Gefängnis Zelle
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Während der Corona-Pandemie kommt es weltweit vermehrt zu Verletzungen der Religionsfreiheit. Darauf hat der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), jetzt hingewiesen.

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In vielen Ländern nutzten Regierungen die Pandemie als Vorwand, um Grundrechte wie Meinungsfreiheit und Religions- und Weltanschauungsfreiheit weiter einzuschränken, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Grübel und dem niederländischen Sonderbeauftragten für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Jos Douma anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte (10. Dezember).

Die Menschenrechtsverstöße beträfen insbesondere religiöse und ethnische Minderheiten wie die meist muslimischen Uiguren und buddhistische Tibeter aber auch Christen und Falun Gong in China. „Ebenso sind die Bahai in Iran, Muslime in Indien, Hindus und Christen in Pakistan und die Rohingya in Myanmar besonders von Einschränkungen betroffen“, erklärten Grübel und Douma. Auch weltanschauliche Minderheiten wie Atheisten würden in vielen Ländern systematisch verfolgt, ebenso wie LSBTI-Personen und Vertreter von Zivilgesellschaft und Presse.

Die Pandemie diene dabei oftmals als Katalysator bestehender Diskriminierung von Minderheiten und unabhängigen Stimmen. „Wo Staaten das Recht auf Religionsfreiheit verletzen oder einschränken, treten meist auch andere Menschenrechtsverletzungen auf“, heißt es in der Erklärung. Die Beauftragten fordern die Gewährleistung von Religionsfreiheit. „Wir unterstützen, dass Religionen weltweit ihr Potential für Versöhnung, Solidarität und Gerechtigkeit entfalten können“, schreiben Grübel und Douma.

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7 DIREKT-KOMMENTARE

    • Hallo Ephraim, das ist sachlich falsch. Religionsfreiheit bedeutet:

      1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
      Daran hat sich nichts geändert.

      2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
      Daran hat sich privat ebenfalls nichts geändert. Es gibt lediglich teilweise Einschränkungen für Gottesdienste (Versammlungen).

      MfG, die Jesus.de-Redaktion

      • Liebes Jesus.de-Team,
        Ihre Antwort auf Ephraims Lorenz‘ Antwort ist auch nur bedingt richtig. Im Artikel geht es auch explizit erwähnt um Meinungsfreiheit. Und die ist auch in Deutschland eingeschränkt, indem sich zum Beispiel Kritiker der Corona-Maßnahmen massiven Diffamierungen oft unsachlicher Natur gegenüber sehen und die sozialen Medien massiv Zensur betreiben (das widerspricht aber Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte).
        Kurzum: der ursprüngliche Artikel ist nicht zu beanstanden, wir sollten aber zuerst vor der eigenen Haustür kehren bevor wir mit dem Finger auf andere zeigen.

        • Sehe ich trotzdem anders. Übrigens ist Meinungsfreiheit nicht gleich Veröffentlichungsfreiheit. Man hat das Recht, jede Meinung zu haben. Aber nicht das Recht, diese überall zu veröffentlichen – zB auf der Startseite der FAZ. Das ist ein Unterschied. Übrigens habe ich von Kritikern der Corona-Maßnahmen schon reichlich völlig unsachliche Äußerungen gelesen – auch völlig unzensiert in den Sozialen Medien. VG, Daniel vom JDE-Team

          • Religionsfreiheit ist ein sehr hohes Gut.

            Religionsfreiheit ist ein sehr hohes Gut. Ich bin aber zutiefst davon überzeugt, dass Gott alle Menschen liebt unabhängig von ihrer Religion und ihrer Meinung. Dies kann leicht damit begründet werden, dass Jesus nicht nur für jeden Menschen in dieser Welt, sondern unabhängig auch von dessen Hautfarbe und Zugehörigkeit zu einem Staat, ans Kreuz genagelt wurde. Jeder Rassismus ist Sünde.. Er lässt es über Gute und Böse regnen – moderner ausgedrückt – über ethisch Denkende und Gleichgültige – und dies muss ja aus der Sicht Gottes einen Sinn haben. So sehr wir unseren Geschwistern im Glauben helfen und für sie beten sollten, so müssten wir auch die Religionsfreiheit ganz allgemein für alle Menschen fordern und politisch für sie eintreten. Religiöse Toleranz drückt Wertschätzung für einen Andersgläubigen aus, so wie wir ja auch den Nachbarn, Postboten oder den Polizisten Wertschätzung entgegen bringen, ohne diese vorher nach seiner Religion zu befragen. Samariter waren zur Zeit Jesu Abweichler vom richtigen jüdischen Glauben, und ausgerechnet einen Samariter lobt Jesus in seinem Gleichnis vom barmherzigen Samariter, dass er einen unter die Räuber gefallenen rettete. Weder beim Geretteten noch beim Samariter spielt die Religion eine Rolle, sondern dass mit Taten und auch mit Dankbarkeit Gottes Geschöpfe seinen Willen erfüllen. Die Bergpredigt ist prinzipiell der Wille Gottes für alle Menschen, die gleichwohl Jesus ja für Juden hielt und die glauben, dass der Schöpfer von Himmel und Erde auch für alle Menschen zuständig ist. Leider gibt es unter uns Jesusanhängern auch Kains und nicht nur Gläubige anderer Religionen verfolgen und ermorden Christen, sondern leider Christen auch Christen oder Atheisten ebenso Atheisten. Wir Menschen fügen Jesus die Schmerzen vom Kreuz erneut zu, wenn unsere Glaubensgeschwister verfolgt werden, genauso Menschen mit einem anderen Glauben. Er ist nämlich Liebe. Sie ist er einzige Grund dafür, dass unsere Heimat in Gottes Neuem Himmel und Neuer Erde sein wird. Wir Freund*innen von Jesus Christus müssen nicht nur ein paar Kerzen mehr anzünden, wenn wir beweisen möchten, dass alle Wahrheit in Christus Jesus liegt.

          • Doch, Meinungsfreiheit beinhaltet Veröffentlichungsfreiheit, das sieht sogar das Grundgesetz so vor (Artikel 3 und 5). Kurzum: man darf jede Meinung haben und auch veröffentlichen. Wird das nicht gewährt ist es per definitionem GG eine Einschränkung der Meinungsfreiheit. Also kann sowohl der Befürworter und der Gegner der Corona-Maßnahmen seine/ihre jeweilige Meinung frei äußern UND veröffentlichen, auch wenn das Gesagte/Geschriebene völlig abwegig ist. Dabei gibt es jedoch Grenzen, die auch das GG aufzeigt, nämlich immer dann wenn die Rechte anderer Menschen verletzt werden. Das schließt Diffamierung ein, egal von welcher Seite sie kommt.
            Zum Thema Zensur lässt sich nur sagen: die findet statt indem Facebook, Youtube und Co in der letzten Woche tausende nicht genehme Kanäle einfach gelöscht hat, was aber gegen Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte widerspricht.

        • Kritik ist keine Einschränkung der Religionsfreiheit. Sie gehört zu einer Demokratie als wesentlicher Bestandteil dazu.

          Und es gibt auch kein Recht auf Berichterstattung. Obwohl über diese winzige Gruppe der Querdenker und ähnlicher Personen weit über deren Anteil und Bedeutung hinaus berichtet wird. Man könnte es eigentlich eher andersrum kritisieren: Das die übermäßige Berichterstattung diesen überhaupt erst Zulauf und Bedeutung bringt.

          Und Religionsfreiheit beinhaltet nicht das Recht, andere Menschen zu gefährden oder gar zu töten. Zum Glück.

          Was ist eigentlich so schwer daran, aus Nächstenliebe und Verantwortung für die Schwachen in der Gesellschaft einfach mal ein paar Wochen die Füße still zu halten und eine Maske aufzusetzen?

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