Verlag: SCM Hänssler
Seitenzahl: 208
ISBN: 978-3-7751-5792-6
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Ulrich Parzany: „Was nun, Kirche?“ – Ein großes Schiff in Gefahr

„Was nun, Kirche?“ – mit diesem Titel greift Pfarrer und Evangelist Ulrich Parzany ein aktuell brisantes Thema auf. Schon in seinem Vorwort beschreibt er, um was es ihm in diesem Buch geht: den fehlenden „Widerstand gegen Entscheidungen von Kirchenleitungen und Synoden, die eindeutig Bibel und Bekenntnis widersprechen“ und nennt seinen Wunsch auf eine „Neubesinnung auf die Kernanliegen“.

Parzany geht zu Beginn auf die Kennzeichen der „heiligen christlichen Kirche“ ein – nicht als theologische Idee, sondern als weltweite Gemeinschaft. Wie im gesamten Buch untermauert er seine Aussagen mit Bibelstellen. Weiter zeigt er die Tabuthemen der Kirche auf: die verschwundene Autorität der Bibel, die mangelnde Qualität kirchlicher Arbeit, die fehlende „Einigkeit in der Pfarrerschaft über die Grundaussagen des christlichen Glaubens“. „Wer die Bibel liest, kann sich mit den bestehenden Verhältnissen in den Kirchen nicht abfinden“, schreibt Parzany. Er ist trotzdem davon überzeugt, dass Jesus auch in den Landeskirchen Gemeinde baut und zeigt Möglichkeiten auf, wie das konkret in den Gemeinden aussehen kann. Der Schaden sei groß, so Parzany, „meine Hoffnung aber, dass Gott durch den heiligen Geist die Kirche erneuern kann, ist größer.“ Einen Auftrag zur Umsetzung der biblischen Grundlage sieht er auch in den Landeskirchlichen Gemeinschaften und Freien Werken. Zum Schluss geht Parzany noch auf die Hoffnung lebendiger Gemeinden ein und nennt Problemfelder von Mission hierzulande. Er zitiert Paulus, der als leidenschaftlicher Evangelist flexibel war, wenn es um Formen und Fragen des Lebensstils ging, und gleichzeitig am Inhalt des Evangeliums klar festhielt. Das Buch endet mit der Frage an uns alle, ob „es uns an Vertrauen auf den lebendigen Gott und sein Wort“ fehle.

Auch wenn ich den Anfang der Lektüre als etwas zäh empfunden habe, halte ich sie für wichtig, da sich der Laie darin über den Zustand der Landeskirchen informieren kann. Und wer leise Zweifel an manchen Entscheidungen der Kirchenleitungen hat, kann nun unverständliches Handeln eher nachvollziehen und ganz konkret lesen, was schief läuft und anders laufen sollte. Doch es ist nicht nur ein Buch, das den Finger auf wunde Punkte legt, sondern das gleichzeitig auch ermutigen will, an der Gemeinde Gottes festzuhalten und sich für Jesus Christus einzusetzen; den Mund aufzumachen anstatt einfach nur zu schweigen.

Von Birgit Graf

Leseprobe: Was nun, Kirche? (PDF)

ZUSAMMENFASSUNG

Nicht grundlos landete diese Buch schon kurze Zeit nach seinem Erscheinen im Juli 2017 auf Platz 11 der Spiegel-Bestsellerliste "Religion". Schließlich greift es ein Thema auf, über das in der Kirche schon viel zu lange geschwiegen wird – das fehlende „Bekenntnis zur Autorität der Bibel als Wort Gottes“. Es bleibt zu hoffen, dass Parzanys Worten jetzt Taten der Leser folgen.

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