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Nahost-Konflikt: Gibt es eine Lösung gegen den Hass?

Raketen, Aufruhr, Zerstörung – was wir sonst nur aus Hollywood-Streifen kennen, ist in Israel und Palästina Alltag. Immer wieder begegnen uns Schlagzeilen wie „Israel bombardiert Gaza“ oder „Palästinenser ermordet Israeli“. Aber was sind die echten Geschichten hinter den Überschriften und welche Lösung könnte es für ein Ende des Nahostkonflikts geben?

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Von Aaron Lewin

Zuerst ist wichtig zu verstehen, wie komplex die Situation im Nahen Osten ist. Der Konflikt wird gerne heruntergebrochen auf einen Streit um Land zwischen Israelis und Palästinensern. Und wir betrachten die Argumente aus der Ferne und entscheiden uns dann für eine Seite. Das ist allerdings zu einfach gedacht. Denn es gibt keine „zwei Seiten“ im Nahostkonflikt. Es gibt Israelis, die für Palästinenser sind, und Palästinenser, die den Staat Israel lieben.

Es stimmt, dass die meisten Israelis Juden und die meisten Palästinenser Araber sind. Ist es also ein Streit zwischen Juden und Arabern? Nein! Viele Araber leben in Frieden mit Juden in Israel zusammen. Also ist es vielleicht ein religiöser Streit zwischen Juden und Muslimen? Auch nicht! Es gibt christliche und muslimische Palästinenser und es gibt Juden, Christen und Muslime, die in Israel wohnen. Vielleicht geht es dann doch um das Land? Nicht ganz! Die meisten Israelis und Palästinenser wollen einfach nur in Frieden leben, egal, wo sie sind. Israel hat der palästinensischen Regierung schon viel Land gegeben und trotzdem gibt es noch keinen Frieden.

Ein Leben voller Angst und Hass

Zoomen wir mal etwas näher ran. Ich bin messianischer Jude – ein Jude, der an Jesus als Messias glaubt – und in Israel geboren, aber in England aufgewachsen. Alles aus der Ferne zu betrachten, war und ist für mich sehr schwierig. Meine Verwandten vor Ort erlebten über die Jahre Bomben-, Raketen- und Messerangriffe. Sie mussten als Teenager in der Armee dienen und sind danach um die halbe Welt gereist, um die traumatischen Erfahrungen hinter sich zu lassen. Die Atmosphäre in Israel ist ständig wie ein Dampfdrucktopf. Es ist schwer, unter diesem Druck zu leben. Aber für meinen Freund Malik ist es wohl noch schwieriger.

Malik, ein Araber aus Palästina, ist 14 Jahre alt, als er den Konflikt in seinem Heimatland näher unter die Lupe nimmt. Aus seiner damaligen Perspektive lebt er unter einer israelischen Besatzung. Die Mehrheit seiner Freunde sind Muslime, dem israelischen Volk gegenüber ist er negativ eingestellt. Denn Israelis nahmen seiner Familie die Heimat: „1948, als mein Vater neun Jahre alt war, wurden er, seine acht Geschwister und meine Großeltern von der israelischen Armee aus ihrem Haus geschmissen. Sie flohen in palästinensisches Gebiet. Mein Großvater hatte eine eigene Firma besessen und nun konnte er keinen Job mehr finden. Mein Vater und meine Onkel waren gezwungen, Arbeit zu suchen. Als ich erfuhr, dass Israelis schuld waren, dass meine Familie so sehr gelitten hat, wuchs mein Hass.“

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Von klein auf wird Malik eingeprägt, Israelis und die israelische Armee seien seine Feinde. Sie hätten das Land seines Volkes besetzt und müssten von den Palästinensern vertrieben werden, damit diese in Frieden und Sicherheit leben könnten. „Ich glaubte das, genau wie die meisten Palästinenser auch“, erzählt er heute.

Liebe deine Feinde

Als Teenager kommt Malik zum Glauben an Jesus. Dessen Worte in Johannes 3,16 packen ihn: „Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.“ Als er Jesus als seinen Retter in sein Leben einlädt, fängt er an, die Bibel zu lesen und jeden Tag zu beten. Seine Beziehung mit Jesus wächst. Eines Tages, als er die Bibel liest, entdeckt er diesen Vers: „Doch ich sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen!“ (Matthäus 5,44) „Es fiel mir sehr schwer, das zu akzeptieren, aber ich betete: Herr, bitte hilf mir, meinen Feinden zu vergeben, und zeige mir, wie ich sie lieben kann. Später veränderte der Heilige Geist mein Herz in Bezug auf die Israelis.“

Und zwar als er einigen Israelis auf dem Ölberg begegnet, die auch an Jesus glauben. Sie machen gemeinsam Lobpreis, beten füreinander und feiern zusammen das Abendmahl. „In dem Moment heilte Gott mich und füllte mein Herz mit Liebe für die Israelis. Ich fing an, das Evangelium nicht nur mit meinem Volk, sondern auch mit den Israelis zu teilen. Viele sind zum Glauben gekommen!“ Heute wohnt er in Deutschland und gibt die gute Nachricht über Jesus an Juden und Araber weiter.

Ein Grenztum an der Grenze zwischen Israel und Palästina.
Foto: Pixabay.com / Palestine

Eine versöhnende Kraft

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Im Nahostkonflikt geht es um Hass in den Herzen der Menschen auf allen Seiten. Dieser Hass kommt aus unserer gefallenen Natur. Seit der Rebellion unserer Ureltern, Adam und Eva, funktioniert die Welt, inklusive uns, nicht wie sie soll. Statt andere zu lieben und ihr Bestes zu suchen, sind wir meistens egoistisch, selbstsüchtig und denken oft nur an unser eigenes Wohl. Aber wenn wir Jesus und sein Opfer für uns annehmen, schenkt er uns ein neues Herz und gibt uns das Verlangen, andere zu lieben, so wie er uns geliebt hat. Die Lösung für Frieden im Nahen Osten ist ironischerweise dort zu finden.

Durch die versöhnende Kraft von Jesu Tod und seiner Auferstehung haben viele Juden und Araber, Israelis und Palästinenser, Frieden mit Gott und miteinander gefunden. Frieden ist möglich, durch den Friedensfürsten. So erklärt es der Apostel Paulus: „Denn er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht hat.“ (Epheser 2,14) Natürlich heißt es nicht, dass jeder Jude oder Araber, der zum Glauben an Jesus kommt, automatisch den anderen liebt. Für einige ist es ein längerer Prozess, bis sie wirklich vergeben und in Versöhnung leben können. Aber dieser Friedensprozess startet, wenn der Heilige Geist in ihren Herzen wirkt.

Gebete für Frieden

Eine Frage bleibt: Was hat der Nahostkonflikt mit dir, mit uns in Europa, zu tun? Er ist ein Beispiel dafür, was passiert, wenn wir einander nicht lieben: Terror, Verwüstung und Schuld. Denn verhärtete Fronten gibt es nicht nur im Nahen Osten, sondern auch bei uns. Im kleinen Persönlichen und im großen Politischen. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir uns dabei nicht um unser Leben fürchten müssen. Aber wir können Gott trotzdem bitten, uns zu zeigen, wo wir vergeben und noch mehr lieben müssen, und ihm erlauben, unsere Herzen zu verändern.

Was du tun kannst, um die Menschen zu unterstützen, die in Palästina und Israel zwischen die Fronten geraten, ist Beten. Bete für die Familien in Israel, die – so wie meine Verwandten auch –, Angst vor Raketen und terroristischen Angriffen haben. Bete für die Familien in Gaza und in der Westbank, die sich wie Maliks Familie vor Bomben und Zerstörung fürchten. Bete, dass alle den Friedensfürsten kennenlernen, der allein Frieden in die Herzen der Menschen bringen kann. Und wenn jemand neben dir über die „blöden Israelis“ oder „blöden Palästinenser“ schimpft, dann weißt du es nun besser. Der Hass ist es, der zerstört, nicht nur die Bomben und Raketen.


DRAN-Ausgabe 08/2021

Der Autor Aaron Lewin gehört zum Netzwerk Juden für Jesus, das sich dafür einsetzt, dass Juden Jesus kennenlernen und Christen hilft, die jüdischen Wurzeln ihres Glaubens zu entdecken.

Dieser Artikel ist im Magazin DRAN (Ausgabe 08/21) erschienen. DRAN ist ein Produkt des SCM Bundes-Verlags, zu dem auch Jesus.de gehört.

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