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Hilft Gott jetzt der Regierung?

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Fast die Hälfte der Kabinettsmitglieder der neuen Ampel-Koalition hat die religiöse Beteuerung „So wahr mir Gott helfe“ bei ihrem Amtseid weggelassen. (Jesus.de berichtete) Das ist nichts Neues: Schon beim Antritt der rot-grünen Regierung 1998 unter Gerhard Schröder ließen Schröder selbst und sieben Minister den Schlusssatz weg, was damals für einen großen öffentlichen Aufschrei sorgte. Allerdings hatten schon 1973 die evangelische und die katholische Kirche vorgeschlagen, auf die Formel zu verzichten. Der frühere Justizminister Jürgen Schmude, ehemaliger Präses der EKD-Synode, erinnerte 1998 an diesen Vorschlag und hielt sich bei seinen Vereidigungen 1976 und 1980 selbst daran. Dies berichtete der Spiegel in einem Artikel von 2005.

Pastor Heiko Kuschel fragt sich in seinem Blogartikel, ob es ein Problem ist, die religiöse Beteuerung wegzulassen. Dabei sucht er nach der Bedeutung von „So wahr mir Gott helfe“. Kuschel betont, dass es verschiedene Ansätze gebe, wie dieser Halbsatz aufgefasst werden könne. Man könne es als einen Ausdruck der Bescheidenheit interpretieren. In der Bergpredigt habe Jesus allerdings klar gesagt, dass wir nicht schwören sollten. Kuschel selbst würde die religiöse Formel ganz bewusst nicht sprechen.

Weiterlesen im Blogartikel von Heiko Kuschel.

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5 KOMMENTARE

  1. Es macht mich traurig, das nur die Hälfte der neuen Minister sich auf Gottes Hilfe berufen, aber ich denke ohne Gottes Hilfe kann eine Regierung die 4 Jahre nicht existieren. ???

  2. Natürlich sagt ein Halbsatz nichts direkt über die Person aus, die ihn (nicht) spricht. Die aber immer größer und deutlicher werdende Gottlosigkeit zeigt sich aber deutlich darin, dass immer mehr Politiker diesen Satz bewusst weglassen, da sie von Gott nichts mehr wissen wollen.
    Wie Herr Kuschel ausführt, hat dieser Satz auch nichts mit Schwören zu tun, sondern mit der Demut vor Gott. Ein Land aber, das sich nicht mehr vor Gott demütigt, hat sich selbst abgeschafft. Das ist im AT immer wieder am Beispiel des Volkes Israel zu sehen und wird auch an Deutschland und Europa nicht vorbei gehen.

    • Im Gegensatz zum AT – wo Israel als Nation Gottes Volk war – gibt es neutestamentlich keine ‚christlichen‘ Nationen! Es gibt nur die persönliche Beziehung zu Gott. Oder können Sie mir zeigen, wo Sie IRGENDWO im NT einen Hinweis darauf finden, dass es Ziel der Kirche oder irgendeiner Institution sei, eine ‚christliche Nation‘ aufzurichten?

  3. Ich bin für Ehrlichkeit und habe Respekt vor der persönlichen Entscheidung. Jemand der den Satz nur sagt, um nicht anzuecken oder ihn als Floskel benutzt will ich nicht. Daher darf ich auch die ich nicht verdammen, die den Satz nicht verwenden. Ja, der Staz drückt in meinen Augen Demut aus und ich freue mich wenn Politiker ihn sagen. Aber religiöse Sätze allein sagen leider nichts darüber aus, ob sich die Politik an Gott orientiert. Es gibt zu viele Menschen die toll klingende fromme Sätze sagen und im selben Moment Hass und Spaltung predigen. Nicht nur in den USA.
    Andererseits kenne ich Politiker, die sich mit ganzem Herzen für die Gesellschaft und die Mitmenschen einsetzten, auch wenn sie persönlich (noch) nicht an Gott glauben können.
    Wir sollten unser Urteil nicht vorschnell an einzelnen Sätzen festmachen und demütig und achtsam miteinander umgehen. Jedenfalls möchte ich das gerne tun. So wahr mir Gott helfe

  4. Jesus: Deine Rede sei ja ja oder nein nein

    Am ehesten finde ich mich mit meiner Auffassung bei Timon wieder: „Wir sollten unser Urteil nicht vorschnell an einzelnen Sätzen festmachen und demütig und achtsam miteinander umgehen“! Christinnen und Christen werden auch in der Politik erkannt an ihrer Sprache, sowie Fairnis und Sachlichkeit. Mir ist klar, dass man in dem nicht selten empfundenen Haifischbecken der Politik sich eher als ein solcher versucht zu verhalten, obwohl man vielleicht nicht zu den Raubfischen gehört. Moralismus hinsichtlich des Weglassens der religiösen Eidesformel halte ich für verfehlt, denn es gibt immer mehrere Deutungsmöglichkeiten. Wenn ein solcher eidleistender Politiker vielleicht ein guter Politiker oder Mensch, aber kein Christ ist, wäre die Weglassung eines religiösen Versprechens ehrlich. Dann gibt es jene, die das Schwören aus gutem Grund ablehnen (weil man hier möglicherweise etwas Gott verspricht, was man ehrlicherweise voraussehend nicht als wirklich erfüllbar erfährt). Schon beim Versprechen die Verfassung zu schützen, durchaus eine unbedingte Voraussetzung für demokratische Politik, so verstehen doch hier auch verschiedene Menschen verschiedenes darunter. Da denke ich auch an eine Partei, die nicht ganz unschuldig daran leidet, dass man sie herzlich ächtet. Dort wird man Verfassungsschutz stellenweise anders definieren. Sich beim Schwören gewissermaßen hinter Gott zu stellen und ihn damit indirekt zum Aushängeschild für Politik zu machen, wobei wir doch als Menschen allesamt fehlerhaft sind, könnte man auch als ein klein wenig anmaßend empfinden. Es gibt daher sehr gläubige Christen, die weder als Schöffen noch als Politiker den religiösen Zusatz des Eides aussprechen. Jesus war kein Philosoph (nichts gegen Philosophen), aber für ihn war die klare Rede wichtig. Und klar kann man auch als Politiker reden, wenn es um die Kernstücke des Glaubens geht. Eines der wichtigsten: Die Nächstenliebe und damit das Menschliche und Soziale. Jesus brachte es auf den Punkt, bei wichtigen Angelegenheiten nicht um den heißen Brei herum zu reden. Vielleicht ist das unter gegebenen Umständen christlicher als die christliche Vereidigung.

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