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Die einen finden es konsequent, die anderen unmöglich: Christsein und politisch aktiv für die AfD. Das Magazin chrismon hat Vertreter beider Positionen zum Streitgespräch geladen: Volker Münz ist kirchen­politischer Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Frank Richter Theologe und ehemaliger Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.

Link: Christen in der AfD, wie geht das zusammen?

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Christen in der AfD – geht das ? Für mich würde das nicht gehen als Christ. Dazu schreibe ich nachfolgend, wie ich und wir alle als Christinnen und Christen eigentlich sein sollten. Oder wenigstens den guten Willen dazu haben sollten. Es geht um den von Paulus gleichnishaft beschriebenen guten Kampf des Glaubens:

    Ich glaube, daß Jesus Christus in der Bergpredigt universelle Wahrheit und Ethik lehrt, diejenige der Liebe, Barmherzigkeit, des Vergebens, der Friedfertigkeit und dass man den Balken immer zuerst aus seinem eigenen Auge ziehen muss. Natürlich sind wir als Menschen immer Sünder und sogar der Papst hat dies von sich selbst behauptet. Es ist niemand vollkommen. Ein Christ ist nicht ein perfektionistisch-funktionierendes Wesen und kein Engel. Ein Christ versucht, auch wenn er damit nicht immer zum Ziel kommt, jeden Tag aus der Vergebung zu leben, mit seinem Mitmenschen und mit Gott. Er ist ein Werdender, nicht schon ein Vollkommener. Er ist in der Hand Gottes wie das Gefäß des Töpfers, der es aus einem Klumpen Lehm zu hoher Schönheit formt. Ein Christ, eine Christin, Nachfolger und Freunde von Jesus Christus, versuchen sich auch einer zivilisierten Sprache zu bedienen. Sie betrachten politische Konkurrenten weder als Gegner noch als Feinde, noch würden sie je auf die Idee kommen, politisch anders gesinnte Menschen zu jagen. Weder die Bundeskanzlerin noch jemand aus irgend einer Partei hat dies verdient. Wenn Christenmenschen Gegnern oder gar Feinden begegnen, sollten sie sich immer auch fragen, ob es nicht nur an den Anderen liegt. Man sollte Menschen gewinnen, indem man aus ihnen Freundinnen und Freunde macht. Wer die Sache Jesu vertritt, wird mit rechtsradikalen Ideen auch nicht im entferntesten paktieren oder diese marginalisieren bzw. verbale Versatzstücke hieraus in die eigene Rhetorik einbauen. Christen sollen keine Populisten sein, Flüchtlingen helfen, mit Verständnis entgegentreten und nicht alle Menschen aus fremden Ländern und anderen Kulturen als Messerstecher oder Gefahr für unsere Kultur bezeichnen. Christinnen und Christen lehnen Rassismus ab und sind der Überzeugung, dass auch die Geflüchteten aus fremden Ländern von Gott geschaffene Wesen sind, mit gleicher Würde wie wir ausgestattet und dem Anspruch, auch aus dem Meer gerettet zu werden. Wer evangelisch oder katholisch ist, betrachtet den Deutschen Staat oder die Europäische Union weder als Paradies noch als Gebilde des Antichristen oder von Lügnern, sondern als rechtsstaatliches Gebilde. Der hohe Anspruch der zehn Gebote gilt auch im Bundestag. Etwa, du sollst kein falsch Zeugnis reden über deinen Nächsten. Die Existenz eines Menschen unter Gott umfasst ebenso die verbale Kommunikation. Mit Vorurteilen und Verallgemeinerungen wird man unglaubwürdiger. Man wird, was man wie sagt. Der Finger, der auf andere zeigt, zeigt doppelt zurück: Ich verfüge über keine absolute Wahrheit, sondern nur über meine Erkenntnis. Ich kann mich irren und ich irre mich. Politik ist daher immer der Versuch, aus These und Antithese eine Synthese bzw. einen Kompromiss zu machen. Wir machen uns Wirklichkeit nicht nach der Methode von Pippi Langstrumpf: „Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt“ ! Aber wir Anhänger des Jesus von Nazareth versuchen, das Beste aus ihr zu machen.

    Ein Christ muss sich deshalb fragen, in welcher Partei er am besten aufgehoben ist. Entscheiden muss das jeder selbst. Irrt er sich, hilft es nicht zu rufen: „Holt mich hier raus“!

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