Im US-Bundesstaat Texas wird die Bibel ab 2030 zur Pflichtlektüre an staatlichen Schulen. Die Debatte über die Trennung von Staat und Kirche wird damit neu entfacht.
Wie der Spiegel berichtet, hat ein republikanisch geführter Ausschuss im US-Bundesstaat Texas mit neun zu fünf Stimmen eine neue Pflichtlektüreliste für staatliche Schulen beschlossen. Sie gilt für alle Klassenstufen und soll ab 2030 verbindlich sein. Betroffen sind mehr als fünf Millionen Schülerinnen und Schüler.
Die neue Leseliste umfasst neben klassischer weltlicher Literatur auch biblische Erzählungen – darunter die Geschichten des Propheten Jona, David und Goliat sowie die biblische Schöpfungsgeschichte. Zusätzlich wurden die landesweiten Lehrplanvorgaben für den Sozialkundeunterricht vom Kindergarten bis zur achten Klasse überarbeitet. Bildungsbeamte begründeten die Entscheidung damit, dass »die Bibel ein unverzichtbares literarisches Werk« sei, »das für das Verständnis der amerikanischen Gründungsgeschichte und Kultur von Bedeutung« sei.
Widerspruch kommt von Organisationen, die die Trennung von Staat und Kirche verteidigen. Rachel Laser von »Americans United for Separation of Church and State« sagte der New York Times: »Die Regierung von Texas – ganz zu schweigen von jeder anderen amerikanischen Regierungsstelle – sollte sich niemals damit befassen, den Menschen eine bestimmte Religion aufzuzwingen.« Texas schreibt das Aushängen der Zehn Gebote in Klassenzimmern vor (Jesus.de berichtete) und erlaubt die Tätigkeit von christlichen Seelsorgern an Schulen. Außerdem gibt es optionale biblisch orientierte Lehrpläne.
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