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Gerichtsurteil: Minderjährige Christin bleibt bei Entführer

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Das Oberste Gericht im pakistanischen Lahore hat entschieden, dass die 14-jährige Maira Shabaz bei ihrem vermeintlichen Ehemann bleiben muss. Das berichten die Organisationen „Kirche in Not“ und „International Christian Concern“ (ICC). Die junge Katholikin soll im April entführt, zum Islam zwangskonvertiert und zwangsverheiratet worden sein.

Die Eltern des Mädchens hatten daraufhin bei einem Bezirksgericht Klage eingereicht – und die Geburtsukrunde Mairas eingereicht. Mit 14 Jahren befindet sie sich noch nicht im legalen Heiratsalter. Außerdem, so die Verteidigung des Mädchens, dürften nach pakistanischer Gesetzgebung Minderjährige nur mit Erlaubnis der Eltern die Religion wechseln. Der Entführer wiederum legte eine Heiratsurkunde vor, nach der die Pakistanerin zum Zeitpunkt der Heirat 19 Jahre alt gewesen sein soll. Der muslimische Geistliche, der auf dem Dokument genannt wird, verneinte allerdings, die beiden verheiratet zu haben.

Oberstes Gericht kassiert Entscheidung

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Das Bezirksgericht hatte zunächst zugunsten Mairas entschieden. Sie sollte bis zu einer Entscheidung des Obersten Gerichts in einem Frauenhaus unterkommen. Das Oberste Gericht annulierte die Entscheidung jedoch am 4. August. Es entschied zugunsten des Angeklagten, bei dem das Mädchen nun bleiben soll. Dabei berief es sich auf darauf, dass das Mädchen zum Islam konvertiert sei. Prozessbeobachter berichteten, das Mädchen sei nach dem Urteil in Tränen ausgebrochen.

Kirche in Not spricht von einem „schweren juristischen Rückschlag“. „Es ist unglaublich. Was wir da erlebt haben, ist ein islamisches Urteil. Unsere Argumente waren stark und schlüssig“, sagte der Mairas Anwalt gegenüber dem Hilfswerk. Laut der Menschrechtsaktivistin Lala Robin Daniel sei nun kein christliches Mädchen in dem Land mehr in Sicherheit. Nach verschiedenen Angaben werden in Pakistan in jedem Jahr zwischen 100 und 1.000 Christinnen entführt und zwangsverheiratet. (nate)

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