S. Schwenkenbecher, H. Leitlein: „Generation Y. Wie wir glauben, lieben, hoffen“

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Wohin entwickelt sich die Gesellschaft? Wohin entwickelt sich der Glaube? Wer dazu Antworten sucht, schaut sich am besten die jüngere Generation an. Genau das haben die Autoren getan. Sie sind selbst Teil der „Generation Y“, also so um die 30, und liefern eine ganze Menge Stoff.

Statt einer trockenen Studie, nennen die Autoren das Ergebnis „eine Art Gesamtkunstwerk“. Und das ist es auch: eine gelungene Komposition aus Text, Songs und Bildern präsentiert das Thema ganzheitlich und abwechslungsreich (Also ideal für die allgemeine Aufmerksamkeitsspanne von Menschen im Youtube-Zeitalter). Es adressiert den ganzen Menschen und macht damit schon indirekt deutlich, was Gen-Y wichtig ist, und was die Baby-Boomers und die Leistungsfetischisten der Aufbau- und Handelsbilanzüberschussweltmeister-Generation vermissen lassen (Sie wissen nicht, was ich meine? Lesen sie das Buch.).

Darüber hinaus bedienen sich die Autoren einer Vielfalt von Methoden. So führen Umfrage, Portraits von Einzelpersonen und relevanten Netzwerken, Analyse und die persönliche Glaubensdarstellungen der Autoren Schritt für Schritt zu einem wachsenden Verständnis. Eine Perle im Buch ist ein (natürlich digital geführter) Dialog von Christina Brudereck und Fulbert Steffensky. Hier dürfen Vertreter der Vorgängergenerationen ihre Beobachtungen mitteilen und darüber reflektieren. Und die tun das inklusive Selbstreflektion. Das es eines solchen Buches bedarf, ist auch eine Botschaft in sich.

Na klar, immer schon haben die Alten die Jungen nicht verstanden, und die Jungen waren auf der Suche nach ihrer Identität. Aber war die Kluft des Verständnisses zwischen den Generationen jemals so groß? An diesem Punkt, wird auch dieser Beitrag ein wenig ganzheitlicher. Der Mensch ist nicht nur ein soziales Wesen, er ist auch ein Generationenwesen: Eine gesunde Gesellschaft weiß um den Wert des füreinander Da-Seins der Generationen, wo die Alten die Quelle der Bedachtsamkeit, die Starken der Motor des Fortschritts und die Kinder die Keime der Hoffnung sind. Gen-Y muss es schaffen, den rasanten Wandel zu gestalten und dann auch noch das Problem einer überalternden Gesellschaft lösen (Die Katastrophen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben lange Schatten.)

Liebe Vorgänger-Generationen (und da schließe ich die Senioren explizit mit ein), ihr solltet euch nicht um euren Beitrag zur Gesundung des Generationen-Geflechts drücken. Dieses Buch kann euch ein besseres Verständnis für eure Kinder und Enkel vermitteln. Liebe von so viel Ambivalenz geprägte Gen-Ys, dieses Buch stammt aus eurer Mitte. Es ist frei von Belehrung und Besserwisserei einer älteren Generation. Nutzt es.

Liebe Frau Brudereck, lieber Herr Steffensky, danke für ihre Ehrlichkeit und ihr Vorbild. Liebe Autoren, ich möchte mit euch träumen, dass dieses Buch so manche Leser motiviert, sich für die andere Generation zu interessieren. Wäre doch schön, wenn die Christenheit als „Salz“ und „Licht“ da eine Vorreiterrolle einnehmen würde.

Von Peter Hakenberg

Verlag: Neukirchener Aussaat
ISBN: 978-3-7615-6268-0
Seitenzahl: 232
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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