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Baptisten verlieren Mitglieder

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden hat im vergangenen Jahr 2.510 Mitglieder verloren. Corona-Beschränkungen tragen die Schuld.

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Zum Jahresende 2020 gehörten 794 Gemeinden mit 77.685 Mitgliedern zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Damit verlor der Bund 2.510 Mitglieder (3,1 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Verlust sei, so interpretiert die BEFG in einem Bericht, größtenteils darauf zurückzuführen, dass sich während der Corona-Pandemie weniger Menschen den Gemeinden angeschlossen hätten. Die Abgänge seien jedoch gleich geblieben. Mehr als die Hälfte des Rückgangs erkläre sich durch weniger Taufen und Aufnahmen durch Zeugnis als 2019.

Der BEFG schreibt, aufgrund von Corona sei ab März 2020 die Gemeindearbeit sehr beeinträchtigt gewesen. Gottesdienste, Taufen und die für das Gemeindeleben essenzielle Gemeinschaft seien gar nicht oder nur schwer möglich gewesen. Dies führte bei den beiden größten Zugangsarten zu einem deutlichen Rückgang. Bei den Taufen waren es ein Minus von 54,7 Prozent und bei der Aufnahme durch Zeugnis ein Minus von 39 Prozent.

Corona sorgt für Austritte

Die Gemeindearbeit ins Digitale zu verlagern, so BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba, habe natürlich verhindert, Menschen zu taufen. Außerdem hätten viele Mitglieder Probleme gehabt mit der neuen Gemeindesituation. Fehlende Präsenzgottesdienste hätten, laut Stiba, Entfremdung verursacht oder beschleunigt und dadurch zu Austritten geführt. Gemeinden mit vielen Kleingruppen hätten weniger Mitglieder verloren. Dies zeige, wie wichtig Beziehungsarbeit sei.

Genereralsekretär Stiba betonte, auffällig sei vor allem die hohe Zahl an Austritten. Diese würden 41,8 Prozent aller Abgänge und 68 Prozent des Mitgliederrückgangs ausmachen. Gründe für die Austritte gäbe es verschiedene. In der Pandemie hätten manche Menschen gemerkt, dass sie ohne Gemeinde auskämen. Teilweise hätten sie sich auch nicht ausreichend wahrgenommen gefühlt. In manchen Gemeinden habe Streit über Corona, Machtfragen oder die theologische Ausrichtung zu Austritten geführt.

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2020 sei nur eine ganze Gemeinde aus dem BEFG ausgetreten. Austritt oder Auflösung ganzer Gemeinden mache nur einen kleinen Anteil der Abgänge (6,3 Prozent) aus.

Michael Noss, BEFG-Präsident, meinte: „Es stimmt nachdenklich, dass auch 2020 wieder Menschen die Gemeinde verlassen haben.“ Allerdings gebe es keinen Grund zu resignieren. Der Bund vertraue auf die Kraft des Evangeliums und Jesu Christi. Noss sicherte den Ortsgemeinden in Problemsituationen die volle Unterstützung des Bundes zu.

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Link: BEFG-Mitgliederstatistik 2020 (BEFG)

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5 KOMMENTARE

  1. Was tun wenn Christsein unattraktiv wird ?

    Baptisten verlieren nicht alleine Mitglieder und m.E. alleine auf die Corona-Pandemie darf man es nicht schieben. Es ist in der Ökumene bereits aus vielen allseitigen Gesprächen längst bekannt, dass sich der Traditionsabbruch in unterschiedlichen Formen an den beiden großen Kirchen sowie an den vielen Freikirchen gleichermaßen abarbeitet. Um nicht das Gleiche zu schreiben wie im meinem Kommentar zu dem geplanten Dialog der Evangelischen Kirche in Deutschland mit den Pfingstkirchen, hier nur folgendes: Der Traditionsabbruch ist keine rein geistliche Infektionskrankheit, sondern dass wir Christinnen und Christen, privat oder als Institutionen bzw. Gemeinschaften, gegenüber den vielen Sinn- und Freizeitangeboten in dieser Gesellschaft und Welt einfach zu leise die Trommel rühren bzw. zu wenige Lebenssinn-Alternativen anbieten. Unsere Alternative besteht darin, als Jesusnachfolger und Gottesgeschöpfe sichtbarer herauszustellen sowie auch durch unsere Lebenspraxis transparent machen, dass wir der größten Hoffnungs- und Befreiungsbewegung in dieser Welt angehören. Moses befreite mit Gottes Hilfe die Israeliten aus körperlicher Versklavung, Jesus befreite uns zu Neuen Menschen zu einer Versöhnung mit Gott. Wenn wir etwas ändern wollen, müssen wir wieder deutlicher zurück zur Quelle und möglichst christlich agieren in ökumenischem Zusammenhalt. Dazu gehört allerdings auch wieder das gemeinsame Ernst nehmen der Bergpredigt. Insbesondere bei landeskirchlich evangelisch sowie katholisch ist mehr eine Geh-hin-Struktur erforderlich als die Erwartung, dass uns die Menschen schon von selbst in unseren Heiligen Hallen aufsuchen. Wir brauchen ökumenisch überhaupt oder mehr moderne Urgemeinde, viele und durchaus auch verschiedene Modelle gelebten christlichen Glaubens, mehr an einem auch gemeinsamem ökumenischen Gebet und ebenso die Überwindung von uralten Gräben zwischen unterschiedlichen Prägungen nicht nur in der (weltweiten !) Christenheit: Im Sinne einer Einhalt in der Vielfalt. Dies alles ist in einem perfektionistischen Sinne nicht einfach machbar, sondern wir müssen uns vom Heiligen Geist in einer Weise tragen lassen, die auch eine möglichst gemeinsame hiesige und weltweite Neuevangelisation einschließt. Dazu gehört auch das gemeinsame Gebet und das alte mönchische Prinzip von „beten und arbeiten“ zu praktizieren. Unser Auftrag in dieser Welt ist kein Home Office, sondern das Gehen an die Hecken und Zäune und Menschen eine Gemeinschaft anzubieten, die uns alle trägt. Ich hörte vor vielen Jahrzehnten unkonventionell formuliert „in Gott kann sich jede und jeder sehr verlieben“. Dass Glaube jenseits berechtigter (auch unterschiedlicher) Theologie eine Beziehungsfrage ist, erscheint wichtig. Unsere christliche Binnensprache muss einfacher (aber nicht banaler) werden. Was Glauben bedeutet, also mehr als ein Für-wahr-halten, muss völlig neu übersetzt werden. Man muss uns wirklich verstehen.

  2. Es gibt einen interessanten Kommentar von Markus Till zur „neuen“ baptistischen Theologie.
    Da ahnt man wohin die Reise geht. Zwangsläufig werden die Bibeltreuen zumindest teilweise abspringen und nach Alternativen suchen.
    Das ist etwas verzögert eine ähnliche Entwicklung wie in der EKD. Auch andere Freikirchen werden in diese Grabenkämpfe hineingezogen werden, auch die Pfingstler von denen Bernd Hehner spricht. Bei dieser Sichtweise ist die Freude über Gespräche und Zusammenarbeit allerdings deutlich getrübt.
    Die Frage drängt sich auf, wo versammeln sich die Bibeltreuen in Zukunft ? Es wird sehr vom Pfarrer und der Ortsgemeinde abhängen ob sich Einheit erhalten lässt. Der klassische Gemeindewechsel, wird in Zukunft wenig Sinn machen, weil die erkorene Freikirche vielleicht wenige Jahre später selbst die traditionellen Glaubenswerte aufgibt. Erwartet die Wechselwilligen eine Odyssee durch die kirchliche Landschaft ? Wird das Ganze in einem atemberaubenden Tempo vonstattengehen? Vermutlich, ich erwarte und hoffe, dass sich kleine, wenig strukturierte „Hauskirchen“ als Alternative darstellen, dem Herrn und seinem Wort verpflichtet, können sie das Kontrastprogramm zur modernen, liberalen und vielfältigen Christenheit darstellen. Glänzen werden diese Kleingruppen nicht durch prachtvolle Gebäude und ausgefeilte Programme, sondern durch ihre Frömmigkeit, aber sicher werden sie wahrgenommen als etwas aus der Zeit gefallen.
    Möglich, dass diese wiederentdeckte Form an die Anfänge der Kirche erinnern und begleitet von göttlicher Bestätigung, könnte das auch zu echten Aufbrüchen führen.

  3. Christen dürfen aus der Zeit fallen

    Da wird ein Graben zwischen Christen/Kirchen schon angedacht, um ihn aufzureißen. Nämlich wenn Sie lieber „Stammtischbruder“ hier von „bibeltreuen Christen“ sprechen, wobei sie alle anderen Christinnen und Christen weltweit damit sprachlich ausschließen. Niemand wird deshalb gottgefälliger, wenn er alles (oder manches auch nach Gutdünken) in der Bibel wörtlich nimmt und die Schrift nicht auslegt. Viel einfacher ist das Beispiel von Leuten, die Christen sind wie wir anderen auch, die vielleicht jeden Tag aus der Vergebung leben, die Beten und mit Gott sprechen und die manchmal sogar Wunder erleben – und die sich „Entschiedene Christen“ nennen. Nun habe ich gar nichts gegen den Jugendverband mit diesem Namen. Wenn ich wieder jung wäre, würde ich sofort mitmachen. Was ich kritisiere ist ausschließlich, sich selbst für „entschieden“ zu bezeichnen und anderen indirekt zu unterstellen (manchmal unbewusst) sie seien es nicht. Dann machen wir zwischen uns und anderen nach dem altbekannten Rasermäherprinzip einen Unterschied. Mein Gott sieht in mein Herz und nicht in einer groben Übersicht über die Weltbürger. Genauso praktizieren das negativ manche auch in Anbetracht der zwei großen konfessionellen Kirchen und den anderen anderen 300 Kirchen weltweit. Sie sprechen und schreiben so, als ob Sie a l l e i n e der fromme Rest sind. Wenn Gott so wäre – und wir nicht glauben dass Jesus Christus nicht nur für uns Christen sondern für die ganze Welt und alle Kreaturen gestorben ist – wenn nur ein Heiliger Rest gerettet wird (wie bei den ZJ die 144 000 als himmlische Regierung und der kleine Anhang in der Welt) – dann gäbe es für unsere Welt keine Hoffnung. Was nutzt dann auch noch der Barmherzige Samariter, der den unter die Räuber gefallenden rettet. Beim barmherzige Samariter, fast so etwas wie ein jüdischer Atheist, wird auch die Tat seiner Nächstenliebe von Gott gesehen und für wichtig gehalten. Sonst hätte Jesus das Gleichnis so nie erzählt. Am Schluss werden unzählige Milliarden Menschen in die Hölle geschickt – oder nach der Überzeugung der Adventisten einfach (bildlich gesehen wie Computerdateien) ausgelöscht. Jesus hat so nicht gedacht und gesprochen, siehe die Gleichnisse vom Verlorenen Sohn und vom Verlorenen Schaf. Ich kann mir keine guten Eltern vorstellen, die ihre ungeratenen Kinder verstoßen, foltern oder vernichten. Schon gar nicht bei Gott.

    Dann wäre Gott nicht Liebe und Barmherzigkeit, sondern wie ein Brötchenbäcker, der 99 von 100 Brötchen wegwirft. Wie kann jemand (letztlich) so ein Gottesbild haben ? Da wird Gott ganz klein gemacht, obwohl er größer ist als wir ihn denken. Im übrigen propagiere ich keine Billige Gnade, sondern die Erlösung aller Menschen und die Ermöglichung dass sie sich alle mit Gott (in Zeit und Ewigkeit) versöhnen dürfen, denn dafür hat Jesus sein Leben freiwillig geopfert. Wir Christen, egal welche Frömmigkeitstradition uns prägt und wie wir theologisch denken, dürfen nicht nur sondern „wir sollen aus der Zeit fallen“: Wenn wir alle frömmer werden, möglichst eine persönliche Beziehung zu Gott aufbauen sowie Licht der Welt und Salz der Erde sind. Wenn wir so mitten in der Welt leben, in Gottes Schöpfung, und das Leben der anderen Menschen teilen. Die anderen Menschen, die keine Christen sind oder leider „lau“ sind, liebt Gott genauso wie uns auch. Sonst würden Diakonie und Caritas nicht weltweit Menschen retten, wie es auch Gott tun will. Aber ich muss ich als Einzelperson den Balken zuerst aus dem eigenen Auge ziehen und dann den Stachel aus der (falschen ??!) Frömmigkeit meines Mitchristen. Alles andere ist fromme Arroganz und so ist Jesus in seinem Erdenleben keinem Menschen je begegnet.

    • Nun ja was soll ich dazu sagen, es gibt nun mal Unterschiede in Theologie und Frömmigkeitsstil und jeder denkt doch er liegt richtig sonst würde er einen anderen Weg einschlagen, so ticken sie doch auch lieber Bernd, wie man an ihrem engagierten Kommentar erkennen kann.
      Sie wollen mir doch auch einen Splitter ziehen, also reflektieren sie etwas gründlicher.
      Und was soll die Aufregung um Begriffe ? „Bibeltreu“ ist nur der bescheidene Versuch der heterogenen Gruppe von Leuten einen Namen zu geben die traditionell oder eher konservativ unterwegs sind. Von mir aus suchen sie einen passenderen Namen, aber um Begrifflichkeiten zu streiten ist vertane Zeit ! Ich respektiere ihre Ansicht, dass „Gott die ganze Welt rettet“ aber teilen tu ich sie nicht ! Und ich meine dafür gute Gründe in der Bibel zu finden, ich glaube niemand hat so oft von der Hölle geredet wie Jesus, wie erklären sie das ?
      Meine „Schau von der Zukunft “ scheint, mir jedenfalls ziemlich realistisch und soviel Selbstüberschätzung trage ich nicht in mir , zu glauben ich könnte etwas herbeireden. LG

  4. Lieber Stammtischbruder, man muss Jesus in der Gesamtschau dessen sehen, was uns seit der Urgemeinde von ihm überliefert ist. Es ist kein Widerspruch, dass die Bibel Gottes Wort und gleichzeitig Gotteswort immer Gotteswort durch Menschenwort ist. Die Menschen im Altertum kannten nur Regenten, die fast immer Gewaltherrscher waren und denen jede und jeder absoluten Gehorsam schuldete. Das wurde öfters auf Gott und Jesus Christus projeziert. Dann war Ungehorsam Gott gegenüber immer todeswürdig wie bei den altertümlichen Herrschern. Allerdings entspricht das aber überhaupt nicht dem roten Faden der Jesusworte und seines Lebens, wie es uns überliefert ist. Und zugleich ist Jesus doch auch der Friedefürst, jener der gekommen ist nicht um zu richten, sondern um zu retten. Und wenn man die Gleichnisse liest, ist dies ebenso. Außerdem ist er für alle Menschen gestorben, nicht nur für die Guten und auch nicht nur für die Christen. Wenn dann, folgt man die Argumenten mancher Christen, faktisch nur wenige Prozent der Menschen – die vor Jesus lassen wir dann gleich ganz weg – gerettet werden, bleibt der Himmel ziemlich leer. Vor allem wäre dann die Erlösungstat Jesu so gut wie wirkungslos. Ich traue da Gott viel mehr zu, vor allem dass er viel größer ist als wir ihn uns denken können. Sonst wäre er nicht Gott. Und wenn seine Liebe in einer bestimmten Weise auch unverdient und unverdienbar ist, dann ist auch von wirklicher Liebe die Rede. Dies sind die oft wiederholten Gründe, warum ich fest daran glaube, dass sich am Ende aller Zeiten alle Menschen freiwillig mit Gott versöhnen werden. Selbst die Adventisten hatten so ihre Probleme mit der ewigen Verdammnis in der Hölle und sie wählten die Auslöschung. Die Orthodoxen glauben dass es keine Hölle gibt, sondern dass Gott auch mit den Unversöhnten lebt – sie haben also in diesem Sinne nicht Gott endgültig verloren. Außerdem kollidiert das nicht mit der Feindesliebe, denn selbst wenn Gott sehr bösartige Menschen als seine Freinde betrachten würde – was er nicht tut – würde er sie doch lieben. Denn was er von uns (was sehr schwer ist) verlangt, wird er auch selbst verkörpern. Ich bin daher auch dankbar, dass in all den Jahrhunderten niemand auf die Idee kam, ein Glaubensbekenntnis auszuformulieren mit dem Satz „ich glaube an die Ewige Verdammnis“! Da steht nur etwas von der Auferstehung der Toten und der Vergebung der Schuld. Zudem steht in meiner Bibel, dass Jesus Christus die Schüssel hat zur Hölle und zum Tode. Wozu wenn er nicht aufschließt. So wie ich unsere Welt erlebe, haben wir doch die Hölle erfunden und praktizieren den Tod und das Töten.

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