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Fabienne Sita: Die Treppe

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Die dreißigjährige Fotodesignerin Fabienne Sita steckte in einer Krise: Mit ihrem Mann war sie für ein Jahr nach Australien gezogen. Doch während sich ihr Mann vor Ort in Studium, Stadt und Kirche schnell einlebte, fand sie trotz vieler Bewerbungen keinen Job. Auch Freundschaften mit Tiefgang vermisste sie. Dann wurde das Geld knapp. Dazu kam auch noch eine Krebserkrankung in der Familie. Sie war wütend auf Gott und enttäuscht. Kurz vor dem „finanziellen Ende“ zogen sie in die Schweiz zurück, wo sie eine Teilzeitstelle fand und der Mann weiterstudierte. Doch ihr Vertrauen in Gott war erschüttert. Da hat sie im Gottesdienst den Impuls, ein Buch zu schreiben. „Wenn Du Deine Geschichte nicht erzählen kannst, dann schreibe doch ein Buch darüber“, hatte der Prediger gesagt. Das reizt sie –doch worüber schreiben? Und wie? Selbstzweifel befallen sie. Doch da ist eine Stimme in ihrem Kopf: „Dreißig Tage.“ Sie fragt Gott, was er damit meint – und hört: „Dreißig Tage im Thronsaal.“ Doch wo soll der sein? Und wie dahin kommen? Nun sieht sie in einem Tagtraum vor ihrem inneren Auge Bilder und Szenen eines Thronsaals und beschließt, „Gott für den nächsten Monat eine neue Chance zu geben, mich zu überraschen.“ Anderentags hat sie das über ihrer To-do-Liste schon fast wieder vergessen. Doch ein Bild im Andachtsbuch zu Psalm 27 erinnert sie an den Thronsaal und sie entschließt sich, Gott dort aufzusuchen – dreißig Tage lang, per Tagtraum. Von dem was ihr dabei, wiederfährt, erzählt das Buch in dreißig kurzen Kapiteln.

Die parabelhaft anmutenden Episoden zeigen in sehr konkreten Bildern die Begegnung mit einem Gott, der stets gegenwärtig ist, aber doch unverfügbar bleibt und immer wieder für Überraschungen sorgt, indem er Fabienne Sita ihre Erwartungen vor Augen führt –nach anfänglicher Enttäuschung fügt sich aber immer alles zu ihrer Beglückung. Wir lesen also von einer Krisenbewältigung durch lebendige Gottesbeziehung – das erinnert ein wenig an „Die Hütte“, wobei hier die weniger spezielle Ausgangslage noch mehr zur Identifikation einlädt, denn mit Enttäuschungen und Schicksalsschlägen hat ja jeder zu kämpfen, doch Opfer eines Verbrechens wird zum Glück nur eine Minderzahl. Das erleichtert es auch, sich in der Begrenztheit des eigenen Erwartungshorizonts widerzuerkennen, mit der die Autorin immer wieder konfrontiert wird.

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Das Buch spricht daher vermutlich besonders solche Leser an, die sich in einer Krise nach einer solchen Gottesbegegnung sehnen. Andere Leser werden sich vermutlich wie bei der „Hütte“ fragen, inwieweit die sehr konkreten Bilder des Buches zu dem Gott passen, von dem die Bibel zu uns spricht. Schon am zweiten Tag gibt es da z.B. ein „Candle-Light-Dinner“ mit einem unsichtbaren Gott – der gleichwohl seinen Teller leert, was die Autorin mit „Freut mich, dass es dir [!] auch geschmeckt hat“ kommentiert, denn: „Wäre sonst ja auch seltsam, du[!] hast es ja schließlich selbst gekocht.“ Mit meinen Abendmahlsassoziationen fühlte ich mich da ein wenig im falschen Film. Letztlich ist die Frage, inwieweit solche Episoden mit ihrer Moral (Tag 4: „Überall dort, wo du in deinem Leben Gott bereits vertraut und mit ihm den Müll in deinem Herzen aufgeräumt hast, blüht neues Leben auf. Es ist Deine Entscheidung, wie groß dein Garten werden soll.“) zur theologischen Grundausrichtung des Lesers passen. Wer im Leben seines Glückes Schmied sein will und Gottes Hilfe am Erfolg dabei festmacht, wird sich davon eher angesprochen fühlen als jemand, der die Nachfolge Jesu über den Kreuzweg führen sieht. Anders als der Vorwortautor würde ich das Buch aber nicht „in einem Rutsch“ lesen, da man ja auch 30 Bonbons nicht auf einmal vertilgt. Die Gestaltung mit Sinnspruch und meist selbstgemachtem „Sinnbild“ lädt ohnehin dazu ein, täglich ein Häppchen zu genießen – und dann auf sich wirken zu lassen. Vielleicht eine nützliche Ergänzung für Ihre stille Zeit?

Von Th. Gawlick

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