Fast zehn Jahre nach der Zerstörung durch den IS feiern Christen im irakischen Mossul die Wiedereröffnung zweier Kirchen. Für viele ist es mehr als nur ein Bauwerk.
Zwei christliche Gotteshäuser in der irakischen Stadt Mossul sind fast ein Jahrzehnt nach der Zerstörung durch den Islamischen Staat wiedereröffnet worden. Dies berichtet das webportal Christian Post (CP). Die Kirche des heiligen Thomas (syrisch-orthodox) und die chaldäische Kirche Al-Tahira („Die Unbefleckte“) wurden in feierlichen Zeremonien neu eingeweiht. Fadi, ein junger Christ aus Mossul, der am Wiederaufbau beteiligt war, sagte gegenüber Vatican News: „Es ist ein Zeichen der Hoffnung.“
Die Restaurierung begann 2022 im Rahmen des „Mosul Mosaic“-Programms der Aliph Foundation. Unterstützt wurde das Projekt von der irakischen Denkmalbehörde, der französischen Organisation Œuvre d’Orient und dem Nationalen Institut für Kulturerbe Frankreichs. Die Alabastertür der Mar-Toma-Kirche aus dem 13. Jahrhundert wurde originalgetreu restauriert. Vor dem Wiederaufbau mussten Minen und Sprengsätze entfernt werden, heißt es. Die Wiedereröffnung habe in Anwesenheit hochrangiger Vertreter aus Kirche, Politik und internationalen Organisationen stattgefunden.
Ruf zur Versöhnung
„Diese Kirchen sind nicht nur Steine. Sie sind das Gedächtnis von Glauben, Geschichte und Gemeinschaft“, zitiert CP Erzbischof Najeeb Michael Moussa. Patriarch Louis Raphaël Sako betonte, dass die Wiederherstellung der Kirchen auch ein Zeichen für Vertrauen und Frieden sei. Er wandte sich deutlich gegen christliche Milizen und sagte: „Wenn solche Gruppen existieren, haben sie nichts mit christlicher Ethik zu tun.“ Christen müssten mit gleichen Rechten und unter klaren rechtlichen Rahmenbedingungen leben können.
Vor der IS-Herrschaft machten Christen rund 14 Prozent der Bevölkerung Mossuls aus. Heute leben dort weniger als 60 christliche Familien. Die Kirchen Mar Toma und Al-Tahira galten einst als Orte der Einheit zwischen Christen und Muslimen.
Die vollständige Meldung bei CP (Englisch)
