In der Fußgängerzone von Heidelberg bietet die evangelische Kirche für Passanten die Möglichkeit zur „Seelsorge-to-go“. Der Bedarf steigt.
Es ist eine Einladung zum Gespräch, für Einwohner ebenso wie für Touristen: Die „Seelsorge to go“ der evangelischen Kirche in Heidelberg gibt es als regelmäßiges Angebot seit mehr als einem Jahr. Für viele sei es einfach gut zu wissen, „da gibt es eine Anlaufstelle und jemanden, mit dem man sprechen kann“, erläutert Pfarrerin Christiane Bindseil. „Deshalb sind wir das ganze Jahr über jeden Samstag mit zwei Seelsorgenden vor der Providenzkirche“, sagt die evangelische Theologin.
Das Projekt solle sich bewusst von Gruppierungen abgrenzen, die durch aufdringliche Verhaltensweisen auffielen. „Wir überreden niemanden zu irgendetwas“, so Bindeseil. Auf der anderen Seite diene dieses Projekt der Sichtbarkeit von Kirche im Alltag der Menschen. „Wenn Menschen nicht in die Kirche kommen, gehen wir dahin, wo sie sind“, erklärt die Pfarrerin. In diesem Fall sei das die belebte Fußgängerzone.
Von Angesicht zu Angesicht
Das Angebot steht unter dem Motto: „Sprechen Sie uns gerne an, mit Ihren kleinen und großen Anliegen, Sorgen oder einfach dem, was Sie gerade bewegt und das Sie teilen möchten.“ Viele Menschen seien dankbar, dass ihnen jemand ein offenes Ohr schenkt. Doch nicht alle Besucher nähmen tatsächlich Seelsorge in Anspruch. Es gehe um Small Talk und um ganz unterschiedliche Themen.
Dabei änderten sich die Themen, die die Menschen bewegen, kaum. Viele sorgten sich um ihre Zukunft und hätten „Angst, was auf sie zukommt“, sagt Bindseil. Vor allem die unruhige politische Lage beschäftige viele Menschen. Aber es werde auch die Frage gestellt: „Warum geht man in eine Kirche?“
Das Angebot erreiche völlig unterschiedliche Menschengruppen. Touristen oder Neugierige wollten manchmal nur wissen, wie sie etwa zur viel besuchten Heiliggeistkirche am Marktplatz kommen. Orthodoxe Christen wunderten sich, warum die Kirche als Sakralraum so schlicht sei und fragten nach dem Priester. Manche seien überrascht, dass es in der evangelischen Kirche auch Pfarrerinnen gibt. Auch sonst gehe es immer mal wieder um das Thema „Frau und Pfarramt“.
Manchmal gebe es auch sehr intensive Gespräche. Dabei gehe es „um das ganze Leben“, etwa Suchtprobleme, schwere Erkrankungen oder Tod und Trauer. Solche Gespräche nähmen manchmal mehr als eine Stunde in Anspruch. Zeit, die sich die Seelsorgerinnen und Seelsorger gerne nehmen, heißt es.
epd-Gespräch: Christine Süß-Demuth
Weiterlesen:

@JDE -Team,
Ich denke, dass es möglich sein muss, Menschen zu erreichen , wenn ich glaube, dass sie sich irren.
Wird mir das verwehrt, dann bleibt mir noch der Rückzug.
Ich bevorzuge dann ein gutes Buch, einen Cappuccino,, und dergleichen mehr.
MfG. G.
Ein sehr schönes Angebot für alle Menschen unserer Gesellschaft. Manchmal tut es einfach nur gut, wenn man mit jemandem über seine Ängste und Sorgen sprechen kann. Die Seelsorge ist eine der wichtigsten Aufgaben der Kirche. Bitte dieses Angebot beibehalten und weiter ausbauen!
An die Hecken und Zäune der Welt gehen
In der Fußgängerzone von Heidelberg bietet die evangelische Kirche für Passanten die Möglichkeit zur „Seelsorge-to-go“. Der Bedarf steigt. In dieser Form sollte eine Noch-Volkskirche im öffentlichen Raum zur Verfügung stehen. Wir müssen unter dem obwaltenden Verhältnissen des sogenannten Traditionsabbruches mit einer zusätzlichen Hingeh-Struktur an die Hecken und Zäune der Welt gehen und dazu ein wenig auch unsere Heiligen Hallen vorlassen. Also dorthin wo Menschen wohnen, arbeiten und Urlaub machen. Dies habe ich zu den vielen Problemen, dass die Nachfrage nach einem alternativen Leben abnimmt, hier an dieser Stelle schon vielfach für notwendig gehalten. Selbstverständlich ein Auftritt auf Augenhöhe, nicht von oben herab, nicht besserwisserisch und moralisierend. So wie wir uns heute vorstellen könnten, auch Jesus gewesen ist, der zur Voraussetzung für ein Offenes Ohr und seine Hilfe kein Bekenntnis erwartete. Und wenn Menschen Hilfe erfahren und Zuhörende, gehört der Dank Gott. Jeder Mensch und auch jede Christin/jeder Christ, ist immerzu ein Sünder, auch dann gegebenenfalls ebenso jemand, der aus der Vergebung lebend sich immerzu als geheiligt empfinden darf. Dazu gehört auch etwas, auf was man gerne ein wenig stolz sein darf, nämlich gerne selbstkritisch zu sein. Aber dann lege ich an mich die gleichen Maßstäbe an, die ich gegebenenfalls an meine Mitmenschen allzu gerne anlegen würde.
Was für Plappermäuler ! ( Die Seelsorger )
Die Menschen gehen in die Seelsorge, auf der einen Seite hinein, und auf der anderen werden ihre Probleme postwendend ausgeplaudert.
“ Seelsorge to go “ ! Nichts Besonderes.
Leider gibt Mundwerke mit Eigenleben
Liebe Gabrielle, wieso diese Grundverdächtigung, (mit der wir Christinnen und Christen manchmal alles auch versehen können, was Menschen mit guten Motiven und ohne falsche Absichten gerne tun???) Haben Sie, liebe Gabrielle, so schlechte Erfahrungen mit Seelsorgern gemacht? Dann aber könnte ich Ihre Reaktion wenigstens gut verstehen. Psychologen meinen mit GENERALISIERUNG, Einzelvorgänge seien stets symptomatisch.
Gegebenenfalls einfach nur zuzuhören und dann Vertrauen auch zuzulassen, halte ich für ein selbstverständliches Ideal für jeden Menschen. Denn was unter dem Siegel immer von Verschwiegenheit geredet wir, gehört völlig in einen Raum des Vertrauens. Sonst geht jeder mit jedem wie ein Verdachtsfall um. Wenn wir so leben wollen, dann werden wir immer wie jeder Minitrump, der sich selbst Mittelpunkt der Welt ist und sich nur um sein eigenes Zentrum dreht: Um Selbstvergottung. Was ich selbstverständlich Ihnen niemals andichten will, ich warne nur vor allen bösen Folgen für jede denkbare Seele. Wir müssen es als Einzelmenschen nicht noch Staaten und auch den Tyrannen nachmachen, denen es nur um sich selbst und nicht um gute Werte und Normen, sowie keinesfalls um Nächstenliebe geht. Der fatale Rückschluss wäre: Ich bin nur der einzige gute Mensch und die anderen eben niemals. Dass alle Seelsorger angeblich Plappermäuler, kann nur Reaktion sein, wenn damit Menschen ungute Erfahrungen machen. Leider gibt es auch Pferde die kotzen, wenn auch extrem selten. Aber dann ist der Verstoß böse und dienstrechtlich für Berufschristen so fatal wie ein Griff in die Kollektenkasse. Vertrauen ist teurer als Geld und als Gegenwert die Achtung von dem Mitmenschen. Ich kannte auch so ein Plappermaul, der zwar nichts vertrauliches ausplauderte, aber wer eine Stunde mit ihm plapperte, wusste alles aus der Gemeinde und kannte eine seine ausführliche Deutung der Welt. Aber solchen Leuten ein Geheimnis anzuvertrauen wäre ich auch nicht bereit, um keinen Preis dieser Welt. Er wurde dann für mich leider ein Verdachtsfall, obwohl er sonst ein sympathischer Zeitgenosse war. Sein Mundwerk hatte nur absolutes Eigenleben.
Was bringt Sie dazu, ein Seelsorgeangebot, das sie (vermutlich?) nicht kennen, mit einem Satz so zu diskreditieren? Sie wissen schon, dass dort keine persönlichen Daten weitergegeben werden? Oder persönliche Schicksale „ausgeplaudert“? Das unterliegt der Schweigepflicht. Allgemeine Hinweise sind erlaubt. Nicht mehr. MfG, das JDE-Team
“ Allgemeine Hinweise sind erlaubt. „:
-„Angst, was auf sie zukommt“
-Warum geht man in eine Kirche?“
-“ Manchmal gebe es auch sehr intensive Gespräche. Dabei gehe es „um das ganze Leben“,
-“ , etwa Suchtprobleme, schwere Erkrankungen oder Tod und Trauer.“
-“ Solche Gespräche nähmen manchmal mehr als eine Stunde in Anspruch. “
-„Das Angebot erreiche völlig unterschiedliche Menschengruppen. “
– “ Touristen oder Neugierige wollten manchmal nur wissen, wie sie etwa zur viel besuchten Heiliggeistkirche am Marktplatz kommen. “
-“ Viele Menschen seien dankbar, dass ihnen jemand ein offenes Ohr schenkt. “
– “ Das Projekt solle sich bewusst von Gruppierungen abgrenzen, die durch aufdringliche Verhaltensweisen auffielen. “
Sehr viele allgemeine Hinweise , finde ich.
“ Auf der anderen Seite diene dieses Projekt der Sichtbarkeit von Kirche im Alltag der Menschen. „Wenn Menschen nicht in die Kirche kommen, gehen wir dahin, wo sie sind“, “
Klug, und grundsätzlich wohl nicht die schlechteste Idee.
Ein Dilemma sehe ich vor allem darin, dass solche Methoden „ To go „, , nicht zwingend mehr Leute in die Kirchen zurückholen.
Sie unterstreichen aber vor allem den seichten Charakter der Anpassung an die Realität.