptionsrecht Gebrauch gemacht und den entsprechenden Passus in die deutsche Kirchenordnung nicht übernommen hatte.

Hintergrund:

Im zweiten Teil von Artikel 304.3 der „Verfassung, Lehre und Ordnung“ der EmK hieß es bislang (nicht in Deutschland):

„The practice of homosexuality is incompatible with Christian teaching. Therefore self-avowed practicing homosexuals are not to be certified as candidates, ordained as ministers, or appointed to serve in The United Methodist Church.“

(Deutsch: Praktizierte Homosexualität ist mit der christlichen Lehre unvereinbar. Bekennende praktizierende Homosexuelle können daher weder als Kandidaten für den pastoralen Dienst zugelassen, als Pastor oder Pastorin ordiniert werden noch eine Dienstzuweisung für den Dienst in der Evangelisch-methodistischen Kirche erhalten.)

QuelleEmK

8 Kommentare

    • Lieber Helmut Dußwald, es fehlt aber Ihre Begründung, denn wer homosexuell ist der ist homosexuell und kein Hereo. Also was wollen Sie mit ihm tun? Als Mensch nicht anerkennen? Die Sexualität eines Menschen sind ein (erheblicher) Teil auch seiner Persönlichkeit. Da gibt es keinen Schalter, um ein Teil der Persönlichkeit stumm zu schalten. Im Übrigen wäre schon der Gedanke gegen den ersten Pharagrafen des Grundgesetzes und verletzt die Würde des Menschen.

  1. Nicht mehr zeitgemäße Intoleranz

    „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“! Christlichen Menschen ein christliches Berufsverbot zu verpassen, dürfte ebenso massiv gegen diesen Artikel verstoßen und sicher ebenfalls die früheren gesetzlichen Regelungen, die Homosexualität noch unter Strafe stellte. Heute kann man die (falsche) Auslegung entsprechender Bibelverse sehr gut einordnen. Denn die Menschen zur Zeit Jesu dachten eher an die Tempelprositution, oder an obskurse Sekten. die den Körper als etwas minderwertiges betrachteten und man mit ihm machen könne was man wolle – zum Zeitvertreib vorallem bei Orgien. Heute führen Menschen auch mit einer anderen sexuellen Orientierung, die keine Sünde und keine Krankheit ist, schlechte oder gute Partnerschaften wie alle anderen Zeitgenossen. Dies war auch zur Zeit Jesu völlig unbekannt und genauso unvorstellbar. Dabei lässt die Botschaft Jesu eigentlich nicht wirklich einen Spielraum, zumal das Evangelium der Liebe eindeutig Vorfahrt lässt sogar vor Glaube und Hoffnung: Mit der Liebe ist alles nichts. Und die Liebe die hier gemeint ist, Agape, ist so fundamental die Grundvoraussetzung für den Glauben. Diese Liebe tut dem Nächsten nichts böses. Und dies muss dann auf jeden Fall auch für die geschlechtliche Liebe gelten. Und bitte, wir sollten doch nicht so tun, als ob eine legalistische Form der Moral und Ethik hilfsreich sein könnte. Oder die Verbalinspiration, die jedes Wort in unserer Bibel wörtlich nimmt und hierdurch völlig unüberbrückbare Widersprüche in der Heiligen Schrift produziert. Moral und Ethik haben sich seit den Zeiten von Abraham, Mose und Salomo immer wieder geändert. Salomon hatte angeblich sogar 1000 Nebenfrauen, Abraham mehrere Nebenfrauen und dies alles hatte kaum etwas überhaupt mit Sexualität zu tun. Bei den Wüstenvölkern waren die Nebenfrauen eher die Dienstmägde, wobei ihr Herr hoffte dass einige ihn im höheren Alter in kalter Wüstennacht noch wärmen und tagsüber ebenso pflegen könnten. Menschen generell mit einem Etikett zu versehen sie seien Sünder/innen, nur weil etwas anders sind wie wir, ist völlig indiskutabel und dabei noch sehr unmenschlich. Dass wir dies bisher nicht gemerkt haben, war leider der Lauf der Welt. Die Neigung von früher, die eigenen Argenossen zu verspeisen, oder zu versklaven, wurden auch irgendwann abgeschafft. Natürlich produziert jede Änderung von Werten in unseren Kirchen auch Konflikte, was aber auch durch eine gewisse Vorliebe ausgelöst wird, die Bibel nicht wie seit Martin Luther an Jesus und seiner Botschaft auszulegen. Dabei haben doch auch unsere evangelikalen Geschwister mitunterzeichnet „Gotteswort ist immer Gotteswort durch Menschenwort“! Sogar unsere Priester und Pfarrer könnten niemals das geistlich reine Gotteswort verkünden, es sei denn Jesus würde persönlich herbei gebeten. Die Verkündigung der Bibel oder durch Menschen enthält immer auch menschliche Meinung. Die Bibel fiel nicht wie das Buch Mormon oder der Koran vom Himmel, bzw. und wurde nicht von Engeln im Himmel verfasst. Sie ist neben anderer Literatur die Überlieferung von Glaubens- und Gotteserfahrungen aus über drei Jahrtausende. Über die Aufnahme in den Textkanon der Bibel haben auch irrende Menschen entschieden. Die Kirchen würden der Welt hinterherlaufen, lieber Herr Wößner, ist dabei nur das Ein-Satz-Totschlagargument. Aber immerhin ist Jesus ja auch gekommen, um die Welt zu erlösen. Bis dahin gilt aber unsere Welt noch als die gute Schöpfung Gottes, auch wenn die meisten Mängel auf ihr wir Menschen hervorrufen. Auch wenn wir nicht kapieren, dass wir keinem Menschen ein Makel verpassen dürfen, dass ihn für manche Angelegenheiten im Leben nicht qualifiziert. Dies ist entwürdigend.

  2. Zu diesem Thema ist ja eigentlich schon alles gesagt, die verschiedenen theologischen Lager haben sich klar positioniert.
    Ich sehe auch wenig Chancen die Entwicklung aufzuhalten oder gar umzukehren.
    Meine Befürchtung, nur wenige Freikirchen werden ihre traditionelle biblische Auffassung halten können, es wird zu Abgrenzungen und Spaltungen kommen und die zahlenmäßige Minderheit wird sich neu formieren müssen.
    Natürlich sind ethisch/moralische Fragen nicht der einzigste Konfliktstoff, auch theologische Grundsätze wie der Sühnetod Jesu oder die Unfehlbarkeit der Bibel sind Streitpunkte. Aber Aufhänger und Kern der Auseinandersetzung wird interessanterweise die Bewertung von Homosexualität bleiben.
    Was macht das alles mit der geistlichen Gesamtsituation im Land? Meine These: seit der Reformation hat es in der westlichen Welt keinen vergleichbaren Kulturkampf gegeben! Der Riss wird durch Kirchen gehen, durch Gemeinden und Familien. Aber nicht vermeintliche „demokratische Mehrheiten“ sind ausschlaggebend sondern, sondern die Frage nach der Wahrheit !

    • stimmt. Ich kann mich auch nicht erinnern, wo die Kirchen mal vorne gelegen haben.

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