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Nigeria: Christen setzen trotz Übergriffen auf Einheit des Landes

Trotz der anhaltenden Unruhen in Nigeria sehen Vertreter von Christen aus dem Norden des Landes optimistisch in die Zukunft. Der neue Präsident Goodluck Jonathan habe das Potenzial und den Willen, das Land zu vereinen, sagte der Kirchenpräsident der Church of Christ in Nigeria, Pandang Yamsat, dem epd in Berlin.

 Dies habe er bereits vor den Wahlen gezeigt, als er das Amt vom verstorbenen Präsidenten Umaru Yar Adua übernahm. Yamsat bereist mit einer Delegation von Vertretern aus Kirche und Zivilgesellschaft auf Einladung des Evangelischen Entwicklungsdienstes (eed) derzeit Deutschland.

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 Jonathan, ein Christ aus dem Süden des Landes, war am Sonntag vereidigt worden. Im Norden detonierten währenddessen drei Bomben, mindestens zehn Menschen starben. Bei den oft religiös motivierten Unruhen während der Wahlen wurden laut Human Rights Watch rund 800 Menschen getötet.

 Yamsat sagte, im Norden des Landes hielten die Übergriffe von der muslimischen Mehrheit auf die christliche Minderheit zwar an. Die wenigsten Menschen wollten aber fliehen, sondern verteidigten lieber ihr Recht, in ihrer Heimat zu bleiben. Mittlerweile erklärten sich auch zunehmend Muslime mit den Christen solidarisch, berichtete Yamsat: «Das ist ein Zeichen, dass es für Christen besser ist, Gleichheit und Gerechtigkeit anzustreben, statt sich wie Fremde im eigenen Land zu fühlen.»

 Der Kirchenpräsident sieht die Muslime im Norden als Hauptverursacher der Gewalt. Viele reagierten aus Enttäuschung, weil Jonathans muslimischer Herausforderer Muhammadu Budari die Wahlen nicht für sich entscheiden konnte, sagte er. Christen übten vor diesem Hintergrund lediglich «Selbstverteidigung» bei Angriffen.

 Justina Mike Ngwobia vom christlich-muslimischen Dialogforum «Justice, Peace and Reconciliation Movement» ergänzte, der Frieden in Nigeria hänge nun davon ab, wieweit Jonathan dort Rechtsstaatlichkeit durchsetzen könne. «Im Moment wird nicht wirklich etwas gegen die Mörder getan, und sie setzen das Töten fort», kritisierte sie. Der Präsident habe aber versprochen, dass jeder Täter vor Gericht komme. Wenn er sein Versprechen umsetzen könne, wäre dies ein großer Schritt hin zur Lösung der Krise, sagte Ngwobia.

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(Quelle: epd)

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