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Abt Nikodemus beklagt „neue Dimension der Gewalt“ gegen Christen in Israel

Deutschlandfunk:

Nach dem Angriff auf eine 48-jährige Ordensfrau in der Altstadt von Jerusalem spricht Abt Nikodemus Schnabel von „Christenhass“ einer kleinen Gruppe radikaler Juden – und macht auch die israelische Regierung dafür verantwortlich.

In der vergangenen Woche hatte ein jüdischer Mann in der Jerusalemer Altstadt eine französische Ordensfrau von hinten brutal zu Boden gestoßen. Zunächst entfernte er sich, kam dann jedoch zurück und trat auf die 48-jährige Nonne ein, ehe er von einem Passanten gestoppt wurde (Jesus.de berichtete).

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Der katholische Abt Nikodemus Schnabel von der Dormitio-Abtei in Jerusalem erklärte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, man erlebe derzeit eine „Enttabuisierung von Christenhass“ im Land. Die allermeisten jüdischen Israelis seien „wunderbare Menschen“, betonte er. „Zu unseren besten Unterstützern zählen gläubige Juden.“ Aber es gebe eine Personengruppe, die sogenannten Kahanisten, „jüdische Neonazis“ oder „Hooligans der Religion, die von ihrer eigenen Religion keine Ahnung haben.“ Diese sagten: „Israel den Juden, alle Nichtjuden raus“ – und auch: „Tod den Christen“.

„Christenhasser“ in der Regierung

Schnabel lobt ausdrücklich die jüdische Zivilgesellschaft, kritisiert aber die offiziellen Stellen. Für die „neue Dimension der Gewalt gegen Christen“ macht er unter anderem den Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir, verantwortlich. Dieser habe schon vor elf Jahren bei einem Anschlag auf das Benediktinerkloster Tabgha am See Genezareth die jüdischen Täter verteidigt und sich als „notorischer Christenhasser“ präsentiert. Schnabel wirft auch dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor, sich nicht ausreichend solidarisch zu zeigen.

Die israelische Polizei hatte nach dem Anschlag auf die französische Ordensfrau einen 36‑jährigen jüdischen Mann festgenommen. Die Polizei betonte, Übergriffe auf Angehörige religiöser Gemeinschaften würden mit „null Toleranz“ verfolgt. Das israelische Außenministerium verurteilte die Attacke laut Deutschlandfunk als „verabscheuungswürdig“.

Das Rossing Center, eine interreligiöse Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Jerusalem, dokumentierte allein 2025 insgesamt 155 Vorfälle von Belästigung und Gewalt gegen Christen in Israel und Ostjerusalem.

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