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„Erzkatholisch“: SPD zieht umstrittenes Wahlkampfvideo zurück

Die SPD zieht ihr umstrittenes Wahlkampf-Video über einen Vertrauten von Unionskandidat Armin Laschet (CDU) zurück. Darin wird dieser als „erzkatholisch“ bezeichnet.

„Der Kampagnenleiter hat mir berichtet, dass der Spot nicht genutzt wird“, sagte Scholz der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Zugleich trat er Vorwürfen entgegen, mit dem Spot würden religiöse Bekenntnisse für den Wahlkampf missbraucht.

Die Lesart stimme nicht, die SPD trete immer für eine offene und tolerante Gesellschaft ein, sagte Scholz der Meldung vom Dienstag zufolge. Auf die Frage, warum seine Partei vor einem Christen wegen seines Glaubens warne, sagte Scholz: „Das tut niemand. Unser Land und auch ich sind vom christlichen Glauben geprägt.“

In dem Wahlwerbespot, der auch von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz kritisiert worden war, wird unter anderem die Aussage getroffen, dass man mit der CDU „erzkatholische Laschet-Vertraute“ wähle, für die Sex vor der Ehe ein Tabu sei. Damit wird auf eine Aussage des nordrhein-westfälischen CDU-Politikers und heutigen Staatskanzlei-Chefs Nathanael Liminski angespielt. Die Aussage stammt aus dem Jahr 2007, als Liminski 22 Jahre alt war.

Quelleepd

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3 KOMMENTARE

  1. Fragen der Sexualität sind für Wahlkampf ungeeignet

    Die alte Kamelle von einem Sexverbot vor der Ehe, was man dann als erzkatholisch – oder auch erzprotestantisch – oder was auch immer – bezeichnen könnte, ist eine Vorurteil für unfreiheitlich, fundamentalistisch und auch unrealistisch. Als überzeugter Christ bin ich in meinem bisher bereits langen Leben allerlei Leuten begegnet: Ehrlichen Atheisten die die Bergpredigt begeistert, konservativen Katholiken, charismatischen Christen, Menschen mit christlich-liberaler Denke, Fundamentalisten, gläubigen Juden einer Reformgemeinde und ganz vielen Menschen auf der Suche nach dem, was sie nicht immer als Gott bezeichnen möchten. Es gibt sogar Marxisten mit hoher Ethik und es scheint Jesusnachfolger zu geben, denen es daran im praktischen Leben mangelt. Als Schreiber dieser Zeilen bin ich kein Supermensch und stehe nicht über diesem Thema.
    Aber Menschen, die auf Sex vor der Ehe bewusst verzichtet haben und dies wie ein Credo vor sich hertrugen, sind mir nie über den Weg gelaufen. Auch wenn wir in meiner lange zurückliegenden Jugendzeit und Nachpubertät (stolz) mit einer großer Offenheit auch tabubelastete Themen durchgekaut haben. Der Sex vor der Hochzeit ist heute kaum noch ein Thema und wurde auch früher zumeist nicht offen besprochen, weder in der einen noch in der anderen Richtung. In den 1960er Jahren wurde nur das Pillenverbot stark diskutiert, viele katholische Priester waren darüber eher entsetzt. Das Sexthema ist genauso schwierig wie als Anschlussdilemma die Ehelosigkeit von katholischen Priestern, oder alleinlebender Zeitgenossen, und die damit verbundenen Erwartung mancher Menschen, wir könnten als biologische Wesen unsere Sexualität gewissermaßen ignorieren: Oder durch heiße Bäder und angeblich gute Gedanken wegblenden. Damit beschäftigt sich allerdings sogar die Bibel in einem modernen Kontext nicht. Im AT geht es meistens dabei um Orgien, die Eifersucht zwischen Abrahams Frau und seiner schwangerer Nebenfrau, Selbstbefriedigung oder Inzest. Im Neuen Testament will Jesus selbst die Ehebrecherin nicht verurteilen: „Der werfe den ersten Stein, der ohne Sünde ist“! Es hat niemand geworfen, sondern alle sind gegangen. Dabei geht es gar nicht immer um Sünde. Es gibt viele existenzielle Fragen, die sich nicht als Waffe im Wahlkampf eignen, sondern eher dafür, dass diese jeder mit seinem Gott selbst bespricht. Der ist der beste Seelsorger und gibt niemand einen Stein, der um ein Stück Brot bittet. Wir dürfen nicht nur, sondern müssten es eigentlich: Uns auch selbst auch lieben, also wertschätzen. Auch als Christinnen, Christen und Gender (also alle ganz normalen Menschen) sind wir für die seelische Gesundheit von uns und anderen verantwortlich. Dies ist wirklich Ethik.

  2. der werbespot der spd zeigt das ganze dilemma der bundesrepublik west. viele haben einfach die schnauze voll von religion, besonders katholischer. ich habe mit leuten in bayern gesprochen. die kindesmissbrauchsfaelle, die aufgedeckt wurden und der widerliche umgang der kirche damit (siehe koeln), haben das mitverursacht, dass niemand der kirche mehr ueber den weg traut. leute sind angewidert von der kirche. das problem ist, dass die leute die alternative nun im sozialismus sehen, sie rennen also schon dem naechsten wahnsinn nach. rot-rot-gruen koennte kommen, wenn es so weitergeht und die katholische kirche traegt daran eine mitschuld. aber so ist nun mal die gesellschaftliche entwicklung in der brd-west. die kirche hat voellig versagt. zoelibat und kindesmissbrauch sind nur zwei dinge, die niemand mehr stillschweigend akzeptieren will.
    ich komme aus thueringen, lutherland, da haben wir sowas schon seit jahrhunderten nicht mehr und in koeln ist alles noch wie im mittelalter,. klar, dass die menschen irgendwann aufbegehren.

  3. Liebe Andrea Koch: Ich kann Ihre Zeilen gut nachvollziehen, aber die gesamte Christenheit in Deutschland besteht nicht nur aus der Summe der Missbrauchsfälle, Köln ist auch nicht mehr im Mittelalter (wenn auch einige Religionsdiener) und m.E. ist es eine falsche Vorstellung, dass die Menschen anstelle einer kirchlichen Identität nun Sozialisten werden oder dergleichen. Es gibt in allen Parteien Christinnen und Christen, wiewohl ich das bei der AfD schon verwunderlich finde. Vielleicht verbirgt sich hinter „erzkatholisch“ in Wahrheit das Gefühl, dass die Vorstellung von Moral oftmals nicht den Odem von Menschlichkeit vermuten lässt. Aber mit Kategorien wie erzkatholisch bzw. Moral, dem Guten oder dem Bösen hier Wahlkämpfe zu bestreiten, finde ich nicht zielgerecht. Auch nicht mit den roten Socken und der gleichnamigen Kampagne der Vergangenheit. Es geht um Sachlichkeit mehr als auch um Personen. Man muss nicht unbedingt die Linken verehren oder wählen, aber ihnen gebührt auch Fairnis. Denn der damaligen Ost-CDU wurde ihre Herkunft als ehemalige DDR-Institution nur wegen dem C, oder einem Nichtwissen über sie, nicht wirklich angekreidet. Es ist in Deutschland nicht alles schlecht und auch nicht alles gut. Aber besser ist zu sagen, das Glas ist halbvoll, als es als halbleer zu bezeichnen. Wir jammern auf hohem Niveau, auch über die Demokratie, aber sie funktioniert besser als in vielen Teil der Welt und in Deutschland sind die Parteien nicht miteinander so verfeindet wie im Land der angeblichen Freiheit, den USA. Da geht es sinnbildlich nur um schwarz oder weiß.

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