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Überraschung: Konservativer US-Bundesstaat stimmt für Abtreibung

Die Menschen in Kansas haben sich klar für das Recht auf Abtreibung ausgesprochen. Das Referendum gilt als Testfall, denn auch in anderen Staaten sind Volksabstimmungen geplant.

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Im US-amerikanischen Bundesstaat Kansas haben sich die Wählerinnen und Wähler deutlich für das Recht auf Abtreibung ausgesprochen. Medienkommentare sprachen von einem überraschenden Ergebnis, denn das ländliche Kansas im Mittleren Westen des Landes gilt als konservativ. 2020 erhielt der Republikaner Donald Trump dort bei den Präsidentschaftswahlen 56 Prozent der Stimmen.

Bei dem Referendum ging es um die Frage, ob das in der Verfassung von Kansas garantierte Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch gestrichen werden soll. Nach Auszählung von fast allen Stimmen votierten knapp 60 Prozent gegen die von Abtreibungsgegnerinnen und -gegnern vorgeschlagene Verfassungsänderung. Diese hätte es der republikanischen Mehrheit im Parlament von Kansas ermöglicht, Abtreibungsrestriktionen zu beschließen.

Biden lobt Wähler und Wählerinnen

Die Wählerinnen und Wähler hätten zu Rekordzahlen abgestimmt und extreme Versuche zur Verfassungsänderung zurückgewiesen, lobte US-Präsident Joe Biden am Mittwoch. Der Ausgang sei eine „riesige Enttäuschung“, klagte hingegen die Sprecherin des Antiabtreibungsverbandes „SBA Pro-Life America“, Mallory Carroll. Die Organisation „Kansans for Life“ bezeichnete das Ergebnis als „vorübergehenden Rückschlag“.

Das Referendum in Kansas galt als eine Art Testfall. Erstmals seit der Entscheidung des Obersten US-Gerichtes Ende Juni, das landesweite Recht auf Schwangerschaftsabbruch zu kippen, durften Wähler und Wählerinnen zur Abtreibung abstimmen. Laut dem Gerichtsurteil können die 50 Bundesstaaten künftig selbst über Abtreibungsgesetze entscheiden.

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Demokratische Politikerinnen und Politiker hoffen, das Antiabtreibungsurteil werde ihre Wähler mobilisieren. Umfragen zufolge sieht die Mehrheit der US-Amerikanerinnen und -Amerikaner das Urteil kritisch.

Laut der Zeitung „New York Times“ haben bislang zehn republikanisch regierte Bundesstaaten nach dem Urteil des Obersten Gerichtes Abtreibung verboten. Organisationen für Familienplanung erwarten, dass etwa die Hälfte der Staaten Schwangerschaftsabbrüche verbieten oder stark einschränken werden. Volksabstimmungen zur Abtreibung sind im kommenden November in Kalifornien, Vermont, Michigan und Kentucky geplant.

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Am Dienstag hat US-Generalstaatsanwalt Merrick Garland eine Klage gegen bestimmte Aspekte des Abtreibungsverbots im Bundesstaat Idaho eingereicht. Das Gesetz soll am 25. August in Kraft treten. Garland protestierte, es erlaube keine Ausnahme für Abtreibungen zum Schutz der Gesundheit einer schwangeren Frau. Das verstoße gegen nationalstaatliche Gesetze und Vorschriften zur Gesundheitsversorgung.

Der republikanische Gouverneur von Idaho, Brad Little, warf der Regierung in Washington unzulässige Einmischung vor. Biden solle sich stattdessen um die „erdrückende Inflation“ kümmern.

Quelleepd

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2 Kommentare

  1. So überraschend finde ich das gar nicht. Ca. 60 % der US-Amerikaner sind für eine legale Abtreibungsmöglichkeit, aber das ist keine einheitliche Gruppe sondern es wird sehr differenziert gesehen.

    Die Abtreibungsgegner haben mit ihren extremen Gesetzesvorschlägen jetzt dafür gesorgt, dass auch die, die Abtreibungen zwar erlauben wollen, aber es doch streng geregelt haben wollen (also die Mitte), vor diesen strengen Regeln zurück schrecken, weil sie ja teilweise wirklich unmenschlich sind (wenn selbst die Gesundheit der Mutter keine Rolle mehr spielen soll, Vergewaltigung und Inzest sowieso nicht).

    https://www.die-tagespost.de/politik/us-umfrage-zeigt-differenzierten-blick-auf-abtreibung-art-228394

    • Extrem konservativ ist nicht unbedingt christlich

      Wenn ich das richtig sehe, geht es um viel mehr als nur um ein (fast) völliges Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen, sondern um die Umsetzung extrem konservativer Vorstellungen. Dies muss man hier unbedingt thematisch mitdenken. Wenn fundamentalistische Christen ein wörtliches Bibelverständnis haben, dann wurde die Welt in 6 Tagen erschaffen. Dann ist die gleichgeschlechtliche Liebe eine Todsünde. Dass Menschen unterschiedliche geschlechtliche Orientierungen haben können, gehört auch in eine unbedingte Verneinung. Wie der Teufel das Weihwasser so fürchten extrem konservative Familien einen schulischen Aufklärungsunterricht. Auch der liebe Donald Trump schwimmt auf dieser extrem konservativen Welle. Zu erwähnen sind sodann noch die auf diesem Boden gut gedeihenden Verschwörungstheorien. Selbstverständlich ist dies alles nicht in eine Gesetzesreform einarbeitbar, aber es ist die Art wie manche Wirklichkeit reflektieren. Vielleicht hat man in Kansas durch eine realistische Brille gesehen, wie wenig eine extrem konservative Haltung das Miteinander der Menschen und ihr Anspruch auf Freiheit förderlich sein kann. Für mich ganz persönlich käme ein Schwangerschaftsabbruch nicht infrage, aber ich bin – und das ist das Problem – auch keine Frau. Christlich – und auch sozial – ist, dass Glaube, Hoffnung und Liebe in dieser Dreiheit wichtig sind, aber die Liebe (auch die Tolerenz) die Wichtigste unter ihnen ist. Ethische Entscheidungen müssen unter ethischen Gesichtspunkten, auch in Grenzsituationen, gefasst werden können. Im Zweifel setzt das eigene Gewissen den Rahmen, wie wir uns (auch als Christen) verhalten sollten. Sogar die konservative katholische Lehre sieht die Autorität des Gewissens noch über jener des Papstes. Und dies will was heißen.

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