In Deutschland nutzen immer mehr Menschen das Lebensmittel-Angebot der Tafeln. Nach Angaben von Tafel Deutschland ist die Zahl innerhalb eines Jahres um 10 Prozent gestiegen, meldet ERF Medien. „Armut vererbt sich“, erklärt Jochen Brühl, Vorsitzender der Tafel Deutschland im gespräch mit dem ERF. Besonders dramatisch sei der Anstieg bei den Senioren die Rente oder Grundsicherung im Alter beziehen. Dort liege der Anstieg bei 20 Prozent.

Für Verbesserungen sieht Brühl nicht nur die Politik in der Pflicht. Ein ganz großes Thema sei die Lebensmittelverschwendung (18 Millionen Tonnen pro Jahr). Die Hälfte davon werde durch private Haushalte verursacht.

Link: Anzahl der Tafel-Nutzer steigt dramatisch

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Ich verstehe nicht, in wie fern ein armer Rentner davon mehr zu essen hat, wenn ich weniger Lebensmittel im privaten Gebrauch verschwende? Dann hat er doch immer noch nichts zu essen?!

    Den Anstieg der Senioren unter den Tafelnutzern finde ich alarmierend – das hat ja nun wirklich was mit Altersarmut zu tun und das ist ein Problem, das schlimmer werden wird, je mehr Babyboomer ins Rentenalter kommen werden.

    Aber auch eine kritische Anmerkung möchte ich machen: wenn ich an Schlangen vor Tafelausgabestellen vorbei komme und da etliche Leute rauchend in der Schlange stehen (wir wissen was Zigaretten kosten, oder?), frage ich mich schon, ob es da um wirkliche Bedürftigkeit geht oder einfach nur um Prioritäten (wofür gebe ich mein Geld aus?).

    Wenn die Lebensmittelausgaben der Tafel indirekt dazu genutzt wird um sich die eigene Nikotinsucht zu finanzieren, finde ich es schon grenzwertig. Zumindest geht’s dann nicht mehr um reine Armut….es sei denn man definiert Armut so, dass man sich seine Sucht nicht mehr finanzieren kann und gleichzeitig das lebensnotwendige kaufen.

    Mein Fazit: Lebensmittelverschwendung ist schlecht, hat aber nichts damit zu tun, wie viele Leute Nahrungsmittel von der Tafel beziehen.
    Altersarmut ist ein Problem, das wir dringend angehen müssen.
    Ob jeder, der Nahrungsmittel von der Tafel bezieht, diese Hilfe auch brauchen würde, wenn er seine Prioritäten bei der Finanzeinteilung anders setzen würde, halte ich für fraglich. Es hat jedenfalls nichts mit Grundbedürfnissen zu tun den Leuten ihre Süchte zu finanzieren.

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