„Respekt für jeden – immer!“ Dieses Thema hatte Billy Hybels, (noch) Leiter der Willow Creek-Gemeinde in Chicago, zum Auftakt des Leitungskongresses in Dortmund gewählt. Ausgehend von der Bibelstelle in 1. Petrus 2,17 sagte er: „Als Leitungspersönlichkeiten habt ihr Einfluss, und die Leute um euch herum achten auf euren respektvollen Umgang!“
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Gerade Leitende, so Hybels, müssten darin Vorbild sein, sich nicht gegenseitig aufgrund verschiedener Meinungen zu dämonisieren. Sie sollten „nie das erste sagen, was ihnen in den Sinn kommt, sondern sich ihre Meinung sorgfältig bilden.“ Der US-Pastor rief dazu auf, Begriffe aus dem Wortschatz zu streichen, die „Menschen klein machen oder die einen Streit eskalieren lassen“. Stattdessen sollten Führungskräfte – gerade in den Gemeinden – gut zuhören und Gespräche nicht dominieren. „Legt euch vielmehr ins Zeug, einander zu verstehen!“, betonte Hybels. Dies sei wichtig in einer Zeit, in der Debatten im Fernsehen und in den sozialen Medien zunehmend in Streit mündeten. Die gute Kultur einer Gemeinde oder eines Unternehmens „beginnt mit dem Leiter, der eine gute Kultur will.“

Hybels ging in diesem Zusammenhang auf die komplizierte Suche nach einem Nachfolger für ihn in der Willow-Gemeinde in Chicago ein. Zunächst hatte er nach einem „fantastischen Prediger“ gesucht, erklärte er. Schließlich sei ihm klar geworden, dass die Gemeinde jemanden brauche, der ihre Werte und Prinzipien hochhalte.

„Sendet Menschen aus!“

Der US-Pastor ermutigte die Kongressbesucher, öffentlich zu handeln. Gemeinden sollten ihre Mitglieder aus Geschäfts-, Medien-, Erziehungs-, oder Gesundheitswesen bewusst aussenden. „Damit sie Gott in ihrem Alltag und an ihrem Arbeitsplatz verherrlichen.“ Als Herausforderung nannte er die Schnelllebigkeit unserer Zeit. „Wir haben zu viele Mails, zu viele Meetings – und zu wenig Zeit zur Reflexion“, so Hybels. Sein Rat: „Lass Gott jeden Tag 15 Minuten durch sein Wort zu dir reden!“ Nur die „kraftvolle Botschaft der Liebe Christi verändert den Zustand eines menschlichen Herzens.“

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Hybels selbst wird im Oktober sein Amt als leitender Pastor der Willow Creek-Gemeinde in Chicago abgeben. Von der kirchlichen Arbeit wird er sich allerdings nicht zurückziehen, wie er in Dortmund ankündigte. Er wolle künftig in den „50 ärmsten Ländern der Welt“ für seine Vision von Gemeinde arbeiten. Derzeit sind dafür rund 120 Tage pro Jahr im Gespräch.