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Sterbehilfe: Juristen fordern Klarheit

Auf dem Deutschen Juristentag plädierten Strafrechtler für klare Gesetzesgrenzen bei der Sterbehilfe. Unter anderem soll der Wille des Patienten stärker beachtet werden.

Ein Drahtseilakt – auf der einen Seite sollte jeder Mensch die Freiheit haben, zu sterben, auf der anderen Seite gilt es, Schutzmaßnahmen gegen Missbrauch zu planen. Aus zahlreichen ethischen Fragen versuchte der 75. Deutsche Juristentag, konkrete Empfehlungen zu formulieren.

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Dabei stimmte die Mehrheit dafür, Behandlungsabbrüche, Behandlungsverzicht und ärztlich begleitetes Sterbefasten (freiwilliges Verhungern) zu erlauben, wenn dies dem Patientenwillen entspricht, heißt es in einer Pressemitteilung. Falls bestimmte Schmerzmittel den Tod beschleunigen können, soll deren Zufuhr auch mit Patientenerlaubnis erteilt werden.

Abgelehnt wurden zudem verpflichtende Beratungsgespräche oder ein eigenständiges Sterbebegleitungsgesetz.

Schutzkonzept

Klare Grenzen zogen die Juristen hingegen bei der Suizidhilfe. Sie lehnten eine Streichung des § 216 StGB (Tötung auf Verlangen) ab und votierten für punktuelle Ausnahmen – etwa wenn körperlich schwer erkrankte Menschen die Tat nicht selbst vollziehen können. Zudem soll auch ein Suizidbegleiter die Freigabe haben, einen scheiternden freiwilligen Selbstmord zu Ende zu führen.

Außerdem formulierte der Deutsche Juristentag ein sogenanntes prozedurales Schutzkonzept, mit dem sichergestellt werden soll, dass ein Arzt den Patienten berät, aufklärt und begutachtet.

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>>>> Zu den vollständigen Beschlüssen des 75. Deutschen Juristentags (PDF)

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