Down-Syndrom: Parlamentarier fürchten negative Konsequenzen aus Bluttest für Schwangere

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Spritze Blut Medizin Pixabay
Bild: Pixabay
Der Bluttest zur Erkennung des Down-Syndroms bei Ungeborenen bereitet mehr als 150 Bundestagsabgeordneten aus allen vier Fraktionen offenbar Unbehagen. Daher haben sie gemeinsam eine parlamentarische Anfrage an die Bundesregierung gestellt.
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Hintergrund ist die Möglichkeit, dass der sogenannte Praenatest künftig als Leistung von den Krankenkassen übernommen werden könnte. Das entsprechende Erprobungsverfahren, das momentan läuft, lasse bislang keinen Raum für die notwendige gesellschaftliche Diskussion über die Konsequenzen, heißt es in dem Papier.

Das breite Bündnis der Parlamentarier fürchtet offenbar, dass künftig mehr Abtreibungen stattfinden, wenn die Kassen den Test als Leistung erstatten. Bislang müssen die Frauen die Kosten zwischen 485 und 825 Euro selbst tragen. In der Anfrage argumentieren die Abgeordneten, in Dänemark, wo der Bluttest seit 2005 allen Schwangeren angeboten wird, habe sich seitdem die Zahl der mit Down-Syndrom geborenen Kinder halbiert.

„Wir möchten sicherstellen, dass keine Entscheidungen getroffen werden, ohne dass mögliche Folgen politisch bewertet werden“, erklärten die Abgeordneten Hubert Hüppe (CDU), Dagmar Schmidt (SPD), Kathrin Vogler (Linke) und Corinna Rüffer (Grüne). In der Anfrage erkundigen sich die Abgeordneten unter anderem nach der Entwicklung der Zahlen von Geburten von Kindern mit dem Gen-Defekt Trisomie 21, der aktuellen Studienlage und der Einschätzung der Bundesregierung. Den Angaben zufolge ist es seit der deutschen Einheit die erste Anfrage, an der sich Vertreter aller Fraktionen beteiligen.

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Der Test einer Konstanzer Firma soll am Blut der Schwangeren feststellen, ob das ungeborene Kind den Gen-Defekt hat. Der Hersteller, der den Bluttest seit Sommer 2012 in Deutschland vertreibt, wirbt damit, dass der Test nicht so risikoreich ist wie eine Fruchtwasseruntersuchung.