Wie „fromm“ ticken eigentlich US-Amerikaner? Laut einer aktuellen Studie vertreten nur vier Prozent der Bevölkerung eine eindeutig „biblische Weltanschauung“.
Das „American Worldview Inventory“ (AWWI) dokumentiert seit 2020 die Glaubensüberzeugungen der Bürgerinnen und Bürger in den USA. Während die Medien in der jüngeren Vergangenheit von spirituellen Aufbrüchen an Universitäten und gesteigerten Bibelverkäufen nach dem Attentat auf Charlie Kirk berichteten, liefert die aktuelle Studie (Januar 2026) einen vergleichsweise ernüchternden Befund. Demnach stagniert der Anteil der erwachsenen US-Bürger, die „im Einklang mit biblischen Prinzipien, Überzeugungen und Verhaltensweisen“ leben, bei vier Prozent.
Bemerkenswert: Selbst unter Mitgliedern evangelikaler Gemeinden ist dieser Wert im Verlauf der vergangenen sechs Jahre von 21 auf 11 Prozent gesunken, heißt es. Ähnlich sieht es laut der Studienergebnisse bei Christinnen und Christen aus, die sich selbst als „wiedergeboren“ bezeichnen (laut Studie rund ein Drittel aller US-Bürger). Hier liegt der Anteil derer, die biblischen Prinzipien folgen, nur noch bei 12 Prozent (2020: 19 Prozent).
Laut der Studie sinkt zudem nicht nur der Anteil der „Hochverbundenen“ – die Studie bezeichnet sie als „Integrated Disciples“ („ganzheitliche Jünger“) –, sondern auch der Anteil der Menschen, die zumindest mehrheitlich biblischen Prinzipien folgen („Emergent Followers“ / „Angehende Nachfolger“). Waren dies im Jahr 2020 noch 19 Prozent, sind es jetzt nur noch zehn Prozent. Die große Mehrheit der US-Bevölkerung (2026: 85 Prozent | 2020: 69 Prozent) entwickle sich in Richtung „World Citizen“ („Weltbürger“). So bezeichnet das Cultural Research Center Menschen, deren grundlegende Weltsicht nicht biblischer Natur ist bzw. im Widerspruch zu biblischen Lehren steht.
Große Unterschiede zwischen Jung und Alt
Analog zu Entwicklungen in Europa liefert die Studie des Cultural Research Center der Arizona Christian University auch Indizien für einen Traditionsabbruch bei jüngeren Menschen. Während in Generation X (42 bis 60 Jahre) und bei den Babyboomern (61 bis 79 Jahre) rund sieben Prozent nach eigenen Angaben biblisch orientiert leben, tun dies nur zwei Prozent der Millennials (23 bis 41 Jahre) und lediglich ein Prozent der Generation Z (18 bis 22 Jahre). Dagegen seien 94 Prozent der Generation Z 5 „World Citizens“.
Weitere Erkenntnisse aus der Studie: Die Zahl der „Integrated Disciples“ ist unter College-Absolventen (6 Prozent) höher als bei Menschen ohne Universitätsabschluss (2 Prozent). Zudem gibt es mehr „Hochverbundene“ in Haushalten mit einem höheren Einkommen. Ein Blick auf die politische Orientierung zeigt: Konservative (12 Prozent) folgen deutlich häufiger biblischen Prinzipien als Liberale (1 Prozent). Nur geringe Unterschiede ergeben sich bei Männern (3 Prozent) und Frauen (5 Prozent). Auch regionale Unterschiede hätten nachgelassen.
Definition: „biblische Weltsicht“
Das theologisch konservative Cultural Research Center definiert „biblische Weltsicht“ als eine „Lebens- und Denkweise“, bei der alle wichtigen Überzeugungen und Verhaltensweisen mit biblischen Prinzipien übereinstimmen. Dies wird im AWWI anhand von 53 Fragen aus acht Kategorien abgefragt. Um als „Integrated Disciple“, also als Mensch mit „biblischer Weltsicht“ eingestuft zu werden, ist eine Übereinstimmung von mindestens 80 Prozent nötig – im Denken und Handeln.
Zu den „Eckpfeilern“ biblischer Prinzipien zählen laut Studienleiter George Barna folgende Glaubenssätze: Die Bibel ist vollständig zuverlässig in allem, was sie lehrt. Absolute moralische Wahrheit existiert. Satan ist real. Jesus lebte ein sündenloses Leben auf Erden. Gott ist allwissend, allmächtig und regiert das Universum. Ein Mensch kann sich den Himmel nicht durch gute Taten verdienen.
„Erosion biblischer Orientierung“
George Barna zeichnet in seiner Analyse ein düsteres Bild der gesellschaftlichen Entwicklung in den USA. Er spricht von einer „langfristigen Erosion biblischer Orientierung.“ Medien, Politik und eine „fehlgeleitete öffentliche Bildung“ hätten das Denken und Verhalten bei jungen Menschen verzerrt. „Da nur ein Prozent der Generation Z eine biblische Weltanschauung vertritt, drohen die Wege Christi in Amerika zu verschwinden, wenn wir nicht noch heute handeln“, so Barna. Seiner Meinung nach stehe das „Schicksal der Nation“ auf dem Spiel. „Wenn wir eine weitere Generation an den säkularen Humanismus, die Postmoderne, den östlichen Mystizismus, den Marxismus und all die anderen unbiblischen Lebensphilosophien verlieren, werden wir Amerika selbst verlieren.“
Für das „American Worldview Inventory“ befragte das Cultural Research Center im Januar 2026 nach eigenen Angaben 2.000 zufällig ausgewählte erwachsene US-Bürgerinnen und Bürger. (dw)
George Barna gehört zu den bekanntesten Religionsforschern der USA und gilt als Experte für Weltanschauungsforschung im christlichen Kontext. Er ist Gründer der Barna Research Group (1984), einem der bekanntesten Forschungsinstitute zur Untersuchung religiöser Überzeugungen. Barna lehrt heute als Professor an der Arizona Christian University, einer „bibeltreuen“ privaten Universität konservativ-christlicher Prägung, die von allen Studierenden und Angestellten ein persönliches Bekenntnis zum christlichen Glauben verlangt. Dort leitet er das Cultural Research Center, das jährlich das American Worldview Inventory veröffentlicht. Barna ist außerdem Senior Research Fellow für biblische Weltanschauung beim Family Research Council, einem der einflussreichsten konservativen Think Tanks der USA. Die biblische Weltanschauung bezeichnet er als normativen Kern seines Glaubens.

Bei diesen „Eckpfeilern“ biblischer Prinzipien wundert es mich nicht, dass die Umfragewerte einstellig oder im niedrigen zweistelligen Bereich bleiben.
Die Zuverlässigkeit der Bibel und absolute moralische Wahrheiten passen dem „modernen Menschen“ nicht ins Konzept.
Seit der Aufklärung versuchen die „Aufklärer“ die Bibel zu zerlegen, immer mir Unterstützung willfähriger Theologen und mit Beginn der 70er Jahre bis heute ist unsere angebliche sexuelle Freiheit grenzenlos. Stichwort grenzenlos: Die Skandale der Promis, sei es in den USA oder auch bei uns dokumentieren zuverlässig was man unter sexueller Freiheit zu verstehen hat.
Da könnte ich mich ereifern, Mißbrauch, Pornographie, Menschenhandel auf der einen Seite und immer mehr Menschen die sich aus dem „Liebesleben“ zurückziehen wegen Frustration und Enttäuschung. Ich sehe wenig Freiheit ich sehe Zwänge und Perversion ! Den düsteren Prognosen kann ich nur zustimmen, verliert das „christliche Abendland“ seine Fundamente erodieren die Gesellschaften und enden im allgemeinen Chaos. Eine Rückbesinnung wäre absolut notwendig, es mag auch kleine Lichtblicke geben, aber meiner pessimistischen Grundhaltung entsprechend sehe ich eher schwarz !
Die Frage ist, ob so eine fundamentalistische (weltfremde) biblische Orientierung überhaupt wünschenswert ist. Unsere deutsche EKD wäre da z.B. völlig raus und da schwingt dann doch gleich mit, dass das eigentlich keine richtigen Christen sind und mit so einer „bibelfernen“ Einstellung der Untergang naht.
Was Unsinn ist.
Und die christlichen Fundamentalisten gerade in den USA zeigen doch eher, dass ihr Weg derzeit in den Abgrund führt.
Wenn ich mir die Geschichte der Menschheit anschaue die immer wieder auch die Abkehr von Gott beschreibt, blicke ich tatsächlich in Abgründe. Die Bibel beschreibt eindrücklich Gottes Reaktion auf „Gottlosigkeit“.
Das will freilich niemand hören, glaubt man überhaupt an ein überirdisches Wesen, dann kann es nur ein zahnloser Tiger sein, oder vielleicht ein Energiefeld ohne die Züge einer Persönlichkeit.
Also alles „Unsinn“ dieser Bibelglaube für Chey und Freunde, wie auch für die Zeitgenossen Noahs oder Abrahams.
Die Leute die vor Gottes Gericht gewarnt haben waren selten beliebt und gerne belächelt und ein Lieblingsverdacht ist ein vermeintlicher Hochmut der diesen „Auserwählten“ zueigen ist. Wobei man sagen muss, auserwählt zu sein ist ja kein Vedienst sondern unverdiente Gnade und diese Gnadenmenschen haben „normalerweise“ ihre Knie gebeugt vor dem Allmächtigen, eine Haltung die dem „autonomen Freigeist“ eher fremd ist.
Natürlich kann man diese „Obsession“ die die „Propheten Gottes “ zu beherrschen scheint belächeln oder pathologisch bewerten, aus der Sicht des Bibelgläubigen muss es aber so sein „lasst euch versöhnen mit Gott“ war schon immer die Botschaft der Stunde, weil unser Gott eben auch „schrecklich“ sein kann !
Unsinn ist für mich nur, was einige Gläubige daraus machen. Und dann so tun, als wenn das die unstrittige Wahrheit wäre
Ein Gedanke, der sich schnell erübrigt, wenn man ihnen länger zuhört oder mehr von ihnen liest.
Gott herrscht nur mit Liebe
Meine kurze Antwort an Chey: Die Urchristenheit, die alles teilten und/oder an Arme verschenkten, waren Fundamentalisten der Liebe Gottes. Sie haben ihn nicht versucht zu definieren, ihn zu einem alles erklärenden dogmatischen Glauben umgeformt und auch als keinerlei Drohung angesehen, dass das Böse siegt statt das Gute des Himmels. Jesus versprach hier seine Wiederkunft so nicht als Richter, sondern zur Erlösung aller Menschen. Sogar Paulus war zudem überzeugt, dass jede Kreatur auch innerlich auf ihre Erlösung wartet. Die Dogmen sind bildhafte Vorstellungen, aber wenn sie sich verfestigten zu Dogmatismus, verfehlen sie wirklichen Sinn. Wenn wir aus Jesu Auferstehung eine Art Metaphysik machen, kommen wir in unendliche Widersprüche, die niemand hier zu lösen vermag. Es gibt einen Weg eines undogmatischen Verständnisses von Gott und Jesus, wenn ich hier dem Geist Gottes bzw. Jesu in mir vollständig Raum einräume, dann werde ich nicht versklavt, sondern erreiche meine extrem größte innere Freiheit. Ich bin in letzter Konsequenz keiner weltlichen Macht verpflichtet, etwa wenn jemand etwas für mein Gewissen sehr Unmenschliches verlangen wird. Daher bin ich auch Wehrdienstverweigerer. Frage im dortigen Unterricht: Was machen Sie im Krieg, wenn dann jemand unsichtbar aus einem Busch schreit und jammert? Etwa hingehen und helfen? Oder lediglich nur ignorieren? Die Antwort hatte mich extrem schockiert: „Schießen“. Denn wir im Krieg zuerst schießt, wird so vielleicht überleben. Antwort von Radio Eriwan: Es könnte ja ein feindlicher Trick sein. Die ersten Christen unter den Römern haben das Schwert sogar weggeworfen und sich einen anderen Beruf gesucht. Angeblich würde dies nicht stimmen, sagen aber hier sehr Gläubige. Denn auch Gott habe ja Kriege geführt für die Israeliten. Ich will dies unkommentiert lassen. Ich schreibe dies nur beispielhaft, weil der Glauben weniger eine Lehre ist was wir glauben, eher stets eine Praxis. Sodann eine Liebesbeziehung zu Gott selbst. Gott ist kein zahnloser Krieger, sondern die Allmacht seiner Liebe nötigt ihn nicht, Feuer vom Himmel zu werfen und gleichzeitig Jesus zu schicken, es wieder zu löschen. Gott ist Liebe und auch gewaltlos. Sonst könnten wir auch an Thor glauben oder an bösen Gott.
Kriegerische Engel gibt es niemals. Da der Teufel laut Glaubenslehre ein Geschöpf aus Fleisch und Blut ist, sollte es als zu weit hergeholt kein Alien sein, sondern einer der als Wolf im Schafspelz steckt und die oberste Heerleitung über jene hat, die gerne
mit der Macht großer Gewalt die Herrschaft begründen. Die ersten Christen haben das Römische Reich durch Gutmenschentum
erschüttert, sogar die Römische Armee fing an sich um Kranke und Verletzte zu kümmern. Dies war eher Grund für Verfolgung.
Kannst du diese christlichen Mythen auch mit seriösen Quellen belegen?
Oder nur irgendwo gehört?
Was meint Herr Barna mit „absolut zuverlässig“? Wörtlich inspiriert?? Ohne klare Definition ist der Bericht nichtssagend.
Also ich finde die Zahlen überhaupt nicht beunruhigend, eher im Gegenteil: aus meiner Sicht ist das eine gute Nachricht: Der Fundamentalismus geht zurück!
Wenn man sieht, was alles in einen Topf geworfen wird: „…säkularer Humanismus, die Postmoderne, der östlichen Mystizismus, der Marxismus und all die anderen unbiblischen Lebensphilosophien…“, werden wahrscheinlich ohnehin die meisten Christen nicht zu den Christen gerechnet.
Denn sonst würde man differenzieren: Humanismus, Postmoderne usw haben sowohl gute und schlechte Seiten. Bei „östlichem Mystizismus“ müsste man fragen, ob damit auch z.B. ostkirchliche Spiritualität oder monastische Spiritualität der ev. und kath. Ordensgemeinschaften gemeint ist usw.
Und das Stichwort „biblische Weltanschauung“ wird offensichtlich für eine fundamentalistische Weltsicht vereinnahmt.