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Premiere: EKD startet erstmals Kampagne für Klimagerechtigkeit

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) setzt sich schon länger für das Klima ein. Eine neue Kampagne soll dieses Engagement stärker sichtbar machen.

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Ihre erste bundesweite Klimakampagne hat die EKD am Dienstag gestartet. „Die Klimakrise fordert unseren Glauben und unser Handeln“, erklärte die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus in Hannover. „Es braucht klare Worte, entschlossene Hoffnung und tätige Umkehr und es braucht sie jetzt.“ Ab sofort sind auf www.ekd.de/klimagerecht und unter dem Hashtag #klimagerechtwerden Geschichten von Menschen zu finden, die sich auf unterschiedlichste Weise für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit einsetzen.

Eckart von Hirschhausen unterstützt Kampagne

Die EKD setze sich seit langer Zeit aus theologischen, ethischen und humanitären Gründen für mehr Klimaschutz und Klimagerechtigkeit ein, heißt es weiter. Obwohl auch insbesondere viele junge Menschen für die gleichen Ziele auf die Straße gehen, mangele es bisher oft an Berührungspunkten. Ziel dieser Kampagne sei es daher, das Engagement der Kirche und ihrer vielen Akteure in der Öffentlichkeit stärker sichtbar zu machen.

Der Kampagne sollen neben Prominenten wie dem Arzt und Buchautor Eckart von Hirschhausen weitere Menschen ein Gesicht geben, die das Thema Klima fest in ihrem Alltag verankert haben – vom Aktivisten bis zur Bio-/Fairtrade-Kantinen-Betreiberin.

Quelleepd

14 Kommentare

  1. Gott ist kein Ausprobiergott

    Also Joerg, ich finde die Gegenargumente zu „Gott ist nur eine Tür weit entfernt ist“, gewissermaßen auch der Schatten über meiner rechten Hand, doch keine banale Missionsstrategie. Denn in meinem Leben bin ich irgendwann, auch wenn ich den Zeitpunkt nicht genau kenne, eben durch diese Tür gegangen. Der aber dahinter war, dem kann jeder und jede begegnen. Es kann trefflich auch darüber gestritten werden, ob Gott unterschiedliche Namen hat, aber sicher wirkt er auch in anderen Religionen. Aber über einen solchen Gott kann ich nicht wirklich verfügen, sondern ihm nur begegnen. Er kann nicht wie meine Spülmaschine, mein PC oder Auto ausprobiert werden und er ist nicht in diesem Sinne das Universum, in dem er alle Wünsche erfüllt. Jedenfalls erfüllt Gott mit Liebe, und er ist die Macht der Liebe. Daran kann man ihn unterscheiden auch vom Jehova der Zeugen Jehovas, weil das Kreuz für alle Menschen und deren Erlösung gilt. Das ist der Unterschied und deshalb glaube ich auch an kein Christentum, welches seine Wahrheit darin finden möchte, dass nur eine winzig kleine Anzahl Menschen erlöst wird. Eben eine solche Macht ist ganz nahe und sie zwingt sich uns in diesem Leben nicht auf. Nicht wir haben Gott, sondern er hat uns. Er ist kein Ausprobiergott.

  2. Die Frage von Realität und Wahrheit

    Hallo Herr Dieter, ich wollte Sie nicht bekehren. Im übrigen glaube ich, dass dies niemand kann, sondern man muss es selbst tun. Andererseits stellt sich mir trotzdem die Frage, was daran so schlimm ist wie durch eine Tür in einen anderen Raum zu gehen, also zu Gott (wobei das nur ein Bild ist). Nur durch diese Entscheidung kann ich für mich feststellen, ob der Glaube eine Illusion ist, oder sich hier in meiner und jeder anderen Seele eine neue Wirklichkeit auftun kann. Christen sind keine Menschen, die in einem dunklen Raum eine schwarze Katze finden, die es nicht gibt – oder ? Sie ist doch existent. Der Atheist befasst sich mit dieser Frage nicht, der Nihilist leugnet das Absolute, aber der Existenzialist glaubt manchmal folgendes, ohne es tiefgreifender zu reflektieren: „Du wurdest einfach, ohne dass man dich fragte, ins Leben geworfen“! Bei dieser Deutung von Leben als „Geworfensein“ habe ich mich gefragt wer da geworfen hat: Das Universum ? Der Zufall ? Oder ist das so wie wir dies in versponnenen Gedanken in längst zurückliegenden Zeiten durchaus diskutierten, ob wir denn überhaupt existieren ? Man kann es nicht beweisen und auch nicht das Gegenteil. Im übrigen soll schon Pilatus die Frage gestellt haben, was denn Wahrheit sei. Wenn es sie nicht gibt, alles nur existiert aus einem Zufall heraus, wie soll man dann Werte begründen ? Dann wäre es eine Frage des Standpunktes, der Meinung oder der eigenen Nützlichkeitserwägung, was gut oder böse ist, was Sinn macht, oder sinnlos ist. Wenn alles relativ ist, ist alles erlaubt. Dann braucht man nur eine erfundene Begründung, um etwas zu legitimieren. Aber warum sind wir nach dem Urknall des sichtbaren Universums Wesen geworden die sich sozial verhalten ? Da gibt es die abenteuerlichsten Begründungen: Etwa das Universum habe sich aus dem Nichts heraus aufgrund einer Zeitschleife selbst erschaffen. Oder das Weltall wolle über sich nachdenken und erschaffe daher Wesen mit Gehirn. Mein Gott ist aber auch das Universum, weil er alles Existierende umfasst und alle Wirklichkeit seine Gedanken sind. Aber trotzdem ist er wie ein Gegenüber, wie ein Vater oder eine Mutter und einer/eine die Liebe und Barmherzigkeit verkörpert. So etwas absurdes glauben Christinnen und Christen. Die Wahrheit kann durchaus absurd sein, aber dafür nicht langweilig.

    • Die Gottesfrage bewegt auch Muslime, Hindus und Animisten. Das „Absurde “ beim christlichen Glaube ist weniger die Frage nach dem Schöpfergott, als vielmehr die nach der Bedeutung von Jesus Christus „……. und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
      empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,
      hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes,
      des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten……..“ (Apostolisches Glaubensbekenntnis)
      Am Kreuz scheiden sich die Geister ! Die Apostel wollten nichts anderes predigen als Christus und den gekreuzigt. Mit dieser Botschaft haben sie die Welt umgekrempelt. Wir „modernen Christen“ täten gut daran es ihnen gleichzutun !

    • > Andererseits stellt sich mir trotzdem die Frage, was daran so schlimm ist wie durch eine Tür in einen anderen Raum zu gehen,

      Was ist mit der Tür zum Islam? Was ist für Dich so schlimm dran, dadurch zu gehen? Oder zu den Zeugen Jehovas, Scientology oder tausenden anderen Gruppen?

      Nur so kannst Du Deiner Aussage nach feststellen, ob das dort stimmt.

      Du siehst schon die Schwäche Deines Argumentes. Denn natürlich kann man das für sich durchaus auch negativ feststellen, ohne alles auszuprobieren. Das trifft auch für den christlichen Glauben zu.

      Es ist eine beliebte Missionsstrategie, vom Ausprobieren zu sprechen, um etwas

    • Moin Herr Hehner, die Wahrheit muss nicht Langweilig sein. Vielleicht ist das der Grund, warum Religionen erfunden wurden. Die wiederum ein „second life“ erfunden haben. Nachdem wir, hier unten, unsere Chance verschlafen haben, dürfen wir anschließend, dort oben, weiterschlafen. Diesmal eine ganze Ewigkeit. „ Das Leben will belebt, die Seele beseelt, der Geist begeistert werden“ Mich wundert, warum dieser poetische, so sinnfällige Satz so vielen nicht einleuchtet. Das scheint umso rätselhafter, als es doch viel mehr Kraft fordert, das Lauwarme zu ertragen, das „Normale“, den tagtäglichen Hochsicherheitstag. Wie deprimierend muss die Ahnung sein, dass keine weiten Überraschung mehr eintreffen. Deshalb klingt es – das Verwelken – so ungemein fordernd: weil eben nichts mehr antreibt, nichts mehr belebt, beseelt und begeistert. Das Leben auf Sparflamme. Statt befeuert zu werden. Von Vielfalt, von Herausforderungen, vom Wissen, wie endlich wir sind.
      ,

  3. Lieber Joerg, es ist sicherlich richtig, dass diese unsere Erde auch ohne uns Menschen gut oder vielleicht noch besser funktioniert. Davon gibt es nur die Ausnahme, wenn wir in einem Atomkrieg uns selbst einen Totalschaden zufügen und der Natur dabei auch kräftig schaden, wenigstens auf eine gewisse Zeit. Die Bewahrung der Schöpfung im Schöpfungsbericht meint ja, dass wir Verantwortung tragen für das gesamte Leben auf dieser Erde. Zum Kommentar des lieben Dieter müsste man anfragen, was er unter Sünde versteht wenn er schreibt „ich sündige gern“. Die meisten Christinnen und Christen verstehen unter Sünde die Trennung von Gott: In der Politik würde man dies beschreiben mit dem Fehler diplomatischer Beziehungen. Richtiger ist die Überwindung von Sünde umschrieben, sich mit Gott versöhnen zu lassen. Das kostet nichts, schon gar nicht das Leben, es ist eher ein Zugewinn an Leben und besteht einfach nur darin, Gottes Liebe im eigenen Leben zuzulassen. Die Liebe ist immer selbstlos, so wie Gott auch selbstlos ist, d.h. ich muss keine Vorleistungen und Vorbedingungen erfüllen bzw. den Himmel irgendwie gnädig stimmen durch ein vermeintlich sittliches Leben. Da aber die Liebe prinzipiell nichts böses tut, werde ich nach meinem Vermögen nichts tun was dem Mitmenschen wehtut. Christen sind daher in einem positiven Sinne Querdenker und Streiter*innen für innere Freiheit. Ich wollte damit nicht belehren. Jede/r darf gerne Sünder bleiben, denn aufgezwungene Liebe (zu Gott) ist keine, sondern ihr Gegenteil. Es soll schon echt sein.

    • Sehr geehrter Herr Hehner, wir Humanisten denken ähnlich wie Sie. Nur, wir glauben nicht an Gott. Die Götter sind uns fremd. Wir haben nur uns. Frauen und Männer die uns beistehen, oder eben nicht.

    • > Die meisten Christinnen und Christen verstehen unter Sünde die Trennung von Gott

      Nach meinem Eindruck stimmt das so nicht. Danach haben die engagierten (ich formulieren hier mal sehr nett) Christen oft einen ganzen konkreten Katalog von Sünde, was Taten, Einstellungen, Meinungen oder sogar geburtsgegebene menschliche Eigenschaften angeht.

      Sehr oft mit dem Fokus nicht auf sich selbst (überraschend ist Gier oder Machtmissbrauch eher selten im Fokus) sondern bei Splitter in Auge anderer.

    • Ich sündige gern. Aber immer im gesetzlichen Rahmen. Und ihren „Retter“ brauche ich nicht. Die 110 und 112, die schon.
      Glück muss her, die trefflichen Gene, dann kommt einer schwungvoll durch. Fehlt das eine oder das andere, wird das Leben hundsgemein!

  4. Was mich häufig etwas irritiert: Man könnte manchmal meinen, der Klimawandel bedroht die Schöpfung oder die Erde an sich.

    Das tut er nicht. Er bedroht die Menschheit. Die Erde kommt damit gut klar, wir deutlich weniger.

    Frei nach dem Motto:
    Unterhalten sich 2 Planeten. Sagt der eine mit Leidensmiene ‚Ich habe Homo sapiens‘
    Darauf der andere: ‚Keine Sorge, das geht vorbei.‘

  5. Sorgsamer Umgang mit unserer Erde

    Finde ich eine gute Kampagne. Zu Anfang der Klimaproteste hatte ich an dieser Stelle unter jesus.de mir in einem Kommentar gewünscht, die Kirchen würden sich in einer großen und (damals noch nicht weltweiten) Aktion in die Klimabewegung zur Bewahrung der Schöpfung einreihen – zumal wir noch spezifische Gedanken beitragen könnten. Dies hat sich heute sehr deutlich verwirklicht, durchaus auch global. Das Thema der Klimagerechtigkeit ist in diesem Zusammenhang sinnvoll und nachhaltig. Ich hoffe, dass wir uns in diesem Grundanliegen einer Bewahrung unserer irdischen Schöpfung zwischen uns Christinnen und Christen, mit unseren doch real sehr unterschiedlichen Prägungen und auch Ansichten, einig sind. So heißt es doch in der alttestamentarischen Schöpfungsgeschichte, einem in Wirklichkeit antiken und dennoch aktuellen Glaubensbekenntnis von Gottes Schöpfungswillen (und auch in einer Art Schöpfungshymnus), selbstverständlich auch als Gottes Wort: Dass der Herr den Menschen in den Garten Eden setzte, damit er ihn bewahre. Von dieser Absicht unseres lieben Gottes müssen wir heute angesichts einer schlimmen Klimakrise, der leider noch lange nicht beendeten weltweiten Pandemie, zudem eines unsäglichen Eroberungskrieges in der Ukraine und drohendem Atomkrieg, unbedingt reden. Es gilt im persönlichen Leben und im zentralen staatlichen Handeln alles dazu zu tun, mit der Schätzen unseres schönen blauen Planeten sorgsam umzugehen. Alle Astronauten, die unsere Erde von oben oder gar vom Mond her gesehen haben, schwärmten von ihm. Die Bilder aus dem Weltall unseres blauen Planeten sind die beste Predigt des Himmels, ohne dass die Theologie und ihre Ausleger*innen bemüht werden müssen. Allerdings haben wir dieses „Kleinod Erde“ erhalten nicht als unser Eigentum und zum Umgang nach Gutdünken, sondern als Leihgabe. Geliehenes sollte immer sorgsam gehütet sein. Unsere Gottesliebe, die auch zur Nächstenliebe werden sollte, ebenso für einen gewissenhaften Umgang mit dem Weltklima, muss im 21. Jahrhundert eigentlich Teil unseres christlichen Ethos werden. Sonst können wir die meisten Tierarten auch nur noch in zoologischen Anstalten sehen, abgesehen von dem Leiden von vielen Milliarden Menschen an steigenden Temperaturzahlen und großem Wassermangel. Oder dass wegen Wasser vielleicht Kriege geführt werden. Hitzeextreme, atemberaubende Stürme oder gar das Abtrudeln in eine neue Eiszeit sind möglich und teilweise sogar sehr wahrscheinlich. Gerne würde ich, hätte ich nochmals ein langes Leben auf Erden vor mir, die Atomraketen im Museum bewundern und ungläubig staunen, wie geistlos unsere Vorfahren waren. Die Apokalypse muss nicht sein, die Sonne darf nicht ihren Schein verlieren, es sollte auch nicht ein Drittel der Menschheit verhungern oder verdursten: Weil wir vernünftig wurden, der Heilige Geist uns den Willen Gottes lehrt und die Weltgesellschaft etwas mehr an Respekt und Liebe praktiziert. Ein frommer Wunsch, der auch eine alttestamentliche Prophetie ausdeutet, dass die Menschen die Schwerter zu Pflugscharen machen, damit die Schmetterlinge, Raupen und Vögel retten und den Zeitgenossen wieder ein Gefühl dafür vermitteln, wie es in einem Paradies zugehen kann. Es muss auch mehr Spaß machen zu leben, ohne das Geschäft der Hölle zu betrieben. Übrigens: Wie wir, außer unseren Lieblingstieren, die anderen vierbeinigen Mitgeschöpfe behandeln, ist für uns als Bewahrer der Schöpfung nicht ehrenhaft.

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