Verlag: Gerth Medien
Seitenzahl: 280
ISBN: 9783957346650
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Lara Lessing: Jenseits der Fronten

Mit „Jenseits der Fronten“ möchte Lara Lessing den Lesenden an einem für sie prägenden Lebensabschnitt teilhaben lassen und weder einen Actionroman noch gehobene Literatur präsentieren. Vielmehr möchte sie ihre subjektiven Gedanken und Erlebnisse  weitergeben und dem Lesenden ein buntes Bild von einem wunderschönen Land vermitteln – was ihr auch gelungen ist. Alle Namen und Ortsnamen sind hierbei Pseudonyme.

Das Buch beginnt mit einem Rückblick auf die Kindheit der Autorin und ihr Interesse an fremden Menschen und Kulturen. Sie schildert, wie sie Kinderkrankenschwester wurde, ein Freiwilligenjahr in Kolumbien verbrachte, bei der Jüngerschaftsschule im Gebetshaus Augsburg viel über Gott und seine Liebe lernte. Schließlich fasst sie den Entschluss nach Afghanistan zu gehen.

„Menschen zu helfen, denen sonst vielleicht keiner hilft“, das ist ihre Intention und über eine deutsche Missionsgesellschaft wird sie an eine lokale Organisation vor Ort vermittelt. Nach einer Zeit des Spracherwerbs und der Kulturerfahrung wechselt sie von der Stadt in ein abgelegenes Dorf im Hochgebirge ohne Elektrogeräte, Wasser und mit Außentoilette.

Dort unterstützt sie ein Team, das Kurse abhält und Wissen rund um Schwangerschaft und Geburt vermittelt, denn die Kindersterblichkeit liegt dort bei bis zu 50 Prozent. Die Ursache hierfür ist vor allem Unwissenheit und das Festhalten an alten Traditionen.  Manche dieser idyllisch gelegenen Dörfer sind nur zu Fuß erreichbar – einmal wird sogar extra für sie eine Straße gebaut. Die Bewohner sind dankbar für diese Schulungen, verändert sich ihr Leben dadurch doch gravierend. Durch einfache Mittel ist ein großer Unterschied erzielbar, davon ist die Autorin beeindruckt. Genauso bewundert sie die Improvisationsgabe der Afghanen, wie sie selbst Kinder mit Behinderung und alte Menschen als wertvoll achten und sich ihr als Ausländerin gegenüber öffnen.

Das Buch ist gut zu lesen und gleichzeitig bereichernd, der Schreibstil einfach und unterhaltsam. Der Leser hat das Gefühl mit dabei zu sein, als Lara Lessing ihre ersten Erfahrungen in Afghanistan macht und z.B. ein Sandsturm ihre Wohnung in einen Sandkasten verwandelt. Und wer kennt schon den afghanischen Nationalsport „Ziegenfangen“ und weiß, dass die Afghanen aus Gewohnheit immer wieder kleine Silbenreime in normal gesprochene Sätze einbauen? Daneben erfährt der Leser auch Allgemeines über Afghanistan und dass seine Bewohner trotz vorherrschender Hoffnungslosigkeit herzliche, humorvolle Menschen sind.

Lara Lessing geht es „darum, dass in diesen Dritte-Welt-Ländern ganz normale Leute leben, die ganz normale Bedürfnisse haben wie wir auch“, dieses normale Leben aber wegen Armut, Krankheit oder Kriegen nicht leben können. Dies zu vermitteln ist ihr gelungen.

Von Birgit Graf

Leseprobe (PDF)

ZUSAMMENFASSUNG

Ein Buch, das tiefe Einblicke gibt in das Leben der Menschen in Afghanistan abseits des Krieges und einem die Schönheit und Besonderheit des Landes aufzeigt. Ganz nebenbei erleben die Lesenden auch die Höhen und Tiefen der Verfasserin mit.

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