Digitales Gemeindeleben, Trauerbegleitung, Hoffnung: Die FeG-Schulung „Mutig Miteinander“ gab viele geistliche und praktische Impulse – mit der frühchristlichen Gemeinde in Antiochia als Vorbild.
Rund 570 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren am 18. und 19. April bei der FeG-Schulung „Mutig Miteinander“ in Göttingen und online dabei, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundes Freier evangelischer Gemeinden. Die Veranstaltung war dreigeteilt: ein gemeinsamer Impuls („Mutig Denken“), 28 Workshops („Mutig Handeln“) – mit Themen wie „Gemeindeleben digital erweitern“, „Trauernde begleiten“ und Integration junger Menschen in Gemeinden – sowie ein Abschlussgottesdienst in der FeG Göttingen.
Den Impuls gaben FeG-Bundessekretär Bernd Kanwischer und Dr. Evi Rodemann (Projektstelle Young Leaders). „Gemeinden denken manchmal nicht gut von sich“, beobachtete Kanwischer. Er hoffe, dass sich Gemeinden wieder öfter als Orte der Hoffnung begreifen und mutig von sich denken.
Sechs Punkte: Antiochia als Vorbild
Am Sonntag sprach FeG-Präses Henrik Otto in seiner Predigt über die frühchristiche Gemeinde in Antiochia. In Zeiten des Umbruchs brauche es Mut, um dabeizubleiben, so Otto. Die Gemeinde in Antiochia, die in der Apostelgeschichte der Bibel eine zentrale Rolle spielt, sieht er als Vorbild. Otto nannte sechs Punkte, die heutige Gemeinden von ihr lernen können:
- Die missionarische Dynamik: Geflüchtete Christinnen und Christen „bringen als Fremde dieselbe Botschaft, die sie fast das Leben gekostet hätte, in eine Stadt, die nicht danach gefragt hat“.
- Die geistliche Offenheit: Christinnen und Christen in Antiochia haben es erstmalig gewagt, eine Gemeinde aus Juden und Heiden zu gründen.
- Der Umgang mit „Triggerthemen“: Die Gemeinde in Antiochia habe in einer starken Gemeinschaft Kompromissfähigkeit geübt. Um zueinander zu finden, müssten auch wir Polarisierung, Unzufriedenheit und Unerbittlichkeit widerstehen.
- Die praktische Liebe: „Die Gemeinde in Antiochia sammelte für die verarmte Gemeinde in Jerusalem, auch wenn diese theologisch nicht immer mit ihr übereinstimmte“, erklärte Otto. „Das spielte keine Rolle. Wenn Geschwister Hunger litten und bedürftig waren, wurde nicht gezögert.“
- Die dienende Leitung: Diese habe in Antiochia „starke Entscheidungen“ getroffen, aber nicht im Zentrum gestanden.
- Die starke Intentionalität und Unterschiedlichkeit: Die Gemeinde in Antiochia „bestand aus Juden und Griechen, Sklaven und Freien“.

Ein interessanter Gedanke, dem ich nur zustimmen kann.
Wobei mir hier auffällt, dass es gerade die Freikirchen sind, die ein Problem mit der Historie haben. Wenn man frühchristliche Dokumente liest, dann fällt einem schon auf, dass da ein großer Unterschied besteht. Ein Beispiel ist die Didache, ein sehr schönes Dokument, das einen interessanten Blick auf die damaligen Gemeinden zulässt.
Dort steht, dass man dreimal am Tag das Vaterunser beten sollte, übrigens fast identisch mit dem, wie man es heute in den evangelischen und katholischen Kirchen betet. Also mit dem Zusatz: „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.“ Dass man das betet, habe ich noch nie in einer Freikirche erlebt. Warum eigentlich?
In der Didache steht auch Interessantes zur Eucharistie … auch das fehlt in den Freikirchen.
Dann kann man an den orthodoxen Kirchen sehen**, dass** der Jerusalemer Tempel wohl ein wichtiges Vorbild war. Denn jede orthodoxe Kirche bildet Teile des Tempels ab. So etwas fehlt total in den Freikirchen.
PS: … trotzdem gehe ich gerne in Freikirchen, bleibe aber katholisch. Denn das bildet das ursprüngliche besser ab.
Ja es geht nicht um Rhetorik in der Predigt, also nicht um schöne Worte, sondern immer um die Praxis unter uns CHRISTen. Nochmehr darum, wie wir uns im Alltag allgemein und besonders miteinander verhalten. Die Frühen Gemeinden wußten, wie wichtig gelebte Liebe und EINHEIT untereinander waren. Wir dagegen lassen uns von viel (digitalen) Mist, vom Feind gewollt, ablenken etc.