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Sarah Vecera: Rassismus vergiftet Kirchen

Die Theologin Sarah Vecera ist persönlich von Rassismus betroffen – ihr Vater stammt aus Pakistan. Sie fordert, dass sich Kirchenmitglieder selbstkritisch mit ihrer rassistischen Prägung auseinandersetzen – nicht einzelne, sondern alle.

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Sarah, kannst du die Message deines neuen Buches „Wie ist Jesus weiß geworden?“ in ein paar Sätzen zusammenfassen? 

Sarah Vecera: Rassismus betrifft uns alle – in unterschiedlicher Form. Weiße Menschen ebenso wie People of Color (PoC)*. Ich möchte in meinem Buch aber nicht moralisieren, sondern auf ein strukturelles Problem hinweisen.

Gleichzeitig glaube ich, dass es auch Spaß machen kann, aus unserem Glauben heraus an einer gerechteren Welt zu arbeiten. Mir geht es nicht darum, mit dem Finger auf Leute zu zeigen, sondern wieder dahin zu kommen, wie Kirche eigentlich gedacht war und wie Gott sich unsere Gemeinschaft vorgestellt hat.

Wie erklärst du dir, dass dein Buch das erste zum Thema Rassismus und Kirche auf dem deutschsprachigen Markt ist?

Meine Beobachtung ist, dass viele Menschen, die negativ von Rassismus betroffen sind, sich nicht trauen, Rassismus in der Kirche anzusprechen. Das liegt daran, dass wir Kirche als einen Safe Space darstellen. Also als einen sicheren Raum, von dem wir sagen und glauben: „Hier sind alle willkommen! Wir sind alle gleich.“

Das verhindert aber eine selbstkritische Auseinandersetzung. Wird Rassismus dann doch angesprochen, ist das weiße Gegenüber oft schockiert. Es glaubt ja auch nicht daran, dass das hier passieren kann.

Letztendlich machen viele Menschen, die von Rassismus betroffen sind, die Erfahrung, dass sie dadurch noch einer weiteren Verletzung ausgesetzt sind, nämlich der Abwehr der Leute und der Herabspielung der eigenen Verletzung – „Das war doch nicht so gemeint.“ Das macht es vielen Menschen schwer, erlebten Rassismus anzusprechen.

Mir selbst ging es auch so. Kurz bevor das Buch erschien, dachte ich: „Was habe ich da eigentlich gemacht?“ Ich gebe darin ja viel von mir preis – Persönliches aus meiner Familie und von meinen eigenen Erfahrungen. Damit mache ich mich sehr angreifbar.

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Du bist bei weißen Großeltern aufgewachsen, hast deutsches Abitur, kannst Ruhrpott-Dialekt – und trotzdem bekommst du immer wieder den Stempel „Migrationshintergrund“ aufgedrückt. Dabei hattest du zu deinem aus Pakistan stammenden Vater eigentlich zeitlebens kaum Kontakt. Warum war es dir wichtig, in deinem Buch so viel Persönliches zu erzählen? Du hättest es ja auch losgelöst von dir und deinen Erfahrungen schreiben können.

Ich bin über Beziehungen zum Glauben, zur Kirche und zu Gott gekommen. Der Glaube hat mich deshalb fasziniert und angesteckt, weil Menschen Beziehungsarbeit geleistet haben. Kirche lebt von Beziehungen, und meine Stärke ist es auch, Beziehungen aufzubauen.

Und in meinem Buch geht es mir eben nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch um Emotionalität. Wenn wir über Rassismus reden, ist das beides ohnehin kaum voneinander zu trennen. Ich zeige nicht von außen auf die Kirche und sage: „Das, was ihr macht, ist rassistisch“, sondern übe Binnenkritik.

Ich bin da und will eine neue Kirche mitgestalten, und zwar gemeinsam mit meinen Geschwistern im Glauben. Dafür muss ich mit ihnen in Beziehung treten. Und um Beziehung aufzubauen, muss ich etwas von mir preisgeben. Meine Hoffnung ist, dass die Leserinnen und Leser sich dadurch auch öffnen.

„Die Bibel ist von vorn bis hinten ein anti-rassistisches Buch.“

Warum ist es so schwierig, Rassismus im christlichen Kontext aufzuzeigen?

Als Christinnen und Christen wollen wir am Reich Gottes bauen und haben einen hohen moralischen Anspruch, es besser machen zu wollen als die Welt da draußen. Die Bibel ist ja von vorn bis hinten ein anti-rassistisches Buch: Gott an der Seite der Unterdrückten. Paulus, der dafür einsteht, dass unterschiedliche Menschen erste Gemeinden gründen. Jesus, der immer zu den Menschen gegangen ist, die am Rande standen.

So wollen wir auch sein und wir glauben auch, dass wir so sind. Auf der anderen Seite haben wir in Deutschland gelernt, dass Rassismus etwas ist, das vor 1945 stattgefunden hat und nach 1945 in den Rechtsextremismus verlagert wurde.

Viele Traumata aus dem Zweiten Weltkrieg sind bei unseren Großeltern und Urgroßeltern nicht aufgearbeitet worden. Da musste man weitermachen, nach vorne blicken. Diese Generation musste viel verdrängen und ihr wurde verwehrt, vieles aufzuarbeiten.

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Das führt auch dazu, dass in Familien häufig nur die halbe Wahrheit erzählt wird. Gleichzeitig haben wir Bücher wie Pippi Langstrumpf oder den Struwwelpeter gelesen und singen in der Kirche Lieder, die das Rassenkonstrukt reproduzieren. Das haben wir aber nie mit Rassismus in Verbindung gebracht.

Manche Bilder stecken tief in uns. Es ist wichtig, sich zu fragen: Was wurde mir da eigentlich angetan, dass ich diese Vorurteile in mir habe, die ich nicht haben will? Wir alle haben rassistische Prägung in uns und müssen das erst mal aufarbeiten.

Vor einiger Zeit war ich in einer Kirchengemeinde zu Besuch, bei der an einer Wand Fotos der Leitenden abgebildet waren. Bei den meisten Bereichen waren das Männer, abgesehen von Seelsorge und Kindergottesdienst. Und die einzige Person of Color, die dort abgebildet war, leitete den Putzdienst. Was sind aus deiner Sicht Gründe für Strukturen wie diese?

Ich denke, das hat viel mit dem Spruch „You can only be what you can see“ zu tun – „Du kannst nur das werden, was du siehst“. Die erste deutsche Frau of Color, die ich im Talar gesehen habe, war ich selbst. Das wurde mir erst Jahre später bewusst.

Dieser Talar ist nicht wirklich schön. Er ist klerikal und wenig locker. Trotzdem trage ich ihn bei jeder möglichen Gelegenheit. In unserer Gemeinde gibt es Kinder of Color, und es ist mir wichtig, dass sie sehen können: Jemand, der aussieht wie sie, kann vorne stehen, hat etwas zu sagen und das wird gehört und ist wichtig.

Kinder beobachten ja die Welt. Sie bekommen mit, wer vor der Toilette sitzt und wer auf der Kanzel steht, – noch bevor sie sich artikulieren können. Ich selbst hatte in dieser Hinsicht keine guten Vorbilder. Als ich klein war, waren Pfarrer vor allem Männer, die in heilen Familien im Pfarrhaus gelebt haben. In dieser Rolle konnte ich mich nie wiederfinden.

„Da [beim Thema Rassismus; Anm. d. Red.] hinkt die Kirche ein bisschen hinterher.“

Wie sieht das außerhalb der Kirche aus?

Außerhalb von Kirche gibt es mittlerweile viel Repräsentanz von PoCs – in der Tagesschau, auf Social-Media-Kanälen, im Bundestag. Da hinkt die Kirche ein bisschen hinterher. Gleichzeitig wird dieses Narrativ – schwarz sind die Armen, weiß sind die Helfenden – so sehr aufrechterhalten.

Auch aus der Nächstenliebe heraus und dem Wunsch, die guten Samariter zu sein. Geprägt von der Kolonialgeschichte zieht sich das bis heute durch: Die Menschen, denen wir helfen, sind die anderen, die Fremden – die, die nicht weiß sind.

PoCs in Kirchen findet man oft auf Spendenplakaten, in Fürbittengebeten, bei der Diakonie als die Hilfsbedürftigen. Oft verlassen PoCs Gemeinden, weil sie aus der Rolle der Empfängerinnen und Empfänger herauskommen wollten. Sie wollten Teil der Gemeinde sein und mitgestalten, aber haben überhaupt keine Chance dazu bekommen.

Das hat auch mit unseren Systemen und Angeboten zu tun: Die „Anderen“ dürfen auf dem Gemeindefest exotisches Essen machen oder ein Lied vorspielen. Aber sie sind nicht diejenigen, die im Gremium sitzen und das Gemeindefest gestalten.

Wie kann hier ein Umdenken passieren? Was sind aus deiner Sicht gute Lösungsansätze?

Erst mal glaube ich, dass es in fast allen Gemeinden People of Color gibt, aber viele PoCs in unseren Gemeinden schweigen oder werden nicht gehört. Natürlich können wir sie nicht zwingen, in den Gemeindevorstand zu kommen.

Aber aus einer Reflexion zum Thema Rassismus heraus können weiße Menschen auf PoCs zugehen und ihnen signalisieren: „Wir versuchen wirklich, hier einen Safer Space zu schaffen. Und ich versuche, dich zu empowern und verspreche dir, zu versuchen, deine Erfahrungen und deine Perspektive nicht zu relativieren. Das tue ich, weil ich glaube, dass wir deine Perspektive unbedingt brauchen, weil sie uns fehlt. Lass uns gemeinsam auf diesem Weg sein.“

Was denkst du, ist eine gute Art, Rassismus im Alltag anzusprechen und damit umzugehen?

Ich glaube, wir müssen vor allem aufpassen, nicht moralisierend zu werden. Auch wenn ich persönlich negativ von Rassismus betroffen bin, bin ich nicht davor gewappnet, ihn auch auszuüben. Das habe ich in meinem Leben auch schon reproduziert, in meinem Freiwilligenjahr in Tansania. Ich bin froh, dass es damals noch kein Social Media gab.

„Schwarze Männer berichten mir immer wieder, dass ältere Frauen, neben denen sie im Gottesdienst sitzen, plötzlich ihre Handtasche fester festhalten.“

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass wir da alle drinstecken. Wenn wir ein Feingefühl dafür entwickeln, können wir auf andere Art darüber ins Gespräch kommen. Dann reden wir darüber, was Rassismus uns allen angetan hat. Dass der Kirchenvorstand ausschließlich weiß ist und die einzige PoC den Putzdienst koordiniert. Dass wir keinen geschärften Blick dafür haben, weil das unsere Sehgewohnheit ist.

Schwarze Männer berichten mir immer wieder, dass ältere Frauen, neben denen sie im Gottesdienst sitzen, plötzlich ihre Handtasche fester festhalten. Das machen sie sicherlich nicht bewusst, aber unbewusst haben sie gelernt, Schwarze Menschen zu kriminalisieren. Und auch das wollten sie nie lernen, und doch ist es da.

Diese unbewussten Handlungen sind Teil der alltäglichen (auch kirchlichen) Lebensrealität Schwarzer Männer. Oder dass niemand neben ihnen sitzen will, auch wenn die Bahn voll ist. So etwas macht unsere Gesellschaft nicht bewusst, sondern impulsiv.

Gerade deswegen müssen wir Rassismus auch so suchen wie den Asbest in unseren Wänden. Wir sehen ihn nicht, aber er vergiftet unsere Luft. Und genauso vergiftet Rassismus unsere Gemeinschaft, ohne dass wir es bewusst merken.

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Ich wünsche mir, dass auch Menschen dieses Buch lesen, die sich bisher nicht mitgenommen fühlen. Menschen, die sich seit zwei Jahren fragen, was es mit diesem Thema auf sich hat und warum es in den Medien so viel aufploppt.

Ich wünsche mir, dass sie durch mein Buch einen Zugang zum Thema bekommen. Dieses Buch soll dabei helfen, sich langsam auf einen Weg zu begeben. Damit wir Kirche so gestalten, wie Gott sie sich vorgestellt hat.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Debora Kuder.

*Der Begriff People of Color (im Singular Person of Color, abgekürzt: PoC) ist eine Selbstbezeichnung von Menschen, die durch Rassismus strukturelle und individuelle Benachteiligung erfahren.


Im März ist Sarah Veceras Buch „Wie ist Jesus weiß geworden?“ (Patmos) erschienen. Dort macht sie auf rassistische Strukturen innerhalb der Kirche aufmerksam, die uns oft nicht auffallen. Sie zeigt auf, wie jeder und jede etwas dagegen tun kann.


Ausgabe 3/22

Dieser Artikel ist in der Zeitschrift JOYCE erschienen. JOYCE gehört zum SCM Bundes-Verlag, zu dem auch Jesus.de gehört.

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32 Kommentare

  1. Ich möchte noch etwas zum Thema Rassismus beisteuern.
    Mich stört vor allem der Begriff Alltagsrassismus, weil ich darin massive Vorurteile sehe. Gegen Vorurteile kann man aber etwas tun, z.B. darüber reden.
    Gegen Rassismus geht man gewöhnlicher Weise schon anders vor. Das führt zu Aggressionen, zu Hysterie, zu Unruhen e.t.c. Es verändert die Stimmung in der Gesellschaft.
    Ich las kürzlich über den 16 Jährigen Senegalesen, der in Dortmund von einem Polizisten erschossen wurde.
    Gegen diesen Polizisten wird nun ermittelt, aber auch er ist Opfer geworden. Opfer einer hasserfüllten Polemik.
    Irgendwas läuft da also enstchieden falsch.

    Traumatisierte Menschen, vieleicht auch junge Männer , wie der Senegalese , lassen sich nicht einfach integrieren. Hier scheitert vielleicht die Politik, weil sie das ignoriert.

  2. Ich kan in den Ausführungen und Beispielen von Frau Sarah Vecera, keinen Rassismus erkennen.

    Irgendwie scheint das – auch – ein Modethema zusein.

  3. Kein Kuschelkurs mit Querdenkern und Co. Es geht mir darum, die Freiheit zu schützen. Nich die vermutliche eingeschränkte Freiheit der Querdenker und Co, sondern die Freiheit der vernünftig denkenden Mehrheit der Gesellschaft. Wenn ich mich nicht mehr öffentlich für den wissenschaftlichen Konsens – in welchem Bereich auch immer – aussprechen kann, ohne Angst haben zu müssen, dass mein Leib und Leben bedroht werden, und ohne sicher sein zu können, dass mir staatliche Institutionen im Fall der Fälle, zur Hilfe kommen, dann sieht es bald düster aus. Dann wird nämlich nich mehr die Stimme der Vernünftigen öffentlich zu hören sein, sondern nur noch das lautstarke Krakeelen von Verschwörungstheoretikern und Co.

  4. „Rassismus auch bei Jesus.de!“

    Rassismus ist die die Gesinnung, andere abzuwerten. In diesem Fall auf Grund der Hautfarbe.

    Aber andere abzuwerten, ist in unserer Gesellschaft gang und gäbe – bringt man Rassismus nur nicht in Verbindung – ist aber die gleiche Denke!

    Z.B. in Fragen der Sichtweise gegenüber der Coronapolitik, wurde ein „Rassismus“ genüber den Kritikern der Coronapolitik ausgeübt, den ich vor Corona nicht für möglich gehalten hätte.

    Selbstverständlich wurden Coronakritiker als
    – Vollpfosten
    – Vollidioten
    – Coronaleugner
    – Covidioten
    – Verschwörungstheoretiker, etc.

    beschimpft.
    In Politik, Medien und auch in dem Forum von Jesus.de – ohne Einschränkung, gelbe Karte, Sperrung o.ä. – ist halt freie Meinungäußerung!

    Nee, nee. Die Rassismusgesinnung ist auch in christlichen Werken etabliert.
    Wenn die Angst kommt, dann sind alle guten Vorsätze dahin, dann darf man mit jedem Recht der Welt draufschlagen.

    • Hallo Andreas,

      ich glaube, People of Color und Menschen mit Migrationshintergrund haben mit deutlich schwerwiegenderen Abwertungen und Gewalt (siehe Rostock-Lichtenhagen) zu kämpfen als Coronakritiker (auch, weil man die Hautfarbe nicht verstecken kann, aber seine Gesinnung schon). Von daher würde ich darum bitten, das nicht gleichsetzen.

      Liebe Grüße,
      Pascal vom JDE-Team

      • Hallo Psacal.

        Mir ging es nicht um eine Gleichsetzung, sondern darum, auf die dahinter steckende DENKE aufmerksam zu machen.
        Und die ist gleich!

        2. Übrigen, Lichtenhagen war vor 30 Jahren und ist kein regelmäßiges Vorkommnis.
        3. Coronapolitik-kritiker, wenn sie sich äußern verlieren teilweise ihre Arbeit oder werden mit entsprechenden Konsequenzen bedroht.
        4. Coronakritiker sind in der Regel auch nicht geimpft und durften sich verschiedene Schikanen über Monate gefallen lassen, wie z.B. Einkaufsverbot, Nichtbetreten der Weihnachtsmärkte, Ausschluss aus vielen Veranstaltungen, tägliche Testpflicht usw., usf..

        Und nicht zu vergessen, 3G und 2G führten zum Ausschluss von Christen aus den Gemeinden – und keiner hat was gesagt! Hallelujah.

        Wenn man Geimpft war, bekommt man sowas natürlich nicht mit oder verdrängt es. Was diese Maßnahmen betrifft, sehe ich tatsächlich keinen Unterschied zum Rassismus. Du?

        Liebe Grüße zurück
        Andreas

        • Ich weiß auch nicht, ob ich die dahintersteckende Denkweise gleichsetzen würde. Die „Ausgrenzung“ von Coronakritikern basierte einerseits auf einer medizinischen Notlage (auch, wenn Kritik an manchen Maßnahmen teilweise berechtigt ist) und ist deshalb zeitlich begrenzt, und andererseits hatten sie die Wahl, sich zu testen oder impfen zu lassen. Von beidem kann bei Menschen mit Migrationshintergrund nicht die Rede sein. Das ist schon eine unterschiedliche Grundlage, auch wenn das Ergebnis ähnlich erscheinen mag. Bei Rassismus wird jemand aufgrund von Eigenschaften, die er nicht beeinflussen kann, abgewertet. Bei Corona geht es um Gedanken und Meinungen. Die Denkweise der „Abwertung“ mag ähnlich sein, hat aber eine andere Grundlage. Und: Die Denkweise, die zu Rassismus und die, die zu Abwertung von Coronakritikern führt, unterscheiden sich darin, wie sie zum Ergebnis der „Abwertung“ gelangen. Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt.

          Zu den Beleidigungen und Abwertungen von Coronakritikern: Da kann ich deinen Frust nachvollziehen. Von Beleidigungen und Abwertungen halte ich nichts. Die „Ausgrenzung“ würde ich jedoch verteidigen, da es um den Schutz der Gesundheit und einen zeitlich begrenzten Zeitraum ging.

          Und zu Rostock-Lichtenhagen: Hoyerswerda, Mölln, Solingen, Halle, die NSU-Morde und Hanau. Kein regelmäßiges Vorkommen? Ich habe noch nichts davon gehört, dass Coronakritiker Brand- und Mordanschläge erlebt haben. Von daher würde ich schon sagen, dass man deutlich unterscheiden muss.

          Liebe Grüße,
          Pascal vom JDE-Team

          • > Ich habe noch nichts davon gehört, dass Coronakritiker Brand- und Mordanschläge erlebt haben.

            Im Gegensatz zu Impfbefürwortern, die sich übelste Beschimpfungen, Verfolgung, Morddrohungen gefallen lassen mussten von manchen dieser „Kritiker“. Man denke nur an die Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, die in den Tod getrieben wurde.

          • Hallo Pascal.

            Mein Hauptanliegen war deutlich zu machen, dass die Denkweise, bzw. Einstellung zu meinen Mitmenschen, die zur Abwertung führt ähnlich bzw. gleich ist. Eine Austarierung der Folgen von Rassismus mit der Benachteiligung von Maßnahmenkritikern, bzw. Ungeimpften, geht an meinem Anliegen völlig vorbei. Das war lediglich ein Beispiel von vielen möglichen.

            Du schreibst: „Bei Rassismus wird jemand aufgrund von Eigenschaften, die er nicht beeinflussen kann, abgewertet.“
            Aha, und wenn er sie beeinflussen könnte, dann müsste der Schwarze auch weiß werden müssen, ansonsten wäre der Rassismus in Ordnung??

            Und: „unterscheiden sich darin, wie sie zum Ergebnis der „Abwertung“ gelangen.“
            Kannst Du das mal Bitte näher erläutern, ich weiß nicht, was Du meinst.

            Gruß Andreas

          • Hallo Andreas,

            okay, dann verstehe ich dein Anliegen. Wie ich geschrieben habe, finde ich Abwertungen und Beleidigungen in beiden Fälle nicht in Ordnung. Aber die „Ausgrenzung“ ist ja noch mal etwas anderes. Im Fall der Coronakritiker finde ich diese gerechtfertigt, da es um eine Krisensituation und den Schutz von Menschenleben ging und wie ich geschrieben habe, die Einschränkungen zeitlich auf die akute Gefahrensituation begrenzt waren. Wer alkoholisiert Auto fährt und Menschenleben gefährdet, muss auch die Konsequenzen tragen, sollte er angehalten werden. (Nicht unbedingt das beste Beispiel, aber vielleicht wird trotzdem deutlich, worauf ich hinaus möchte.) Wenn du jetzt natürlich Corona als ungefährlich ansiehst, dann werden wir hier wohl zu unterschiedlichen Schlüssen gelangen.

            „Aha, und wenn er sie beeinflussen könnte, dann müsste der Schwarze auch weiß werden müssen, ansonsten wäre der Rassismus in Ordnung??“ Da hast du recht, da macht mein Satz keinen Sinn. Wie ich ja vorhin geschrieben habe, finde ich Abwertung nie gut. Mir ging es hauptsächlich um die Ausgrenzung. Wenn man natürlich vehement gegen Impfen ist, dann bringt einem die Wahl auch nichts. Da habe ich vermutlich zu sehr aus meiner Perspektive draufgeschaut. Warum ich die Ausgrenzung trotzdem gerechtfertigt finde, habe ich ja oben beschrieben.

            „unterscheiden sich darin, wie sie zum Ergebnis der „Abwertung“ gelangen.“ Das bezog sich auf den Unterschied zwischen Eigenschaften und Gedanken/Meinungen. Da es bei Corona um logische und rationale Argumentationen geht, gibt es ein richtig und falsch. Das heißt, man könnte z.B. die Abwertung „Verschwörungstheoretiker“ und „Coronaleugner“ durchaus belegen und rechtfertigen. Und bei manchen Leuten würde ich diesen Begriff nicht einmal als Abwertung ansehen, sondern als Beschreibung. Wenn damit natürlich pauschal jede Kritik mundtot gemacht werden soll, dann ist das nicht zu befürworten. Als Abwertung halte ich nichts davon, wie auch von „Covidioten“ usw. nicht.

            Meine vorherigen Ausführungen waren doch etwas unklar und nicht alles gut durchdacht, wie ich beim nochmaligen Lesen feststelle. Ich hoffe, meine Ansichten sind etwas klarer geworden.

            Liebe Grüße,
            Pascal vom JDE-Team

          • Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich gerade frage, warum ich nach deinem ursprünglichen Kommentar auf die Folgen von Rassismus und die Ausgrenzung gekommen bin, obwohl es dir um die Abwertung ging. Mein Fehler. Trotzdem stört mich die Gleichsetzung der Abwertung durch Rassismus mit der Abwertung von Coronakritikern. Vermutlich eben, weil die eine Abwertung krassere Konsequenzen nach sich zieht als die andere. Und bei Corona scheint mir teilweise eine plausible Grundlage für die Abwertung von jemandem als Verschwörungstheoretiker oder Idioten zu bestehen, das liegt aber eben daran, dass ich deren Ansichten für falsch halte. Da wir die Coronapandemie jedoch unterschiedlich bewerten, ist das bei dir vermutlich nicht der Fall. Damit will ich jedoch keinesfalls die Abwertung an sich rechtfertigen.

          • Hallo Pascal.
            Zu deiner Einstellung zu den Coronamaßnahmen, kann ich Deine Aussagen so nicht akzeptieren.
            Du schreibst:“.. und andererseits hatten sie die Wahl, sich zu testen oder impfen zu lassen. “ das stimmt nicht!
            Man musste sich testen oder impfen lassen – es gab keine freie Wahl.
            Und Tests haben eine Zeit lang auch Geld gekostet, so dass damit der Gottesdienstbesuch ausgeschlossen war, was ja auch beabsichtigt wurde.

            Und: „… würde ich jedoch verteidigen, da es um den Schutz der Gesundheit und einen zeitlich begrenzten Zeitraum ging.“
            1. Waren diese Maßnahmen schwere Eingriffe in die Grundrechte
            2. Waren diese Maßnahmen nicht evidenzbasiert und sind es bis heute nicht. (s.a. Expertenrat)
            3. Ging es nicht um den Schutz der Gesundheit, sondern die Politiker haben unverblümt und ganz öffentlich die Ausgrenzung von Ungeimpften gefordert. Da wurden auch gerne mal Fakten erfunden, s. Hamburg – um dieses Vorhaben umzusetzen. „“Grob falsch“ sei eine Auswertung vom 16. November letzten Jahres gewesen, dass Ungeimpfte 90 Prozent der Corona-Neuinfektionen in Hamburg ausmachen, sagte Peter Tschentscher (SPD).

            Viele Grüße
            Andreas

          • Ich würde auch nicht alle Maßnahmen verteidigen. Mich würde interessieren, wie alles abgelaufen wäre, wenn es keine Maßnahmen gegeben hätte. Wie viele Tote und Langzeitkranke hätte es dann gegeben? Vielleicht gleich viele, vielleicht deutlich mehr? Dann hätten sich die Leute darüber aufgeregt, warum die Politik nichts unternommen hat. Aber leider werde ich das nie erfahren. Deshalb tue ich mich schwer damit, die Maßnahmen so grundlegend zu verurteilen.

            Evidenzbasiert ist auch etwas schwierig, da es eine Coronaimpfung davor ja noch nie gab (und da gab es doch sogar Zulassungsstudien) oder um welche Maßnahmen geht es dir mit der Evidenz? Tests scheinen mir auch sinnvoll. Und FFP2-Masken eigentlich auch, wenn sie auch keinen 100 prozentigen Schutz versprechen. Bestimmt sind sie trotzdem besser als nichts. Im Nachhinein sieht man natürlich gut, was wirkt und was nicht. In der Situation hätte ich jedoch kein Politiker sein wollen, der darüber zu entscheiden hat.

            Aber hiermit sind wir ja ziemlich weit vom Thema abgekommen, weshalb ich es nun dabei belassen werde. Dir ging es ja eigentlich auch eher um die Abwertung und da scheinen wir größtenteils ja einer Meinung zu sein.

          • > Mich würde interessieren, wie alles abgelaufen wäre, wenn es keine Maßnahmen gegeben hätte. Wie viele Tote und Langzeitkranke hätte es dann gegeben?

            Man kann auf Länder schauen, die es anders gemacht haben und die in etwa vergleichbar sind.

        • Andreas,
          es wäre Dein gutes Recht, dafür zu sein, dass auch in Spielstraßen Tempo 100 gilt. Das ist Meinungsfreiheit.

          Aber dazu gehört auch die Freiheit der anderen, eben diese Meinung zu kritisieren. In ordentlichen Ton natürlich. Allerdings, wenn ich mir bewusst mache, was für Vorwürfe und welcher Ton bei den sog. ‚Impfkritikern‘ oft vorherrschte, muss ich sagen, dass Du da eine sehr einseitige Sichtweise hast.

          Und Deine Meinung gibt Dir nicht das Recht, mit 100 km/h durch Spielstraßen zu rasen.

          Mit Rassismus hat das alles nichts zu tun. Aber sich als Opfer zu stilisieren durch unselige Vergleiche (es gibt ja auch noch einen schlimmeren), auch das ist bei so manchen Impfkritiker mehr als zu kritisieren.

  5. > Wen Joerg hier fragt ist unklar.

    nur in der Responsive-Ansicht (also auf dem Handy). Auf dem PC ist klar ersichtlich, dass ich mich an EinFragender rangehängt habe. 🙂

    • Liebes jesus.de-Team.

      Also in der Anzeige der Beiträge ist ein bisschen der Wurm drin. Mal die neuesten nach oben, mal nach unten, mal richtig dran gehängt, mal gar nicht. Und die responsive-Ansicht klappt auch nicht so richtig.

      Da solltest Ihr noch mal nachjustieren.

      • Hallo Jörg,

        danke für den Hinweis. Werde ich weiterleiten.

        Liebe Grüße,
        Pascal vom JDE-Team

  6. Wer hinter jeder Ecke einen Rassisten vermutet, der wird dort auch einen finden.
    Wir Menschen sind unterschiedlich geschaffen. Wenn diese Unterschiedlichkeit als Rassismus bezeichnet wird, dann kann ich nur sagen: Leute ihr seid krank. Wer mit der Rassismuskeule um sich schlägt, sollte anschließend die erschlagenen auch beiseite räumen. Wir sollten aufhören uns gegenseitig krank zu machen und uns an unserer Unterschiedlichkeit freuen.

  7. Leute, die behaupten, sie seien keine Rassisten, haben (meist) keine Ahnung. Weder von sich noch von diesem Wort. Sie glauben, kein Rassist zu sein bedeutet., an einem Araber, einem Schwarzen oder Roma – oder wer auch immer gerade als Sündenbock aktuell ist – vorbeigehen zu können, ohne die Lust auf einen Totschlag zu verspüren. Wie rührend. Als ob sich das Phänomen Rassismus nicht auf ungemein komplexe Weise ausdrücken würde. Es hat viele Schichten, ein Beispiel: Das Gesicht eines Weißen ist ein Gesicht. Das Gesicht eines Schwarzen ist zuerst schwarz und dann ein Gesicht. Vielleicht ist diese Abfolge von Wahrnehmung die subtilste Form von Wertung. Und sicher ist „Niggeraufhängung“ in Alabama die radikalste. Aber dazwischen lauern die Grautöne. Die von den meisten gar nicht wahrgenommen werden. „Ich? Rassist? Was für ein Blödsinn.!“

    • “ Leute, die behaupten, sie seien keine Rassisten, haben (meist) keine Ahnung.“
      Ich gehe davon aus, dass Sie sich auf mich beziehen,( ich nehme es jedenfalls an). Ihre Meinung ist genauso wichtig oder unwichtig, wie die meine.
      Findest Sie, dass Jesus Rassist war ?
      Es kann nicht darum gehen, darüber zu polemisieren, ob es Rassisten, oder Rassismus gibt, oder nicht, ich meine, dass es nicht hilfreich ist, das Thema, so auszuweiden, und jedem Recht zu geben, der meint sich beschweren zu müssen, dass ihm nicht alle Menschen absolut freundlich und in großer Nächstenliebe zu Füßen gelegen haben, und er das eine oder andere Mal stattdessen einen schiefen Blick erntete ! Mir geht es um das Verhältnis zwischen Sinn und Unsinn solcher Vorurteile.
      Keineswegs geht es mir um Relativierung ernstaften Rassismus. Sollte die ev. Kirche tatsächlich ein solches Problem damit haben, dann liegt es wohl an ihrem politischen Liberalismus, der den Gläubigen zugunsten säkularer Werte aus den Augen verlor ?

      Zu Albama : Wir sind in Deutschalnd , nicht in Alabama, dies sollte als Negativbeispiel dienen, um zu reflektieren.
      Ansonsten sind Sie voller Wut.
      Warum auch immer, sie wird nicht weniger, nur weil Sie andere verfolgen, um der eigenen Wut ein Ventil zu verschaffen.

      Zu den Grautönen:
      Die Kirche hält sicher jede Menge Seminare und Lehrgänge und Trainings für die Willigen bereit. Siehe, das Buch mit dem schönen Titel “ Wann ist Jesus weiß geworden ? “

      Und Ihre Wut ? Therapie kann ein erster Schritt sein, der hilft, den Grund dafür, herauszufinden.

  8. Gott hat alle so geschaffen wie sie sind

    „Mir geht es nicht darum, mit dem Finger auf Leute zu zeigen, sondern wieder dahin zu kommen, wie Kirche eigentlich gedacht war und wie Gott sich unsere Gemeinschaft vorgestellt hat“! Damit hat Sarah Vecera vollkommen recht: „Rassismus vergiftet Kirchen“. Jesus Christus ist der menschgewordene Gott, zu seinem Volk Israel und zu allen Menschen gekommen, für jede und jeden gestorben, nämlich für die Erlösung aller Menschen und der gesamten Schöpfung. Die verschiedenen Hautfarben, aber auch die Originalgeschöpflichkeit jedes Menschen, machen doch deutlich dass wir als Geschöpfe unseres Gottes eine Einheit in der Vielfalt sind (oder sein sollten). Wir sind Geist von Gottes Geist, wir tragen etwas von Gott tief in unserer Seele, was manchmal nur ein Sehnen ist nach einer gerechten Welt und etwas mehr Paradies auf dieser Erde. Diesen Geist, also auch Gott zu erkennen, hat der Schöpfer in uns gelegt und er beschreibt bildlich gesehen, dass wir eigentlich ein Stempelabdruck Gottes sein sollten: Also Zeitgenossen, die mit Offenheit, in Augenhöhe, mit Liebe und Barmherzigkeit und ebenso Vergebungsbereitschaft anderen begegnen sollten. Alle Menschen sind gleich, frei geboren und dem Himmel wertvoller wie alles andere. In jeder und jedem der mir auf der Straße begegne, begegne ich (dem Anspruch von) Gott: Denn wir sind aus Gott geboren und sind nach unserem Erdendasein wieder auf dem Weg zu ihm zurück.

    Ebenso ist die Freiheit eines Christenmenschen ein hohes Gut, denn ich darf ein Diener aller sein, zugleich aber auch niemanden untertan. Unser Schöpfer hat uns frei erschaffen, also mit einem freien Willen, einem Gewissen das an ihn gebunden sein kann und wir können uns für das Gute, Ethische und Richtige frei entscheiden. Da alle Menschen Kinder des väterlichen (und auch mütterlichen unendlichen) Gottes sind, besiegelt dies auch die Freiheiten so zu sein wie wir erschaffen wurden. Christinnen und Christen sollten daher den Wert eines jeden Menschen nicht in seinem Gegenwert bzw. seinem Nutzen für die Gesellschaft sehen, sondern weil jede und jeder Gott unendlich viel wert ist (ohne dass wir dies nach menschlichen Maßstäben verdient haben. So ist eben Liebe. Und Liebe und Rassismus ist daher so unkompatibel wie Feuer und Wasser.

    Rassismus wertet aber die Hautfarbe und mit ihnen auch die kulturellen Unterschiede, auch die Herkunft, die Ausbildung und Bildung oder andere Eigenschaften. Eine Katalogisierung von Menschen in eine Wertescala darf es nicht geben. Antisemitismus und Rassismus sind bösartige Stiefgeschwister. Jüdische Menschen gehen mit ihrem Judischsein einen anderen Heilsweg und wer sie diffamiert oder sogar den Holocaust leugnet, schlägt Jesus erneut ans Kreuz. Denn Gott liebt sein Volk und alle Menschen mit den unterschiedlichsten Hautfarben. Was viele nicht wissen: Es gibt dunkelhäutige Menschen, die Juden sind.

    • Bernd Hehner,
      Sie haben völlig recht,
      aber mit keinem Wort wagen Sie es, die hahnebüchene Kritik, die gleichzeitig diskriminierend ist, meinem Dafürhalten nach,
      mit einer deutlichen und mutigen Kritik zurückzuweisen.
      Oder stimmen etwa die Vorwürfe ?
      Ich kann es nicht glauben, weil ich es auch gleichzeitig nicht tolerieren würde.
      Sie verwechseln Liebe mit einem strikten Gehorsam, aber die Generation der “ schwarzen Männer“ , die im Text zitiert werden, und auch die Autorin selbst , halten ganz andere Werte hoch, als Ihre eigene Generation es getan hat, oder es noch immer tut.
      Daraus entsteht ein Machtkonflikt, der wenig mit Liebe zu tun hat.
      Kein Gott, der von Liebe spricht, verlangt von seinen Gläubigen, vor allem den Älteren, dass sie sich unter das Joch kommender Generationen begeben, und ihnen widerspruchslos dienen. Und wenn, dann ist er ein falscher Got, finde ich.
      Wollen Sie wirklich eine Theologin kritiklos tolerieren, die voller versteckten Hass ist, weil sie die Bürde ihrer eigenen Herkunft nicht akzeptieren will,
      ihr nach dem Mund reden, wie es Luther forderte , “ Ja, ja, nein, nein ?
      Und das womöglich auch, weil sie HÜBSCH und JUNG ist ? Weil sie studiert, also klug sein muss, weil sie offensichtlich ein so einnehmendes Wesen an sich hat, dass man ihr im Grunde alles abkauft ? Als guter Christ, versteht sich.
      Oder fühlen Sie sich durch die eigene Sünde, durch welche Ihre Kirche erpressbar wird , so unterjocht, dass Sie es noch nicht mal merken ?

      Allein schon die Fragen. “ Wie rassistisch ist die Kriche ? “ ,( evangelisch.de ) , zeigt mir, dass ich in dieser Kirche nicht gut aufgehoben bin, wenn ich mich ihr nich*“ bedingungslos “ anvertraue“ .

      Zitat ebnd :
      “ die Theologin und Autorin Sarah Vecera, die mit ihrem im März erschienenen Buch „Wie ist Jesus weiß geworden?“ viele Augen und Ohren, aber auch Türen geöffnet hat. Augen und Ohren für verdrängten Rassismus und Diskriminierung in unseren Kirchen – aber auch Türen, um Wege aus solchen Räumen zu finden “

      Aus meiner Sicht sind das SÄUBERUNGSAKTIONEN, die aus den eigenen Gläubigen Heuchler, Feiglinge und Denunzianten macht / machen könnte. Freiheit oder freier Wille sind dabei nur hohle Begriffe.
      Liebe wird ausgelöscht, und an ihre Stelle tritt ein digitaler Körper.
      Eine aggressive medial bestimmte Jugend soll die Zukunft der Kirche sein ?

      “ Spiele, Spaß und Spannung „, oder Opium für das Volk, das zu werden, ist der digitale Weg der Kirche.
      Das ist ein Sciencefiktion Szenario, und eigentlich schon Gegenwart.

      Aber wahrscheinlich übertreibe ich völlig. Und warum nicht ? Unterhaltung mit Jesus ? Kann doch sehr lustig sein ?
      Aber kann man diesen Jesus dann noch ernst nehmen ?
      Kann man alles.
      Ich verspüre nicht die geringste Lust mehr, auf über Gott schwafelnde Superfrauen von heute, zu hören.
      Davon geht die Welt zwar nicht unter. Ich muss Gott oder Jesus nicht in seine Bestandteile zerpflücken, um zu erkennen, wer ich bin.
      Ich brauche auch keine Herde, die mir nachläuft und meine Schleppe trägt.
      Meine Familie besteht zum Großteil aus Frauen, diese zu akzeptieren, scheint mir schwer genug.
      Es ist keine gute Idee, Frauen so viel Macht in den Kirchen einzuräumen, denn es ist der Mann, der ein vorwiegend defizitäres Leben gelebt hat, und einen Weg aus diesem gesellschaftlichen Joch sucht.
      Ob Jesus schwarz oder weiß war ? Er wird meistens nicht als rein weiß gezeichnet, sondern als Nazarener war er eher dunkel- als hellhäutig., und blauäugig war er keineswegs, aber es ist doch auch verständlich , dass er europäisiert wurde, schliesslich stand der Orient seinerzeit unte römischem Einfluss .
      Ich finde überhaupt, dass Geschichtskenntnisse mindestens genauso wichtig sind, um die zwischenmenschlichen Defizite auf dem religiösen Sektor zu klären, neben kulturellen Einflüssen , um von diesen stereotypisierenden, diskriminierenden und haltlosen Rassismusvorwürfen weg zu kommen.
      Sie sind in keinster Weise hilfreich.

      • Der Kommentar ist mir inhaltlich unverständlich

        Hallo Gabrielle, ich habe mir große Mühe gegeben, aber Ihre negativen Bemerkungen, die ja essential und nicht geringfügig zu sein scheinen, habe ich auch nicht annähernd verstanden. Etwa: Welcher digitale Körper sind hier gemeint, die an die Stelle der Gläubigen treten ? Etwa die Nutzung moderner Medien, wenn die Liebe ausgelöscht wird. ? Welche anderen Werte hält die Autorin hoch, die dann zu einem Machtkonflikt führen ? Was sind das für Säuberungsaktionen, die aus den eigenen Gläubigen Heuchler, Feiglinge und Denunzianten machen ? Eine medial bestimmte Jugend soll dann die Zukunft der Kirche sein. Meinen Sie das wirklich ernst ? Ich leide eher unter dem Defizit, das hier zitierte Buch der Autorin nicht gelesen zu haben. Warum, um alles in der Welt, soll den Frauen nicht zu viel Macht in der Kirche eingeräumt werden ? Weil der Mann defizitär gelebt hat ? Ich bin evangelisch und da sind die Frauen über ihre eigene Beteiligung an der Gemeinde, auch in den Gremien nicht unterrepräsentiert, obwohl es weniger Pfarrerinnen gibt als Pfarrer. Aber so ein klein wenig ist mir auch die katholische Gemeindesituation vor Ort bekannt und da gibt es superengagierte und unkomplizierte Frauen, sogar unkomplizierte Priester und kein Tatsch Absolutismus wie in Rom. Die schwafelnden Superfrauen (wohl bei den Katholiken) sind mir noch nicht begegnet, aber die gibt es bestimmt so oft und überall wie die schwafelnden Männer. Ich bin seit mehr als 50 Jahren ein evangelischer und ökumenischer Idsider und vermag zu erahnen, dass ihre Sichtweise von Kirche – auch ohne die Kenntnis des oben erwähnten Buches – wohl eher einer Verschwörungstheorie entspricht. Von einem Machtkampf in der/den Kirchen habe ich trotz allem noch nichts bemerkt. Es gibt, wahrscheinlich in den großen Kirchen zutreffender, ein Fehlen vor allem der Männer und im mittleren Lebensalter. Warum die Rassismusvorwürfe (nur der Autorin ?) so haltlos sind, mag ich nicht entscheiden. Jedenfalls begegnet mir rassistisches Denken fast täglich in manchen Gespräch über eher belanglose Alltagsfragen. Es ist naheliegend, weil die Kirchen ja auch nur aus Menschen besteht, dass sich dieses Denken dort in einem gewissen Umfang festgesetzt hat. Ansonsten verlasse ich Ihren Kommentar etwas ratlos. Ich kritisiere ja auch manchmal hart oder auch ganz grundsätzlich, aber das nenne ich Ross und Reiter und bemühe mich immer wieder, nur mit dem Finger auf die anderen zu zeigen. Es steht nirgends geschrieben, die Christen seien vollkommen. Dann bräuchten sie keinen Erlöser.

        • Sorry über einen dummen Schreibfehler: Im drittletzten Satz muss es richtig heißen „ich bemühe mich immer wieder, NICHT mit einem Finger auf die anderen zu zeigen“! Gemeint ist, dass wir alle nicht vollkommen sind und die Übung mit dem Finger auf den anderen zu zeigen könnte bedeutet: Es zeigen dann zwei auf mich zurück. Besser ist zuerst den Balken aus dem eigenen Auge entfernen. Bei Aufklärung von Rassismus-Ereignissen geht es (mir) nicht um die soziale Hinrichtung von Personen, sondern unerbittlich Achtsamkeit einzufordern.

          • “ Ich bin seit mehr als 50 Jahren ein evangelischer und ökumenischer Idsider und vermag zu erahnen, dass ihre Sichtweise von Kirche – auch ohne die Kenntnis des oben erwähnten Buches – wohl eher einer Verschwörungstheorie entspricht. “

            Richtig erkannt. Verschwörungen sind mein Spezialgebiet.
            Und sie sind [gestrichen / das JDE-Team]

  9. Die christliche Gemeinde ist eine internationale Gemeinschaft aus allen Völkern, Stämmen, Sprachen und Nationen. Es gibt in ihr keinen Rassismus, es sind alles die gleichen Brüder und Schwestern. Wenn es in einer Kirche oder Gemeinschaft Rassismus gibt, dann ist es keine christliche Kirche oder Gemeinschaft. Dann haben sie mit Jesus, dem für alle Menschen gestorbenen Messias, nichts zu tun.

  10. Ich bin auch von Rassismus betroffen, denn ich erlebe das sehr viele Christen sehr engagiert in der Flüchtlingshilfe mitarbeiten, ja sogar Menschen bei sich daheim aufnehmen. Ich erlebe das ganz Selbstverständlich auf Neulinge zugegangen wird, egal woher sie kommen.
    Natürlich gibt es Vorbehalte, manchmal durchaus Begründet und ich erlebe das die Begegnungen in den Kirchen hier Brücken bauen.
    Aber all das ist genau genommen das Gegenteil von Rassismus und ich finde es Anbetracht der vielen Guten Taten und Beweise für Nicht-Rassismus für ziemlich daneben von Rassismus zu sprechen.

    Deshalb bin ich von Rassismus betroffen…

    • Sarah Vecera hat ganz konkrete Punkte genannt, an denen sie Rassismus in den gemeinden festmacht.

      Wie ist denn das bei Deiner Gemeinde?

    • Lieber EinFragender: Wenn ich das richtig verstehe, erlebt Du selbst das Gegenteil von Nicht-Rassismus. Das muss man dann nicht mehr beweisen, denn Taten und Engagement sind höher angesiedelt als mal positiv davon zu reden oder einen philosophischen Exkurs zu praktizieren. Wen Joerg hier fragt ist unklar. In meiner ehemaligen Heimat-Kirchengemeinde habe ich keine Spur von Rassismus erlebt. In der Kleinstadt kümmerte man sich kommunal-ehrenamtlich-kirchlich vernetzt um die Flüchtlinge. Das hat in der Heimatpresse großes Lob gefunden. Mit dem sogenannten Mann oder der Frau auf der Straße, die man schlecht kirchlich zuordnen kann (oder doch) gab es (sprachlich) viel Alltagsrassismus. Manches wird oft als politische Meinung angesehen. Oft meine ich aber auch, dass dies ein Bildungsproblem ist, denn es wäre spannend einfach mal zu wissen, ob manche Menschen überhaupt Rassismus definieren können, was auch Teil des Problemes ist. Natürlich sind mit der Brille der Vorurteile die Flüchtlinge dann nur Wirtschaftsflüchtlinge, faul, lassen sich bedienen, wollen nicht arbeiten, sind gewalttätig usw. usw. Aber manches davon wird auch den Beziehern von Sozialhilfe und dergleichen unterstellt. Ergo: Es sind nicht alle Katzen grau, es ist auch ein Denkfehler

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