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„Hoffnung auf göttliche Hilfe ist immer erlaubt“ – Drei Fragen zur EM

Vom Stoßgebet bis zum Dackel-Orakel: Bei Fußball-Großereignissen ist himmlischer Beistand erwünscht – sogar bei Fans, die sonst nicht glaubensfest sind.

Von Susanne Schröder

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Auch Stephanie Mages fiebert dem Start der Fußball-Europameisterschaft am Freitag entgegen. Die Nürnberger Pfarrerin und Sportbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern im Gespräch über tierische Glücksspiele, die Kraft des Gebets und religiöse Rituale auf dem Platz. Die EM dauert bis zum Finale am 14. Juli.

epd: Frau Mages, ob Krake Paul oder Dackel-Orakel: Tiere, die das Ergebnis von Fußballspielen «vorhersagen», haben bei Großereignissen wie der EM Konjunktur. Ist das Aberglaube?

Stephanie Mages: Wenn der Dackel die Tore fürs Spiel prophezeit, ist das einfach witzig. Schließlich rätseln ja alle, wie das Spiel ausgehen wird; viele verbinden ihren Tipp sogar mit einem Geldeinsatz. Natürlich ist das totales Glücksspiel, denn Dackel haben keinen siebten Sinn. Aber die Menschen haben Spaß daran, am Spiel mit dem Glück und an der eigenen Fähigkeit, Mannschaften gut einzuschätzen.

epd: Beim Elfmeter-Schießen kommt so manchem Fan ein Stoßgebet über die Lippen. Wie ist das mit dem Beten für den Sieg?

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Mages: Gott wird durch ein Gebet nicht dazu bewegt, auf magische Weise den Ball ins Tor zu zaubern. Aber Hoffnung auf göttliche Hilfe ist natürlich immer erlaubt. Ansonsten glaube ich, dass solche Stoßgebete eher eine Art von Stressumgang sind, ein Ventil und Katalysator für die Anspannung in so einem Moment. Wenn Spieler vor dem Anpfiff noch kurz beten, dann ist das ein Moment der Sammlung:

Man bündelt und mobilisiert seine Kräfte, vergewissert sich, dass man sich gut vorbereitet hat und jetzt frei aufspielen kann. Natürlich hoffe ich, dass auch höhere Aspekte wie das Fair Play, das Siegen mit fairen Mitteln, bei solchen Stoßgebeten mitschwingen.

epd: Viele Spieler fallen auf dem Platz mit religiösen Gesten auf: Der Blick Richtung Himmel, das Bekreuzigen, bevor man beim Wechsel auf den Platz kommt. Ist das echt oder Show?

Mages: Es sind große Gesten. Wenn jemand ein Stirnband mit dem Aufdruck «Jesus» trägt, erregt er damit Aufmerksamkeit. Aber ich glaube nicht, dass das nur Taktik ist. Religiöse Zeichen sind ja ansonsten in der Gesellschaft eher verpönt. Vielen Spielern, gerade aus katholisch geprägten Ländern wie Italien oder Spanien, ist das Bekreuzigen in Fleisch und Blut übergegangen. Ich kaufe ihnen ab, dass es für sie persönlich wichtig ist.

Quelleepd

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3 Kommentare

  1. Den Willen Gotte sollte jeder (gerne) tun

    Ich will niemand beleidigen, auch nicht mit meinen jetzigen Zeilen. Aber die Ansiedlung obiger Fragen und Antworten waren auf einem sehr niedrigen Niveau. Selbstverständlich darf ich von Gott alles erbitten und erhoffen. Aber er (oder sie) ist kein Gebetserfüllungs-Computer. Unsere Gebete sollten nicht als – die einige Zeit hervorragend geliebten und propagierten – „Bestellungen beim Universum“ angesehen werden. Der Hintergrund dieser Überzeugung war ja, die allesumfassende Wirklichkeit sei nicht Gott, sondern das Universum, aber dieses würde sich einfach freuen uns jeden denkbaren Wunsch einfach zu erfüllen. Das Gebet Jesu, (und da denke ich sind wir nahe am wirklich historischen Jesus), bestand vorallem darin, dass Gottes Wille geschehe. Das Reich Gottes ist nicht etwas, was da irgendwie mit den Wolken kommt, als Entwicklung oder per plötzlichem Einbruch, sondern es kann schon in uns sein: Wenn wir das Doppelgebot der Liebe in unseren Genen wirken lassen möchten und zwar gerne und mit Freude. Zwei Meilen mit jemand gehen, wenn er/sie nur eine wünscht. Zuerst den Balken aus dem eigenen Augen ziehen, statt die Fehler (also die Splitter im Auge des anderen Menschen) zu suchen. Wenn wir uns – auch wenn dies nur langfristig und mit viel Gefühl und Fleiß gelingt – auch mit unseren persönlichen Feinden versöhnen. Die brauchen wir auch nicht gehasst zu haben, sondern wenn wir sie einfach nicht riechen können. Das Meiden von Narrativen, falschen aber richtig erscheinenden Tatsachen, wäre auch erstrebenswert. Wenn zwei sich streiten, muß nach unserer Logik ja die Wahrheit bei einem der beiden liegen. Daher sieht jeder seinen Gegenüber als einen Feind an. Nie sind wir selbst auch mitschuldig. Dieses „so du mir – so ich dir“, gilt bei Gott nicht und auch nicht bei Jesus. So verfährt der Himmel nicht mit uns und wir sollten diese Denkroutine auch bei Mitmenschen nicht anwenden. Man sollte vielleicht wirklich versuchen den Willen Gottes auch (gerne) zu tun und das schlimmste Mißverständnis von Martin Luther ist, dies wäre Werkgerechtigkeit. Gott liebt uns immer, auch wenn wir nicht seinen Willen tun. Wenn uns aber am Kreuz alle Schuld abgenommen und vergeben wurde, dürfen wir nur aus Dankbarkeit seinen Willen tun. Aber dieser Wille Gottes besteht vorallem darin, dem Nächsten zu dienen: Neudeutsch mit ihm solidarisch zu sein und ihm zu helfen, seine Probleme zu tragen und zu ertragen.

    Ich selbst liebe Fußball sehr. Aber Gott zu bitten dass unsere Mannschaft gewinnt, finde ich absurd. Was sollte denn Gott tun, wenn die anderen das auch erbitten (würfeln?) Sagte nicht schon Albert Einsten „Gott würfelt sind“- er betreibt auch keinen Zufallsgenerator, als Naturgesetz. Er greift ein, oder er lässt uns in aller Freiheit tun was wir tun. Auch das absolut böse. Denn der Freie Wille ist völlig frei für Gott, oder die Lieblosigkeit der Welt uns zu entscheiden.

  2. „Hoffnung auf göttliche Hilfe ist immer erlaubt.“
    Natürlich, jeder braucht sein Placebo.

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