Die Meldestelle soll Mitarbeitende unterstützen, die im kirchlichen Kontext rassistische Erfahrungen machen. Ergänzend wurde ein Empowerment-Netzwerk aufgebaut.
„Rassismus ist kein Randphänomen in unserer Gesellschaft, sondern eine Realität mittendrin. Leider auch in kirchlichen Zusammenhängen“, erklärt Antje Menn, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Umso mehr nehme man ernst, „dass Rassismus auch in unserer Kirche geschieht“.
An die Meldestelle können sich alle ehrenamtlich und beruflich Mitarbeitenden der rheinischen Kirche wenden, heißt es in einer Pressemitteilung der EKiR. An welcher Stelle oder auf welcher Ebene sie tätig seien, spiele keine Rolle. Die Meldestelle stehe allen Menschen offen, die selbst Rassismuserfahrungen gemacht haben und sich Unterstützung, Beratung oder Orientierung wünschen. Sie biete „ein zeitnahes Beratungsgespräch und Hinweise auf weitere Unterstützungsangebote“, heißt es. Zugleich gebe es Zugang zum Empowerment-Netzwerk der rheinischen Kirche, das parallel zur Meldestelle aufgebaut wurde.
„Strukturelle Veränderungen anstoßen“
Dieses Netzwerk biete Raum für Austausch, gegenseitige Stärkung und das Entwickeln von Strategien im Umgang mit Rassismus im kirchlichen Alltag, heißt es in der Pressemitteilung.
Im Herbst 2025 habe bereits ein Auftakttreffen des Netzwerks stattgefunden. Für das Jahr 2026 seien weitere Treffen und Aktivitäten geplant, um die Vernetzung und den Empowerment-Ansatz weiter zu stärken. Die Vizepräses hofft, „dass die Meldestelle zu einem Kulturwandel innerhalb der Kirche beiträgt.“ Rassismus solle nicht individualisiert oder unsichtbar gemacht werden, sondern als Realität auch im kirchlichen Kontext ernst genommen werden. Die Meldestelle trage dazu bei, Betroffene zu unterstützen, Erfahrungen sichtbar zu machen und langfristig strukturelle Veränderungen anzustoßen.

Wenn es in der Kirche Rassismus gibt, dann gibt es auch Rassisten. Es gibt also nicht nur Opfer, sondern auch Täter.
Und diese werden dann identifiziert und aus der Kirche ausgeschlossen, wenn sie sich nicht ändern. Richtig?
Sie können Ihr Amt verlieren.
Aber ein Kirchenausschluss ist meines Erachtens schwierig. Denk mal an die Diskussion über AfDler. Da ging es ja auch nur um Ämter.
Keiner darf aus der Kirche ausgeschlossen werden
Lieber Ulrich Wößner: Auch wir Christinnen und Christen sind Sünder(innen) und fallen manchmal nicht nur auf Vorurteile herein, sondern sogar in die eigenen Abgründe. Es gibt keine immer sehr perfekten Menschen, nicht als Christen, Nihilisten oder Atheisten, oder an was immer sie glauben. Meines Wissens kann darf man niemand seine Taufe aberkennen und in unserer Ev. Kirche auch nicht vom Abendmahl ausschließen, sodass man auch niemand aus der Kirche ausschließen darf. Auch ginge das nie für AfDler. Zu Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen ist jede und jeder immer gerne willkommen, es sei denn er/sie stört den Frieden und damit unsere Versammlungen. Allerdings kann man sein Amt in in jeder Kirche ebenso verlieren, aber da auch unsere Ev. Kirche eine Gewaltenteilung besitzt, existieren Kirchliche Gerichte, die neutral entscheiden und auch hier bestehen mehrere Instanzen. Zwar kann die Kirche unter bestimmten Voraussetzungen jemand von Dienst suspendieren, oder als die schlimmste Strafe entlassen ohne Altersversorgung, aber dann muss man schon bösartiges betrieben haben. Auch dagegen kann man prozessieren bei der Kirche. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies im Prinzip bei unseren katholischen Geschwistern anders wäre. Aber dass auch Berufschristen sogar rechtsradikal sind und/oder sodann in der AfD aktiv, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Ein solcher Mensch mit einer derartiger Profilneurose könnte eigentlich seine Arbeit niemals real bewältigen. Dass Pfarrer mit der Kollektenkasse verschwanden, ist mir nicht bekannt. Allerdings wurde in den 1920er Jahre meine Kleinstadt von einem Postboten als Regierungschef als Freistaat annektiert und wollte mit Gesinnungsgenossen sich Frankreich angliedern. Er sorgte mit seinem Bruder für Angst und Schrecken, erließ jeden Tag neue Gesetze und ballerte auf der Straße mit seiner Waffe herum. Zuletzt flüchteten beide Brüder und ihre Gesinnungsgenossen mit dem Rest der Stadtkasse. Es gibt nichts, was es nicht gibt, aber das Außergewöhnliche ist zu anstrengend, als dass es viele lange aushalten. Genauso wie mit in 60 Jahren ein ungläubiger Pfarrer nie begegnete, denn so jeden Tag und auch noch am Sonntag zu schwindeln, vermag kaum jemand. Schwierige Zeitgenossen gibt es aber leider in allen Ämtern.