Das Buch „Die einen tragen Steine, die anderen Gold“ ist ein hilfreicher Wegbegleiter für alle, die durch schwierige Zeiten, ungewollte Veränderungen und chronische Krisen gehen müssen. Der Autor macht mit dem Leser eine Reise durch die fünf Länder der Heilung: Das Land der Verdrängung, des Kampfes, der Trauer, der Akzeptanz und das Land Gottes. Dabei schafft er es, einerseits abwechslungsreich und teilweise unterhaltsam, andererseits auch strukturiert zu schreiben. Er erzählt von seinen Erfahrungen und greift Elemente aus der Psychologie auf, die er in Verbindung bringt mit Glaubensthemen und Bibelstellen. Dabei schafft er Bezüge, die so manches Aha-Erlebnis auslösen. Am Ende jedes Landes steht eine hilfreiche Zusammenfassung, eine Empfehlung zur Begleitung für Angehörige, geschrieben von Daniel Schulzes Ehefrau, und spannende Reflexionsfragen. Durch die Reise durch die fünf Länder der Heilung kann verstanden werden, dass Heilung Kraft und Zeit braucht. Und dass trotz allem neue Hoffnung erwachsen darf.
Sehr gelungen ist der Titel, in dem bereits der Perspektivwechsel angedeutet wird, auf den es Daniel Schulze ankommt. Beeindruckend ist die Lebensweisheit und Glaubenstiefe, die aus den Zeilen von Daniel Schulze sprechen. Beides ist das Ergebnis von durchlebtem Leid, das überwunden und gleichzeitig integriert wurde. Der Autor macht deutlich, dass unser Ziel bei einem chronischen Zustand – einer Krankheit, einem Verlust, einer Lebenssituation, die sich nicht einfach ändern lässt – niemals sein kann, diesen Zustand völlig hinter sich zu lassen. Es geht darum, sich auf den Weg zu machen, in den „Steinen“ das „Gold“ zu entdecken – als Prozess, nicht als schnelle Jestzt-auf-gleich-Lösung. Dabei ist der Glaube an einen Gott, der liebt, der rote Faden, der das Buch und den gesamten Prozess durchzieht.
von Anna Nill
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