Führt Gott uns in Versuchung, wie es das Vaterunser nahelegt? Oder ist das eine unglückliche Übersetzung? Und wie sieht es mit Hiob aus, der zum Spielball einer Wette zwischen Gott und Satan wird? Wie hätte Hiob reagiert, wenn er von diesem „Deal“ erfahren hätte, fragt Pater Bernd Hagenkord in seinem Blog. Er meint: „Es tut gut, um die Übersetzung des Vaterunser zu streiten.“

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5 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Ich persönlich finde den Verweis auf die Liebe, die uns von Jesus offenbart wurde sehr wichtig, denn ohne Jesus bliebe Gott eine unbekannte Größe an der sich die Wissenschaft abarbeiten würde ohne die Menschen mitnehmen zu können, die sich der Wissenschaft nicht sonderlich verbunden fühlen sondern eher mit ihrem Alltag zu kämpfen haben.

    Gott führt uns nicht in Versuchung, er unterstützt jeden Menschen dabei, sich so zu verhalten, wie es die Freiheit zulässt, die niemandem weh tut. Das zeigt sich an vielen Beispielen in der Bibel, er vergibt den Menschen, die sich in einem Rahmen bewegen, der keine nachhaltigen Auswirkungen auf Mitmenschen hat, er ist jedoch ein konsequenter Mahner den Menschen gegenüber, die sich auf Kosten ihrer Mitmenschen durchbringen wollen. Insbesondere gilt sein Schutz den Kindern! Das wiederum setzt voraus, dass man diesen Kindern zuhört und ihnen ihre Würde damit vermittelt, auch wenn man sie nicht immer versteht.

    Gott prüft den Menschen indem er seinen Glauben hinterfragt. Das geschieht durch das Leben selbst, denn dieses Leben besteht aus göttlichem Wort, spätestens seit Jesus geboren wurde auch für die Menschheit. Das bedeutet der Glaube erzeugt aus einem Wort das ganze Leben und die Menschheit hat die Aufgabe, diese Erkenntnis als solche für sich zu gewinnen.

    Wenn die Menschheit das Wort annimmt und seinen Weg fortführt tritt der Wille Gottes über das Leben im Umgang mit all den menschlichen Eigenschaften ein, die es in seiner Einzigartigkeit behindern wollen, weil sie es können.

    • Gott war schon immer Liebe

      Liebes oder lieber“kleinstes Rädchen“, Danke für die gute Zusammenfassung bzw. Gesamtschau dessen, wie Gott ist, insbesondere durch seine Menschwerdung. Ich bin zutiefst davon überzeugt, daß Gott keine Hinterhalte legt und dass er uns nicht in Versuchung führt. Das eigentliche Problem bei der Versuchung ist der von Gott geschenkte Freie Wille. Wir können alles denken, planen und tun – auch das sehr Negative und Destruktive – und Gott wird dies nicht verhindern. Sonst hätten wir diesen Freien Willen nicht, alles wäre vorbestimmt und letztlich deshalb sehr ungerecht, wenn wir trotz eines Vorherbestimmtseins doch für alles Tun oder Nichttun verantwortlich sind. Oder die andere Möglichkeit: Da alles unter einer Vorbestimmung stände, gäbe es neben fehlender Freiheit auch kein Leid, Unfall, kein Geborenwerden und kein Sterben. Dazu müssten alle Naturgesetze geändert und das ganze Universum ein Neues werden. Dann wären wir schon im Gottes neuer Welt. Der Unterschied ist nur, daß es vermutlich im Himmel auch einen Freien Willen gibt, denn die Engelchöre sind keine Automaten.

      Wir haben diesen alten Adam bzw. Eva in uns wie auch einen Kain oder Judas, um nur einige wichtige Namen zu nennen. Der Abgrund ist in uns und manchmal blicken wir nicht in ihn, sondern er in uns. Diese innere Eigendynamik, die von Gott geschenkten weiten Freiräume an ihrer Grenze zu überschreiten, ausgedrückt in der Sündenfallgeschichte von Adam und Eva, ist unsere eigentliche Versuchung. Ich glaube schon, daß dieser Hang zur Sünde, zur Entscheidung gegen Gott, eine uns imanente Kraft ist, über die wir nicht in jeder Lage und schon gar nicht perfektionstisch herrschen. Ganz profan ausgedrückt, steckt in uns allen (auch) das Böse. Heißt es doch ganz ehrlich und ungeschönt im Neuen Testament: „Wir sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den wir vor Gott haben sollten“ !. Auch der Apostel Paulus klagte, daß er dass Gute das er tun wolle, nicht tue, aber das Böse. (Der Annahme eines personifizierten Böses stehe ich zumindest skeptisch gegenüber, zumindest dann, wenn daraus so eine Art Gegenspieler Gottes mit annähernd gleicher Macht wird. Die Teufel und Antichristen dieser Welt sind geschaffene Menschen. Wenn das Böse eine Strategie verfolgt, wäre sie so recht intelligent).

      Ich bin zutiefst und auch aus eigener Glaubenserfahrung fest davon überzeugt, daß Gott seinen Charakter nie änderte und der Gott des Alten Bundes auch derjenige des Neuen Bundes ist. Am Sinai hatte Moses seine große Begegnung mit Gott und wenn dieser die Steintafeln der 10 Gebote auch nicht persönlich schrieb, so hat er sie doch Moses ins Herz gelegt. Zur Bergpredigt war es zur Zeit der Wanderung ins Gelobte Land noch viel zu früh, so wie man mit einem Kind nicht wirklich
      kommunizieren kann wie mit einem Heranwachsenden und mit diesem vielleicht noch nicht wie mit einem lebenserfahrenen Erwachsenen. Unsere Erkenntnis Gottes ist ein dynamischer Wachstumsprozess, eine Zunahme an Erkenntnis und hoffentlich an Liebe und Gerechtigkeit.

      In Jesus Christus zeigt uns der liebende Gott, wie er wirklich ist und daß er größer ist als unser Herz. Jesus Christus stirbt am Kreuz und dokumentiert damit, daß der Schöpfer eines unendlichen Universums, wie wir heute sagen, sich mit allen Menschen aller Zeiten versöhnt. Unsere Schuld wird uns nicht mehr angerechnet und dies müsste uns zur Besserung, angefangen mit Dankbarkeit, deutlich dienen. Ich bin also fest davon überzeugt, daß Gott immer schon Gnade vor Recht ergehen ließ und über den Weg des Kreuzes und der Auferstehung Jesu auch uns befähigt damit anzufangen, daß wir zuerst den Balken aus unserem eigenen Auge ziehen. Wir sind ja nicht besser als andere Menschen, auch nicht grundsätzlich besser als die Nichtchristen, wir wissen nur von der Liebe Gottes. Und wir sollten sie weitergeben, so wie Gott es tut, auch als Vorschuss und unverdient. Jesus hat diese Aussage verdichtet in dem Gebot, auch die Feinde zu lieben. Am besten liebt man die Feinde, wenn man sie ernst nimmt, mit ihnen kommuniziert und sie in einem langen Prozess des Werdens zu Freudinnen und Freunden macht. Oder haben wir gar keine Feinde mehr, oder wissen es nicht ?

  2. Sehr geehrter Pater Hagenkord

    Ich habe eine Theorie, zu Ihrer Frage.
    Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
    Also ich denke es bedeutet: Gott soll uns nicht in Versuchung führen, weil wenn man vom Bösen erlöst, wird automatisch die Versuchung Gottes größer wird. Die Versuchung Gottes ist natürlich als reine Liebe zu betrachten. Also das Böse weniger werden lassen(bitte erlöse uns Gott) und dann wird das Gute mit der Versuchung besser und mehr.
    Ich hoffe das Alles verständlich rüberkommt und ich Ihnen helfen konnte.

    Mit freundlichen Grüßen und Gottes Segen

    SpaceDirk

    • Ich denke es ist wohl nicht richtig übersetzt. Besser wäre: Lasse uns nicht in Versuchung geraten. Denn der Feind schläft nicht, also lauert die Versuchung immer wieder und davor wollen wir bewahrt sein.

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