Bestsellerautor Joshua Harris: „Ich bin kein Christ“

33
Joshua Harris
Joshua Harris spricht in der Doku "I survived 'I Kissed Dating Goodbye'" über sein Buch. Foto: Screenshot Trailer, www.isurvivedikdg.com
Nachdem Joshua Harris vor zwei Wochen seine Scheidung bekanntgegeben hat, schreibt er nun auf Instagram, dass er sich nicht mehr als Christ definiert. Für viele Gläubige war er über Jahre ein Vorbild.

Mit seinem Buch „Ungeküsst und doch kein Frosch“ (Englisch „I Kissed Dating Goodbye“) hat Joshua Harris einer Generation von Christen Beziehungstipps gegeben. Als 21-Jähriger Autor vertrat er die Ansicht, dass Sex, Küsse oder gar Dates vor der Ehe unangebracht seien. Über 1,5 Millionen Mal hat sich sein Bestseller seit 1997 verkauft. Bis 2015 war er zudem Pastor der Lovenant Life Church im Maryland (USA).

Vor etwa zwei Jahren begann Harris, die Thesen seines Werks zu hinterfragen. Auf seiner Webseite entschuldigt er sich offiziell bei denen, denen er mit dem Buch geschadet hat. Außerdem traf er im Rahmen eines Dokumentarfilms Leser, um sich mit ihnen kritisch über sein Buch zu unterhalten. Vor zwei Wochen schließlich verkündete der Buchautor, dass er sich nach 20 Jahren von seiner Frau scheiden lassen wolle. (Jesus.de berichtete.)

Buße wegen früherer Ansichten

Am Samstag gestand Joshua Harris nun: Auch das Christentum bringt er nicht mehr mit sich überein. „Nach den Richtlinien, die ich habe, um einen Christen zu definieren, bin ich kein Christ mehr“, schreibt er auf Instagram. Er habe eine „massive Veränderung“ in Bezug auf seinen Glauben an Jesus erlebt. Trotz allem bleibt er voll Hoffnung: Viele Menschen hätten ihm erzählt, dass es eine andere Art gebe, Glauben zu praktizieren. Er wolle dafür offen sein, aber er sei noch nicht dort angelangt.

Weiter kommt Harris in seinem Post auf die Buße zu sprechen: „Da ist Schönheit in diesem Gefühl, unabhängig von unserem Blick auf Gott.“ Er habe viel Buße getan – für seine Selbstgerechtigkeit, seine angstbasierte Lebensweise, die Lehre seiner Bücher, seine Sicht auf Frauen in der Kirche, seine Herangehensweise bei der Kindererziehung und vieles mehr. Einen Punkt greift Joshua Harris zudem gesondert heraus: Er entschuldigt sich bei der LGBTQ-Community, also bei Lesben, Schwulen, Bisuexuellen und Transidentitären. „Ich bedaure, dass ich mich gegen die Gleichstellung der Ehe ausgesprochen habe, dass ich euch nicht unterstützt und euren Platz in der Kirche nicht bestätigt habe, und dass ich durch mein Schreiben und Reden zu einer Kultur der Ausgrenzung und des Fanatismus beigetragen habe“, schreibt der ehemalige Beziehungsberater.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

My heart is full of gratitude. I wish you could see all the messages people sent me after the announcement of my divorce. They are expressions of love though they are saddened or even strongly disapprove of the decision.⁣⁣ ⁣⁣ I am learning that no group has the market cornered on grace. This week I’ve received grace from Christians, atheists, evangelicals, exvangelicals, straight people, LGBTQ people, and everyone in-between. Of course there have also been strong words of rebuke from religious people. While not always pleasant, I know they are seeking to love me. (There have also been spiteful, hateful comments that angered and hurt me.)⁣⁣ ⁣⁣ The information that was left out of our announcement is that I have undergone a massive shift in regard to my faith in Jesus. The popular phrase for this is “deconstruction,” the biblical phrase is “falling away.” By all the measurements that I have for defining a Christian, I am not a Christian. Many people tell me that there is a different way to practice faith and I want to remain open to this, but I’m not there now.⁣⁣ ⁣⁣ Martin Luther said that the entire life of believers should be repentance. There’s beauty in that sentiment regardless of your view of God. I have lived in repentance for the past several years—repenting of my self-righteousness, my fear-based approach to life, the teaching of my books, my views of women in the church, and my approach to parenting to name a few. But I specifically want to add to this list now: to the LGBTQ+ community, I want to say that I am sorry for the views that I taught in my books and as a pastor regarding sexuality. I regret standing against marriage equality, for not affirming you and your place in the church, and for any ways that my writing and speaking contributed to a culture of exclusion and bigotry. I hope you can forgive me.⁣⁣ ⁣⁣ To my Christians friends, I am grateful for your prayers. Don’t take it personally if I don’t immediately return calls. I can’t join in your mourning. I don’t view this moment negatively. I feel very much alive, and awake, and surprisingly hopeful. I believe with my sister Julian that, “All shall be well, and all manner of thing shall be well.”

Ein Beitrag geteilt von Joshua Harris (@harrisjosh) am

33 DIREKT-KOMMENTARE

    • Das glaube ich nicht. Jesus sind wir dann am nächsten wenn wir mit anderen Christen zusammen sind:

      Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind bin ich mitten unter ihnen.

      Harris hat die Gemeinschaft mit Christen bewusst verlassen vermutlich weil er Zweifel bekommen hat, die er mit anderen Jesus Nachfolgern nicht teilen wollte. Eine Gemeinschaft mit Christus ohne die Gemeinschaft zu anderen Christen ist aber unmöglich (wie kann ich sagen dass ich Gott liebe, wenn ich meinen Bruder hasse)

      • Hallo Benni,

        Danke für Deine Gedanken. Ich finde, Du hast mit der Aussage zu der Gemeinschaft mit anderen Christen sicherlich einen wichtigen Aspekt dessen, was Christsein ausmacht, genannt. Unser Glaube lebt davon und es ist ihm wesentlich, dass er geteilter Glaube ist.

        Ich habe aber aus dem, was ich über Harris lesen konnte, keine Anhaltspunkte dafür finden können, dass er seine Geschwister „hasst“. Ich empfinde es eher so, dass Harris jetzt bemerkt, dass das, woran er glaubte und was er andere lehrte, möglicherweise ein falscher Glaube war.. Ich kann das insofern nachvollziehen, weil das oft geschieht, wenn man meint, den Glauben oder rechte Nachfolge an starre Regeln knüpfen zu müssen.
        Dass er sich als Reaktion darauf erst einmal zurückziehen muss, weil sein ganzes Glaubensgebäude und auch seine Ehe zerbrochen sind, ist für mich verständlich. Solche inneren Entwicklungen sind oft mit dem Gefühl der Scham, des Versagens und des Gott-Nichtgenügenkönnens verbunden.

        Rückzug finde ich in so einem Fall erst einmal ehrlicher als so zu tun, als wäre nichts.
        Ob die Gemeinde, in der er sich bisher aufhielt, das nötige Verständnis dafür aufbringen kann? Offensichtlich empfindet er es nicht so, und das muss man ihm, denke ich, zugestehen.

        Lieber Gruss,
        JM

        • Hallo liebe JM,

          Gegen Rückzug hat niemand etwas.

          Seine Glaubensgeschwistern mit einer öffentlichen völligen Abkehr vom Glauben (eigene Aussage von Harris) und einer maximal undifferenzierten Unterstützung von LSTQB verbunden mit einer entsprechenden Entschuldigung frontal an zu greifen ist nichts anderes als „Hass“.

          Harris hasst seine ehemaligen Glaubensgeschwister in dem was er tut. Er verletzt ganz bewusst Menschen die auf ihn gehört haben und für die er ein Vorbild war. Er richtet einen massiven Flurschaden an und möglicherweise wird er sich sogar eines Tages vor Gott dafür verantworten müssen, dass er das Glaubenshaus anderer Menschen zum Einsturz gebracht hat.

          Das mit einer persönlichen Krise zu rechtfertigen halte ich für rundweg in akzeptabel.

          • Hallo Benni/y,

            interessant finde ich, dass Du in Harris Verhalten „Hass“ und „Angriff“ gegen seine (ehemaligen) Glaubensgeschwister entdeckst. Auf mich wirkt das nicht so, ich sehe eher einen in seinem bisherigen Glauben völlig verunsicherten und orientierungslosen Menschen. Eine andere Ansicht in Glaubensdingen zu vertreten oder sich ganz vom Glauben loszusagen (wobei noch zu überlegen wäre, ob so etwas für Christen überhaupt möglich ist), setze ich nicht mit „Hass“ in Verbindung.
            Vor Gott müssen wir alle uns eines Tages verantworten. Und derer, die das Glaubenshaus anderer Menschen bzw. deren Glauben an einen ihnen zugewandten Gott mutwillig zerstört haben, indem sie ihre eigenen Lehren diejenigen Christi haben ersetzen lassen, sind viele.
            Jedenfalls steht bei Matthäus 7:
            „1Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. 2Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden.…“

            Lieber Gruss,
            JM

          • Wenn du deinen Hass auf Nichtheterosexuelle (der wohl ein Selbsthass ist) nicht mehr an anderen austoben sollst, dann erscheint dir das Hassverbot als Hass.

            • Ich bin immer wieder irritiert, wenn manche Leute ganz selbstverständlich annehmen, dass jeder, der etwas gegen Homosexualität hat, selbst homosexuell ist und das verdrängen will. Meine Güte, in der Bibel stehen einige nicht sehr positive Aussagen zu Homosexualität. Ist es da nicht normal, dass jemand, der die Bibel ernst nimmt, kritisch gegenüber Homosexualität wird? So war es jedenfalls bei mir.

              Auch wäre ich vorsichtig damit, Benny Hass auf homosexuelle Menschen zu unterstellen. Das kann man meines Erachtens aus seinen Kommentaren nicht zwingend ableiten. Er hat etwas gegen Homosexualität – klar. Aber hasst er damit die dahinter stehenden Menschen?

              Bennys Behauptung, Joshua Harris würde seine Glaubensgeschwister hassen, finde ich allerdings auch ziemlich steil. Das kann ich aus Harris’ Aussagen überhaupt nicht erkennen. Mir scheint es, als ob ihm die Falschheit gewisser Lehren, die er einst vertrat, und eine gewisse Lieblosigkeit gegenüber z. B. Schwulen seinerseits bewusst geworden sind, es ihm leid tut und er dabei übers Ziel hinausschießt.

    • Mit Verlaub. – Dieser Mann – ich kannte ihn vorher nicht – lässt sich von seiner Frau scheiden und von Ehebruch seitens der Frau ist weder hier noch in einem anderen Artikel den ich gelesen habe die Rede, sondern vielmehr von beiderseitigem Einverständnis und – seltsamerweise – „Liebe“ für einander. Das ist genau eines – Ehebruch; und das mit drei Kindern.

      Sodann entschuldigt er sich bei der „LGBTQ“-Gemeinschaft und für seinen früheren Standpunkt in Sachen Sexualität?! Offensichtlich hat er eine sehr keusche Art und Weise des Kennenlernens gepredigt; sehr gut, alles andere haben wir zur Genüge! – Jetzt der Wandel. – Ist die Sexualität der „LGBTQ“ normal? Nein. Besteht Kennenlernen in Küssen und Sex? – Nein. Der Mann und die Frau(!) sollen sich kennen lernen und dazu dient das Reden, denn mit der jeweils anderen Person möchte man doch den Rest seine Lebens verbringen, in einer verbindlichen Gemeinschaft und dazu sollte man die Person gut kennen, nicht ihren Körper. Nur in unserer Zeit können wir den Blick für so etwas verlieren, weil es ja so viele Mittel gibt ein Kind zu verhindern, aber früher war Sexualität direkt mit der Fortpflanzung verbunden und ja, haben wir vergessen was bei klassischen Trauungen gerne noch gesagt wird („Sie dürfen die Braut JETZT küssen“)?

      Ich teile die Meinung dass er sich nicht Jesus nähert, sondern eher von ihm entfernt. Er rechtfertigt Sünde, entschuldigt sich für gesunde Ansichten und entfernt sich von der Gemeinde. – Die Gemeinde Jesu zeichnet sich von jeher dafür aus wie sie mit dem Thema der Sexualität umgeht; Keuschheit, eine gesunde Sicht auf das was normale Sexualität ist und Treue in der Ehe (ein Leben lang) sind essenziell. Gerade die Treue in der Ehe ist Gott so wichtig dass sie sogar zu einem der 10 Gebote geworden sind und Ehebruch ist eine furchtbare Sünde.

      Nein, hierdran ist nichts Gutes und die Freiheit, die er nun zu spüren glaubt ist eine falsche. Dieser Fall ist eigentlich sehr traurig und man kann nur hoffen und beten dass Herr Harris diese seine Sünden erkennt und umkehrt. Das sollten wir ihm wünschen, denn „Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben?“ (Röm. 6:2b)

      • Du sprichst nichtheterosexuellen Menschen das Menschenrecht auf Zärtlichkeit, Sexualität und Liebe ab. Du machst dich zum Gott über andere.

        • Ich finde zwar, dass Christian Diezels Ansichten an einigen Punkten zu weit gehen, aber deine Kritik an seinen Äußerungen kann ich auch nicht unterstützen. Wenn Christian sich gegen das Ausleben von Homosexualität ausspricht, gibt er damit etwas wieder, was man durchaus aus der Bibel herauslesen kann. Er sagt damit also vermutlich nur, was Gott schon vorher gesagt hat. Wieso macht er sich damit selbst zu Gott?

          Die Sache mit der Homosexualität ist eine schwierige. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott manchen Menschen das Recht auf Zärtlichkeit, Sexualität und Liebe abspricht. Deshalb finde ich es auch schlimm, wie in manchen Kreisen beim Thema Homosexualität immer reflexartig betont wird, das Schwulsein sei ja gar nicht schlimm, solange die betreffenden Personen ihre Sexualität nicht ausleben würden. Das Verlangen nach Sex zu unterdrücken, kann meines Erachtens nicht die Lösung sein. Vielleicht liegt diese ja in einer ganz anderen Richtung. Manche Leute haben ihre homosexuellen Neigungen verloren, nachdem sie in Therapien Kindheitstraumata aufgearbeitet haben. Hier sollte man vielleicht mal genauer hinschauen.

      • Wieso habe ich immer das Gefühl, dass es den Superfrommen an Gottvertrauen mangelt? Ich renne nicht jeden Sonntag in die Kirche, ich haue meinen Mitmenschen nicht bei jeder Gelegenheit meinen Glauben um die Ohren, aber dafür glaube ich fest daran, dass Gott groß und mächtig genug ist, „es“ – das Leben an sich, seine Gebote, den Umgang mit dem, was die Superfrommen „Sünde“ nennen – zu regeln.
        Es reicht doch über unser irdisches Leben hinaus; es geht doch am Ende darum, dass jeder von uns sein Leben vor Gott zu verantworten hat – und muss ich dann auf dem Konto haben, dass ich das „Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werden“ dauernd negiert habe? Dass ich kleines Menschlein glaubte, definieren zu können, was „normale Sexualität“ ist und das zum Maßstab für das Lieben anderer machen wollte? Steht denn nicht in der Bibel, dass die Liebe das Größte ist? Dass wir – ohne Einschränkung, ohne Fußnote – unseren Nächsten wie uns selbst lieben sollten?
        In unserem Freundeskreis gab es ein schwules Paar, das sage und schreibe 62 Jahre zusammen war. sie hatten schwere Zeiten miteinander durchgestanden, eine Krebserkrankung, einen Unfall, die einen behindert und hilfebedürftig hinterließ, aber sie sind immer loyal zueinander gestanden, sie haben es immer zusammen bewältigt. Soll ich diesen Menschen die Liebe absprechen, die sie verbindet? Soll ich ihre Treue zueinander geringer werten als die meiner Eltern oder Großeltern?
        Wie war das mit dem Splitter und dem Balken im Auge? Wie wär’s denn, wenn jeder sich um sein Leben und seine Sünden kümmert und sich ansonsten darauf verlässt, dass Gott es richten wird und dass er uns nicht als irdischen Blockwart braucht? Wie wär’s denn, wenn wir endlich lernen würden, zu lieben statt zu urteilen?

        • Deine Äußerungen finde ich sehr bedenkenswert. Und doch ist mir die Quintessenz zu radikal. Sollen wir uns wirklich jegliches Urteil über das Verhalten anderer versagen? Was machen wir zum Beispiel, wenn ein Bekannter seine Frau mies behandelt? Schauen wir dann weg, weil wir uns ja nur um uns selbst kümmern sollen? Die Briefeschreiber des Neuen Testaments haben das jedenfalls nicht getan, sondern ihre Glaubensgeschwister zum Teil deutlich kritisiert. Übrigens tust du das auch nicht, denn du erlaubst dir ja ein negatives Urteil über das Verhalten der „Superfrommen“.

          • Wenn du nicht zwischen dem Urteilen über eine falsche Handlung (mies Behandeln der Ehefrau) und dem Urteilen über gelebte Liebe zwischen zwei Menschen, die nicht allgemeinem christlichen Verständnis entspricht, unterscheidest, dann wird es schwierig. Eine intellektuell saubere Differenzierung ist Grundvoraussetzung für jegliche zielführende Diskussion. Ansonsten hauen wir uns nur Meinungen um die Ohren, was zu nichts führt.

            • Das Problem mit schwulen Beziehungen ist aber, dass diese nicht einfach „allgemeinem christlichen Verständnis“ widersprechen, sondern der Bibel. Ich bin in nicht-christlichen Kreisen aufgewachsen und habe meine homokritische Meinung nicht durch andere Christen, sondern durch die Bibel bekommen.

  1. Chapeau! Der Facebook Eintrag liest sich authentisch.
    An dieser Stelle fault der Leib Christi einfach schon zu lange.
    Es ist Gottes großer Gnade zu verdanken, dass „Generationschristen“
    überhaupt soweit zu Verstand kommen, zu realisieren, dass Gott schon länger nicht mehr im Boot sitzt bzw. dort noch nie in Seiner Gänze erwünscht war.

    • Ja der Eintrag wirkt authentisch. Allerdings kann ich auch authentisch in die falsche Richtung gehen und das scheint mir geh bei Harris genau der Fall zu sein.

      Es ist normal Zweifel zu haben und im Glauben schwächere und stärkere Zeiten zu erleben, wenn das aber zum Abfall führt, wie Harris es selbst von sich sagt, dann ist das definitiv nicht der Wille Gottes und hat vermutlich nichts mehr mit einer normalen Glaubenskrise zu tun sondern mit einer völligen Loslösung.

  2. Joshua Harris hat sicher einiges falsch gemacht in der Vergangenheit; er ist genauso ein Mensch, der sich immer wieder schuldig macht, wie jeder andere auch. In manchem überzieht er seine jetzigen Aussagen ins andere Extrem und liegt damit genauso falsch. Sein Leben und Wirken zu überdenken und Buße zu tun, immer wieder, ist jedem von uns geboten. Joshua Harris befindet sich in einer Lebenskrise, die jeden treffen kann. Ich rate ihm, sich jetzt einmal aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen und nicht andauernd neue Aussagen zum besten zu geben. Mir kommt das in seiner Krisensituation absolut unangebracht und auch schon wieder selbstgerecht vor! Ich rate ihm, sich zurückzuziehen, keine öffentlichen Statements mehr abzugeben, in Seelsorge oder Therapie zu gehen und erst wieder öffentlich in Erscheinung zu treten, wenn er seine Krise überstanden hat und stabil und gefestigt ist in seinen Meinungen.

  3. Hmmm schade! Es gibt in den USA tatsächlich eine Bewegung, die sich von der Bibel abwendet. Dieser Prozess, der bei uns schon lange im Gange ist, gehört führ mich zum Wohl notwendigen Abfall und der Reinigung der Gemeinde, wie sie uns in der Bibel immer wieder im Hinblick auf die Endzeit beschrieben wird.

    Ich habe das Ganze bei einem engen Freund ebenfalls erlebt. Zuerst waren es Zweifel, die sich durch falsche Freunde immer weiter Raum gefressen haben bis am Ende keine Umkehr mehr möglich war. Das ist Dramatisch.

    Mein Eindruck ist, dass alles damit anfängt, dass Personen sich aus der Gemeinde und aus der Gemeinschaft mit anderen Christen zurückziehen. Wenn ich den Artikel oben richtig interpretiere war das wohl auch bei Harris der Fall.

  4. Na super – eine neue Identifikationsfigur für Ex-Evangelikale. Als nächstes schreibt er einen Bestseller: „Wie ich zum Ex-Evangelikalen“ wurde oder „Wie ich die wahre Freiheit fand“ . Das Bild passt ja schon dazu. Durchsichtige Marketingaktion.

  5. Das Buch „Ungeküsst und doch kein Frosch“ lag damals auf unserem Büchertisch. Gelesen habe ich es nicht. Anhand des Titels vermutete ich eine gewisse misepetrige Einstellung gegenüber Liebesbeziehungen, aber zumindest ließ die flippige Aufmachung nichts allzu Schlimmes vermuten.

    Umso entsetzter bin ich jetzt, wenn ich lese, dass Harris sogar Küsse und Dates vor der Ehe abgelehnt hat. Um Himmels willen, wie sollen sich denn da Liebespartner nahe kommen und sich rundum kennenlernen, bevor sie heiraten? Welchen Druck übt das auf Liebespartner aus, vorschnell zu heiraten, da sie sich bis zur Ehe nicht nur Sex, sondern sogar Dates versagen müssen?

    Jetzt ist für Harris das alte, superfromme Leben anscheinend vollständig zusammengebrochen. Leider hat er aber offenbar nicht zu einem gesunden Glauben gefunden, sondern ist auf der anderen Seite vom Pferd gefallen und befürwortet jetzt sogar die „Ehe“ von Homosexuellen. Ich sehe hier eine der furchtbaren Auswirkungen eines fanatischen, einengenden, gesetzlichen Christentums: Man wird von diesem völlig zermürbt und ist schließlich so ausgelaugt und kaputt, dass man das Kind mit dem Bade ausschüttet und auch gute Sachen an den Nagel hängt, da im eigenen Denken und Empfinden alles Christliche durch den Gesetzesterror vergiftet ist.

    Ich hatte selbst so eine „Umkipperfahrung“ ähnlich der von Harris. Allerdings war diese bei mir aus verschiedenen Gründen nicht so extrem, worüber ich glücklich bin. Nun bin ich immer noch am Nachforschen, wie ein Glaube aussieht, der die Wahrheit erkennt und akzeptiert und jegliche zerstörerische Tendenzen vermeidet.

    Ich habe mich manchmal gefragt, ob es heute überhaupt noch sinnvoll ist, klare Argumente gegen Gesetzlichkeit zu bringen und Alternativen aufzuzeigen. Schließlich scheinen sich die heutigen Evangelikalen schon längst von der Gesetzlichkeit verabschiedet zu haben – leider oft zugunsten von Oberflächlichkeit. Aber Dinge wie dieser Bericht über Harris bestätigen mich darin, dass es auch heute noch Menschen gibt, die im Geflecht von pseudochristlichem, gesetzlichem Fanatismus stecken und für die ein klares Verständnis von Gottes Gnade und Freiheit lebensverändernd sein kann.

    Möge Joshua Harris zu einem neuen Vertrauen zu Jesus Christus finden, bei welchem er weder in religiösen Gesetzen gefangen ist, noch mit dem Strom der Zeit schwimmt.

    • Deine Beschreibung Kokospalme kann ich nur vollinhaltlich unterstützen.

      Joshua Harris hat sich zuerst als Frontmann engstirnigen, lebensfremden Christentums hervorgetan, um jetzt genau ins Gegenteil zu verfallen und sich als Unterstützer von LSTQB zu profilieren.

      Einfach nur schade sowas

  6. Ich wünsche Joshua Harris, dass er bei Jesus bleibt und sich nicht von seinem Glauben insgesamt, sondern nur von seinem fundamentalistischen Irrweg abwendet.

  7. Mir ist es damals nach meiner Scheidung ähnlich ergangen, wie Joshua Harris. Meine Vorstellung davon, wie ich als Christin hätte leben sollen widersprachen meiner Wirklichkeit. Die Trennung von meinem damaligen Ehemann war für mich überlebesnotwendig. Ich beschloss daraufhin, ebenfalls meine Beziehung mit Gott zu beenden. Einige Jahre später führte mich ein schwerer Schicksalsschlag wieder zu Gott. Ich erkannte, dass ER seine Beziehung zu mir nicht beendet hatte. Gott ist voller Liebe und Vergebung. ER weiß, dass wir schwach sind und es oft nicht schaffen, so zu leben, wie ER es gerne hätte. Aber ER bleibt treu !!!

  8. Wie heißt es? Der Teufel geht umher und sucht wem er verschlingen kann.

    Ich hoffe sehr für mich hin das er die Kraft findet den Jesus kennen zu lernen wie er wirklich ist.

    M.

  9. Seine Gemeinde:
    Covenant Life Church is a non-denominational, evangelical megachurch in Gaithersburg, Maryland. Established in 1977 …

    Covenant Life Church had its roots in a citywide charismatic prayer meeting called Take and Give (TAG) which ran from 1970 to 1979. TAG began as a small Bible study led by Lydia Little, a Washington, DC area resident who had experienced the Jesus People revival in California and wanted to see similar renewal brought to local young people.[1][2] TAG continued to grow in numbers with the Tuesday night meetings moving from the Blair High School auditorium to a larger auditorium space at Christ Church of Washington. Larry Tomczak and C.J. Mahaney became the main teachers with Jim Orban (eventual son-in-law of Lydia Little) leading worship and a number of other young people taking on other leadership responsibilities as the group grew. At its largest point TAG attracted over 2,000 people, primarily young attendees under the age of 25.
    Text: Wikipedia

    Sein Einkommen:
    https://www.celebsmoney.com/net-worth/joshua-harris/2/

    • Liebe(r) SiKri,

      magst du in Zukunft englische Zitate auf deutsch übersetzen – den Lesern zuliebe, die des Englischen nicht mächtig sind? Danke!

      Dein Jesus.de-Team

  10. Ich frage mich, was die verfolgten Christen von uns denken !
    Die wirklich ihr Leben riskieren, um IHM nachzufolgen. Denen die Bibel sonnenklar ist und die so dankbar sind, der Hölle entkommen zu sein – das sagen zB tatsächlich viele und auch viele ehemalige Moslems – dass sie sich nichts Besseres vorstellen können, als dem zu gehorchen, der Sein Leben für uns gegeben hat und so unvorstellbare Qualen gelitten hat, weil ER allen unseren Dreck, Schmutz Perversionen, Kleinlichkeiten, Mord, Geilheit, Betrug, Hass am Kreuz getragen hat. ER wurde zur SÜNDE für uns gemacht.
    Wissen wir überhaupt noch, was das bedeutet ?
    Pastor Wilhelm Busch wusste das noch.
    Ein Ludwig Hofacker, ein Lloyd-James, Spurgeon wussten das auch noch.
    Und was sollen Christen wie Joni Tara-Eareckson sagen ?

    Ehrlich, mir graut vor uns westlichen verwöhnten oberflächlichem Christen.

  11. Gott ist Richter über die Menschen & ihre Taten. Gott und kein anderer.
    ich glaube, auf Grund dessen, was ich in der bibel lesen kann, dass die Sexualität anderer zu verurteilen uns nicht zusteht ebenso, wie die ehe anderer zu bewerten…oder, den Glauben anderer zu kritisieren.
    Was ich denke, was wir aber auf jeden fall machen dürfen ist unseren Glauben zu vertreten… zu sagen
    „Ich glaube, dass für mich Homosexualität falsch ist, im Bezug auf dessen, was ich glaube“… glaubr ich ist okay, denn es greift niemanden an und ist ein so genannter „ich-Satz“ ..
    jedoch zu sagen
    „Ich glaube, dass Homosexualität falsch ist und alle die es ausleben sündigen“ … ist eine angreifende uns sich selbst zum Richter erklärende Aussage und in meinen Augen falsch… Für mich… aber das kann/soll & darf jeder anders sehen

HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Please enter your comment!
Bitte gib deinen Namen ein