Werbung

Eine Million Menschen haben im vergangenen Jahr die Kirchen und Kapellen an deutschen Autobahnen besucht. Das sei ein ungebrochen hoher Zuspruch, sagte Pfarrer Georg Hofmeister von der Bruderhilfe-Akademie (Kassel) am Dienstag bei der ökumenischen Konferenz der Autobahnpfarrer im westfälischen Hamm.

 Die gute Nutzung der Autobahnkirchen durch Reisende führte Hofmeister auf einen Wandel in der Gesellschaft zurück: "Die Gesellschaft wird immer mobiler, dadurch wird der Wunsch nach Entspannung und spiritueller Einkehr immer größer. Und genau das können Autobahnkirchen in ungezwungener Atmosphäre leisten", erläuterte der Pfarrer.

 Die Zahl der Autobahnkirchen und -kapellen wird in diesem Jahr auf über 40 steigen. Neben den aktuell 39 "Rastplätzen für die Seele" entstünden derzeit drei weitere im Siegerland, in Brandenburg und in Thüringen, erklärte Birgit Krause, ebenfalls von der Bruderhilfe-Akademie.

Werbung

 Neu gebaut würden Autobahnkirchen derzeit in Wilnsdorf im Siegerland an der A 45 sowie im thüringischen Bibra an der A 71. Die Einweihung der Kirche in Wilnsdorf sein für den 26. Mai geplant, sagte Krause. Außerdem soll die evangelische Dorfkirche von Zeestow in Brandenburg nach ihrer Sanierung die erste Autobahnkirche am Berliner Ring (A 10) werden.

 Lutz-Thomas Kusch, Leiter der Autobahnkirche in Hamm-Rhynern (Nordrhein-Westfalen) an der A 2 wies darauf hin, dass viele Menschen ohne traditionelle Kirchenbindung die Autobahnkirchen besuchten. "Die Stärke der Autobahnkirchen ist es, dass wir niedrigschwellige Angebote ohne persönliche Vereinnahmung bieten können", ergänzte Pfarrer Ralf Steiner, der die Autobahnkirche in Exter (Nordrhein-Westfalen) an der A2 betreut. "Bei uns ist in aller Ruhe Zwiesprache mit Gott möglich."

 Weiteres Thema der Konferenz in Hamm war der "Tag der Autobahnkirchen", der in diesem Jahr am 16. Juni begangen wird. An diesem Tag überträgt das ZDF ab 9.30 Uhr einen Gottesdienst aus der Dorfkirche von Zeestow. Daneben finden am diesem Tag um 14 Uhr in allen deutschen Autobahnkirchen Andachten statt.

 Die erste Autobahnkirche in Deutschland wurde im Jahr 1958 in Adelsried an der A8 eingeweiht. Der Ausbau des Autobahnkirchennetzes wird von der Akademie der Versicherer im Raum der Kirchen mit Sitz in Kassel koordiniert. Die Akademie organisiert die Vernetzung der deutschen Autobahnkirchen untereinander und veranstaltet die jährliche Konferenz der Autobahnkirchenpfarrer.

 Von den 39 Autobahnkirchen in Deutschland sind 13 in ökumenischer, acht in katholischer und 18 in evangelischer Trägerschaft.

(Quelle: epd)