Christian Geiß : Vollbracht, eine Reise des Glaubens – zwölf Erzählungen

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Christian Geiß hat den Drahtseilakt vollbracht, einen Roman, ein Studienbuch und ein Lehrbuch zu einem einzigen Buch zu verarbeiten. Zwölf Erzählungen begleiten den sympathischen Antiquitätenhändler Abid aus dem Kaukasus und seine Familie auf der Suche nach dem Geheimnis Gottes und der Wahrheit. Er forscht in der Bibel, macht sich Notizen und diskutiert durchaus kontrovers über Glaubensfragen mit seiner Familie und seinen Freunden. Immer, wenn er meint, eine Antwort gefunden zu haben, entstehen neue Fragen. Nicht auf alles findet Abid eine Antwort, manches bleibt offen.

Jede Erzählung wird ergänzt mit „einem Blick in die Bibel“, wobei anhand von biblischen Texten die entsprechenden Themen intensiver behandelt werden und sich meistens auf die vorher gestellten Fragen eine Antwort finden. Nur manchmal lässt der Autor die Fragen offen. Wir wissen einfach nicht auf alles eine Antwort – auch die Theologen nicht.

Und dann ist der Leser ganz praktisch gefragt – zum Forschen, zum Nachlesen in der Bibel. Dabei wird er mit den unterschiedlichsten Fragen, teils theologisch, teils sehr persönlich herausgefordert. Wie denken wir über einen Gott, der die Welt geschaffen hat? Können wir uns das vorstellen? Aus welchen Facetten und Sichtweisen besteht unser Gottesbild? Welche Wesenszüge Gottes begeistern uns? Was denken wir über Dreieinigkeit? Wie stellen wir uns Gott vor? Wonach sehnen wir uns? Abgerundet wird das jeweilige Kapitel mit einem umfangreichen Quellenverzeichnis, das belegt, dass Christian Geiß über fünf Jahre intensiv zu diesem Buch recherchiert hat.

In diesem umfangreichen, von Informationen überquellenden Buch werden so ziemlich alle glaubensrelevanten Themen der Bibel behandelt. Anhand des apostolischen Glaubensbekenntnisses spannt Christian Geiß einen Bogen von der Erschaffung der Welt über das Paradies, Christi Geburt, Wirken, Sterben, Auferstehung, über den Heiligen Geist, die Gemeinde, bis hin zu Schuld, Sünde, Vergebung und Opfer. Und noch vieles mehr.

Der Titel des Buches führt ein wenig in die Irre. Zwölf Erzählungen? Ja und nein. Dieses Buch ist definitiv kein Erzählband. Und keine einfache Lektüre. Um wirklich von diesem Buch profitieren zu können, benötigt der Leser Ruhe und viel Zeit und die Bereitschaft, sich den Fragen ehrlich zu stellen und verschiedene Ansichten zu reflektieren. Besonders gefällt mir, dass der Autor keine Dogmen erstellt. Er will den Leser nicht überzeugen von einer fertigen Meinung. Sondern er stellt Fragen und gibt darauf einen Strauß von Antworten. Somit ist der Leser gefordert, nachzuprüfen, zu lesen, zu studieren, vielleicht in einer Kleingruppe die Themen zu diskutieren und den eigenen Glauben zu hinterfragen.

Von Brigitte Keune

Leseprobe (Kapitel7)

Verlag: Neufeld-Verlag
ISBN: 978-3-943362-53-4
Seitenzahl: 312
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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