- Werbung -

Geflüchtetes Mädchen: „Bei jedem vorbeifahrenden Lastwagen zuckt sie zusammen“

Das Christliche Gästezentrum Schönblick in Schwäbisch Gmünd hat 34 Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen, darunter zehn Menschen mit Behinderung, deren Betreuer sowie Familien mit Kindern. Dort können sie unbegrenzt bleiben.

- Werbung -

Wie kamen die Menschen mit Behinderung und ihre Betreuer aus der Ukraine auf den Schönblick?

Ralph Wild (Öffentlichkeitsreferent Schönblick): Die Evangelische Allianz hat zwei Tage nach Kriegsbeginn bei uns angefragt, ob wir Menschen mit Behinderung aufnehmen könnten. Unser Leiter, Martin Scheuermann, hat sofort zugesagt. Die erste Gruppe kam mit mehreren Kleinbussen – Familien und Einzelpersonen, insgesamt 34. Sie waren 96 Stunden unterwegs. Bei der zweiten Gruppe, die nur für ein paar Tage auf dem Schönblick war, kam ein Bus deutlich später an, weil einer der Menschen mit Behinderung mit epileptischen Anfällen zu kämpfen hatte. Die Fahrer haben erzählt, dass es zwar eine lange Strecke war, aber alles relativ reibungslos lief.

Durften die männlichen Betreuer im wehrfähigen Alter denn einfach so ausreisen?

Es war nicht einfach, aber nach einer längeren Diskussion an der Grenze war es möglich. Die Menschen mit Behinderung hätten den weiten Weg nach Deutschland definitiv nicht ohne ihre Betreuer geschafft.

Wie verliefen die ersten Tage auf dem Schönblick?

Die erste Gruppe war relativ stabil, also nicht total traumatisiert. Am Anfang war die Euphorie groß, in Sicherheit zu sein. Langsam ist dann Ruhe eingekehrt. Kurz bevor die zweite Gruppe ankam, wurde die Stimmung dann etwas merkwürdig. Vermutlich kamen Gedanken hoch: Was passiert mit meinen Verwandten und Freunden in der Heimat? Als dann die zweite Gruppe da war, herrschte wieder gute Stimmung. Aber man merkt schon, dass die Belastung riesengroß ist.

Warum sind diese Menschen geflohen?

Ihre Heimatstadt Luzk liegt nicht unmittelbar in den Gefechtshochburgen. Die Menschen mit Behinderung haben dort aber teilweise im neunten Stock eines Hochhauses gewohnt und hätten keine Chance gehabt, im Notfall in den Keller oder Bunker zu gelangen.

- Weiterlesen nach der Werbung -

Ich habe mit einem Mädchen aus einer der Familien gesprochen. Bei ihnen in der Nähe wurde ein Flughafen massiv bombardiert. Seither schläft das Mädchen schlecht. Bei jedem vorbeifahrenden Lastwagen zuckt sie zusammen und hat Angst.

Wie hilft der Schönblick den Ukrainern jetzt, wo sie in Sicherheit sind?

Unter anderem mit Seelsorge. Wir haben mehrere Pastoren vor Ort auf dem Schönblick. Wir versuchen auch ein bisschen Programm zu machen. Der Schönblick ist eine riesige Anlage und grenzt direkt an das Gelände der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd. Dort gibt es einen Kletterpark und einen Dinosaurierpark mit 20 Meter hohen Sauriern. Die Kinder waren hin und weg.

Wie geht es weiter?

Für die zweite Gruppe war es nur ein Durchschnaufen und dann ging es weiter nach Bad Bellingen. Dort gibt es ein umgebautes Kinderheim, wo sie untergekommen sind. Die erste Gruppe mit 34 Personen kann so lange auf dem Schönblick bleiben, wie sie möchte.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Pascal Alius.

Hier geht es zur Spendenseite des Schönblicks.

Konnten wir dich inspirieren?

Jesus.de ist gemeinnützig und spendenfinanziert – christlicher, positiver Journalismus für Menschen, die aus dem Glauben leben wollen. Magst du uns helfen, das Angebot finanziell mitzutragen?

NEWSLETTER

BLICKPUNKT - unser Tagesrückblick
täglich von Mo. bis Fr.

Wie wir Deine persönlichen Daten schützen, erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.
Abmeldung im NL selbst oder per Mail an info@jesus.de

Zuletzt veröffentlicht

2 Kommentare

  1. Mein Handy klingelt jeden Tag um 16.00. Dann gehen meine Gebete zum HERRN für die Menschen in der Ukraine.
    Ich würde mit einem Schreiben daraufhin gewiesen und 16.00 ist für mich eine feste Gebetszeit geworden.

  2. Wir beten tgl um 16 Uhr für die Ukraine, ihre Menschen und für die Flüchtlinge und Soldaten, die ihre Heimat verteidigen

Die Kommentarspalte wurde geschlossen.