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Die Christliche Gewerkschaft Postservice und Telekommunikation (CGPT) hat sich dagegen ausgesprochen, Pakete während der Coronakrise auch am Sonntag zuzustellen. Das wird von der Post gefordert und teils auch schon praktiziert. „Um mit den größeren Sendungsmengen fertig zu werden bedarf es keiner Sonntagszustellung, sondern die vermehrte Einstellung von Zustellerinnen und Zustellern und faire Löhne, aber auch eine Zusammenarbeit der Zustellunternehmen“, sagte der Vorsitzende Ulrich Bösl in einer Mitteilung. Sonntagszustellung raube den Betroffenen nur einen Tag zur Erholung.

Auch andere Gewerkschaften hatten sich gegen eine Sonntagszustellung ausgesprochen. Ein Sprecher der Gewerkschaft Ver.di führte nach Angaben des Spiegels an, dass die Erreichbarkeit der Kundinnen und Kunden während der Pandemie auch an Werktagen sehr hoch sei. Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten von Post, Postbank, Telekom und Call-Center (DPVKOM) äußerte sich ebenfalls kritisch zu Sonntagszustellungen. Das Problem sei hausgemacht. Bundesweit fehlten mehrere Tausend Zusteller, zu wenige Beschäftigte erhielten einen Arbeitsvertrag. Das Bundesarbeitsministerium hatte nach Angaben von RP online angekündigt, die Zustellung am Sonntag abzulehnen.

Aktuell hat die Deutsche Post Medienberichten zufolge mit einem deutlich höheren Paketaufkommen zu kämpfen. Sie spricht von einer Steigerung von mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit. Das erreiche sie sonst nur in den „stärksten Tagen vor Weihnachten“, zitiert der Spiegel einen Post-Sprecher. Deswegen fordert sie, auch am Sonntag Pakete ausliefern zu dürfen. In Bayern hat sie dazu bereits die Erlaubnis.