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Christenverfolgung erreicht neuen Höchststand

Open Doors hat den Weltverfolgungsindex 2026 veröffentlicht. Nach Angaben des Hilfswerks leiden rund 388 Millionen Christen weltweit unter „massiver Verfolgung“.

Die jährlich neu erstellte Rangliste des christlichen Hilfswerks zeigt die 50 Länder, in denen Christinnen und Christen weltweit am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden (Definition: Wann spricht Open Doors von Christenverfolgung). Laut Open Doors hat die Verfolgung einen neuen Höchststand erreicht. Insgesamt seien rund 388 Millionen Christen einem „hohen bis extremen Maß an Verfolgung ausgesetzt“.

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Nordkorea: Christen als Staatsfeinde

Auf Platz eins der Rangliste steht erneut Nordkorea. In dem totalitären ostasiatischen Staat befinden sich Zehntausende in Arbeitslagern. Folter und Hinrichtungen sind an der Tagesordnung. „Der christliche Glaube wird als Gefahr für das Regime betrachtet und brutal unterdrückt“, schreibt Open Doors. Die stärkste Verschlechterung für Menschen christlichen Glaubens gab es nach Einschätzung des Hilfswerks in Syrien. Nach dem politischen Umbruch im Dezember 2024 hätten sich die Hoffnungen auf mehr Sicherheit bislang nicht erfüllt. Mindestens 27 Christen seien im Berichtszeitraum wegen ihres Glaubens getötet worden. Es gebe Berichte über Einschüchterungen im Alltag. Lautsprecherwagen riefen öffentlich zur Konversion auf, an Kirchen geklebte Zettel verlangten die Zahlung einer Kopfsteuer.

Heute leben in Syrien nur noch rund 300.000 Christen, während es vor Beginn des Bürgerkriegs im Jahre 2011 nach Schätzungen der EU noch rund 1,5 Millionen waren. Wer bleibe, der ziehe sich oft aus der Öffentlichkeit zurück, schreibt Open Doors. In der Rangliste der gefährlichsten Staaten rückt Syrien von Platz 18 auf 6 vor.

Islamisten nutzen Machtvakuum

In Subsahara-Afrika ist die Lage für Christen besonders bedrohlich, schreibt Open Doors. Insgesamt 14 Länder aus dieser Region stehen im Weltverfolgungsindex. „Schwache staatliche Strukturen schaffen ein Machtvakuum, das islamistische Gruppen ausnutzen“. Christen würden bedroht und aus ihren Dörfern vertrieben. Allein im Sudan (Platz 4) seien infolge des Bürgerkriegs rund 9,6 Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten dokumentierten Todesopfer (3.490) aufgrund von christenfeindlicher Gewalt habe es in Nigeria gegeben.

Christenverfolgung geschehe jedoch nicht nur durch „offene Gewalt“. So würden in Algerien (Platz 20) nach der Schließung protestantischer Kirchen die Gemeinden weiter überwacht und christliche Aktivitäten unterbunden, heißt es. Mehr als drei Viertel der Christen hätten den Kontakt zu einer Gemeinde verloren.

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Auch in China (Platz 17) verschärfe die Regierung den Druck auf Christen weiter. Neue Vorschriften vom September 2025 regulieren sämtliche Online-Aktivitäten von Geistlichen. Die Durchführung von Online-Gottesdiensten, Spendensammlungen und christlicher Jugendarbeit außerhalb staatlicher Kontrolle sind verboten. Bereits im Mai 2025 hatte die Regierung ausländischen Missionaren das Predigen und Evangelisieren verboten. Viele Gemeinden treffen sich nur noch in kleinen Gruppen im Untergrund.

Appell an Politik, Kirchen und Zivilgesellschaft

„Hinter jeder Zahl des Weltverfolgungsindex stehen Menschen, die wegen ihres Glaubens leiden“, betont Markus Rode, Geschäftsführer von Open Doors Deutschland. „Diese Rangliste ist ein Hilferuf. Die entscheidende Frage ist: Hören Kirchen, Zivilgesellschaft und Politik wirklich hin – und handeln sie?“

Weltverfolgungsindex 2026 (Platz 1-10)

1. Nordkorea
2. Somalia
3. Jemen
4. Sudan
5. Eritrea
6. Syrien
7. Nigeria
8. Pakistan
9. Libyen
10. Iran

Den kompletten Index finden Sie hier.

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Im Weltverfolgungsindex dokumentiert Open Doors jährlich das Ausmaß an Gewalt, staatlicher Unterdrückung sowie gesellschaftlicher und behördlicher Feindseligkeit gegenüber Christen in rund 100 Ländern. Der Index basiert laut Angaben des Hilfswerkswesentlich auf Informationen aus christlichen Netzwerken, mit denen Open Doors zusammenarbeitet. Darüber hinaus beantworten Forscher und Analysten des Hilfswerks sowie Länderexperten einen Fragenkatalog. Diese Informationen werden laut Open Doors ergänzt durch öffentlich verfügbare Daten und Meldungen. Eine Übersicht über die Methodik ist auf der Webseite von Open Doors abrufbar.

Open Doors folgt dabei nach eigenen Angaben einem weiten Verständnis des Begriffs Christenverfolgung. Demnach herrscht Verfolgung nicht nur, wenn der Staat einzelne Personen oder Gruppen von Christen wegen ihres Glaubens einsperrt, verletzt, foltert oder tötet. Das Hilfswerk spricht auch dann von Verfolgung, wenn Christinnen und Christen aufgrund ihres Glaubens beispielsweise ihre Arbeit oder ihre Lebensgrundlage verlieren oder Kinder aufgrund ihres Glaubens oder des Glaubens ihrer Eltern keine oder nur eine schlechte Schulbildung bekommen. Diese Definition lehne sich an die Definition des UN-Flüchtlingswerks UNHCR an.

Das überkonfessionelle Hilfswerk Open Doors ist nach eigenen Angaben in mehr als 70 Ländern für verfolgte Christen aktiv.

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4 Kommentare

  1. Das ist WiedergeboreneN CHRISTEN bekannt und wird z.B. in Matth.24 etc. deutlich erwähnt und sollte uns nicht wundern. Daher sollten alle echten CHRISTen sich darauf einstellen und Feindesliebe, wo immer wir angegriffen werden, üben. Wie sollten auch Solche, die CHRISTUS die WAHRHEIT und LIEBE in Person, nicht kennen oder sogar ablehnen, wie sollten die alles was mit WAHRHEIT zu tun hat, akzeptieren … Aber wie wir CHRISTen mit Druck etc. umgehen, kann den stärksten Aheisten zum CHRISTen machen …. HERR erbarm Dich über Dein Volk, denn es ist sehr unglaubwürdig geworden (bis auf einzelne, persönliche, schöne Ausnahmen). Schenke ein großes Erwachen … AMEN ! Wahrscheinlich wird das gerade erst durch Druck und Verfolgung erst geschehen …

  2. Kommunismus und Islamismus sind die Hauptgefahrenquelle für Christen, aber sicher auch für andere Religionen.
    Verfolgung wurde durch Jesus angekündigt und soll sich zum Ende der Zeit zuspitzen.
    Mir scheint, eben dies erleben wir heutzutage, tragischerweise sind es wieder mal die Armen und Unterpriviligierten die es am härtesten trifft.
    Wir im reichen Westen sollten hier auch durch finanzielle Hilfe die Not der Betroffenen lindern. Open Doors wäre eine gute Adresse!

    • Open Doors engagiert sich vor Ort und ruft alle Christinnen und Christen kontinuierlich zum Gebet auf. Aber das dürften Sie wissen, Herr Wößner. Außerdem an Politik und Zivilgesellschaft zu appellieren und selbst etwas zu tun, ist sinnvoll und wichtig. MfG, das JDE-Team

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