Was soll daran weiblich sein, dass Frauen nun das Leben von Männern führen dürfen? Die Autorin Birgit Kelle kritisiert in einem Kommentar für die WELT, dass das „Mutter-Sein“ in Deutschland nicht geschätzt werde. Die „Befreiung“ der Frau habe dazu geführt, das Mütter auf die Frage, was sie tun, mit „nur Mutter“ antworteten. Es seien dabei vor allem Frauen, die andere Frauen kritisierten, wenn diese sich nicht aus der „Gefangenschaft“ als Hausfrau und Mutter befreien lassen wollen. Die Kanzlerin spreche von Müttern als „vergeudeten Potenzialen“. Kelle sieht das völlig anders.

3 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Ich habe drei Kinder geboren und erzogen, war viele Jahre ganz zuhause , aber habe mich nie dabei infrage gestellt gefühlt. Seit mehreren Jahren arbeite ich wieder in meinem erlernten Beruf und es gefällt mir. Es ist ein Privileg, wenn man sich immer so entscheiden kann, wie man es gerade als richtig für sich und die Familie empfindet. Leider haben viele Frauen nicht die Möglichkeit dazu. Dieses Buch empfinde ich als Ohrfeige für die Frauen, die arbeiten müssen um ihre Familie zu ernähren. Sicher ist das auch politisch so gewollt, deshalb frage ich mich, warum es unter den konservativen Christen soviel Aufschrei wegen der Ehe für alle gibt, wäre es nicht wichtiger dafür zu kämpfen ,dass junge Eltern genug verdienen damit sie eine Familie ernähren können, wenn gewünscht auch nur mit einem Gehalt.

  2. Wir haben zwei Kinder (bis jetzt) und ich bin gerne berufstätig, zum Teil auch von Zuhause aus. Das Problem, dass ich sehe ist, dass vielen Frauen die Entscheidungsfähigkeit fehlt. Bleibe ich jetzt Zuhause, kann ich evtl. Keine Rücklagen für meinen Ruhestand bilden oder es reicht evtl. Noch nicht mal jetzt zum Leben. An dieser Stelle müsste angesetzt werden um wirkliche Entscheidungsfreiheit zu schaffen. Problem Nummer zwei sind wir Frauen selbst. Ständig heißt es „arbeitende Mütter sind Rabenmütter“, „Hausfrau und Mutter – faul und Gluckenhaft“, „wie du arbeitest nur Teilzeit?“ – Mädels spart euch das rum gehacke, schaut euch den Menschen und seine persönliche Geschichte an, redet miteinander und hört vor allem zu, dann ist für jeden Lebensentwurf und jede Familienorganisationsentscheidung Platz. Deine Nachbarin arbeitet und du hast noch platz am Esstisch? Lass ihre Kinder ab und an bei dir essen. Du arbeitest und bist eh unterwegs? Was kannst du deiner Nachbarin mitbringen. Verschwestert euch, bildet Netzwerke. Um ein Kind zu erziehen, braucht es eben ein ganzes Dorf.

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