Ulrich Wendel (Hrsg.): „Glaubwürdig aus guten Gründen“

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Die Frage „Können wir der Bibel vertrauen? Und wenn ja, warum?“ ist fundamental und wird in einigen frommen Kreisen doch ausgeklammert oder totgeschwiegen. Dieses Buch stellt die Vertrauensfrage ins Zentrum und lädt dazu ein, darüber ins Gespräch zu kommen und sich seine eigene Meinung zu bilden.

In 13 Beiträgen stellen verschiedene Autoren ihre Sicht zum Thema dar. Viele von ihnen sind als Dozenten an theologischen Ausbildungseinrichtungen oder als Pastoren tätig. Jeder schreibt auf seine Weise eher sachlich-argumentativ bis sehr persönlich. Fragen wie „Warum vertraue ich der Bibel? Ist sie irrtumslos? Kann man sie wörtlich nehmen? Ist die Bibel nun Gottes Wort oder Menschenwort?“ oder „Was kann man von der historisch-kritischen Auslegung lernen?“ werden von ihnen erörtert. Immer wieder finden sich Überschneidungen, aber auch voneinander abweichende und gegensätzliche Positionen.

Der Herausgeber, Ulrich Wendel, ist leitender Redakteur des Magazins Faszination Bibel sowie Lektor und Programmleiter für Bibel und Theologie bei SCM R. Brockhaus. Auch ein Beitrag von ihm ist mit dabei. Für ihn spricht es u.a. für die Glaubwürdigkeit der Bibel, dass sie so ehrlich und ungeschönt berichtet (zum Beispiel über die Fehler von König David), dass sie Erwartungen und Konventionen sprengt sowie trotz der Unterschiedlichkeit all ihrer Bücher überraschenderweise doch eine Einheit bildet.

Ein weiterer Beitrag kommt von Fred Ritzhaupt, der die Übersetzung des Neuen Testaments „Willkommen daheim“ geschrieben hat. Er stellt fest, dass man die Bibel nicht „wörtlich“ lesen kann, da der Sprachgebrauch kulturell bedingt ist. In diesem Sinne sei die Bibel nicht irrtumslos, aber die Wahrheit, die hinter den Texten aufleuchtet. Deshalb müssten wir uns immer fragen, was Gott uns damit sagen will.

Einige Beiträge sind teilweise etwas anspruchsvoll zu lesen. Einerseits liegt das am Schreibstil der Autoren, wenn sie beispielsweise Begriffe und Wendungen aus dem Lateinischen und der Theologie verwenden, ohne sie zu erklären. Andererseits werden Inhalte angesprochen, bei denen Kenntnisse der Theologie, Kirchengeschichte oder Konfessionskunde vorteilhaft sind, um sie besser einordnen zu können.

Nicht zuletzt fordern manche Aussagen den Leser heraus, seine eigene Meinung zu überdenken und neu zu bilden. Da tut es gut, dass viele Autoren nicht nur mit Fakten und Argumenten aufwarten, sondern auch über ihre eigenen Erfahrungen und ihren Weg mit der Bibel berichten.

Von J. Henle

Leseprobe (PDF)

Verlag: SCM R.Brockhaus
ISBN: 978-3-417-26796-9
Seitenzahl: 240
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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