Michelle Ule: „Frau Chambers“

1

Diese Biografie behandelt die Geschichte von Biddy Chambers, die die Andachtensammlung „Mein Äußerstes für sein Höchstes“ ihres Mannes zum Bestseller machte. Eigentlich wollte Gertrude Annie Hobbs – genannt Biddy – gar nicht heiraten. Denn als sie mit noch nicht ganz 15 Jahren ihren Vater verlor, wollte sie ihren Anteil zur Haushaltskasse beitragen und erlernte das Steneografieren sowie das Maschinenschreiben. Ihr Ziel war, die erste Sekretärin des Premierministers von England zu werden. Auch Oswald Chambers Gedanken kreisten um Gott und seinen Dienst, aber nicht um eine zu­künftige Ehefrau. Aber als beide 1908 auf dem Seeweg nach Amerika waren, erwachte schnell das gegenseitige Interesse aneinander und 1910 wurde geheiratet.

Biddy kannte harte Arbeit, wusste, wie man einen Haushalt führt, und konnte gut kochen. Da lag es nahe, dass sie in der neuen Bibelschule die Haushaltsführung, die Buchhaltung, den Schriftverkehr sowie die Betreuung der Angestellten, Schüler und Gäste übernahm. Doch sobald sie es einrichten konnte, war sie bei den Vorlesungen ihres Mannes mit dabei und steno­grafierte alles mit. An Oswalds Seite begann ein recht abenteuerliches Leben, das sie während des ersten Weltkriegs auch nach Ägypten führte. Oswald war hier als CVJM-Mit­arbeiter tä­tig. Biddy kümmerte sich wieder um viele Aufgaben innerhalb des Lagers und um das Mitschreiben von Oswalds Predigten. Außerdem war nun noch die Aufgabe der Kindererziehung hinzugekommen, da Klein-Kathleen mit dabei war. Diese kleine Familie stellte eine wahre Oase dar, bei der Menschen immer willkommen waren.

Eine Frau allein

Da Oswald uner­müdlich im Einsatz war, überging er einen Blinddarmdurchbruch und konnte nur in letzter Minute durch eine Not-OP gerettet werden. Doch von einem Blutgerinsel in der Lunge erholte er sich nicht mehr. So kehrte Biddy nach Kriegs­ende allein mit Kathleen nach London zurück mit dem tiefen Wunsch, den Menschen so viel wie möglich von Oswalds Lehre in gedruckter Form zugänglich zu machen. Und dieser Aufgabe widmete sie sich ihr ganzes weiteres Leben lang. Es entstanden eine Vielzahl an Büchern. Trotzdem hatte sie weiterhin eine offene Tür und ein offenes Herz für Ratsuchende, Be­dürftige und junge Leute.

Michelle Ule hat mit diesem Buch einen wirklich soliden, umfangreichen Einblick in das Le­ben dieser Frau geliefert. Und doch habe ich etwas vermisst: Biddy Chambers war allem Anschein nach eine abenteuerlustige, humorvolle Frau, die herzlich und gastfreundlich die unterschiedlichsten Menschen beherbergte. Sie war neugierig und übervoll mit Gottvertrauen, spontan und mitfühlend. Dieses lebendi­ge Wesen von Biddy habe ich nicht so richtig wiedergefunden und das finde ich schade. Trotzdem ist „Frau Chambers“ ein lesenswertes Buch mit vielen Eckdaten und Details – und sogar mit eini­gen Bildern.

Von Ingrid Bendel

Leseprobe (PDF)

Verlag: SCM Hänssler
ISBN: 978-3-7751-5932-6
Seitenzahl: 320
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
5

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. „Liebe ist nicht berechnend, Liebe ist spontan. Und manchmal kommt sie auch ganz unerwartet.“ (Oswald Chambers)
    London 1908 Die junge Gertrude „Biddy“ Hobbs verliert recht früh und unerwartet ihren Vater. Die als Kind etwas kränkliche Biddy scheint dagegen ein wahrer Kämpfer zu sein. Nun muss sich nach dem Tod des Mannes ihre Mutter alleine mit den drei Kindern versorgen. Doch da sie fest im Glauben waren, wussten sie, Gott würde sie versorgen. Mit 20 Jahren lernt Biddy dann den englischen Baptistenprediger Oswalds Chambers bei einer Missionswoche in ihrer Gemeinde kennen. Trotzdem Oswald nie auf der Suche nach einer Frau war, lernt er Biddy Mal zu Mal bei seinen Besuchen der Familie Hobbs kennen. Schon von Beginn an war Biddy klar das für Oswald immer der Glaube und Gott an erster Stelle sein wird. Nichtsdestotrotz heiraten sie am 25. Mai 1910 in London. Biddy als gelernte Stenotypistin schreibt währenddessen Oswalds Predigten und Vorträge mit. 1913 wird ihre Tochter Kathleen geboren und 1915 reist die Familie nach Kairo damit Oswald dort, als Militärpfarrer vom CVJM dienen konnte. Trotz all den Risiken des Krieges, Kultur und Klima vertraut Biddy Gott, das er sie wohlbehütet in dieser Zeit. 1917 verstirbt dann Oswald völlig unerwartet an einer Lungenembolie nach einem Blinddarmdurchbruch. Wieder zurück in London widmet sich Biddy den Notizen von Oswalds Predigten und sorgt dafür, das diese Andachten veröffentlicht werden. Biddy war Hausfrau, Mutter, Seelsorgerin und Bibellehrerin, doch in allem ging es ihr nur darum eine Jüngerin für Jesus zu sein und andere Menschen zum Glauben zu bringen.

    Meine Meinung:
    Das Cover mit dem Bildnis von Biddy zeigt mir eine starke Frau und Persönlichkeit. Der Schreibstil war sehr interessant, unterhaltsam und chronologisch verfasst. Mit den Bildern im Mittelteil konnte ich mir eine Vorstellung von der Familie Chambers, ihrer Familie, Freunden und Bekannten machen. Die Autorin hat hier eine beeindruckende Biografie über eine starke Frau geschrieben. Oswald Chambers kannte ich bisher nur von einigen Andachten, habe mich aber bisher nicht mit seinem Leben befasst. Dafür fand ich das Leben das seine Ehefrau Biddy, so bescheiden und demütig an Oswalds Seite führte umso bemerkenswerter. Die beiden waren wahre Diener Gottes im Dienste den Glauben weiterzugeben. Trotzdem Biddy wusste, das für Oswald Gott immer an erster Stelle stehen würde, hat sie ihn geschätzt und lieben gelernt. Schade nur das ihre Ehe so kurz währte, doch dafür sorgte Biddy dafür das Oswald Chambers niemals vergessen werden wird. Mich beeindruckt es jedes Mal, wenn ich solche Frauen sehe, die sich hinten anstellen, damit ihr Mann groß wird, um Gott zu verherrlichen. Ihr hat man es schlussendlich zu verdanken, dass neben mehr als 30 Werken, im Jahre 1923 sein Andachtsbuch „Mein Äußerstes für sein Höchstes“ zum ersten Mal erschienen ist. Eine Frau, die man bewundern muss und dank Michelle Ule niemals vergessen wird. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen und gebe 5 von 5 Sterne.

HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Please enter your comment!
Bitte gib deinen Namen ein