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Irankrieg – völkerrechtswidrig, oder nicht?

Der Friedensverband pax‑christi verurteilt die Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran als Bruch des Völkerrechts. Rechtsexperten stimmen zu. Exil-Iraner verweisen auf die Verantwortung des Regimes in Teheran.

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Der katholische Friedensverband pax christi hat die jüngsten Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran scharf kritisiert. Es handle sich um einen „völkerrechtswidrigen Angriff auf einen souveränen Staat“, erklärt der Bundesvorstand in einer Pressemitteilung. „Auch Staatsoberhäupter, die schwerste Verbrechen begangen haben, sind vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen und nicht extralegal hinzurichten“, heißt es. Besonders warnt der Verband vor den erwartbaren Gegenschlägen, die „die ganze Region des Mittleren Ostens in eine Gewalteskalation treiben“ könnten.

Kritik an Gewalt im Iran – aber Ablehnung von Krieg

Die „Gewaltexzesse der iranischen Führung“ gegenüber Freiheitsbewegungen im eigenen Land legitimierten keinen Angriff von außen. Ein militärischer Eingriff werde zudem kaum zu einem politischen Wandel führen, sondern stattdessen „zu noch mehr Gewalt im Land“ und zu Leid in der gesamten Region beitragen.

Deutlich fällt die Kritik an der Bundesregierung aus, die den Angriff bisher nicht verurteilt hat. pax christi fordert, Waffenlieferungen und logistische Unterstützung für die Kriegsparteien zu unterlassen. In Anlehnung an Papst Leo XIV appelliert der Verband an Berlin und die EU, „die Spirale der Gewalt zu durchbrechen“, Verhandlungen wieder aufzunehmen und das Völkerrecht zu stärken.

Jurist: Angriff ist völkerrechtswidrig

Die USA und Israel haben den Angriff auf Iran vor dem UN-Sicherheitsrat mit dem Recht auf Selbstverteidigung gerechtfertigt. Diese Einschätzung wird von Völkerrechtlern jedoch nicht geteilt.

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Dominik Steiger ist Professor für Völkerrecht und Direktor des Zentrums für Internationale Studien an der TU Dresden. Auf die Frage, ob die USA und Israel aus Sicht des Völkerrechts Iran angreifen durften, antwortete er in einem ZDF-Interview: „Die Antwort darauf ist ganz einfach. Nein, das durften sie nicht.“ Laut Steiger gibt es zwei Ausnahmen: eine Sicherheitsratsresolution und das Selbstverteidigungsrecht. Eine Resolution des UN-Sicherheitsrates liege „offensichtlich nicht vor“, erklärt Steiger. Ebenso habe es keinen Angriff des Iran gegeben. „Dass gleichzeitig natürlich der Iran durch Proxys, also durch die Huthis, durch die Hisbollah und die Hamas immer wieder gegen Israel vorgeht, dass gleichzeitig das Existenzrecht Israels infrage gestellt wird, dass immer wieder mit der Zerstörung Israels gedroht wird – das ist alles fürchterlich, aber es ist nicht ein unmittelbar bevorstehender Angriff.“

Man müsse den Iran kritisieren, „das ist gar keine Frage“, so Steiger. Aber „man muss natürlich auch Israel und die USA hier für den Verstoß gegen das Gewaltverbot [UN-Charta, Kapitel I, Absatz 2,4] kritisieren.“

Unmittelbare Bedrohung – ja oder nein?

Völkerrechtler Christian Richter vom Bundeswehr-Thinktank „German Institute for Defence“ unterstrich in einem Interview mit der Tagesschau dagegen die Problematik einer völkerrechtlichen Beurteilung. Der mit der Friedenssicherung beauftragte UN-Sicherheitsrat sei durch die Vetomächte „paralysiert“. „Daher kommt der zweiten Ausnahme vom Gewaltverbot, dem Selbstverteidigungsrecht, eine ganz besondere Rolle zu“, erklärt Richter. Im aktuellen Konflikt gehe es um das „präventive Selbstverteidigungsrecht“. Im Falle einer „unmittelbaren Bedrohung“ werde das Selbstverteidigungsrecht bejaht. Eine Atomrakete sei ausreichend, um ein Land wie Israel auszuradieren.

Entscheidend sei die Frage, ob tatsächlich ein Angriff Irans auf Israel bevorstand. Die Kriterien für die Beantwortung dieser Frage seien jedoch nicht hinreichend definiert. Zudem gebe es im internationalen Recht keinen „Schiedsrichter“, der darüber entscheiden könnte. „Das Völkerrecht behandelt die Staaten als gleichberechtigte Subjekte“, erklärt Richter.

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Iranischer Pastor: Verantwortung trägt das Regime

Mohsen Kornelsen kam selbst als Flüchtling aus dem Iran nach Deutschland. Er fand zum christlichen Glauben, studierte Theologie und arbeitet heute als Pastor einer freikirchlichen Gemeinde (BEFG) in Ingolstadt. Er sagt: „Viele Menschen im Iran erleben den jetzigen Moment nicht primär als ‚klassischen Krieg‘, sondern als ein mögliches Aufbrechen eines Unterdrückungsapparates, der nicht nur die eigene Bevölkerung brutal kontrolliert, sondern auch die Region durch Milizen und Stellvertreterkonflikte destabilisiert.“ Wenn jetzt christliche Stimmen ausschließlich gegen militärische Maßnahmen sprächen, ohne die Verbrechen des Regimes mit derselben Klarheit zu benennen, entstünde bei den Betroffenen der Eindruck: „Das Leid der Opfer wird erneut relativiert – und die Täterseite bekommt (unbeabsichtigt) moralischen Raum.“

„Christlicher Frieden ist nicht Gleichgültigkeit gegenüber Unrecht“

Pastor Mohsen Kornelsen

Aus biblischer Sicht sei die Sache für ihn eindeutig: „Christlicher Frieden ist nicht Gleichgültigkeit gegenüber Unrecht“, so Kornelsen. Jede völkerrechtliche Bewertung müsse mit einer „unmissverständlichen Benennung“ der Verbrechen und der „primären Verantwortung des iranischen Regimes“ für die Eskalation verknüpft werden. „Krieg bleibt schrecklich“, unterstreicht der Pastor. Aber ebenso schrecklich sei es, wenn diejenigen, die seit Jahren unter Folter, Hinrichtungen, Gewalt und Entrechtung lebten, in entscheidenden Momenten vor allem moralische Appelle hörten – „ohne dass ihre Realität, ihre Hoffnung und ihre Stimme ausreichend Raum bekommen.“

Viele Exil-Iraner in Deutschland feierten den Tod von Religionsführer Chamenei auf der Straße, manche sorgen sich aber auch vor den Folgen des Krieges.

Ahmad Mansour: Nicht jeder Konflikt lässt sich durch Appelle lösen

Der deutsch-israelisch-arabische Extremismusforscher Ahmad Mansour distanzierte sich in den sozialen Medien von Kritik an den Angriffen auf Iran: „In nahezu jedem Kommentar fällt derzeit derselbe Satz: Die Gefahr eines Flächenbrands ist real. Gewiss. Sie ist real“, schrieb er. „Aber sie ist nicht vom Himmel gefallen. Ist nicht genau jene Infrastruktur aus Milizen, Proxys und Terrornetzwerken, die das Mullah-Regime seit Jahrzehnten im Nahen Osten aufgebaut hat, der eigentliche Brandbeschleuniger? Wer über das Feuer klagt, sollte auch über den sprechen, der das Benzin verteilt hat. […] Wer die Gefahr erst jetzt erkennt, verwechselt den Ausbruch mit der Ursache.“

„Krieg ist grausam“, so Mansour. „Ihn zu verhindern, muss immer oberste Priorität haben.“ Aber die Welt sei komplexer, als es manche einfachen Gewissheiten suggerierten. „Nicht jeder Konflikt lässt sich durch wohlklingende Appelle auflösen.“

Das American Jewish Committee (AJC), eine pro-israelische und anti-iranische Lobby‑ und Menschenrechtsorganisation, kommentiert den Angriff wie folgt: „Die heutigen militärischen Maßnahmen folgen auf jahrelange Eskalation, Täuschung und die Weigerung Irans, seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen – einschließlich der jüngsten ergebnislosen Verhandlungen in Genf. Die Verantwortung für diese Krise liegt vollständig beim iranischen Regime.“

Bayerischer Bischof: Dilemma-Situation

Der bayerische Landesbischof Christian Kopp blickt mit gemischten Gefühlen auf den Krieg im Iran. „Ein Krieg ist immer das Entsetzlichste, das man sich vorstellen kann“, sagte Kopp am Dienstag im Münchner Presseclub. Zugleich betonte er, dass das islamische Regime zu unendlich viel Leid bei den Menschen geführt habe. Kopp zeigte sich dennoch skeptisch, dass die Angriffe der USA und Israels dazu führen werden, dass im Iran eine Demokratie entsteht.

Auch die Tötung des obersten Führers im Iran, Ali Chamenei, sieht der Theologe ambivalent. Aus kirchlicher Sicht sei das eine klassische Dilemma-Situation. Auf der einen Seite gebe es das Gebot „Du sollst nicht töten“, auf der anderen Seite müssten einem Regime, das Verbrechen an der eigenen Bevölkerung verübe, aber auch Grenzen gesetzt werden. Aus Gesprächen mit Exil-Iranern in Bayern wisse er, dass diese eine große Hoffnung hätten, dass sich die Situation im Iran nach Jahrzehnten zum Guten wende.

Begeisterung bei christlichen Zionisten

Keine Zweifel an der Notwendigkeit des Militärschlags gegen den Iran haben Trump-Anhänger wie der Pastor und christliche Zionist John Hagee. Nach übereinstimmenden Medienberichten interpretierte der 85-Jährige den Angriff in seiner Predigt am 1. März im texanischen San Antonio als Erfüllung biblischer Endzeit-Prophetie. Die Predigt trug den Titel „God’s Coming… Operation ‚Epic Fury‘. Laut Talking Points Memo dankte Hagee Trump in dieser Predigt explizit, „dessen Weisheit und Mut die Feinde Zions zermalmt hat“ („whose wisdom and courage has crushed the enemies of Zion“).

Hagee ist Gründer der Organisation „Christians United for Israel“ und ein Vertreter des apokalyptisch geprägten Dispensationalismus. Mehrere Äußerungen des Predigers hatten in der Vergangenheit international Aufmerksamkeit erregt. So bezeichnete er 2006 den Hurrikan Katrina, der große Teile von New Orleans zerstörte, als Strafe Gottes für Schwulenparaden und israelfeindliche Aussagen des damaligen US-Präsidenten George W. Bush. 2008 erklärte er, der Antichrist werde „schwul“ und „wie Hitler teilweise jüdisch“ sein.

Die UN-Charta:

„Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.“
(Kapitel I – Ziele und Grundsätze, Absatz 2,4)

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14 Kommentare

  1. Grundsätzlich definiere ich jeden Krieg als ein Versagen des politisch erhobenen Willens!

    Untermauert wird diese Definition nicht von mir, sie erwuchs aus ihrer geschichtlichen Aufarbeitung, sodass sie jeder Mensch nachvollziehen kann, der im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist. Bereits die Verurteilung einer Person aus menschlichen Gründen wäre falsch, resultiert sie nicht aus dem Leben, das sie untermauert. Kein Mensch ist besser oder schlechter als ein anderer Mensch, solange sich sein Leben an einem Menschen ausrichtet, der gegen seinesgleichen Krieg führt. Wir leben nicht um zu sterben, wir sterben, um ein besseres Leben dem abgewinnen zu können, den wir selbst einbringen.

    Wie viel von Gott ist Mensch geworden, solange auch nur eine Person seine Macht gegen sich selbst richtet?

    Der politisch motivierte Untergang von Jesus ist das beste Beispiel für das menschliche Machtverständnis, dem wir über 2 Jahrtausende ein Verständnis abzuringen versuchten, das sich von uns Menschen erklären lässt.

    Verstehen wir heute besser als damals, was es heißt gegeneinander zu kämpfen, statt miteinander zu arbeiten?

    Warum denken Menschen, solange sie Kriegswaffen produzieren, würden diese Kriege beenden?

    Statt die Gelder in Entwicklungshilfe für die Länder zu investieren, die weltweit hinterherhinken, wird Kapital an eine Kriegsszenerie gebunden, die ziellos um Raum kämpft, der einer ganzen Menschheit gleichberechtigt zur Verfügung steht.

    Sind wir Menschen tatsächlich nicht in der Lage mit dieser Tatsache so umzugehen, dass wir sie so vermitteln, dass es zumindest darüber keine Diskussionen mehr geben muss?

    Der nächste Schritt wäre dann, wie verteilt sich die Verantwortung für diesen Raum auf Menschen, deren Intelligenz ausreicht, um sich selbst darin zu verwirklichen, sodass Mensch ist, wer Gott in sich trägt und mit uns sein Leben teilen will. Ich besitze nichts außer meinen Glauben und seine Beständigkeit im Umgang mit ihren Voraussetzungen. Das als Reichtum aus einem Leben betrachten zu können, dem ich meinen Zugang schuldete, ohne es damit zu überfordern, das ist unserem menschlichen Denkvermögen geschuldet, das als individuelles Gedankengut all der Personen hervortritt, die es präsentieren und gleichzeitig repräsentieren, wie sie damit leben und immer besser lernen, damit umzugehen.

    Auch in einer Welt voller Krieg, Hass und Missgunst finden sich Menschen zusammen, die ihren Widerstand in dem Namen begründen, der ihn durch sie erfährt. Zeit ist das einzige Gut, das die Menschheit teilt und gleichzeitig in einer Gegenwart vereint, die wir heute miterleben und morgen bereits der Vergangenheit zuschreiben können, sofern wir des Lesens mächtig, sein geistiges Vermögen dadurch nicht schmälern. So wächst Menschenleben an Zeugen einer Gegenwart, die taggenau verfassen kann, woraus sie besteht und wodurch sie wächst, indem Menschen ihren Inhalt nicht schmälern, sondern seinen Mehrwert verkünden. Dieser Mehrwert unserer Gegenwart ist bereits in Jesus abgelegt und solange wir sein Leben mit unserem Namen erhalten und in seinem Sinn gestalten, wird das Leben dem Menschen gerecht, dessen Rolle es für eine bestimmte Zeit besetzt, um an ihr durch ihn zu wachsen.

    Welche Rollen sind für das Leben wichtig?

    Diese Frage beinhaltet alles, was ein Friedensstifter mit sich bringt, dem eine ganze Menschheit nicht mehr und nicht weniger als seinen Frieden schuldet. Ich habe mich an Jesus abgearbeitet und bin dadurch mir selbst ein Stück näher gekommen, indem ich zu verstehen lernte, dass Mensch nicht gleich Mensch ist, jedoch zu sein glaubt. Was uns miteinander verbindet ist von gleicher Würde, jedoch in verschiedener Gesalt zu erkennen, sodass der Reichtum einer Natur immer sichtbarer wird, die unabhängig und frei ihre Entwicklung fortsetzen kann.

  2. Die iranischen Völker jedenfalls sehen diesen Angriff als eine reale Chance zur Befreiung von dem Mullah- Regime, und auch Israel ist sehr motiviert, diesen Gegner zu besiegen.
    Trump hat hier möglicherweise eine Gelegenheit ergriffen, die besser nicht hätte sein können.

  3. Ist Notwehr Völkrerrechtswiedrig? Das ist mir neu.
    Das Mullah-Regime im Iran bedroht seit Jahrzehnten Israel und die USA, es lässt in den letzten Jahren tausende Raketen auf Israel schießen und steckt hinter dem Angriff der Hamas auf Israel.
    Was soll Israel tun? Es hinnehmen oder das Problem lösen? In den letzten Monaten wurde die Führung des Mullah-Regimes mehrfach gewarnt und es wurde auch deutlich gemacht das Israel bereit ist sich zu verteidigen. Nun hat sich Israel verteidigt und nicht anderes ist der Konflikt,

    • Das Völkerrecht gibt einen das Recht zur Verteidigung und kann sogar einen Präventivschlag rechtfertigen. Beides ust aber sehr eng definiert und beides ist hier nach Meinung der allermeisten Völkerrechtler nicht der Fall.

      Der Angriff der USA und Israels ist also völkerrechtswidrig. Die in der Öffentlichkeit diskutierte Frage ist vielmehr, ob ein solches Völkerrecht, was eben auch solche Regime wie im Iran schützt, noch zeitgemäß ist. Das heutige Völkerrecht ist schließlich für die Situation im 19. und 20 Jahrhundert entwickelt worden. Und die war eine andere.

      Dennoch sollte man es nicht leichtfertig aufgeben. Insbesondere wenn der Alternative lautet, der Starke darf alles.

  4. Gott wird Frieden schaffen ohne Waffen

    „Ich tue mich damit dennoch schwer, denn das im Völkerrecht vorgesehene Interventionsrecht durch den UN-Sicherheitsrat ist durch Konstellation der USA, Russland und China quasi nicht existent“! (Zitat Ende). Da kann ich Chey`s Kommentar im vollsten Umfang nur gerne auch zustimmen.
    Kriege zu führen ohne Erlaubnis, als unerlaubte Notwehr, dann letztes Mittel die Tyrannenmorde, sind riesengroßes ethisches Dilemma. Auch wird Völkerrecht niemals global funktionieren, weil der Weltsicherheitsrat durch sein Einstimmigkeitsprinzips gerade dies verhindern. Allerdings eines muss klar sein: Tyrannen, egal ob Einzelmensch, Führung totalitärer Staaten und jede Form von Tyrannei, gehören durch Gerichte streng bestraft.

    Will ich mich selbst weiß waschen, behaupte ich doch einfach, alle anderen (Staaten) seien auch böse. Oder geben „Macht des Faktischen“ Raum. Ich möchte hier gerne wetten, einer von dem Kaliber eines Trump würde niemals die Autorität von Weltpolizisten und Weltrichter achten. Aber da müssen wir wieder hinkommen, nicht DEN LIEBEN Gott EINEN GUTEN MANN SEIN LASSEN, sondern ihn sehr ernst nehmen: Dann wird er (und dann UNS) erlauben, mit unseren Flügeln des Heiligen Geistes „Schwerter zu Pflugscharen“ zu machen und Krieg und Atombomben zu ächten. So sind die Israeliten, von Abraham bis zum Babylonischen Konzi,l erst dort Monotheisten geworden, aber haben fleißig begonnen, die Zeit jenes Alten Bundes aufzuschreiben. Heute würde man vielleicht in die Psychiatrie eingewiesen hier zu fordern, jedes 7. Jahre eingetriebene Schulden an die Schuldner zurück zu geben. Dies haben die Israelis im Sabbatjahr zeitweise stets praktiziert. Die Israeliten als Urerfinder Sozialen Fortschrittes, so der persönlichen Menschenwürde, einer Unverletzlichkeit der Wohnung, auch dass Kritik an Herrschenden niemals Todesstrafe bedeuten durfte.

    Es wurde (dann als Ideal) der Monotheismus die völlige Überhöhung der Religionen, Gottes allesumfassende Wirklichkeit im „Monotheismus“. Den
    heute jüdischen Menschen ist eine Ahnung entstanden, dass Gott der Herrscher, der gute Vater und zugleich die gütige Mutter aller Menschen ist, auf der ganzen Erde. Wir glauben, dass Gott ein riesiges oder unendliches Universum erschuf. Sich aber so klein machte, gewissermaßen wie ein Forscher mit dem Auftrag, ein Problem mit den Ameisen zu besprechen und derartiges Wesen zu werden: Also der Totalverzicht auf Macht: GOTT WIRD MENSCH. Weil Gott zwar keine Gewalt ausübt, aber gerecht ist, wird durch uns Menschen und der Kraft Gottes, aus dieser Erde ein kleines Paradies und alle Schwerter zu Pflugscharen . Die Welt wird es erleben, dass Kriege geächtet und die Atomraketen im Museum bewundert sind.

    Jeder wird rätseln, wie Menschen so abgründig dumm und böse sein konnten. Wie wir etwa beim Anblick mittelalterlicher Folterinstrumente. Vor diesem Hintergrund stimme ich zu, wenn der pax‑christi‑Bundesvorstand die Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran als ein Bruch unseres Völkerrechts verurteilt und Rechtsexperten dies bestätigen. Allerdings sind hier wirklich alle böse, am schlimmsten jenes Regime heute im Iran

    • > Befreiung der Tyrannei!

      Glaubst Du, dass das das Ziel von Trump und Netanjahu ist?

      Trump und sein Vize Vance sagen ausdrücklich, dass das nicht das zwingende Ziel ist. Sie könnten auch gut mit einem willfährigrn Mullah-Regime leben. Ist ja in Venezuela ähnlich.

      Ob das im Sinne Gottes ist und seinen Segen hätte, wage ich zu bezweifeln.

      • Schlimmste himmlische Strafe für Tyrannen

        Gott ist etwas klüger als Trump und Netanjahu. Aber leider war Gottes Geduld mit den Israeliten übergroß und dauerte lange Zeit. Oft stand ein Ergebnis eher wie ein Kompromiss im Raum. Aber am Ende wird alles gut. Es wird keine Verlierer geben und Jesus wird zum Ärgernis vielleicht schon heutiger Menschen, den Bösen und den Guten alle ihre Schuld nachzusehen, denn sie wurde am Kreuz bezahlt. Es gibt fast keine schlimmere Strafe im ganzen Universum, von einem Gott geliebt zu werden, dessen Zuwendung man absolut unwürdig ist.

    • Himmlische Gardinenpredigt

      Lieber Sven: Ich werde Gott dagegen stärker bitten, Geist vom Himmel zu werfen auf alle Tyrannen, Putin und auf Donald Trump die für Pupertierer
      zulässige Dosis. Menschliche Macht und tödliche Gewalt von Waffen erlöst uns nicht, auch nicht Soldaten und Populisten. Sondern wenn tatsächlich Propheten kommen würden und baldigst den bösen und nicht so bösen Verkünder falscher Wahrheiten geharmischte Gardinenpredigt abhalten.
      Der Prophet Amos im Alten Testament ist sehr gut geeignet. Oder wenn Dietrich Bonhoeffer hier noch etwas über sein großes Leid erzählen kann. Oder Jesus würde persönlich erscheinen und den Mullahs einmal klarmachen, wie sie mit dem Teufel das Geschäft betrieben und nicht mit Liebe.

  5. Wenn ich mich recht erinnere hat der alte Helmuth Kohl folgenden Satz gesagt“ die Hund bellen, die Karawane zieht weiter“.
    Das möchte ich gern auf diese ewigen moralischen Apelle und die immer wiederkehrenden Verweise auf internationales Recht anwenden.
    Dieses ist schon tausendfach gebrochen worden und leider sind die UN- Institutionen nicht wirklich neutral und wenig vertrauenswürdig !
    Kann es sein, dass wir Deutschen durch die ewige Schuld im Dritten Reich verursacht meinen, wir könnten in der Gegenwart durch hohe moralische Ansprüche irgendetwie etwas gutmachen oder etwas von unserer schweren Bürde abtragen? Sollen diese zur Schau getragenen humanistischen Höhenflüge die Völkerwelt von unserer Läuterung überzeugen? Naja, belegen kann ich diese These nicht, aber irgendwoher muss dieses Verhalten doch herkommen?

    • Gegen hohe moralische Ansprüche sollte eigentlich nichts einzuwenden sein. Insbesondere auf einer christlichen Website.

      Und es sind nicht nur die Deutschen, die dem Völkerrecht hohes Gewicht geben Eigentlich sind die deutschen Regierungen diesbezüglich sogar recht flexibel (Jugoslawien, Israel oder jetzt gegenüber Trump). Derzeit ist es in der EU Spanien mit der klarsten Position. Wohl kaum eine Folge der Schuld durch das 3. Reich.

      Aber dieser angebliche Schuldkult, der Deutschland (unnötigerweise) treibt, ist ja auch eine beliebte Erzählung der Rechtsradikalen wie der AfD und ihrem Umfeld. Scheint Früchte zu tragen.

    • Das klingt wie eine moralische Bankrotterklärung. Zweifellos ist schon oft gegen das Völkerrecht oder andere internationale Vereinbarungen verstoßen worden. Und die UN hat sich nicht immer mit Ruhm bekleckert. Und, ja, der Sicherheitsrat ist blockiert (er ist in seiner jetzigen Form überholt). Aber was ist die Alternative? Alle, die genügend Macht haben, tun was sie wollen – mit dem Segen der UN? Genf missachten? Und alle anderen Abkommen? Trump, Putin und Xipeng als Vorbilder? Das kann doch nicht wahr sein. Dem muss mit Mandat widersprochen werden. Das hat doch nichts mit „humanistsichen Höhenflügen“ zu tun?!? Die UN sind keine deutsche Erfindung. Und der aktuelle Verweis auf das Völkerrecht? Das wird weltweit diskutiert. Finden Sie es denn wünschenswert, das alle Politiker, die die nötiger Macht haben, tun was sie wollen? Unter völliger Missachtung internationaler Regeln? Was für eine Welt wünschen Sie sich?

    • Frieden ist unsere Verantwortung

      An alle meine Meinung: Wir sind nicht genetisch gut, alttestamentlich sollen wir über das Böse herrschen und dafür beten. Neutestamentlich Gott damit ehren, dass wir die Guten sind und Liebe üben. Dass die Tyrannen und Gewaltregime ihre Bürger in Mithaftung nehmen ist unerfreulich. Die Alternative wäre gewesen, wir hätten keinen freien Willen. Aber der Freie Wille ist verbunden mit Verantwortung. Während wir auf den Mond und bald auf den Mars fliegen, mag gut und schön sein, aber einer Riege fast bereits seniler Mullahs ausgeliefert zu sein, ist doch ganzmenschheitlich
      ein Trauerspiel. Wir haben ein großes Gehirn, das nur zu 3% in Betrieb ist. Mit Gottes Hilfe und eigenem Fleiß könnten wir die Welt besser machen. Dabei waren die Steinzeitmenschen seit mindestens 100.000 Jahren besser als ihr Ruf. Das Dilemma begann vor 25.000 Jahren mit Sesshaftigkeit.
      Die sinnbildliche Geschichte vom Turmbau zu Babel zeigt, warum Machtregime (und daher der Turm), aber Gott-sei-es-gedankt- immer umfallen. Und dazu kann man beitragen wie vor den Mauern von Jericho, mit Friedensstrategien, die von Büchern nie in die kalte Welt gelangen konnten.

  6. Schwierig.

    Unstrittig brechen die USA und Israel das Völkerrecht. Die USA daneben auch US-Recht.

    Allerdings hat die iranische Regierung sich nie um das Völkerrecht gekümmert. Unterstützung von Terrororganisationen, die sie u.a. Israel angreifen ließen, Terrorisierung und Ermordung der eigenen Bevölkerung.

    Soll diese Regierung jetzt durch eben das Völkerrecht geschützt sein, dass sie zutiefst verachten und ignorieren?

    Ja, man kann sagen, dass selbst sie dadurch geschützt sein müssen, denn das Völkerrecht gilt absolut.

    Ich tue mich damit dennoch schwer, denn das im Völkerrecht vorgesehene Interventionsrecht durch den UN-Sicherheitsrat ist durch die Konstellation USA, Russland und China quasi nicht existent.

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