Langweiliger Konfirmandenunterricht war gestern: Mit der KonApp will die Evangelische Kirche die Sprache der Jugendlichen sprechen.

Man kann es lieben oder hassen, Fakt ist: Das Leben vieler Jugendlicher spielt sich mittlerweile zum Großteil digital ab. Das hat auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) erkannt und die Deutsche Bibelgesellschaft damit beauftragt, für Konfirmandinnen und Konfirmanden eine eigene App zu entwickeln. KonApp heißt das Ergebnis. Darin gibt es nicht nur unterschiedliche Bibelausgaben und eine Tagebuchfunktion, sondern auch einen Chat, wie die EKD vermeldet.

Neben der Lutherbibel 2017 kennt das Digitalprogramm das Neue Testament sowie die Psalmen, das Hohelied und Jona aus der BasisBibel. In der App lassen sich einzelne Bibelstellen lesen, Schlagworte im Lexikon nachschlagen und Bibelstellen merken. Außerdem enthält KonApp 29 Grundtexte des Glaubens. Dazu gehören beispielsweise das Glaubensbekenntnis und die Zehn Gebote. Im Tagebuch können die Unterrichtsteilnehmerinnen und -teilnehmer eigene Gedanken, Bilder und Videos speichern.

Chat mit Datenschutz

Ein besonderes Highlight dürfte der Chat darstellen. Darin kann sich die Gruppe verständigen und ebenfalls wichtige Dateien teilen. Außerdem lassen sich hier Aufgaben und Umfragen erstellen und Termine teilen. Das alles entspricht den datenschutzrechtlichen Standards der EKD, ist also diesbezüglich sicherer als Konkurrenten wie WhatsApp.

„Nichts liegt näher als das Smartphone für Unterricht und Kommunikation in der Konfi-Arbeit zu nutzen“, sagt die Präses der Synode der EKD, Irmgard Schwaeter. Neben der Deutschen Bibelgesellschaft und der EKD als Auftraggeber waren auch Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Pädagogisch-Theologischen Institute (ALPIKA) beteiligt. Die Landeskirchen haben das Programm gefördert und werden es jetzt bei ihren jährlich rund 180.000 Jugendlichen anwenden. Mittlerweile haben Gemeinden aus Österreich und der Schweiz sowie deutsche Freikirchen ebenfalls Interesse an der KonApp bekundet. Zunächst erscheint sie kostenlos und ist im App Store und im Play-Store erhältlich.

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Werden die Pastoren/innen dann nicht überflüssig?
    Wir Menschen machen uns so abhängig von Computern, das es nur einen Stromausfall geben muß und der Planet steht still.
    Was ist, wenn die Handys nicht mehr funktionieren und die App nicht mehr geht?
    Ich bin auch abhängig von der Technik aber in einem anderen Maß. Wenn mein Elektro-Rollstuhl ♿ ausfällt steht mein Alltag zum Teil still, da ich aber gelernt habe auch einen normalen Rollstuhl zu fahren ist es nicht so schlimm. Ich gebe euch den Tip, sprecht mit eurem Pastor/ eurer Pastorin und gestaltet den Konfi-Unterricht zusammen. Das ist dann nicht langweilig.
    Euer Chris.

  2. Ich träume, ohne Rücksicht auf die Wirklichkeit, von einer App. Nicht die eine, mit der man in 100 Ländern nach Gebrauchtwagen suchen kann, sondern die da: Eine Art firewall für das Hirn, soll sagen, die App entdeckt jeden Virus, der uns mit einer Dosis Verblödung nahe kommt. Und so würde sie funktionieren: Jemand – ein Politiker, ein Würdenträger oder irgendein anderer Bauernfänger – redet auf mich ein und sogleich schalte ich unbemerkt die App ein. Und die App, sprich das Telefon, fängt umgehend zu vibrieren an, wenn sie Schwachsinn entdeckt. Ganz unabhängig von meinem eigenen kognitiven Fähigkeiten, die vielleicht in diesem Augenblick schwächeln. Das Vibrieren soll mich , den Benutzer, alarmieren, ja, mich sofort veranlassen, die Alarmglocken des Verstands einzuschalten: Achtung, hier sülzt einer! Achtung, hier kommt Gottes Wort! Achtung, hier will mich einer mit dem Inhalt seines Kleinhirn vernebeln. Die App würde überall funktionieren: auch beim Lesen eines Zeitungsartikels, ja, vor jedem Radio, vor jedem Fernseher. Wie ein Radargerät, wie ein Minensuchgerät würde sie alle Signale der Gehirnwäsche entdecken. Ein sagenhafter Traum.

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