Bomben, Angst – und dennoch Hoffnung: Die Direktorin der Iranischen Bibelgesellschaft sieht die Chance für einen Wandel im Land.
Nahid Sepehri, Direktorin der Iranischen Bibelgesellschaft in der Diaspora, beobachtet die Situation in ihrem Heimatland aus dem Exil im US-amerikanischen Seattle. „Die Kommunikation mit Menschen im Iran ist fast unmöglich, da die Behörden so gut wie alle Telefonleitungen und Internetverbindungen blockiert haben“, erklärt sie im Gespräch mit der Dänischen Bibelgesellschaft. Trotzdem dringen Informationen nach außen. Einerseits bestimmten Angst und Hoffnungslosigkeit den Alltag vieler Menschen. Gleichzeitig würden jedoch viele Iraner den Krieg „feiern“, berichtet Sepehri. „Sowohl meine Kontakte als auch ich selbst glauben, dass sich – trotz der Zerstörungen – eine Chance auf Freiheit vom derzeitigen Regime ergeben könnte.“
Für die Christinnen und Christen im Iran spielen Hausgemeinden eine große Rolle, denn Öffentliche Gottesdienste für Konvertiten sind seit 1993 verboten. Auch die Verbreitung von Bibeln sei zunehmend schwieriger und durch den Krieg praktisch vollständig zum Erliegen gekommen, erzählt Sepehri. Gleichzeitig gebe es auch kleine Lichtblicke: „13 Stunden vor Kriegsbeginn gelang es uns, eine große Lieferung von Bibeln in den Iran zu bringen. Das war eine große Ermutigung für uns.“
>>>> Zum Interview auf der Seite der Dänischen Bibelgesellschaft
Bibelverteilung, Bibeldruck und missionarische Aktivitäten sind im Iran streng eingeschränkt bzw. illegal. Bis zur „Islamischen Revolution“ gab es eine Iranische Bibelgesellschaft im Iran, diese wurde jedoch 1990 verboten. Im Jahr 2015 wurde eine neue iranische Bibelgesellschaft in der Diaspora mit einem internationalen Vorstand iranischer Christen gegründet.
