„Ich habe etwas Unanständiges getan“: Die Pfarrerin Anna Manon Schimmel provoziert auf Instagram mit einem Bild aus ihrer Kirche.
Die evangelische Pfarrerin Anna Manon Schimmel aus dem baden-württembergischen Neuried provoziert mit einem goldenen Gebärmutter-Kerzenständer in der Auferstehungskirche im Ortsteil Ichenheim. Kurz nachdem sie davon ein Bild auf Instagram veröffentlicht hatte, habe es online empörte Nachrichten gegeben, sagte die Theologin am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd).
In der Auferstehungskirche selbst habe es noch keine Reaktionen auf den kleinen Leuchter gegeben. Sie habe den Leuchter aufgestellt, weil die heutige Gesellschaft von negativen und schambehafteten Bildern der weiblichen Geschlechtsmerkmale geprägt sei, erklärte Schimmel. Besonders Männer hätten sich provoziert gefühlt und ihr etwa geschrieben, dass sie ja auch keinen Penis-Kerzenständer in die Kirche stellen würden.
«Während Penisse gerne mit gewissem Stolz überall, besonders an öffentlichen Toiletten hingekritzelt werden, sollen sich Frauen nicht nur für ihre äußeren, sondern auch für ihre inneren Geschlechtsmerkmale schämen», kritisierte die Theologin. Jahrhundertelang seien die weiblichen Geschlechtsorgane als «Pforte zur Sünde» gesehen worden.
Dagegen sei im alten Ägypten und Babylonien die Gebärmutter häufig mit Symbolen der Welt- und Gottesbilder verbunden gewesen. «Das Innere der Frau wurde gefeiert, verehrt, als göttlich angesehen», erläuterte Schimmel. Auch die Bibel spreche positiv vom Mutterleib.
Leider seien diese positiven Bilder nicht übernommen worden. «Heiliger Raum, Schöpfungskraft, Zuhause: das alles passt gut in die Kirche. Und damit auch die Gebärmutter.» Auf Instagram gab es auch positive Kommentare. Pfarrerin Mirja Zimmermann-Oswald von der Reformierten Kirche Sumiswald (Schweiz) kommentierte: «Was echt berührend ist: Im Hebräischen stammt das Wort ‚barmherzig‘ vom Begriff ‚Gebärmutter‘ ab.»
Irgendwas muss man sich ja einfallen lassen um einmal im Leben außerhalb des Lokalteils der Tageszeitung erwähnt zu werden.
Und die alte Leier von unterdrückter Weiblichkeit und verstaubten kirchlichen Moralvorstellungen scheint immer noch zu funktionieren.
Hat der Feminismus so abgewirtschaftet und gehen den Damen die Ideen aus?
Jetzt sollen ja die Tradwifes einen Aufschwung erleben, einhergehend mit der Wiederendeckung guter traditioneller Werte.
So deute ich diese „Provokation“ die eigentlich gar keine ist, als hilfloser Versuch davonschwimmende Felle zu retten.
Das einzig Irritierende daran ist, dass ausgerechnet eine Pfarrerin sich zu solch einer Aktion berufen fühlt, evangeliesche Theologen meinen wohl immer noch sie müssten den woken Zeitgeist befeuern!