UPDATE: Hillsong-Musiker Marty Sampson: „Ich verliere meinen Glauben“

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Marty Sampson an der Gitarre.
Marty Sampson, Quelle: YouTube / Hillsong Worship
Marty Sampson schrieb zahlreiche Lieder für Hillsong Worship, Hillsong United, Young & Free und Delirious. Jetzt hadert er in einem Instagram-Post mit dem christlichen Glauben.

Die Hillsong-Bewegung steht seit Jahren für begeisterten Lobpreis. Millionen Christen sind mit ihren Liedern im Glauben gewachsen. Nun erschüttert ein Instagram-Post das Fundament. Marty Sampson, der für zahlreiche Hillsong-Gruppen gearbeitet hat, bekennt: Er zweifelt am Christentum.

Der Original-Posting auf Instagram ist mittlerweile gelöscht, allerdings existieren noch Bildschirmaufnahmen. Mehrere englische Nachrichtenseiten berichten einstimmig über Sampsons Worte. Marty Sampson stellte ein Bild von Simson online, wie er die Säulen über den Philistern zerbricht. Im nebstehenden Text schrieb er sein Bekenntnis: „Es ist Zeit für ein ernsthaftes Gespräch … Ich verliere wirklich meinen Glauben und es kümmert mich nicht.“ Er sei glücklich, im Frieden mit der Welt.

„Niemand spricht darüber“

Im Folgenden beschrieb der Musiker sein Hadern: Viele Prediger fielen und niemand spreche darüber. Nur wenige Wunder passierten, und niemand spreche darüber. Die Bibel sei voller Widersprüche und niemand spreche darüber. Wie könne ein Gott die Liebe sein und vier Milliarden Menschen in die Hölle schicken? Auch darüber spreche niemand: „Christen können die verurteilendsten Menschen auf dem Planeten sein – Sie können auch die schönsten und liebevollsten Menschen sein. Aber das ist nichts für mich“, schreibt er.

Er wolle nicht einfach nur glauben, sei auf der Suche nach der echten Wahrheit. Viele Dinge könnten Menschen helfen, ihr Leben zu verändern – und nicht nur eine Version von Gott. „Das Christentum scheint für mich zu diesen Zeitpunkt einfach wie jede andere Religion zu sein“, bekannte er. Man solle lieben und vergeben, nett sein, großzügig und gut zu anderen: „Manche Dinge sind gut, egal, was man glaubt.“

Kurz nach Joshua Harris

Wieso Marty Sampson seinen Post mittlerweile wieder gelöscht hat, ist unklar. Seine Botschaft kommt nur wenige Tage, nachdem auch der Autor Joshua Harris über Instagram mitgeteilt hat, sich nicht mehr als Christ zu bezeichnen. Harris hatte in jungen Jahren den Beziehungsratgeber „Ungeküsst und doch kein Frosch“ geschrieben, der vielen Christen als Leitfaden galt.

Glaube auf „unglaublich wackeligem Grund“

UPDATE: Mittlerweile äußerte sich Sampson in einem Kommentar auf der Nachrichtenseite Christian Post zu den aktuellen Meldungen: „Ich würde nicht sagen, dass ich meinen Glauben aufgegeben habe, aber ich würde sagen, dass er auf unglaublich wackeligem Grund steht“, schreibt er. Er hadere mit vielen Teilen des Glaubenssystems, die nicht zur allgemeinen menschlichen Moral passten: „Wenn der Großteil der Menschen die Wahl hätte, würde er nicht die Plage Krebs von der Welt entfernen? Oder Krankheit und Leiden? Warum tut Gott so etwas nicht?“

Sampson schreibt, dass er sich derzeit mit den Argumenten bekannter christlicher Apologeten und Bibelwissenschaftler beschäftigt, aber auch für die Argumente von Atheisten und Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften offen sei: „Wenn die Wahrheit wahr ist, wird sie es unabhängig von meinem Verständnis davon bleiben.“ Einen Diamanten zu untersuchen, offenbare nur den Wert des Diamanten. Man könne keine gebildete Meinung haben ohne sich zu bilden: „Solange ich atme, lerne ich noch“, schreibt der Musiker.

38 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Ich kann ihn sehr gut verstehen. Wer gedanklich und in seiner Entwicklung nicht stehen bleiben will, der kommt unweigerlich irgendwann an den Punkt, an dem er feststellt, dass sein Gottesbild nicht mehr trägt und den Anfragen des eigenen Lebens und denen der Entwicklung auf dieser Erde keine ausreichenden Antworten mehr gibt.
    Entweder eröffnet sich dann ein Weg zu einem neuen, tragfähigen Glauben und einem neuen Verständnis von Gott oder die Sache mit dem Glauben wird irrelevant. Es bliebe noch die Möglichkeit, eine Glaubenslüge zu leben, aber das ist nicht meine und scheint auch nicht seine Sache zu sein.

    • Ich denke es ist wichtig Gott zu spüren, dann zweifelt man nicht das es ihn gibt.

      Es ist auch sehr wichtig die wesentlichen Fragen die einen beschäftigen mit Gott zu klären, aber das ist ungeachtet der Existenz Gottes.

      Und diese Fragen trägt man zumeist nicht allein herum, sondern es stellen sich viele diese Fragen und ich finde es ist eine große Stärke unseres Glaubens das man ihn hinterfragen kann und ich meine sogar, das man mit Gott im Gebet diskutieren kann.

    • Nicht das Gottesbild trägt uns lieber Gerd sonder Gott selber. Auch in Zeiten wo der Glaube irgendwo auf der Strecke bleibt und keinen Sinn mehr zu machen scheint, ist es wichtig dranzubleiben.Diese ‚Durststrecken‘ sind schwer auszuhalten aber Gott hält uns auch wenn wir loslassen. Er bleibt dran und gibt uns nicht auf. Dies Gluabensprüfungen sind wichtig um im Glauben zu wachsen. Wir kämpfen gegen Mächte und nicht gegen Menschen. Aber Gott ist gnädig und erbarmt sich wieder über uns und wird uns danach näher sein als zuvor. Gott segne dich Gerd!

  2. Hmmm. Ich staune immer wieder, wie schnell wir Christen andere aufgeben. Zitat: „Das Christentum scheint für mich zu diesen Zeitpunkt einfach wie jede andere Religion zu sein“, bekannte der ehemalige Christ.
    Wieso ehemalig?? Da ist ein Mensch so ehrlich, einzugestehen (in dem Wissen, dass ihm das aktiv schaden kann), dass er mit dem, was bisher für ihn Glaube war, so weit er das gerade sehen und verstehen kann, am Ende ist.
    So what?! Ist Gott deshalb mit ihm am Ende? Auf gar keinen Fall! Ich ertappe mich immer wieder dabei, zu denken, dass wir Christen in Europa, insbesondere im deutschsprachigen Europa, so unglaublich flach, blutleer und oftmals lieblos sind, weil wir eher an unsere „konsensuale Glaubensmatrix“ (die ganz viel mit Perfektionismus und umso weniger mit Gnade zu tun hat) als an den Jesus der Bibel glauben (den Retter, den Heiler, den Befreier, und – hier kommt der hierzulande vergessene, geskippte, ausgemerzte Part! – den WIEDERHERSTELLER).
    Was wir brauchen, ist ein restorativer Glaube (DA sind die Staaten uns ausnahmsweise mal voraus – es gibt dort Kreise, die das verstanden haben und auch leben); ein Glaube, der den gefallenen Bruder / die gefallene Schwester nicht einfach abschreibt und zu den neuesten Schlagzeilen übergeht, sondern der von Herzen mitleidet, der die KATASTROPHE sieht und MITERLEBT, und nicht eher Ruhe gibt, als bis der oder die Betroffene entweder alle seine Chancen vertan hat oder – das wäre der gewünschte Ausgang – überwältigt von Gottes Gnade, die er IN MENSCHEN WIRKSAM gesehen hat, wieder zurückkehrt in ein Leben mit seinem Vater (der auf ihn wartet – schon vergessen??) und, peut a peut, auch in einen fruchtbaren Dienst.
    DAS vermisse ich hierzulande intensivst, und auch der Artikel schien mir leider ein wenig ins selbe Horn zu tuten.
    Da bleibt uns nur eins (ist ja auch brieflich wärmstens empfohlen): metanoia!

      • Habe nicht zugestimmt was Marty Simson geschrieben hat.
        Sondern was Gertrud Kotz geschrieben hat.
        Wünsche ihn und alle anderen den Segen Gottes…
        Jesus Christus lebt..😇🙏

      • Ich Frage mich ob diese Menschen jemals eine eigene,tiefe Beziehung zu Gott hatten.Heutzutage mangelt es daran…die Stürme kommen und wer auf Sand gebaut hat wird ins wanken kommen.Tolle Songs schreiben ist keine Garantie für eine gesunde persönliche Beziehung zu Gott.

    • Ich sehe vieles ähnlich, wobei ich noch ergänzen möchte das man den Glauben an Gott und die Fragen des Lebens voneinander trennen muss.
      Gott gibt es, das weiß ich weil ich ihn spüre und immer wieder begegne.
      Die Fragen bleiben und zu den meisten finde ich Antworten durch Nachdenken, im Gespräch mit anderen und im Gebet.
      Nicht auf alle Fragen, aber das ist auch klar. Ich bin nicht Gott das ich auf alles eine Antwort finden kann.
      Jedoch wenn ich einmal vor Gott stehe, kann ich ihn fragen…

    • Wir müssen auf die Knie gehen und darum bitten, dass Gott hier im Land seine Erkenntnis in Tiefe freisetzt. Oft sind solche Krisen die Möglichkeit, Gott noch tiefer und ehrlicher kennen zu lernen. Es ist gut, wenn Christen ehrlich werden, aber auch Gott ehrlich weiter suchen. Und wenn sie das nicht schaffen sollten wir sie stützen – im Gebet, durch Zuhören (und ggf. Stehenlassen) und ehrliche Ermutigung (ohne religiöse Klischees). Ich stimme aber nicht zu, dass die Staaten uns das voraus haben. Auch hier gibt es kräftige Glaubenskämpfer im Land, die die Liebe Gottes feurig im Herzen tragen und Christen – seien sie noch so bekannt, nicht einfach aufgeben.

    • Crass und schon traurig zugleich….dieser massive Glaubensabfall ist aber scheinbar in den Staaten im Augenblick zu beobachten. Mir selber geht es im Augenblick nicht anders. Nun, die Bibel selber beschreibt einen großen Abfall am Ende der Zeit. Vielleicht ist er das auch….

    • Ein dito:-)!♡ Amen und Herr erbarme dich über ihn und mich/uns,danke :-*)!Verstehe z.Zt. auch vieles nicht….?!?

  3. Die Aussagen, warum er nicht mehr glauben kann, erscheinen mir ziemlich „unerwachsen“: ich habe den Eindruck, er hat zwar Musik gemacht, aber sich mit Gott bisher persönlich nie wirklich auseinandergesetzt. Ich rate auch in diesem Fall: in die Seelsorge, persönliche Auseinandersetzung und sich nicht in den Medien wichtig machen!!

  4. In der Wüste begegnen wir Gott! Gib nicht auf! Auch wenn die Gefühle etwas anderes sagen, Gottes Liebe bleibt, so wahr JESUS lebt. Er hat sich nicht verändert nur wir. Aber ER ist größer, Seine Gedanken sind höher! Bleib dankbar, bleib in der Vergebung, lass Dich nicht beirren! Gott kommt mit uns zu Seinem Ziel, und wir werden noch jubeln vor Freude!!! Sogar mitten im Leid!
    Gott segne Dich / Euch
    Gerti

  5. Ich denke es ist das Leichteste, Gott für die leidvollen Geschehnisse auf diesen Planeten verantwortlich zu machen -oder anders- zu sagen, ich brauche keinen Gott, denn es läuft auch so gut für mich. Natürlich laufen die meisten „Christen“ oder Andersgläubige mit einem fixierten Gott oder mit einem fixierten Verständnis des Glaubens durch das Leben. Gott ist aber keine Fixierung, sondern Gott ist lebendig, von Anfang bis Ende. Wenn was nicht rund läuft in unserer kleinen Welt, oder per se in dieser Welt -so wie sie uns erscheint, wie wir sie konstruieren- sind wir sofort auf der Suche nach Schuldigen und oftmals landen wir bei der Anklage „wenn es einen Gott gibt, warum lässt er dieses Leid zu und warum greift er nicht ein“. Dieser Ansatz stürzt uns dann in das Dilemma und wir treffen zielsicher eine alternative Entscheidung für einen „Ersatz-Gott“. Einer wird Atheist oder Nihilist, Egoist oder Pantheist. Wieder ein anderer greift zu Drogen in irgendeiner Form oder wird Veganer und erkennt darin seinen allein vermeintlich richtigen Weg. Fakt ist doch, wir sind es, die diese leidvollen Umstände kausal und synergetisch schaffen, es sind unsere Handlungen, die die Ursachen für die Vielheit und Vielfalt an Unheil hervorrufen. Wir haben uns von Gott losgelöst und wollten unsere eigenen freien Entscheidungen verwirklichen und sind in dieser irrealen Welt, so wie sie jeden Einzelnen von uns erscheint, gelandet. Diese Landung stellt sich immer wieder als Sackgasse dar. Wir haben keine ganzheitlichen Lösungsmechanismen. Unsere geschaffenen Werkzeuge sind nicht kompatibel zueinander. Gott hat mit diesen Handlungen wahrlich nichts zu tun. Er respektiert unseren Aktionismus, weil er uns diesen freien Willen gab und er diesen im vollen Umfang respektiert. Er hat uns geschaffen weil er uns liebt und wir haben ihm den Rücken zugewandt und geschrien „Wir können freier und besser leben, ohne dich“. Er lässt dies zu, aber ganz sicher nicht bis zum absoluten Supergau, denn wir sind so gestrickt, dass wir uns ohne Erbarmen diesen Supergau leisten würden; uns ausrotten würden, uns und alles was uns als Leben erscheint. Dieser finale Schlag wird uns aber verwehrt, denn das ist nicht Gottes Wille. Sein höchstes Gut „Jesus Christus“ haben wir verworfen, wir wollten es nicht. Auch Jesus stellte als Mensch die Frage „Vater, warum tust du mir das an?“. Es ist also ein akzeptabler Vorgang, wenn wir in absoluter Not ins Zweifeln geraten. Aber wenn wir, in dieser Not, uns fallen lassen und ohne Anhaftung in diesen Ur-Grund hineinfallen, werden wir deutlich „Dein Wille geschehe“ erkennen und sämtlicher Ballast fällt von uns ab. Die Welt ist so geworden, weil unser Ego alles ausprobieren will -in seinen Anhaftungen von Neid, Hass, Gier und Verblendung- und taumelnd nicht satt davon werden können. Lassen wir diese Anhaftungen fallen, stirbt auch unser falsches Verständnis eines Selbst und wir fallen in den Ur-Grund. Und dieser Ur-Grund nennt sich Liebe. Diese Liebe heißt Jesus Christus. Es ist nicht Jesus, der „nur“ als Avatar erschien -wie so viele zuvor-, sondern es ist die Christus-Intelligenz, die uns rechtzeitig den Weg ins Gottesreich eröffnet und dieses Gottesreich ist inwendig in uns. Wir sollten also auf keine äußerlichen Erscheinungen warten, die uns lediglich in die Irre führen und uns immer nur mit uns Selbst konfrontieren. Die Religionen sind nichts, sie sind von Menschen geschaffene Konstrukte (Werkzeuge), die nicht kompatibel zueinander sind. Den Text bitte semantisch lesen und nicht so sehr auf Schreibfeheler achten; hab diesen Text ad hoc geschrieben.

    • Hi, ich gebe dir quasi in allem Recht, bis auf den freien Willen. Den halte ich als Nichtwiedergeboren für eine Illusion. Wir sind Sklaven der Sünde und brauchen seine Gnade um rauszukommen. Der Gefallene Mensch ist böse und keine Institutionen mehr….Grüße!

  6. Ich kann ihn auch verstehen. Es sind sehr berechtigte Fragen – und es gehört Mut und Ehrlichkeit dazu, sie sich zu stellen. Ich sage immer wieder meinen Schülern (ich bin Lehrer), dass das Argument, der Glaube sei eine Krücke fürs Leben (am besten für ein gescheitertes), komplett sinnentleert ist. Wer Gott leugnet, macht es sich zu einfach. Wer dran bleibt, hat keinen einfachen Weg vor sich. Das wusste selbst Paulus, wie er es an Timotheus schreibt. Der Glaube stellt uns vor gewaltige WIdersprüche und erfordert von uns (übergebildeten Westlern) ein gewaltiges, quasi unmenschliches Maß an Bescheidenheit und Grundvertrauen. Allerdings ist die Alternative genauso unbefriedigend: Gott komplett leugnen? Was bringt es letztendlich? Ohen ihn ist das Leben sinnlos. Irgendwas suchen? Irgendjemand wird schon Recht haben, irgendein Zufallstreffer, … Ist es so einfach? Kann/Darf jeder irgendwas behaupten? Was begründet am Schluss diese EInstellung? Also mein Fazit: Lieber weiter ringen und an Jesus, am Vater, am Heiligen Geist dran bleiben, auch am Wort Gottes, mit allen Schwierigkeiten, die es beinhaltet, aber auch die unvergleichlichen Verheißungen. Lasst uns weiterhin für ihn, stellvertretend für alle anderen beten und eintreten!

  7. Ich wünsche Marty Sampson das er wieder erkennt wie groß und wundervoll Gott ist und das er uns in Jesus alles geschenkt hat. Für mich bleibt Jesus mein beste Freund und meine große Liebe und ein Leben ohne ihn kann ich mir nicht vorstellen. Obwohl ich auch viel schweres erlebe und erlebt habe weiß ich Jesus an meiner Seite 💖

  8. Ich war auch mal an so einem Punkt. Verzweifelt kämpfte ich gegen Depressionen an und mein Glaube war mir in diesem Kampf mehr Last als Hilfe. Woran liegt das, dass Gott plötzlich so weit weg ist? Das man die Bibel studiert und nur Jahrtausende des Staubes auf den dünnen Seiten findet, nichts Lebendiges? Ich hatte mit diesem Zustand ein echtes Problem, anders als unser lieber Bruder Marty.

    Seine Ausführungen unter dem Punkt „niemand spricht darüber“ sind sehr aufschlussreich. Zuerst nennt er die Prediger, die fallen. Joshua Harris dürfte gewiss damit gemeint sein und der jüngste Umgang mit ihm. Das hat einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat. Dann die Wunder. Was sind Wunder für ihn? Wir sind Tag für Tag umgeben von Wundern. Nur weil wir sie erklären können, (wie ein Kind entsteht, oder wie Naturgesetze funktionieren), sind sie deswegen weniger wunderbar? Ich denke nicht. In all diesen wunderbaren Dingen Gott nicht mehr zu finden, hat einen Grund, und der hat unter anderem mit dem Verhältnis zu Gottes Wort zu tun. Was tatsächlich der nächste Punkt in seiner Liste ist. Die Bibel sei voller Widersprüche und niemand spreche darüber. Ich empfinde es gerade so, dass die Bibel GERADE wegen ihrer Widersprüche überall auseinandergefetzt wird. Ich will die Widersprüche nicht ignorieren oder wegdiskutieren. Ich habe aber in meiner Depression folgendes festgestellt:
    Die Bibel ist wunderbar, kraftvoll und lebendig. Sie hat zu allen Zeiten Milliarden von Menschen angerührt. Es gibt sie in unzähligen Ausführungen und hunderten Sprachen, und doch sind es die selben Texte. Wer bin ich, dass ich alles begreifen und verstehen muss? Ich glaube, ich stelle mit diesem Anspruch meinen Verstand/mich selbst über die Bibel – ein fataler Götzendienst. Denn die Wahrheit ist: Dieses Buch steht über mir. Einzelne Verse werden in meinem kleinen Leben Bedeutung erlangen, aber vieles wird mir verborgen bleiben. Und wenn ich mein ganzes Leben damit zubrächte, nur Bibel zu lesen, dann würde ich doch nur Teile davon erfassen und sie nie in Gänze verstehen.

    Martys letzter Punkt spiegelt einen weit verbreiteten Irrglauben wider: Gott schickt jene zur Hölle, die nicht an ihn glauben. Das stimmt nicht. Wir sind dazu bestimmt, bei Gott zu sein, können aber nicht einmal die Helligkeit der Sonne ertragen. Woran liegt das? Wir leben in Sünde und sind verdammt. Wir sind Schatten, Kinder der Dunkelheit. Und da wo Licht ist, MUSS die Dunkelheit weichen- simple Physik. Der Mensch rebelliert gegen Gott, er verleugnet ihn, er verspottet ihn, er immitiert ihn. Gott ist nicht für unser Verdammt-sein verantwortlich. Es tut ihm in seinem Herzen weh, wenn 4 Milliarden Menschen seine Gegenwart nicht ertragen, weil sie in der Finsternis gefangen bleiben. Ich muss mich bewusst entscheiden: Darf er meine Ketten sprengen, die mich an die Finsternis binden? Es bleibt meine freie Entscheidung, diesen Akt der Gnade für mich anzunehmen. Gott zwingt niemanden in seine Gegenwart. Wer für sich selbst verantwortlich sein will, der wird für sich selbst verantwortlich sein. Und der wird vergehen, wenn am Ende Licht sein Leben durchdringt und nichts bestehen bleibt. Dafür kann man Gott nicht verantwortlich machen.

    Zweifel dürfen sein, sie sollen geäußert werden, auch von so einem bekannten Christen. Chapeau! an dieser Stelle, da gehört echt Mumm dazu. Doch in meinen Zweifeln sollte es doch Gott sein, zu dem ich mich flüchte. Denn wohin sonst sollte man gehen?

    „Egal, was man glaubt, manches ist gut.“ so schließt Martys Artikel. Wer legt denn fest, was gut ist? Die Verfassung der USA, das Grundgesetz der BRD? Gewiss nicht. Gut ist, was Gott für gut befindet.

    • DANKE!!
      Der Artikel hilft mir sehr!
      Superfromm aufgewachsen,
      ,zu einem pietistischem Glauben quasi gezwungen,da ansonsten das Verlorensein droht
      ,am Leben und mir selbst verzweifelt
      ,an Jesus festgeklammert und immer wieder Angst und Depressionen..
      .nun endlich Menschen gefunden, die Stück für Stück weiterhelfen, mit Annahme,Verstehen,Erklären, Beistand,liebevollem Zurseitestehen,Zweifel zulassen….
      .lerne ich immer mehr, was Wie wahrheit ist, wie Gott wirklich ist..
      .das ist ein Grund für mich,weiter an Jesus zu klammern und lernen zu wollen (!) , wie ein Leben mit Freude und Sinn aussieht…
      .ich lerne….

    • Das mit dem freien Willen würde ich nicht überhervorheben. Denn gibt es nicht, es ist Illusion. Wir sind so wie wir programmiert sind- Sünder. Unter die Sünde Verkauft. Gottes Gnade öffnet uns den Weg hinaus und führt uns hinaus – Der Geist weht wo er will und wie er will – Sind wir Erlöst und haben Christus könnte man sagen, man hätte eine Wahl. Vorher nicht, wir waren alle geistlich Tod

  9. Dies ist die Story vom verlorenen Sohn in moderner Fassung. Das Ende ist derzeit noch offen.
    Gott freut sich auf ein Happy End.
    Dies gilt auch für die “4 Milliarden Menschen “ (Teilzitat aus Martys Text).

  10. Da bleibe ich lieber ungebildet, bei meinem vllt kindlich naiven Glauben. Wäre Gott an menschlichen Maßstäben zu messen, wäre er kein Gott, sondern ein Götze. Wer alles erklärt haben muss und es nicht aushält, dass schlimme Dinge in einer gefallenen kaputten Welt geschehen können, dürfen und vllt sogar zwangsläufig müssen, will das Paradies auf Erden. Das aber hat der Mensch schon vor langer Zeit gegen Wissen und Macht eingetauscht.

  11. Adam entschied sich für den Baum der Erkenntnis!
    Was steckt dahinter?
    Ich meine das wir Menschen den Verstand haben Krankheiten, Not und Elend zu bekämpfen und es liegt an uns das zu tun.
    Wir tun es aber nicht, sondern verwenden unser Wissen, unsere Fähigkeiten und unsere Energie für Unwichtiges oder sogar Schlimmes.
    Warum soll Gott das tun was wir nicht bereit sind zu tun? Ist Gott unser Erfüllungsgehilfe?

  12. Für mich gehören Zweifel unbedingt und notwendig zum Leben dazu.
    Wenn ich immer nur mir gesagtes als Wahres annehme (wenn es für dich so richtig ist, dann ändere daran nichts!), dann bringt es mich in meinem Glauben nicht voran. Ich stelle es in Frage und suche, mit Gott und meinen Geschwistern (!), nach Antworten die für mich schlüssig sind.
    In der Bibel werden einige Geschichten erzählt von Personen die zweifelten. U.a. David, der seine Zweifel in Lieder formulierte und dabei auch zu einer positiven Wende kam. Das wünsche ich den Beiden auch. Ich mag ihre inspirierende Musik.

  13. Lieber Marty, der Glaube kommt durch hören oder lesen von Gottes Wort. Wenn Du Gott von ganzem Herzen suchst wird er sich finden lassen, das hat er versprochen. Warum es in der Welt so schlecht aussieht ist auf Grund der Sünde die ursprünglich Adam und Eva in die Welt gebracht haben und durch ihren Ungehorsam dem Teufel die Herrschaft übergaben. So konnten sie nicht mehr im Paradies leben. Seid dem regiert Satan von dem auch alle Krankheiten kommen. Aber weil Gott so heilig und gerecht ist kann kein sündiger Mensch zu ihm kommen. Doch seine liebe zu uns ist so groß dass er seinen Sohn auf die Welt sandte um all die Schuld auf sich zu nehmen was er dann auch am Kreuz bezahlt hat. Ein Beweis seiner Liebe, die so groß ist dass er uns einen freien Willen gab statt uns zu Marionetten zu machen.

  14. „Wenn die Wahrheit wahr ist, wird sie es unabhängig von meinem Verständnis davon bleiben.“ Ehrlich und Aufrichtig. Zudem zeigen mir die Geschichten der Bibel das Gott diese Aussage ( die Form unterscheidet sich ) positiv ernst nimmt. Ich kenne jemanden der ebbenfalls Gott mit dieser Aussage herausforderte sich als die wahre Liebe zu erweisen von der die Bibel Zeugnis gibt. Heute ist er getauft und vertraut alleine auf den Herrn, gelobt sei Jesus! Ich bin zuversichtlich, wenn wir aufrichtig unsere anliegen vor Gott bringen wird er sich uns als würdig erweisen, nicht als zeichen seiner Macht, sondern als Zeichen seiner Gnade und Liebe. Möge der Vater euch Segnen in Jesu Namen, Amen

    • Hallo, wie in aller Welt kommt man auf die Zahl von 4 Milliarden, die in die Hölle gehen? Wenn man allerdings an dem Irrglauben festhält, dass alle, die vor ihrem irdischen Tod nicht zu Jesus gefunden haben, in die Hölle gehen, dann fällt die Zahl sogar noch erheblich viel höher aus. Aber die Bibel sagt das so explizit nirgends! Jesus sagt z. B. in Bezug darauf, dass Er sich den Sündern / Zöllnern zugewandt hatte: Die Gesunden bedürfen nicht des Arztes sondern die Kranken. Und: Ich bin gekommen, zu suchen, was verloren ist. Ja, wer waren denn die Gesunden? Wieso „Suchen“, wenn alle Menschen verloren sind. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch Römer 1 und 2. Ich bin überzeugt, dass das Erlösungswerk Jesu viel umfassender ist als wir es oft denken. Wie viele haben z.B. durch ein Nahtoderlebnis zu Jesus gefunden und von der überwältigenden Mehrheit derjenigen, die diesen Nahtodbereich durchschritten haben, wissen wir nichts! Nein, wenn Menschen tatsächlich verloren sind, dann in erster Linie diejenigen, die bewusst und auf Dauer einen bösen Weg gewählt haben, Egomanen, Skrupellose Verbrecher etc., eben die Sünder, die Jesus suchte. Und wenn das nur 1 % sein sollten, dann sind das auch „viele“, und offenbar leider nur wenige von denen finden zur Umkehr / den schmalen Weg. Es steht dort nicht, dass die meisten Menschen auf dem breiten Weg sind sondern es steht dort „viele“. Ich bin kein Anhänger der Allversöhnungslehre, sondern der Mehrheitsversönungslehre. Menschen, die guten Willens sind, zieht der Herr auch nach dem irdischen Tod noch zu sich (Nahtodbereich, Totenreich, Scheol, …, wer weiß, was es noch gibt). Aber: uns steht es nicht zu, bestimmte Menschen zu beurteilen, ob sie „gut“ oder „böse“ sind – auch mich selber nicht! Wir sollen allen die frohe Botschaft verkünden in der Hoffnung, dass auch so jemand z.B., der sich als „ziemlich bester Schurke“ bezeichnet hatte, zu Jesus findet. Oh, liebe Christen; kommt runter von der irrigen Vorstellung, dass die allermeisten Menschen in der Hölle landen werden, dazu möglicherweise noch gefoltert bis in alle Ewigkeit, was die Bibel ebenfalls nicht sagt – aber das ist ein anders Thema. Wie soll man denn den Herrn loben und preisen in alle Ewigkeit, wenn die meisten Menschen, darunter liebe Angehörige und Freunde, in alle Ewigkeit in der Hölle schmoren? Nein, das Erlösungswerk Gottes ist viel umfassender als wir denken!

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