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Nachdem sich eine komplette zwölfköpfige Familie in Euskirchen mit Covid-19 infiziert hat, hat das Kreis-Gesundheitsamt für rund 500 Mitglieder einer Mennoniten-Gemeinde Quarantäne angeordnet. Das berichtet die WAZ. Noch diese Woche sollen alle Gemeindemitglieder auf das Virus getestet werden. Die Mutter der Familie sei mit Krankheitssymptomen ins Krankenhaus gekommen und positiv getestet worden, heißt es in dem Bericht. Bei weiteren Tests kam heraus, dass die ganze Familie das Virus habe.

„Die Kinder sind vorher noch in die Schule gegangen, in die eigene Schule der Mennoniten. Und die Familie ist wohl auch noch in den Gottesdienst in das Bethaus der Mennoniten gegangen“, zitiert die Zeitung den Behördensprecher Wolfgang Andres. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Virus verbreitet worden sei. Die Schule und das Bethaus wurden geschlossen. Die genaue Zahl der Gemeindemitglieder ist noch nicht bekannt, die Behörde geht jedoch von um die 500 Personen aus. (nate)

7 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Und wieder eine Freikirche. Der wievielte große Fall ist das jetzt in Deutschland mit einer Freikirche, der 4.?

    Es scheint so, als wenn sich als Hotspots die Fleischindustrie, bestimmte Partylocations und Freikirchen etablieren.

    • Man kann es auch so betrachten:
      bis vor wenigen Wochen waren Freikirchen in Deutschland nahezu unbekannt. Es sei denn, man gehörte zu den sagen wir 2% der Bevölkerung, die einen direkten Bezug dazu haben. Nun aber werden erstmals die Freien Gemeinden in den Medien immer wieder erwähnt und werden somit präsent.
      Und bekanntermaßen gibt es keine schlechte Publicity. 😉

      • Die Ironie des Beitrages kommt schon an.

        Aber ernsthaft: Freikirchen sind landläufig schon bekannt, werden aber bei vielen wohl oft mit Sekten gleichgesetzt. Ob derartige Meldungen gegen dieses Vorurteil helfen (wobei ich bei den Mennoniten nicht sicher bin, ob das bei ihnen ein Vorurteil ist, die sind schon sehr abgeschottet), wage ich zu bezweifeln. ich denke, es bestärkt eher in diesem. Ist das wirklich dann positiv?

  2. @Joerg/Jörg: Habe schon auf ihren Kommentar gewartet. Schön, dass Sie wieder gegen Freikirchen bashen können.

    Vielleicht liegt es einfach daran, dass sich in den katholischen und evangelischen Kirchen keine nennenswerten Besuchergrößen mehr einfinden? Viren verbreiten sich immer dort am besten, wo sich viele Menschen zusammenfinden.

    “Nachdem sich eine komplette zwölfköpfige Familie in Euskirchen mit Covid-19 infiziert hat, hat das Kreis-Gesundheitsamt für rund 500 Mitglieder einer Mennoniten-Gemeinde Quarantäne angeordnet.“

    Wenn Sie richtig lesen, ist noch nicht geklärt, ob und wie viele Menschen sich dort angesteckt haben. Also kann von Hotspot noch keine Rede sein.

    Zu Ihrem “Freikirchen-Bashing“: Wie auch in den Fällen zuvor handelt es sich auch hier um eine sehr geschlossene Gemeinschaft, die zu anderen Gemeinden wenig bis kein Kontakt hat.

    Also nochmal, was soll das “Freikirchlichen-Bashing“? Sie sind doch sonst so sachlich und differenziert.

    • Ich finde Corona eine ernst zu nehmende Sache, die für viele Menschen lebensbedrohend ist.

      Und es hat mich sehr geärgert, dass in den Diskussionen über die Schutzmaßnahmen und Einschränkungen auch bei Gottesdiensten nach meiner Wahrnehmung insbesondere aus dem freikirchlichen Bereich es massive Kritik und Ablehnung solcher Einschränkungen gab. Quasi nach dem Motto: Unsere Glaubensausübung steht über dem Leben anderer.

      Solche Kritik hab es auch von Teilen der großen Amtskirchen, aber hier schient man sich an die Auflagen (und vernünftiges drüber hinaus, es geht ja nicht nur darum, eben gerade die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten) dennoch zu halten.

      Insofern schaue ich jetzt schon, wenn sich insbesondere Freikirchen zu Hotspots entwicklen. Und nein, evangelische und katholischen Kirchen sind nicht alle menschenleer (allein die Behauptung könnte man auch als bashing der beiden Kirchen betrachten, aber bashen tun natürlich immer nur die anderen). Und dennoch sind die bisherigen kirchlichen Hotspots die zahlenmäßig im Verhältnis unbedeutenden Freikichen. Ich finde, da stellt sich schon die Frage, wie das sein kann.

      Mir geht es also nicht um die theologische Ausrichtung von Freikirchen oder einem Bashen von diesen. Mir geht es hier um Corona und unverantwortliches Verhalten von bestimmten Gruppen. Du kannst sicher sein, dass Du von mir ähnliche postings in anderen Foren auch zur Fleischindustrie und bestimmten Partyausüferungen findest. Ich bin deshalb aber auch kein Basher von Fleisch oder Partys.

      Vielleicht wäre hier bei allen entsprechenden freikirchlichen Christen, insbesondere denen, die die Gefahren anfangs und teilweise noch heute ignorieren oder klein reden, etwas mehr Selbstkritik angesagt. Es geht hier nicht um eine theologische Meinung, die man notfalls eben ignoriert, es geht um eine Gefahr für Leib und Leben.

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