In seinem Redaktionsvolontariat bei Jesus.de hat Nathanael Ullmann viel Schönes erlebt. Eine Sache stürzt ihn allerdings regelmäßig in Glaubenskrisen: die Kommentare auf Facebook.

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Von Nathanael Ullmann

Wäre die Jesus.de-Facebook-Community meine Familie, hätte meine Frau bis heute nicht ihre Schwiegereltern kennen gelernt. Denn mit welchem Hass dort mitunter gegen Mitchristen gewettert wird, das ist nur schwer auszuhalten. Zwar nicht an den meisten Tagen – oft ist es in der Kommentarspalte ruhig und friedlich. Aber wehe, wir berichten über ein Reizthema – Abtreibung etwa, Olaf Latzel – oder gar der Evergreen Homosexualität. Dann vergehen keine zehn Minuten und es wird anderen Christen das Christsein abgesprochen, es wird beleidigt und degradiert. Und das nagt ehrlich an meinem Glauben.

„Wenn das die Gemeinde Jesu ist, will ich dann wirklich Teil davon sein?“

Sollen in dieser Löwengrube wirklich die Erlösten sein? Sind das wirklich die Menschen, die aus Freude über ihre Errettung die Nächstenliebe als ihr höchstes Gut ansehen? Es kommt leider viel zu oft vor, dass ich daran zweifle. Dass Jesus mit den Sündern gegessen hat und der Gesunde keinen Arzt braucht, weiß ich. Aber dass die wütende Meute meine Brüder und Schwestern im Glauben sind, ist trotzdem nur schwer anzunehmen. Wenn das die Gemeinde Jesu ist, will ich dann wirklich Teil davon sein? Mir tut es um all die Nichtchristen leid, die durch Zufall auf unsere Seite stoßen. Die mehr über den Glauben erfahren wollen – und stattdessen diese Kommentare finden.

Streiten ja, aber richtig

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Dabei ist es gar nicht so, dass ich Friede, Freude, Eierkuchen will. Dieser Vorwurf kommt ja oft genug, wenn jemand laut „Bitte mehr Liebe!“ schreit. Ich bin überzeugt, dass wir über unsere Ansichten diskutieren dürfen, sogar müssen. Davon leben der Glaube und unsere Webseiten. Aber bei Beleidigungen, Diffamierungen und dem Ausspruch, dieser oder jener könne ja kein echter Christ sein, da ist eine Grenze überschritten. Niemand kann dem anderen ins Herz schauen. Übrigens können sich Liberale wie Konservative diesen Schuh anziehen. Denn in den vergangenen zwei Jahren habe ich beiderlei Seiten zur Genüge ermahnen müssen.

„Regelmäßig musste ich Menschen zurechtweisen, deren Meinung ich im Grunde teile.“

Und oft sind es nicht einmal die Thesen selbst, die mich so erschüttern. Dass wir Christen unterschiedlichster Meinungen sind, war mir lange schon bewusst. Es sind die Worte. Aus denen lese ich immer wieder kein liebevolles Anstoßen, sondern lediglich Rechthaberei. Regelmäßig musste ich Menschen zurechtweisen, deren Meinung ich im Grunde teile. Sie haben nur jeglichen Anstand bei der Wortwahl überschritten. Die Reaktion war nicht selten, dass wir als Redaktion angegriffen wurden. Denn offenbar seien wir ja auch welche von „denen“. Dabei ging es uns lediglich um den Umgangston. Mitunter habe ich manch einen Diskutierenden sogar zu Unrecht gerügt – einfach aus der Angst heraus, dass die Diskussion eskalieren könnte.

Ein Gegenbeispiel

Ich habe mich schon manches Mal gefragt: Würden sich zwei Kommentatoren, die sich gerade besonders in den Haaren liegen, ebenso verhalten, wenn sie an einem Tisch zusammensäßen? Ich bezweifle das. Das Internet begünstigt es, Grenzen zu überschreiten. Aber muss das wirklich auch bei Christen so sein?

„Ich brauche das Fangnetz der Redaktion.“

Ich bin froh, dass ich in meinem Volontariat diese Redaktion kennenlernen durfte. Weil hier Christen aus allen möglichen Gemeinden zusammenarbeiten: Landeskirchler, FeGler, Brüdergemeindler, Hausgemeindler und Baptisten. Der Bundes-Verlag ist bunt, voller gegensätzlicher Meinungen. Und trotzdem steht hier nicht das Trennende, sondern das Verbindende im Vordergrund. Auch wir diskutieren gerne, aber wir tun das nicht schreiend. Und dieses Fangnetz habe ich bitter nötig, wenn Facebook mich mal wieder am Leib Christi zweifeln lässt.

Nathanael Ullmann ist Germanist und Theaterwissenschaftler. Nach seinem Volontariat wird er dem Bundes-Verlag als Onlineredakteur und Fundraiser erhalten bleiben.

Kommentare auf unserer Webseite Jesus.de geben die Meinung des/der jeweiligen Autors/in wieder, nicht zwangsläufig die der gesamten Redaktion oder des SCM Bundes-Verlags.

34 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Vielen Dank für diese ehrlichen und offenen Worte! Da wurde der Nagel direkt auf den Kopf getroffen!
    Weiter so!!!! Sicher wird sich der ein oder andere Leser dieses Kommentars ertappt fühlen! Hoffentlich bewirkt das ein Umdenken! Gott segne Sie, Herr Ullmann, und die gesamte Jesus.de-Redaktion für Ihre wertvolle Arbeit!

  2. Wer ml auf jesus.de unterwegs war und sich als Katholik geoutet hat, kann nur bestätigen was da steht.

    Warum es Christen gibt die anderen das Christsein absprechen, aber selber nicht wirklich das Leben was Jesus gesagt hat, das weiß ich nicht….

    • Sofern dieser Katholik in jedem zweiten Post erklärt wieviel besser die katholische Kirche sei, kann ich diese Reaktionen jedoch sehr gut nachvollziehen! 😉

      • Lieber Andreas,

        tatsächlich haben wir die Erfahrung gemacht, dass unsere Nutzerinnen und Nutzer oft keinen Anlass brauchen, um unfair gegen die katholische Kirche zu wettern 😉

        Liebe Grüße
        Nathanael

        • Das mag schon sein, lieber Nathanael.

          Doch es gilt umgekehrt genauso. Mir ist es auch schon passiert, dass ich, wenn ich den Sinn einiger Praktiken der rkK nur andeutungsweise hinterfragt habe, als „Gottesleugner“ bezeichnet wurde. Doch ich gebe zu, dass manches, was Katholiken an den Kopf geworfen wird, weitaus schlimmer ist. Das wäre durchaus mal einen separaten Kommentar von Euch wert. 😉

          Liebe Grüße
          Andreas

      • „Besser“??? Lieber Andreas, es gibt nur eine katholische Kirche! Die ist nicht „besser“, die ist die einzige Kirche Christi.

        Du meinst ich sag das im Scherz? Naja – mir ist schon klar das nur wenige diese Aussage verstehen. Und zugegeben, da sie so oft missbraucht wurde, sollte ich wohl eher vorsichtig damit umgehen. Aber ich versuche es trotzdem einmal:

        Dem Grundsatz der einzigen allumfassenden katholischen Kirche liegt die Wahrheit zu Grunde, daß Jesus eben keine Denomination, Konfession oder Jurisdiktion gründen wollte – er wollte eine Kirche (nun ja, historisch ist nicht mal sicher, ob er überhaupt eine Kirche wollte. Der Ausspruch in Mt 16,18 ist ja ziemlich umstritten – aber lassen wir das mal beisei-te) seiner Nachfolger – und die sollte weder römisch-katholisch noch lutherisch, nicht baptistisch oder pfingstlerisch, auch nicht altkatholisch oder orthodox sein, nicht Zeugen Jehovas oder The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints heißen. Sie sollte gar keine Institution sein, sondern die Gemeinschaft der Nachfolger – nicht weniger!

        Das Problem ist daher gar nicht die Aussage, das es nur eine katholische Kirche gibt – das Problem sind diejenigen die sagen: Genau! Und das ist die …. s.o.

        Herzlichst,
        Conrad

        • Tja liebe Jesus.de-Community, es gibt hier eben auch eine „kleine radikale Minderheit“ von Katholiken, die Jesus-Fans oder gar pfingstlich angehaucht sind… Und die sind ebenfalls so bunt wie die weltweite Kirche Jesu Christi generell, von konservativ bis ungeduldig zukunfts-zugewandt!

          Als Pfingstler mit kath. Migrationshintergrund differenziere ich gerne noch weiter, nämlich zwischen „katholisch“ wie es im Urtext der Glaubensbekenntnisse heiißt (auf die sich die meisten Freikirchen ja auch berufen) und der dezidiert römischen Version der Kirche Gottes. Für den Disput sollte ihr nachkonziliares Selbstverständnis herangezogen werden und nicht das des 19. Jhhdts. oder gar des Mittelalters. Das kann jeder nachlesen in „Lumen Gentium“ und „Gaudium et spes“ oder im aktuellen Katechismus der kath. Kirche (KKK – „anthropologische Wende“, die gerade in atemberaubendem Tempo von Johannes Reimer und Tobias Faix aufgeholt wird!). Dass selbst manche römischen Kurien immer noch nicht begriffen haben, was das für Konsequenzen für das Amts- und Weiheverständnis bedeutet, ist deren Problem.

          Aber Klerikalismus, hierarchische Leitungsstrukturen in den Mulitsite-Gemeinden und promihaften Prediger-Starkult gibt es ja auch bei uns Freikirchlern, da müssen wir uns nichts vormachen! Also versuchen wir, sachlich zu bleiben und niemandem den richtigen Glauben abzusprechen, der mit uns auf dem Weg ist. Und solange wir in Konfessionen zerstritten sind, wird es keine Erweckung geben, denn nach Joh. 17, 21 sind wir alle unbiblisch – alle! Einander zuhören – miteinander Reden – aufstehn, aufeinander zugehn, voneinander lernen, versöhnen und verzeihn… Wir kennen diese Lieder. Lasst uns noch heute damit weitermachen!

        • Lieber Conrad,
          mir ging es weniger um die genaue Definition des Begriffs als darum, dass die römische Kirche einen Alleinvertretungsanspruch erhebt. Sie lässt immer wieder durchscheinen, dass sie sooo viel besser und erlöster und treuer sei als alle, die nicht zur rkK gehören. Dabei lassen sie die Tatsache, dass wir Protestanten ja quasi von ihnen hinausgeworfen wurden und den Status als „Christ“ schlicht aberkannt bekamen (inzwischen sind wir zumindest geduldet!) genaso außer acht wie den Umstand, dass sie sich selbst im vierten Jahrhundert von ihren Geschwistern im Osten gelöst hat und seit dem elften Jahrhundert den Anspruch erhob, die „einzig wahre Kirche“ zu sein. (gegenüber den Orthodoxen und den Kopten ist sie inzwischen etwas zurück gerudert)
          Der Begriff „Kirche“ ist genau genommen im griechischen Urtext des Matthäusevangeliums nicht zu finden. Wenn die römische Kirche den Begriff „Kirche“ verwendet, dann macht sie meist deutlich, dass sie ihn dabei fast ausschließlich auf sich selbst bezieht und wir „Protestanten“ erst wieder dazu gehören, wenn wir mehr oder weniger reuevoll in die Arme des Vatikans umkehren.

          Manche Katholiken können dies in den Diskussionen genauso gut, wobei ich immer wieder feststellen darf, dass einige von ihnen die offizielle Lehre ihrer Kirche offenbar selbst nicht richtig kennen! 😉

          Gemeinde Christi ist keine „Kirche“. Sie ist die Gemeinschaft der Heiligen. Heilig ist jeder, der sein Leben Jesus anvertraut hat. Keiner braucht ihn dazu ernennen und kein Mensch kann ihm dies verwehren. Genauso wenig gibt es einen „Stellvertreter Christi“ – aus dem einfachen Grund weil Jesus uns zugesagt hat, dass Er „alle Tage“ be uns sein wird (Mt 28,20) Ein König, der niemals abwesend ist, der braucht auch keinen „Stellvertreter“. Und Petrus lag zwar das Herz auf der Zunge, so dass er sich einige Male durch seine Aussagen hervortat. Er wurde aber nirgends als „Oberhaupt“ der Apostel behandelt.

          • Moin Andreas,
            und genau darum streiten ja katholisch Konservative und katholisch Progressive: Ob de römische (!) Version der weltweiten Kirche Gottes weiterhin die Alleinvertretung beansprucht oder nicht. Das entscheidende Wort im Konzilstext (Lumen Gentium 8, 2 ff) ist: Die Kirche „subsistiert“ als kath. Kirche, ins Deutsche unspektakulär als „ist verwirklicht“ übersetzt. Es steht da also nicht „existiert“. Außerdem betont der Kontext die „einzige“ Mittlerschaft Jesu Christi (also weder Maria noch die Kirche selbst) und weitet den Kirchenbegriff auf andere Konfessionen aus, was durchaus revolutionär ist. Zu diesem Komplex hat es eine umständlich-konservative Interpretation der Glaubenskongregation (damals Ratzinger) gegeben, so in dem Sinne, dass dieses „subsistit“ nicht etwa eine Unterordnung der röm.-kath. Kirche unter eine „eigentlich“ katholische, quasi unsichtbare Kirche beinhalte, sondern einfach nur das „besondere“ der röm.-kath. Kirche charakterisieren wolle – nach meinem Verständnis ein Zurückrudern. Aber es steht da halt „sub“-sistit und ist für mich ein Brückenschlag zu reformierten Ekklesiologien. Das wird uns dann auch entspr. vorgeworfen, wir würden die kath. Kirche „protestantisieren“, besonders hier im Norden Deutschlands. Umgekehrt gibt es in meiner Nähe eine freikirchliche Gemeinde (MV), die in ihrem Profil mal den Mut hatte, sich nicht nur als „biblisch“, „charismatisch“, „evangelisch“ zu bezeichnen, sondern auch als „katholisch“ (im eigentlichen Sinn). Wohl weil das leider immer noch zu Missverständnissen führte, hat man das jetzt aktuell wieder fallen gelassen. Schade1 Immerhin hat der kath. Dechant dort mal eine Sonntagspredigt gehalten (ich hab dann gefragt, ob es auch einen Kanzeltausch gegeben habe: leider nein. Schade!) Also: Es gibt noch viel zu tun. Packen wir’s an! Das geht auch in Corona-Zeiten, vielleicht sogar besser als vorher.

            • Lieber Bernd,
              seit gut vierzig Jahren verfolge ich das Gezerre zwischen der rkK und anderen Denominationen. Was dabei heraus kam, lässt sich von Seiten des Vatikans in einem einzigen Satz zusammenfassen: „Im Prinzip habt ihr alle recht aber im Detail weiß es die katholische Kirche eben besser.“

              Das erlebte ich bereits in den frühen 1980ern als die EKD ihr „Entsetzen“ äußerte, dass, trotz „fruchtbarer Verhandlungen“ die rkK das gemeinsame Abendmahl weiter verbot (ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der die meisten ökumenischen Gottesdienste illegal waren, weil der katholische Priester sich kurzerhand über das Verbot seines Bischof hinweg setzte). Ich erlebte es, als mir bewusst wurde, dass kirchliche Kulthandlungen höher eingestuft wurden als die persönliche Entscheidung für Jesus Christus. Dass es wichtiger war, ein „guter Katholik“ zu sein als ein bekehrter Christ. Oder als ich Christen mit animistischen Wurzeln begegnete (konkret von indonesien und den Philippinen), die berichteten, dass schwarz gekleidete Männer die alten Götterstatuen in den Feldern durch neue ersetzten, die sie „Heilige“ nannten, die Dorfbevölkerung mit Wasser besprengten und ihnen erklärten, sie seien ab sofort Katholiken.

              Auch hier wurde den „einfachen Christen“ (rk Theologen verwenden diesen Begriff auffallend oft!) immer wieder suggeriert, es genüge vollauf, sich taufen zu lassen und die – oft von heidnischen Vorbildern geprägten – römischen Riten zu befolgen. Ich stieß bei katholischen Theologen immer wieder auf die Auffassung, dass es vielleicht gar nicht so gut sei, wenn das „einfache Volk“ zu viel von der biblischen Lehre mitbekam (Die Bibel wurde erst 1950 vom Index entfernt). Dass es relativ egal sei, woran sie glaubten, solange sie nur katholisch getauft waren. Ein Pastoralreferent erklärte mir, dass doch „alles ganz einfach“ sei: „Kommt zurück in die Arme der Kirche. Erkennt den Papst als euer Oberhaupt an. Dann braucht ihr euch um die ganzen biblischen Fragen nicht (mehr) zu kümmern!“

              Das Ergebnis ist, dass viele noch offiziell der katholischen Kirche angehören und sich für „gute Katholiken“ halten, obwohl sie sich schon lange heidnischen Kulten zugewandt haben. Nicht grundlos konzentrieren sich in Deutschland Anhänger von Esoterik und New Age auf katholisch geprägte Regionen wie z.B. München. Und nicht grundlos fällt es Katholiken besonders leicht, zum Buddhismus zu konvertieren (empfehlenswert: das Buch „Ich war Buddhist“ von Martin Kamphuis): Schon bei den rituellen buddhistischen Handlungen mit Gold, Weihrauch und Glöckchen besteht für einen „einfachen Katholiken“ kein allzu großer Unterschied zum Katholizismus.

              Egal wie groß auch die theologischen Übereinstimmungen sind, so kommt von katholischer Seite immer wieder das Argument, dass es „prinzipiell“ zwar Gemeinsamkeiten in der Lehre gäbe, sie „im Detail ganz anders“ sei.

              Mir selbst ist es vollkommen gleich, ob jemand der römischen, der lutherischen, baptistischen, methodistischen, pfingstlischen oder irgend einer anderen Denomination angehört. Einzige Glaubensgrundlage ist die persönliche Entscheidung zum Mensch gewordenen Schöpfer des Universums. Doch auch wenn es immer mehr katholische Theologen gibt, die dies predigen, so gehört die römische Kirche für mich zu denen, dieihren Mitgliedern diesen Schritt eher erschwert. Ich habe mich schon häufig gefragt, wer denn letztendlich bereit ist, dafür die Verantwortung vor Gott zu übernehmen…

  3. @Nathanael – mit dieser Beobachtung stehst du nicht alleine mir geht es schon lange so dass ich mich frage ob ich zu diesem Haufen Christen noch dazu gehören möchte das sind leider nicht nur die Erfahrungen die ich im Netz gemacht habe sondern leider auch ganz persönliche Erfahrungen mit Christen unterschiedlichster Denominationen. Leider

  4. Seit Karfreitag gönne ich mir eine Facebook-Auszeit. Nicht nur, aber vor allem, weil ich immer wieder erlebe, wie gerade Christen miteinander umgehen. Dabei sind sich Einige nicht zu schade, Tatsachen so zurecht zu biegen, dass man dem Anderen einen Strick daraus drehen kann. Manche verfallen in einen regelrechten Beißreflex, wenn bestimmte Worte fallen. Auch Bibelstellen werden wahllos oder unvollständig zitiert: Hauptsache man kann sie andern um die Ohren hauen! Das ist der Gemeinde Jesu unwürdig!

    Seit Karfreitag geht mir zwar noch einiges nach, male ich mir auch manchmal aus, wie ich Manchen wohl angemessen geantwortet hätte. Doch letztlich geht es mir immer besser! Vielleicht sollte ich darum beten, wann – und ob überhaupt – die Zeit reif ist, mich wieder in die Diskussionen zu stürzen!

    Eines ist mir dabei inzwischen wichtiger geworden: Jesus hat vor allem die „Superfrommen“ angegriffen. Wie weit bin ich bereit, mich mit diesen Pharisäern und Schriftgelehrten zu identifizieren indem ich sie nachahme?

  5. Lieber Nathanael, danke für diese wichtigen Worte. Ich kann es manchmal auch nicht begreifen warum Christen so aggressiv sind. Das ist Überheblichkeit, d.h. seine Meinung ist die einzig richtige. Da muss ich an die Pharisäer denken.
    Weiter alles Gute und verliere nicht den Glauben! Jesus musste es auch aushalten, also bist du in guter Gemeinschaft 🙂

  6. Freue mich jeden Abend, wenn Sie ein Thema etwas vertiefter angehen!
    Danke für die Offenheit, gerade auch heute für das klare Feedback von Nathanael Ullmann.
    „An unserer Liebe untereinander werden wir als Christen erkannt“…
    Wohl sind wir alle auf dem Weg, begnadete Sünder mit Ecken und Macken – aber so verbiesterte Hickhacker sind ehrlich gesagt eine Schande für unsern Herrn. Es sind leider oft diese „Christen“ die gar nicht verstehen, warum niemand etwas von der guten Botschaft wissen will, die sie doch so gerne an die Leute bringen möchten.
    Taten sprechen lauter als Worte…

  7. Tut mir leid, Nathanael, für Deine Erfahrungen. Ich bin 60 Jahre alt und habe mein Arbeitsleben in sog. christlichen Firmen, meist Verlage, verbracht. Es ist überall so, wie Du es schilderst. Jesus wußte sicher warum er (wie in Joh. 17 berichtet) für Einheit betete. Manchmal frage ich mich allerdings, ob Klugmeierei nicht auch ein typisch deutsches Merkmal ist. Ich mag das Adonia Lied „Unser Land“, in dem es heisst: Herr, erbarm dich über unser Land. Sei gestärkt und ermutigt, lieber Nathanael, und schaue auf Jesus. Danke für Deinen Dienst!

  8. Wir CHRISTEN sind eine Schande, natürlich nicht im Einzelfall, aber pro Wohnort und weltweit. Warum ? Lies weiter, dann wird es klar: Wenn wir als CHRISTEN vor dem HERRN und der Welt bestehen wollen, müssen wir endlich beginnen alles zu demontieren (z.B.unsre unbiblischen GemeindeNamen bis hin zu den Briefköpfen) was die EINHEIT unter uns bisher unmög-lich machte. Nämlich falsche Vielfalt auf Kosten der EINHEIT also Akzeptanz von Konfessionen (gelebte Spaltungen). Auch wenn wir das seit vielen Jahrhunderten nicht anders kennen, es ist falsch … !!! Ohne EINHEIT sind wir ein gefundenes Fres-sen für den Zeitgeist, für den FEIND, für den Islam etc. Vorallem sind wir CHRISTEN vor dem HERRN und der Welt unglaub-würdig !!! Es erfordert feste Herzen um gegen die geistig-geistliche Trägheit, die Schande der fehlenden EINHEIT pro Wohnort, endlich entschieden vorzugehen … ! Nur ein Kriterium ist entscheident: „Wer von Herzen CHRISTUS vertrauen und gehorchen will und bekennt, dass ER sein RETTER und ERLÖSER ist , der ist BRUDER und SCHWESTER und gehört zum LEIB des CHRISTUS pro Wohnort und weltweit. Alle anderen Kriterien sind total unnötig, spaltend und falsch !!!

    • Entschuldigen Sie bitte aber der Islam ist nicht unser Feind. Wenn man sich mit den Islam beschäftigt erkennt man das wir mehr gemeinsam haben als Dinge die uns trennen. Meine beste Freundin ist gläubige Muslima . Mein Mann griechisch orthodox , meine Eltern Atheisten und ich bin seit 3 Jahren Christin ohne Kirche . Alles geht mit Toleranz. Jeder muss seinen Weg zu Gott finden ich glaube er hat viele Wege .

  9. Was Nathanael einerseits über den Streit unter Christen und andererseits über die häufige Unfähigkeit des konstruktiven Streites schreiibt, teile ich vollständig. Ich selbst bin zwar ein Verwaltungsmensch, aber in einer sozialen Beratungsorganisation viele Jahrzehnte Mitarbeiter gewesen. In diesem Zusammenhang vertrete ich leider die These, daß ein firiedlicher konstruktiver Streit wie ein Yeti ist, der oft in den Mund genomnmen wird, aber nie anzutreffen ist. Es ist nämlich sehr schwer, in einem Bereich der Werte und Normen fair über unterschiedliche Sichtweisen zu disktueren, weil es uns im Innersten alle selbst betreffen. Wir brauchen mehr Streitkultur, das Einüben von Toleranz und auch das Gebet.

  10. Ja, die Zeiten sind rauer geworden und jeder spürt das. Ob Polizist, Klimaaktivist oder Politiker. Aber das ist die Welt. Dass der raue Umgangston vor uns Christen nicht Halt macht, sollte einem zu Denken geben. Denn Jesus sagt in Johannes 13, 35 „an eurer Liebe untereinander werden sie erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“
    Oder anders: „Was wir unserem nächsten sagen, dass sagen wir Christus!“ Auch ich selbst sollte mir das häufiger vor Augen führen, nicht nur online.

  11. Ein solches Rechthaberisches Verhalten, gibt es auch in der Realität. [Verurteilung einer Privatperson von der Redaktion entfernt.] Menschen die nur Ihre Sichtweise durchsetzen wollen, und dass mit Androhung einer nichtexistierenden Hölle, ist ein „Glaubens-Diktator“.
    Eine solche Gemeinschaft von Glaubens-Diktatoren, ist Gift für den Menschlichen Geist.

    • Hallo Andreas,

      die Hölle hat seit Golgatha Insolvenz angemeldet, aber wie im irdischen Verfahren dauert dies auch in Gottes Ewigkeit bis zu unser aller Erlösung doch etwas länger. Jedenfalls wir sind es, angefangen bei Kain oder auch bei Judas, oder in den KZ sowie den Kriegen, die eine Hölle noch am Laufen halten. So ein kleiner Kain oder Judas steckt in uns allen, und der Abgrund in uns schaut in uns hinein. Aber er kann mich nicht mehr schlucken. Gott ist immer größer, als wir ihn uns denken.Jedenfalls sollte uns das dankbar gegenüber dem Himmel machen und für wenigstens ein bißchen mehr Frieden auch unter uns Christen sorgen. Demokratisch miteinander umzugehen ist genauso erlaubt und der Versuch, die Auffassung des anderen jedenfalls für denkbar richtig zu halten. Es gibt nichts schlimmeres als Christen, die im Besitz absoluter Wahrheiten sind. Aber da sollten wir alle zuerst den Balken aus dem eigenen Augen ziehen.

      • Die Hölle hat zwar für die Nachfolger Jesu keine Bedeutung mehr, Bernd. Aber sie existiert immer noch. Dabei sollten wir jedoch nicht dem abendländischen Irrtum verfallen, die Hölle wäre die Wohnung des Teufels. Satan ist nach wie vor der Fürst dieser Welt und auch er fürchtet sich nicht grundlos vor der Hölle. Wir Christen leben nach wie vor in einer gefallenen Welt, in der all die schrecklichen Dinge passieren, die uns zum „kleinen Kain“ oder „Judas“ werden lassen. Sie wird nach wie vor von Satan beherrscht. Die Abkehr davon ist jedoch kein langsamer Prozess, der sich „bis zur Erlösung“ etwas länger hinzieht. Sie ist ein Akt der persönlichen Entscheidung.

        Jesus hat Seine Jünger vor der Hölle gerettet. Egal, wie sehr sie auch in alten (sündigen) Gewohnheiten verfangen sein mögen. Er ist der einzige Ausweg, den ich Dennis Cardona (!) gegenüber angedeutet habe. Dabei ist es völlig egal, ob wir rechts herum oder links herum um den Altar ziehen, ob wir das Abendmahl ausschließlich „Eucharistie“ nennen, ob wir uns bekreuzigen oder das Vaterunser als Zauberformel verwenden. Entscheidend ist allein die Zugehörigkeit zu jesus Christus. Denn nur Er bewahrt uns vor dem Feuersee, wie er in der Offenbarung beschrieben ist. Und das ist keine Frage der Demokratie, die ich ansonsten – auch unter Christen! – für sehr wichtig halte!

        • Hölle verliert Geschäftsgrundlage

          Lieber Andreas,
          ich habe geschrieben, die Hölle habe Insolvenz angemeldet. In dieser sehr bildhaften Formulierung steckt die Logik, daß nur etwas Existierendes langsam an ihr Wirkungsende kommt. Mit vielen (nicht allen) Gläubigen, die mit modernisierter Theologie nicht allzu viel am Hut haben, betrachte ich die Hölle als den Abgrund in mir, der in mich hineinschauen kann und eine Eigendynamik besitzt. Je mehr ich Gott in meinem Leben wirken lasse, umso mehr wird mein inneres Dunkel hell. Gegen diese Vorstellung kann man nicht allzu viel einwenden. Die Hölle verliert ihre Geschäftsgrundlage, weil der Sohn Gottes unsere Sünde – die Schuld unserer Trennung von Gott – wie in einem Dokument eines Notars ans Kreuz genagelt und damit durchgestrichen hat. Daß Gott unendlich Menschen in einer Hölle quält, ist absolut mit der Botschaft von Jesus unvereinbart. Etwa beim Gleichnis vom Verlorenen Sohn oder von dem Hirten, der die 99 Schafe verlässt, um das eine zwischen den Dornen zu suchen und heimzutragen. Da sehe ich nicht die Strafe an dem
          Flüchter aus der Herde. Gottes Wort ist mE immer Gottes Wort durch Menschenwort. Biblische Texte müssen daher immer ausgelegt werden. Aber das ist ein weites Feld. Ich bin kein Theologe und habe mit diesem Berufsstand keinen Vertrag. Aber der Glaube, der in der Liebe seine Verwirklichung findet, ist mit der Vernunft nicht verfeindet. Da Jesus fordert, seinem Nächsten 77×7 zu vergeben, wird Gott auch so handeln. Da verweise ich auch auf 1. Korinther 13, oft auch damit erklärt, er beschreibe Gottes Wesen .Gottes Strafe ist Liebe und er handelt nicht wie ein absolutistischer Herrscher des Altertums. Da gibt es bei Untreue und schon bei abweichenden Gedanken die Todesstrafe. Die Hoffnung auf eine letztendliche Allversöhnung, daß sich alle gestorbenen Menschen mit Gott freiwillig versöhnen beschreibt eigentlich die Unmöglichkeit, daß Gott mit seinem Werk der Erlösung scheitert. Die absichtslose Hilfe und Liebe etwa in Diakonie und Caritas, oder im privaten Bereich, so wie sie Jesus auch auf seinem Missionsweg tätigte, beweist die Behauptung, daß Gott jeden Menschen ohne Vorbedingungen liebt. Im übrigen entspricht dies meiner Glaubenserfahrung. Dazu zählt wohl auch die Erfahrung Martin Luthers, daß man sich Gott nicht gnädig stimmen muss, er war und ist es schon immer gewesen. Christus Auftrag ist es, die Welt zu erlösen und nicht eine winzig kleine Minderheit.

          • Lieber Bernd,
            so ganz kann ich Dir nicht zustimmen. Jesus selbst spricht eindeutig von der Hölle als Ort des Endgerichts, so wie sie auch in der Offenbarung beschrieben ist. Er warnt eindringlich davor. Ist Jesus nun der Mensch gewordene Schöpfer des Universums, wovon ich felsenfest überzeugt bin, dann ist dies nun mal eine Tatsache. Egal, was moderne – oder mittelalterliche – Theologie dazu sagt!

            Nur so ist auch z.B. Johannes 3,16 zu verstehen: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Rettung setzt immer einen aktiven Schritt des Glaubens, eine bewusste Entscheidung dazu, voraus. Genau dies hat auch Martin Luther erkannt und gelehrt. Und genau dies hat der verlorene Sohn im Gleichnis getan: Er ist zum Vater umgekehrt.

            So wie der Mensch sich durch Adam bewusst gegen Gott entschieden hat so muss er sich auch bewusst für ihn entscheiden. Allversöhnung ist eine Erfindung des Humanismus. Und Jesus hat deutlich darauf hingewiesen, dass es auch ein „zu spät“ geben kann, z.B. im Gleichnis der zehn Jungfrauen (Mt. 25, 1-13) Im gleichen Kapitel berichtet Matthäus auch von Jesu Endzeitrede vom Gericht über alle Menschen (31-46)

            In einem kann ich dir jedoch zustimmen: Ist man erst einmal gerettet, so ist man für immer gerettet. Es sind keine wiederkehrenden Glaubens- und Bußrituale nötig, genauso wenig wie das Einhalten bestimmter Formen. Nächstenliebe ist dabei nicht die Voraussetzung von Gottes Liebe. Sie ist das Ergebnis. Je mehr wir uns Jesus zuwenden, desto mehr strahlt Seine Liebe durch uns auf andere.

            Gäbe es die Allversöhnung, so wäre der Missionsauftrag Jesu überflüssig. Und nicht nur das: Dann wären sämtliche Predigten und Bußaufrufe Jesu überflüssig, ebenso wie zuvor die Erwählung Israels als Gottes Volk.

  12. Lieber Nathanael
    Danke für deine mutigen, ehrlichen Worte.
    Es bewegt mich auch immer wieder wie schnell man selbst im Disskutieren den anderen „angreift“. Ich bewegt auch wie schaffen wir als Christen oder eigentlich jeder einzelne uns in unserer Unterschiedlichkeit anzunehmen und auszuhalten
    Ich denke wir können immer wieder nur von Jesus lernen.
    Danke daß trotzdem von Jesus.de immer wieder „schwierige “ Themen angesprochen werden und informiert.
    wird, ein Dankeschön an alle Mitarbeiter und Gottes Segen
    Liebe Grüße Andrea

  13. Wäre schön, wenn es dazu einen Hinweis gegeben hätte, wie man mit Christen umgeht, die von der Wahrheit Gottes zum Thema Homosexualität abgefallen sind. Oder was soll man als gläubiger Christ davon halten vom absoluten Absoluts- und Wahrheitsanspruch der katholischen Kirche als nur Ablehnung? Ja, ich steh dazu, dass ich diese Haltung der katholischen Kirche ablehne. Also wenn das nicht mehr angesprochen werden darf, dann kann auch kein Licht in die Finsternis scheinen.

    • Lieber Sven,

      wie ich im Artikel schon schrieb: Ich glaube nicht, dass solche Themen nicht angesprochen werden können. Die Frage ist das Wie. Es ist eben ein Unterschied, ob ein Nutzer schreibt: „Ich persönlich halte nach meinem Studium der Bibel Homosexualität für eine Sünde“, oder: „Homosexueller, kehre um, denn sonst gibt es für dich keine Rettung mehr!“ Beide Sätze weisen darauf hin, dass er Homosexualität als eine Sünde betrachtet. Der zweite Satz hat allerdings einen Absolutheitsanspruch und eine inhärente Aggressivität, die niemanden weiterbringt.
      Schwierig finde ich es immer dann, wenn andere meinen, das Gegenüber könne bei seiner Einstellung ja gar kein „echter“ Christ sein. Ich kenne Christen, die Homosexualität (als ein Beispiel) ablehnen, und welche, für die sie natürlich ist. Und beide nehmen ihre Erkenntnis aus der Bibel. Oft ist der Glaube nicht so eindeutig, wie viele es gerne hätten. Und ich denke, das darf sich auch in der Sprache widerspiegeln.

      Liebe Grüße
      Nathanael
      von Jesus.de

  14. Ihr seid bei Facebook? Dann muss ich da auch mal vorbeischauen. Hasserfüllte Kommentare finde ich allerdings auch nicht gut. Man sollte schon gut miteinander umgehen.

    • Hallo Anja, verzichte drauf! Ich bin auch aus FB raus, seitdem ich nicht mehr beruflich drin sein musste, und bekennender FB- und WhatsApp-Verweigerer. FB ist ein Zeitkiller! Deine Zeit verschenke gerne an andere bzw. an Jesus.

  15. Hallo Nathanael,

    Es ist wirklich sehr gut, dass Du dieses leidige Thema angesprochen hast!
    Allerdings muß ich auch bekennen, daß es bei mir ebenfalls Jahre gedauert hat, bis ich sozusagen „über meinen Schatten“ springen konnte.
    Jeder Christ ist natürlich auch sehr stark von seiner Konfession bzw. Kirche oder Gemeinde oder auch durch sein bisheriges Leben geprägt.
    Ich bin aber überzeugt der Maßstab ist immer noch das Wort Gottes!
    Es ist natürlich auch schwierig eine korrekte Auslegung zu geben. Aber jeder Christ ist ja auch von der Bibel her aufgefordert zu prüfen was die Prediger bzw. Lehrer, (wie sie auch von den Aposteln genannt werden) von sich geben. Und dazu muß vor allem auch der Heilige Geist durch Gebet befragt werden, denn „Er wird Euch in die ganze Wahrheit leiten“ das ist ja die persönliche Aussage Jesu Christi
    Es ist es meiner Meinung nach ebenfalls sehr hilfreich auch mal anderen Predigern zuhören z.B. über das Internet z.B. jesus.de oder CD‘s oder andere Medien.
    Wir haben diesbezüglich ja sehr große Vorteile gegenüber den früheren Generationen…
    Diskutieren ist ja letztendlich miteinander über Meinungen zu sprechen. Die Kunst dabei ist ja auch die eigene Meinung zu hinterfragen und sich bei Bedarf korrigieren zu lassen. Und natürlich der Umgangston. Auch hier gibt uns die Bibel ja sehr eindeutige Hinweise: „alles bei Euch aber geschehe in Liebe“.
    Daher, falls jemand seine Meinung dermaßen militant und resolut zum Besten gibt, dann nehme ich mir die Freiheit heraus, nicht auf ihn zu hören, den so etwas kennt man in der Bibel eigentlich nur von den Gegnern Jesu!.
    Also laßt uns diskutieren, möglichst unvoreingenommen, offen für Korrektur, durch Gebet Gott befragen und das alles in Liebe.
    „Denn wir sollten auch bedenken, „das Gericht Gottes ist gekommen und er beginnt dabei bei seinen eigenen Haus (den an Jesus Gläubigen, den Christen, welcher Konfession auch immer) 1. Petr 4,17.

    Vielen Dank an Dich, Nathanael

  16. Wie ich mich da wiederfinde … ich sehe all die Vorteile der Medien und ich kann sogar aus eigenem Erleben sagen: Ja ein Handy kann Leben retten und das ist eine großartige Erfahrung. Aber ich muß nicht zu jedem Thema meine Meinung schreiben.
    Dabei bin ich mir schon sehr bewußt, das viele Menschen nicht aus Lieblosigkeit, aus Unglauben oder anderen Einstellungsmustern so reagieren wie sie reagieren. Viele, viel zu viele Menschen scheinen von viel zu vielen Ängsten beherrscht zu werden. Für mich ein Zeichen, das sie Gott zwar gelegentlich im Munde führen, ihn aber noch nie kennenlernen durften. Das ist sehr schade.
    Und dann die Möglichkeit sich hinter einem Nicknamen zu verstecken. Da kann ich es ja mal rausschreien, meine ganze Angst, mein Unverständnis und meinen Haßßßß! Damit wird das Internet zu einem Boxsack, mit dem Unterschied aber, das ich meine Wut und meinen Frust nicht im Keller oder Sportraum „abtrainieren“ kann, sondern das er auf „ewig“ für alle lesbar in der Öffentlichkeit hängen bleibt.
    Warum nicht mal alles sacken lassen, mal mit etwas Abstand an die Sache rangehen? Das Internet ist auch Übermorgen noch da und sich von vorne herein mit seinem „Klarnamen“ anmelden und mitreden und dabei immer daran denken: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
    Aber auch immer daran denken, das der Liebe Gott und 2 Ohren geschenkt hat, also öfter mal beide Ohren auf Durchzug stellen, nicht immer alles sofort zu persönlich werden .
    Wie man aber dieser geballten Masse von Angst Herr wird, dazu fällt mir aktuell leider auch nicht sehr viel Sinnvolles ein 🙁

  17. Lieber Nathanael Ullmann,
    danke für die offenen Worte. Auch ich bin immer wieder sehr betroffen, wie verletzend und fanatisch manche Christen verbal um sich schlagen. Wie weit muss man vom Weg abgekommen sein, um zu glauben, man könne eine solche praktizierte Lieblosigkeit mit Jesusnachfolge vereinbaren. Zur Zeit Jesu war es noch ganz klar, dass man nicht zu den Jesusjüngern gehören konnte und gleichzeitig zu den Pharisäern und Schriftgelehrten. Die evangelikale Bewegung hat das leider etwas vermischt, was ich für das Grundproblem der Evangelikalen halte. Das Tröstliche ist: Jesus bietet jedem jederzeit die Chance zur Umkehr an, das gilt auch für die Umkehr von dem fundamentalistischen Irrweg.

  18. ja das spricht mir aus der Seele. Diese Beobachtung lässt sich auf Facebook 1:1 auf so gut wie jeden Kommentarfeed von Medienplattfomen anwenden, wo Menschen mit verschiedener Meinung zusammenkommen. Da wird beflegelt, gehetzt, beleidigt, diffamiert. Je „boulevardlastiger“ desto ärger. Und christliche Medien bilden da überhaupt keine Ausnahme, im Gegenteil. Scheinbar gibt es hier besonders viele „virtue signalers“ die glauben aus einer vermeintlichen moralischen Überlegenheit heraus anderen Diskutanten gleich mal das Christ-sein absprechen zu können, nur weil es unterschiedliche Positionen gibt etc. Das ist keine gute Werbung, v.a. wenn man sich erhofft dass gerade wir Christen auf Umgangsformen achten. Nur leider ist es bei uns überhaupt nicht anders als überall anders auch.

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