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Religionswissenschaftler: Buddhismus nicht verklären

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Der Religionswissenschaftler Andreas Grünschloß beobachtet eine Verklärung des Buddhismus im Westen.

Speziell der tibetische Buddhismus sei für viele eine Projektionsfläche für exotische Vorstellungen von besonderer Erleuchtung und tiefer Spiritualität, sagte der an der Universität Göttingen lehrende Forscher am Mittwoch dem evangelischen Pressedienst zum Auftakt der Deutschland-Visite des Dalai Lama. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter hält vom 30. Juli bis 2. August unter dem Motto «Die Kunst des Lebens» Vorträge in Frankfurt.

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  Asien und speziell Tibet gelte für viele unterschwellig als «Hort der Weisheit», fügte der Religionswissenschaftler hinzu. Dabei sei gerade der tibetische Buddhismus ein hochkomplexes Gebilde und vielfältig. Im Westen sehe man meist nur die mit den Begriffen Achtsamkeit, Frieden und Toleranz beschriebene Geisteskultur, so Grünschloß, der über die gegenseitige Wahrnehmung von Religionen gearbeitet hat.

  Auch der Dalai Lama mit seiner sympathischen Ausstrahlung sei natürlich für viele eine naheliegende Identifikationsfigur. Doch gerade das «rituelle Universum» des tibetischen Buddhismus verfüge über Elemente, die in der westlichen Gegenwartsgesellschaft sonst eher als altertümliche «Magie» und «Aberglauben» abgetan würden. Diese eigentümliche Asien-Buddhismus-Faszination geht Grünschloß zufolge jedoch nicht allein auf den Dalai Lama zurück, sondern habe eine lange Rezeptionsgeschichte, die bis ins 19. Jahrhundert und das Vermächtnis der esoterischen Bewegung der Theosophie zurückreicht.

  Die verbreitete Ansicht, im Buddhismus werde nicht missioniert, bewertete Grünschloss skeptisch. Immerhin verstehe sich der Buddhismus von Anfang an betont als «exklusive Religionsgemeinschaft», dessen Lehre den klassischen Texten zufolge als einzige zur Wahrheit und Befreiung führt. Grünschloß: «Der Buddhismus ist eine Universalreligion, die von der kosmischen Wahrheit ihrer Tradition felsenfest überzeugt ist.» So werde das Christentum wie auch andere Religionen von führenden Buddhisten, wie auch vom Dalai Lama, bestenfalls als Religion mit einer geringeren «Wahrheitsrealisierung» betrachtet.

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  Dieses starke Überlegenheitsbewusstsein werde von buddhistischen Tugenden wie Freundlichkeit und Mitmenschlichkeit oft «kontrastierend überlagert». Die Attraktivität des Buddhismus gehe natürlich auch von seinen Techniken der Geistesschulung wie den verschiedenen Formen der Meditation aus, räumte Grünschloß ein. Es spreche auch nichts gegen deren «adaptierende Übernahme».

Wer als diese als Christ in seinen Glauben integrieren will, so Grünschloß, müsse sich dabei bewusst bleiben, wie weit man in die «jeweils andere Tradition einsteigt», weil man dabei auch religiöse Vorstellungen übernimmt.

(Quelle: epd)

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