Die Psychologin, Pädagogin und zertifizierte Kommunikationstrainerin Elisabeth Haag schaut den Menschen auf den Mund und zeigt in ihrem ersten Buch auf, woher missverständliche oder sogar verletzende Worte kommen. Dabei setzt sie sich leidenschaftlich für Außenstehende ein und möchte, dass alle gehört werden, damit Verbundenheit entstehen kann.
Sie schöpft aus einem großen Erfahrungspool, den sie mit neurowissenschaftlichen Erkenntnissen sowie biblischen Versen verknüpft. Dabei zieht sie das Glaubensfazit: Wer sich von Gott geliebt weiß, lässt den anderen diese Liebe auch in der Kommunikation spüren. Ihr Ziel ist es, dass jeder lernt, mit seinen Worten Brücken zu bauen, ohne dass Ängste oder Abwertung zu Missverständnissen und Trennung führen.
Haag hat ein gut strukturiertes Buch verfasst, das sie von Kapitel zu Kapitel langsam aufbaut: wie eine Pyramide, mit einem breiten Fundament, das mit Wahrnehmung beginnt, bis hin zur Spitze – der feinen Kunst des Verstehens untereinander.
Spannend sind ihre Ausführungen über das Gehirn, das in sein emotionales Gleichgewicht zurückfindet, wenn man seine Gefühle benennt und eine Situation umdeutet. Dazu ermöglicht sie einen leichten Zugang zu praktischer Umsetzung durch ihre verschiedenen Herzens-Hilfestellungen, wie neue Glaubenssätze, lyrische Ermutigungen oder neue Begriffe für eine verständnisvolle Kommunikation. Mit Beispielen zeigt Haag Gesprächssituationen auf, die Missverständnisse hervorrufen können. So führt sie behutsam zu den Schwächen, lädt ein zu Selbstreflexion und eröffnet neue Gesprächsmöglichkeiten.
Mit diesem Buch folgt die Autorin ihrem Wunsch nach einem Kulturwandel im Umgang mit Sprache. Das legt sie auch ihren Leserinnen und Lesern ans Herz.
Von Susanne van Hees
