Zwei wissenschaftliche Gutachten stützen die Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Konversionstherapien verbieten zu lassen. Das berichtet unter anderem das Bundesministerium für Gesundheit. Das Verbot der Therapien, in denen Homosexuelle heterosexuell gemacht werden sollen, sei „aus medizinischer Sicht geboten und rechtlich möglich“, heißt es auf Twitter. Noch in diesem Jahr soll ein entsprechender Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht werden.

Kritik daran gibt es unter anderem vom Bibelbund. Der Vorsitzende Michael Kotsch legt in einer Pressemeldung nahe, dass das Wissen über den Ursprung homosexuellen Empfindens noch „sehr fragmentarisch“ sei und nennt dazu mehrere Studien. Dies spreche gegen die viel zitierte These, dass Homosexualität keine Krankheit sei. „Der Bibelbund will niemanden zwingen, seine homosexuelle Orientierung zu verändern. Er plädiert aber für ein Selbstbestimmungsrecht, das auch sexuelle Umorientierung beinhaltet“, schreibt der Vorsitzende. Auch die Evangelische Allianz hatte sich vor Kurzem kritisch zum geplanten Gesetzesentwurf geäußert.

4 DIREKT-KOMMENTARE

  1. „Und nennt dazu mehrere Studien“ diese konnte ich der verlinkten Presseerklärung leider nicht entnehmen. Worauf beziehen Sie sich?

    • Lieber Timmy79,

      du hast recht: Wir haben die falsche Pressemeldung verlinkt und dies nun korrigiert. In der uns leider nur per Mail vorliegenden Pressemeldung (die wir mit der auf der Webseite ursprünglich verlinkten für identisch hielten) bezieht sich Herr Kotsch unter anderem auf eine Arbeit von Michael Bailey von 2008, eine Studie der North Shore University aus dem Nature-Magazin vom Dezember 2017, den Kinsey-Report von 1948 und die Erfahrungen von Nicolas Cummings.

      Liebe Grüße
      dein Jesus.de-Team

      • Danke für die ergänzenden Infos. Nun ist aber leider gar kein Link mehr in eurer Meldung enthalten. Ich finde die Pressemitteilung von Herrn Kotsch sehr „unsauber“. Er bezieht sich auf biblische Zeugnisse, die er aber nicht nennt. Auch Nachfrage kam zB 1Kor 6, 9-11. Das reicht aus meiner Sicht für eine Auseinandersetzung zu Fragen der Seelsorge und gar Therapie bei weitem nicht aus. In der entsprechenden Bibelstelle fehlt jeder Hintergrund zu den genannten Personen. Auch ist hier vom Wirken des Heiligen Geistes auszugehen, der in keinerlei Verbindung zu Therapieangeboten steht. Ich würde mich über ein ausführliches Interview eurerseits mit Herrn Kotsch freuen.

  2. Es wird praktisch immer wieder von einer spontanen „Verschiebung“ des sexuellen Interesses berichtet. D.h. es besteht Forschungsbedarf, der zu wirksamen Therapien führen könnte. Die Sache kann aber künftig weder von Therapeuten wahrgenommen werden (die um ihre berufliche Existenz fürchten müssen) noch von Verbänden (die um ihre Reputation und ihre Förderung fürchten müssen). Die Tendenz geht dann dahin, dass diese Verbände zunehmend bloß defensiv auftreten und sich letztlich von der Idee der Konversion ganz verabschieden und auf Zölibat o.ä. zurückziehen.

    Deshalb muss die Sache von den Betreffenden (oder „Betroffenen“) selber wahrgenommen werden, die sich als Selbsthilfegruppe zusammenschließen und offensiv ihr Selbstbestimmungsrecht einfordern, um Forschungsmittel kämpfen usw.. Wer macht da mit?

    Die ganze Entwicklung von Technik, Wissenschaft und Medizin läuft dahin, dass Menschen freier über sich verfügen können – es ist reaktionärer Unsinn, Menschen von Staats wegen auf einer bestimmten Stufe der (sexuellen) Entwicklung festhalten zu wollen.

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